{"id":11857,"date":"2018-07-31T09:00:14","date_gmt":"2018-07-31T07:00:14","guid":{"rendered":"https:\/\/mv-sport.de\/?p=11857"},"modified":"2018-07-30T11:35:06","modified_gmt":"2018-07-30T09:35:06","slug":"spitzen-athleten-studieren-an-der-universitaet-rostock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mv-sport.de\/c\/spitzen-athleten-studieren-an-der-universitaet-rostock\/","title":{"rendered":"Spitzen-Athleten studieren an der Universit\u00e4t Rostock"},"content":{"rendered":"<h3><span style=\"color: #808080;\">Alma Mater ist \u201ePartnerhochschule des Spitzensports\u201c<\/span><\/h3>\n<p>Engagierte Leistungssportler, die sich f\u00fcr den dualen Karriereweg beim Studium und im Sport entscheiden, stehen vor weit gr\u00f6\u00dferen Herausforderungen als ihre Kommilitonen, f\u00fcr die das Studium die Nummer 1 ist. Wie meistern Hochleistungssportler, die im internationalen Leistungsvergleich sind und bleiben wollen, diese Aufgabe?<\/p>\n<p>An der Universit\u00e4t Rostock gibt es 18 junge Leute, f\u00fcr die Sport weitaus mehr ist als eine reine oder erg\u00e4nzende Freizeitbesch\u00e4ftigung. Sie trainieren nicht f\u00fcr ihre pers\u00f6nliche Fitness, sondern f\u00fcr eine Teilnahme an den Olympischen Spielen, Welt- und Europameisterschaften. Dabei stellt sich die Frage nach einer dualen Karriereplanung. Doch sind Hochleistungssport und Studium miteinander vereinbar? An der Universit\u00e4t Rostock klappt dieser organisatorische \u201eSpagat\u201c sehr gut. Die Alma Mater ist deutschlandweit als \u201ePartnerhochschule des Spitzensports\u201c anerkannt und wird von den Absolventen \u00fcberregional weiterempfohlen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_11859\" aria-describedby=\"caption-attachment-11859\" style=\"width: 865px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/harbrecht_gordon-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-11859\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/harbrecht_gordon-1.jpg\" alt=\"\" width=\"865\" height=\"576\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-11859\" class=\"wp-caption-text\">Gordan Harbrecht gewann am letzten Wochenende den Ostsee Cup vor Warnem\u00fcnde. Foto: \u00a9 Claudia St\u00fcwe).<\/figcaption><\/figure>\n<p>So auch von Gordan Harbrecht, dem Experten im Surfski, einer Hochseedisziplin des Kanurennsports. Der Rostocker ist Mitglied der Nationalmannschaft, hat erst im April bei der Euro Challenge \u00fcber 19 Kilometer auf dem Mittelmeer vor Villajoyosa bei Alicante als zweitbester Europ\u00e4er einen hervorragenden Platz vier belegt. Nur zwei S\u00fcdafrikaner und der Spanier Esteban Medina positionierten sich besser. Den gr\u00f6\u00dften Anteil seiner leistungssportlichen Karriere hat der aktuell 32-j\u00e4hrige Paddelrecke im olympischen Kanurennsport auf der 1.000-Meter-Distanz verbracht. Als Hochleistungssportler blickt Gordan nach seinem erfolgreichen Finale, dem Abschluss seines Maschinenbau-Studiums, in voller Dankbarkeit auf eine wichtige Etappe zur\u00fcck. \u201eIch habe hier an der Uni Rostock immer die notwendige Hilfe und Unterst\u00fctzung bekommen. In Phasen, wo der Sport dominierte, konnte ich meine Pr\u00fcfungen verschieben, Hausarbeiten etwas sp\u00e4ter als normal abgeben und falls notwendig, ein Urlaubssemester in den Studierablauf einbauen\u201c, sieht er die Vorteile dieser organisierten dualen Karriereplanung als den entscheidenden Motivationskick f\u00fcr \u00e4hnliche Lebensl\u00e4ufe.