{"id":2140,"date":"2017-04-05T20:51:10","date_gmt":"2017-04-05T18:51:10","guid":{"rendered":"https:\/\/mv-sport.de\/?p=2140"},"modified":"2017-08-23T13:48:44","modified_gmt":"2017-08-23T11:48:44","slug":"im-blickfeld-snowboarderin-isabella-laboeck-und-ski-freestylerin-lisa-zimmermann","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mv-sport.de\/c\/im-blickfeld-snowboarderin-isabella-laboeck-und-ski-freestylerin-lisa-zimmermann\/","title":{"rendered":"Im Blickfeld: Snowboarderin Isabella Lab\u00f6ck und Ski-Freestylerin Lisa Zimmermann"},"content":{"rendered":"<p>Auf den aufrichtigen und sympathischen Sport kommt es an\u2026<\/p>\n<p>Zehn Monate vor den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang beginnt schon wieder etwas zutiefst Uns\u00e4gliches, etwas, was meistens nach hinten los geht, weil man es nicht planen kann und planen sollte.<\/p>\n<p>Aber: Es gibt schon wieder die besessenen Pl\u00e4ne- und Medaillenschmieder, die \u2013 anhand der Ergebnisse der aktuellen Weltmeisterschaften in den olympischen Wintersportarten \u2013 schon die Resultate f\u00fcr 2018 \u201eerrechnen\u201c.<\/p>\n<p><strong>\u201eAlles\u201c wird gut\u2026<\/strong><\/p>\n<p>Und siehe da: F\u00fcr Schwarz-Rot-Gold wird \u201ealles\u201c gut. Nach Rang sechs in Sotschi 2014 kann, darf und sollte mit mindestens 20 x Gold gelieb\u00e4ugelt werden, mindestens 40 Medaillen sind m\u00f6glich. Das w\u00e4re ein Rekord bei Winterspielen f\u00fcr eine Nation\u2026 Nun ist das Wunschdenken das eine, die Realit\u00e4t das andere. Olympia hat bekanntlich andere Gesetze und auch die Konkurrenz wird nicht schlafen.<\/p>\n<p>Zu Recht werden Carina Vogt, Laura Dahlmeier, Natalie Geisenberger, Francesco Friedrich, Johannes Lochner, Toni Eggert, Sascha Benecken, Johannes Rydzek, Eric Frenzel, Andreas Wellinger, Felix Neureuther, Viktoria Rebensburg oder Nico Ihle umjubelt, aber tut man ihnen allen \u2013 und den vielen weiteren erfolgreichen Wintersportlerinnen und -sportlern \u2013 einen Gefallen, wenn man riesige Erwartungshaltungen aufbaut, ihnen Medaillen umh\u00e4ngt, die erst noch gewonnen werden m\u00fcssen, und immensen Druck entwickelt.<\/p>\n<p>Nein, sicher nicht. Zumal: Klappt tats\u00e4chlich alles nach Wunsch, ist das Ganze nur noch ein Abarbeiten des \u201ePlansolls\u201c. Die unbefangene und nat\u00fcrliche Freude am Sport, der Spass \u2013 all das geht verloren.<\/p>\n<p><strong>Was ist aus dem \u201eBack to the roots!\u201c geworden?!<\/strong><\/p>\n<p>Vor drei, vier Jahren wollten die werten Sportfunktion\u00e4re, Sportpolitiker und Sportverbandsf\u00fcrsten doch eigentlich alles anders machen. Olympia sollte zur\u00fcck zu den Wurzeln. Der aufrichtige Sport sollte wieder im Vordergrund stehen \u2013 nicht die Funktion\u00e4re und Sponsoren. Keine F\u00fcnf-Sterne-Hotels mehr f\u00fcr die unsportive Hautevolee, keine sportlichen Retorten-St\u00e4dte a la Albertville, Atlanta, Nagano, Turin oder Sotschi mehr. Keine Erbsen- und Medaillen-Z\u00e4hlerei mehr.