<\/p>\n<p>M\u00f6glich wird das nur durch eine gelebte Kooperationsvereinbarung zwischen der Universit\u00e4t Rostock, dem Studierendenwerk Rostock-Wismar, dem Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern, dem Olympiast\u00fctzpunkt Mecklenburg-Vorpommern und dem Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband. \u201eDiese Vereinbarung ist das aktuell Beste, was wir uns gemeinsam f\u00fcr die studierenden Leistungssportler vorstellen k\u00f6nnen\u201c, bringt Andreas Kriehn seine Erfahrungen auf den ber\u00fchmten Punkt. Als Laufbahnberater am Olympiast\u00fctzpunkt (OSP M-V) koordiniert er f\u00fcr die Studenten mit Kaderstatus der olympischen Spitzenfachverb\u00e4nde bzw. aus nichtolympischen Schwerpunktsportarten den Studienalltag an der Universit\u00e4t Rostock ma\u00dfgeblich mit.<\/p>\n<p>\u201eWir haben eine sehr gute, unkomplizierte Zusammenarbeit mit allen neun Fakult\u00e4ten\u201c, w\u00fcrdigt Andreas Kriehn die kollegiale Kooperation vor Ort. \u201eDie Uni Rostock kann ich als \u201ePartnerhochschule des Spitzensports\u201c f\u00fcr ein \u201eModell Deutschland\u201c nur weiterempfehlen\u201c, betont der Umfeldmanager f\u00fcr die Kaderathleten am OSP MV und nennt aktuelle Beispiele: \u201eSo hat sich u.a. der erfolgreiche Zehnk\u00e4mpfer Ben Thiele aus Neubrandenburg entschieden, in Rostock zu studieren. Auch die Top-Triathletin Lena Mei\u00dfner wird als Perspektivkader ab Herbst 2018 an der Uni Rostock ein Studium aufnehmen.\u201c<\/p>\n<p>\u00c4hnlich sieht es Gordan Harbrecht, der dieses Jahr noch Rennen in Portugal, Sardinien, Irland, Holland, Spanien, Frankreich, Hong Kong und nat\u00fcrlich in Deutschland hat. Er r\u00e4t j\u00fcngeren Hochleistungssportlern aus \u00dcberzeugung, wie er sagt, in Rostock zu studieren: \u201eNeben der Unterst\u00fctzung durch die Uni waren Sponsoren und andere F\u00f6rderer immer fester Bestandteil f\u00fcr meine Karriere\u201c. Heute arbeitet Gordan als Berufseinsteiger bei einer Rostocker Ingenieurgemeinschaft in Teilzeit und ist weiterhin international im Kanusport unterwegs. Perspektivisch bastelt der Modellathlet gerade am #TeamOceanRacingRostock. \u201eIch bin der Athlet und meine Unterst\u00fctzer bilden gemeinsam das Team um mich herum\u201c. Mit dabei sind die Ostseesparkasse Rostock, als langj\u00e4hriger Kooperations- und F\u00f6rderpartner und weitere Unternehmen aus der Region.<\/p>\n<p>Eine individuelle Studienf\u00f6rderung erhalten Studenten, die vom Olympiast\u00fctzpunkt MV als Olympiakader, Perspektivkader, Nachwuchskader 1 oder Nachwuchskader 2 (neue DOSB-Kaderbezeichnung) \u00fcber die Spitzenfachverb\u00e4nde best\u00e4tigt sind. Aber auch Einzelfallentscheidungen bei Landeskadern, die perspektivisch dieses Niveau an Kaderstatus erreichen k\u00f6nnen, d\u00fcrfen gef\u00f6rdert werden. Die Universit\u00e4t Rostock hilft den Sportlern u.a. durch Mentoren, die in Konfliktf\u00e4llen mit Dozenten einspringen. F\u00fcr wichtige Meisterschaften werden Urlaubssemester genehmigt. Im