<\/p>\n<p>Geblieben ist davon nicht viel. Die Mundwinkel diverser Sportpolitiker und Sportfunktion\u00e4re mit dem Bundesadler zogen sich in Sotschi 2014 und in Rio 2016 verd\u00e4chtig nach unten, als die \u201eselbst gesteckten\u201c Ziele der deutschen B\u00fcro-Stuten und B\u00fcro-Hengste in den sportlichen Amtsstuben nicht eintrafen.<\/p>\n<p>Die einzigen, die es \u2013 auch das zu Recht \u2013 eher mit einem L\u00e4cheln hinnahmen, waren die deutschen Sportlerinnen und Sportler selbst, die im Gegensatz zu manchen selbst erkl\u00e4rten Experten die entsprechende Fachkompetenz aufweisen.<\/p>\n<p>Und wie gesagt: So wie fr\u00fcher der \u201eKlassenfeind\u201c nicht schlief, so schl\u00e4ft heute ebenfalls die Konkurrenz nicht. Denn\u2026 Wie meinte schon \u201eRadio Eriwan\u201c auf die Frage, was der Unterschied zwischen Sozialismus und Kapitalismus sei: \u201eIm Kapitalismus wird der Mensch durch den Menschen ausgebeutet, im Sozialismus ist es genau umgekehrt\u2026\u201c<\/p>\n<p><strong>Deutschland und die Sport-Planer<\/strong><\/p>\n<p>Deutschland und der Hochleistungssport, besser deutsche Funktion\u00e4re und der Hochleistungssport. Das sind \u201eein F\u00e4lle f\u00fcr die Couch\u201c. Der geneigte Sportfan fragt sich schon: \u201eWer will hier was anhand zahlenm\u00e4\u00dfig gro\u00dfer Medaillen-S\u00e4tze kompensieren?!\u201c Tja, die Minderwertigkeitskomplexe des deutschen Berufsfunktion\u00e4rstums.<\/p>\n<p><strong>Her mit Bella und Lisa\u2026<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/isabellalaboeckmiha-matavz.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5013\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/04\/isabellalaboeckmiha-matavz-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a>Schade, dass da zwei Winter-Sportlerinnen etwas in den Hintergrund r\u00fccken, die f\u00fcr einen Sport, ja f\u00fcr Sportwerte und Sportmentalit\u00e4ten stehen, die sich jeder aufrechte Sportfan nur w\u00fcnschen kann: Isabella Lab\u00f6ck, die Snowboarderin, und Lisa Zimmermann, die Ski-Freestylerin. Dass beide echte Hingucker sind, macht die Sache noch attraktiver\u2026<\/p>\n<p>Beide stehen f\u00fcr Sportarten, die erst sp\u00e4t ins olympische Programm gelangten \u2013 Ski-Freestyle seit 1992, nachdem es 1988 olympisch demonstriert wurde, und Snowboarden seit 1998 \u2013 und mit denen die knorrigen Sportfunktion\u00e4re zun\u00e4chst, und eigentlich immer noch, nichts richtig anfangen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>\u201eUnordnung\u201c muss sein<\/strong><\/p>\n<p>Es wirkt dort alles so \u201eunplanbar\u201c, so \u201eaufm\u00fcpfig\u201c, so \u201eunordentlich\u201c \u2013 und wenn einiges, gerade im deutschen Sport, nicht geht, dann ist es \u201eUnordnung\u201c. Frau Sportlerin und Herr Sportler m\u00fcssen selbstverst\u00e4ndlich vern\u00fcnftig gekleidet sein und entsprechende politisch korrekte Antworten, vorzugsweise dem \u00f6ffentlich-rechtlichen Rundfunk, geben. Denn mit dem \u201eZweiten sieht man besser\u201c und mit den \u201edritten kaut man kr\u00e4ftiger\u201c.<\/p>\n<p>Die trendigen Snowboarderinnen bzw. Snowboarder und Ski-Freestylerinnen bzw. -Freestyler werden ohnehin leider viel zu oft vergessen und ziemlich am Rande behandelt \u2013 zumindest von den \u201eEntscheidungstr\u00e4gern\u201c im deutschen Sport. Obwohl sie auch oder ganz besonders hochklassigen Sport pr\u00e4sentieren, ungemein leistungsbereit und so sympathisch bzw. bodenst\u00e4ndig sind.<\/p>\n<p>Ihnen wird sich oftmals nur zugewandt, wenn es Gold zu feiern gibt. So war\u00a0 es auch anno 2013. Eine junge Bajuwarin, Isabella Lab\u00f6ck, Jahrgang 1986, eroberte im kanadischen Stoneham-et-Tewkesbury die Snowboard-Welt, siegte im Parallel-Riesen-Slalom und bewies, dass sich nie endender Kampfgeist bzw. Siegeswille am Ende durchsetzen. Vor allem stand und steht sie f\u00fcr eine Botschaft: Man darf sich nur nie aufgeben und sollte \u2013 auch in extrem widrigen und in extrem traurigen Zeiten \u2013 nie verzagen.<\/p>\n<p><strong>Eine echte K\u00e4mpferin und eine begnadete Sportlerin \u2013 Isabella Lab\u00f6ck<\/strong><\/p>\n<p>Auch daf\u00fcr steht Isabella Lab\u00f6ck. Vor 17 Jahren musste sie mit ihrem \u00e4lteren Bruder Dominik die Brandkatastrophe am \u00f6sterreichischen Kitzsteinhorn miterleben und vor 14 Jahren verlor sie Dominik, der sie als Sechsj\u00e4hrige zum Snowboarden animierte, bei einem schweren Verkehrsunfall.<\/p>\n<p>Dominik, der sie einst zu ihrem Sport, dem Snowboarden, f\u00fchrte und ohne den Isabella damit auch nicht Weltmeisterin geworden w\u00e4re, widmete sie ihren Gold-Erfolg 2013. Diese Widmung \u2013 vielleicht ein noch gr\u00f6\u00dferer Moment als der Triumph in Kanada selbst.<\/p>\n<p><strong>Auf den Charakter kommt es an<\/strong><\/p>\n<p>Und es ist nicht so, dass mit Isabella seinerzeit eine junge Sportlerin kam, sah und siegte. Nein, dieser Erfolg war und ist gerade auch ein Produkt nicht nur gro\u00dfen Talentes, sondern auch harter Arbeit. Trainingsflei\u00df und Hingabe zum Sport sind ebenso gefragt, was h\u00e4ufig bei derartigen gro\u00dfen Erfolgen, wie bei jenem 2013 von Isabella, zudem zweifache Olympia-Teilnehmerin 2010 bzw. 2014, vergessen wird.<\/p>\n<p>Auf die Frage nach der Zukunft der Olympischen Spiele meinte Isabella Lab\u00f6ck vor einiger Zeit nachdenklich und treffend: \u201eMit der olympischen Idee verbinde ich in erster Linie das gr\u00f6\u00dfte Sportereignis auf der Welt, ein `Come-Together` aller Nationen, die bei sportlich fairen Wettk\u00e4mpfen gegeneinander antreten. Das sollte man nicht vergessen und genau da sollte es auch wieder hingehen. Man sollte wieder an den Sport denken, denn das ist der Kern von Olympia\u2026\u201c<\/p>\n<p>Bella beendet nun ihre gro\u00dfe sportliche Karriere. Sie wird dem Wintersport, dem Snowboarden, mehr als fehlen.