Rahmen ihrer M\u00f6glichkeiten bem\u00fcht sich die Hochschule zudem, Spitzensportlern bei der Vergabe von Studienpl\u00e4tzen eine akademische Ausbildung zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Andreas Kriehn w\u00fcnscht sich f\u00fcr die nahe Zukunft, dass endlich die erhoffte Profilquote f\u00fcr Spitzensportler in das Bildungsgesetz des Landes Mecklenburg-Vorpommern integriert wird, um allen Universit\u00e4ten und Hochschulen im Land die Bereitstellung von Studienpl\u00e4tzen f\u00fcr Bundeskader zu erleichtern.<\/p>\n<p>Monika Nitz aus dem Studienb\u00fcro der Fakult\u00e4t f\u00fcr Maschinenbau und Schiffstechnik der Universit\u00e4t Rostock kennt das t\u00e4gliche Hilfsprogramm bestens: \u201eF\u00fcr gef\u00f6rderte Sportler werden Sonderstudienpl\u00e4ne besprochen\u201c. Vorrangig werde bei Pr\u00fcfungsfristen auf die Termine f\u00fcr die Wettkampfvorbereitung und die Wettk\u00e4mpfe R\u00fccksicht genommen\u201c. In Extremf\u00e4llen w\u00fcrden Pr\u00fcfungen auf Antrag und abweichend von der Pr\u00fcfungsart in der Modulbeschreibung als m\u00fcndliche Pr\u00fcfungen mit individuellem Pr\u00fcfungstermin abgehalten.<\/p>\n<p>Im straff zu organisierendem Medizinstudium gibt es vier Hochleistungssportler. Dazu der Studiendekan der Universit\u00e4tsmedizin Rostock, Professor Attila Altiner: \u201eLeistungs-Sportler bringen erfahrungsgem\u00e4\u00df ein hohes Ma\u00df an selbstorganisatorischen F\u00e4higkeiten mit. Sie sind zudem sehr engagiert und ambitioniert\u201c. Das Medizin-Studium erfordere gerade in den ersten vier Semestern im besonderen Ma\u00dfe sehr viel. \u201eEs ist ein straffes Programm zu bew\u00e4ltigen\u201c, sagt Professor Altiner. \u201eWenn es m\u00f6glich ist und allen Beteiligten gegen\u00fcber gerecht wird, ber\u00fccksichtigen wir, wenn Pr\u00fcfungen durch Trainingslager verschoben werden\u201c, sagt Professor Altiner. \u201eWir besprechen das immer individuell mit den Hochleistungs-Sportlern.\u201c<\/p>\n<p>Fabian Gering ist einer der Hochleistungssportler und Medizinstudent im vierten Semester. Der 21-J\u00e4hrige entschied sich ganz bewusst f\u00fcr ein Studium in Rostock. \u201eHier kann ich Studium und Sport unter einen Hut bringen\u201c, sagt der ambitionierte Langstreckenl\u00e4ufer, der bereits 2015 bei den Leichtathletik-Europameisterschaften der Junioren im schwedischen Eskilstuna die Silbermedaille \u00fcber 10.000 Meter gewann. Gleich zu Beginn des ersten Semesters habe er sich das Ziel gesteckt, sich die ersten zwei Jahre komplett auf die Universit\u00e4t zu konzentrieren. Fabian fand bei FIKO Rostock einen Verein, der jetzt sein sportliches Zuhause ist. \u201eOhne Trainingsgruppe ist es schwer, \u00fcberhaupt im Sport am Ball zu bleiben\u201c, so der aus Plauen stammende Student. \u201eSport ist meine Leidenschaft\u201c. Sechs bis sieben Mal in der Woche und oft mehrmals t\u00e4glich ist ein Training n\u00f6tig. So hat er sein Studium auf Initiative des OSP MV und mit Unterst\u00fctzung der Universit\u00e4t gestreckt. Sein sportliches Ziel, an den olympischen Sommerspielen 2020 in Tokio teilzunehmen, hat er immer im Blick. \u201eDie zehn Kilometer unter 30 Minuten zu laufen, das ist mein Kampfziel\u201c. Das wahre Studentenleben mit Partys und Wochenendbier kennt Fabian daher kaum. Er lebt seinen Traum, im Sport ganz vorne dabei zu sein und das Medizinstudium erfolgreich abzuschlie\u00dfen. Fabian hat sich bewusst f\u00fcr die Doppelbelastung und eine duale Karriere entschieden: \u201eWas ohne die n\u00f6tige Selbstdisziplin nicht funktionieren kann.\u201c<\/p>\n<figure id=\"attachment_11858\" aria-describedby=\"caption-attachment-11858\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/leiding_julia-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-11858\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/07\/leiding_julia-1-210x300.jpg\" alt=\"\" width=\"210\" height=\"300\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-11858\" class=\"wp-caption-text\">Lehramts-Studentin Julia Leiding bereitet sich auf die Europameisterschaften im Rudern vor, die im August in Glasgow stattfinden. Foto: \u00a9 rudem de<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das best\u00e4tigt auch Julia Leiding. Die 24-j\u00e4hrige Grundschul-Lehramtsstudentin bereitet sich aktuell auf die vom 2. bis zum 5. August in Glasgow stattfindenden Europameisterschaften im Rudern vor. \u201eIch m\u00f6chte gerne eine Medaille holen\u201c, sagt Julia. F\u00fcr den Erfolg k\u00e4mpft sie hart. \u201ePartyleben findet neben dem Studium nicht statt\u201c, betont die hochmotivierte Studentin. \u201eUni und Sport sind meine Hauptthemen\u201c. Im August startet sie bei der Studierenden-Weltmeisterschaft im Rudern in Shanghai. Am Anfang des Studiums sei es schwer gewesen, Studium und Hochleistungssport zu koordinieren. \u201eMittlerweile kenne ich viele Dozenten und bekomme Unterst\u00fctzung\u201c. Problem sei bei einigen allerdings die Anwesenheits-Pflicht. \u201eDa muss ich dann viel erkl\u00e4ren\u201c.<\/p>\n<p>Doch nichts l\u00e4uft so gut, als dass es nicht noch besser geht. Der Prorektor f\u00fcr Studium, Lehre und Evaluation der Universit\u00e4t Rostock, Professor Patrick Kaeding, hat dieses Ziel fest im Blick. Verbesserungsbedarf bei der Arbeit mit Perspektivkaderathleten ist dabei nur ein wichtiges Thema. Seine Idee: \u201eEin Sportler, der als Wissenschaftler in der Sportwissenschaft t\u00e4tig ist, k\u00f6nnte die Neuen unter seine Fittiche nehmen und das Label \u201ePartnerhochschule des Spitzensports\u201c noch besser promoten, um so Werbung f\u00fcr den Studienort am Meer zu machen.\u201c<\/p>\n<p>Zudem sieht Professor Kaeding M\u00f6glichkeiten, dem Wunsch des Landessportbundes MV entgegenzukommen und beim Thema Aus- und Fortbildung von Trainern st\u00e4rker als bisher mitzuwirken. Das Institut f\u00fcr Sportwissenschaft habe das spezielle Knowhow daf\u00fcr.<\/p>\n<p><em>Text: Wolfgang Thiel \/ Uni Rostock<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alma Mater ist \u201ePartnerhochschule des Spitzensports\u201c Engagierte Leistungssportler, die sich f\u00fcr den dualen Karriereweg beim Studium und im Sport entscheiden, stehen vor weit gr\u00f6\u00dferen Herausforderungen als ihre Kommilitonen, f\u00fcr die das Studium die Nummer 1 ist. Wie meistern Hochleistungssportler, die im internationalen Leistungsvergleich sind und bleiben wollen, diese Aufgabe? 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