<\/p>\n<p><strong>Lisa \u2013 eine grosse Hoffnung f\u00fcr den sympathischen Sport<\/strong><\/p>\n<p>Lisa Zimmermann, Jahrgang 1996, ist ebenfalls eine Interpretin des anderen, des sympathischen Sportes. Unvergessen ihr Interview im GEZ-TV 2014 als sie einem verdutzten Sportjournalisten erkl\u00e4rte, der unbedingt eine am Boden zerst\u00f6rte Sportlerin sehen wollte (Man hatte ihre Medaille eigentlich bereits eingetaktet, am Ende klappte es leider nicht mit Edelmetall\u2026), dass sie dennoch zufrieden ist. Es pr\u00e4sentierte sich eine Sportlerin, die den Konkurrentinnen den Respekt nicht versagte und ihre Leistung entsprechend einordnete.<\/p>\n<p><strong>Lisa \u2013 zwischen Erfolgen und einem herben R\u00fcckschlag<\/strong><\/p>\n<p>Viel Jubel gab es dann 2015, als Lisa Slopestyle-Weltmeisterin am Kreischberg wurde, und Anfang 2017 X-Game-Siegerin beim \u201eBig Air\u201c in Aspen \u2013 die erste deutsche X-Game-Siegerin \u00fcberhaupt. Als erste Athletin stand sie dort einen \u201eSwitch Double-Cork 1080\u201c. Das ist eine Sprungvariante mit drei kompletten Drehungen, also der \u201epure Wahnsinn\u201c.<\/p>\n<p>Nun jubelten sogar Sportjournalisten und Sportfunktion\u00e4re.<\/p>\n<p>Aber: Nichts ist planbar, der Sport ist \u2013 wie das reale Leben \u2013 voller Unw\u00e4gbarkeiten. Oder wie die Schauspielerin Jennifer Lawrence sagen w\u00fcrde: \u201eWir glauben, dass wir Kapit\u00e4ne unseres Lebens sind. Wir sind jedoch nur Passagiere\u2026\u201c Und G\u00e4ste im Leben.<\/p>\n<p><strong>Hoffentlich 2018 wieder \u201ean Bord\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Qualifikation zum Weltcup in Mammoth Mountain Anfang Februar 2017 verletzte sich die N\u00fcrnbergerin Lisa Zimmermann schwer. Sie erlitt einen Kreuz- und Innenbandriss sowie eine Kapselverletzung im rechten Knie. Die WM in der Sierra Nevada 2017 musste ohne Lisa Zimmermann stattfinden. Aber \u2013 hoffentlich (!) \u2013 ist Lisa in Pyeongchang 2018 wieder \u201ean Bord\u201c.<\/p>\n<p>Jetzt heisst es k\u00e4mpfen und nicht verzagen. Wie meinte einmal der niederl\u00e4ndische Eisschnelll\u00e4ufer Kees Verkerk, dessen Karriere von gro\u00dfen Siegen und herben R\u00fcckschl\u00e4gen gepflastert war: \u201eDu w\u00e4chst, in dem du st\u00fcrzt und wieder aufstehst!\u201c<\/p>\n<p>Alles Gute f\u00fcr Bella und Lisa!<\/p>\n<p>___<\/p>\n<p><strong>Sportliches Kalenderblatt zum Snowboarden: Die Snowboard-WM 2013 in Kanada \/ Beitrag vom 30.Januar 2013<\/strong><\/p>\n<p>Wintersport und Deutschland. Da denkt man oft an die alpinen Ski-Damen um die Olympiasiegerinnen Maria H\u00f6fl-Riesch oder Viktoria Rebensburg. Da erinnert man sich gern an den gro\u00dfartigen olympischen Teamsprint-Erfolg von Evi Sachenbacher sowie Claudia Nystad in Vancouver.<\/p>\n<p>Da fallen nat\u00fcrlich spontan die deutschen Schlittensportlerinnen und Schlittensportler ein \u2013 die Rodlerinnen Natalie Geisenberger oder Tatjana H\u00fcfner, Rodel-Kollege Felix Loch, die Skeleton-Asse Anja Huber Frank Rommel oder die Bob-Helden Francesco Friedrich\/Jannis B\u00e4cker, die gerade Zweier-Weltmeister wurden. Oder das Eiskunstlauf-Paar Robin Szolkowy\/Aljona Sawtschenko, die Biathletinnen Miriam G\u00f6ssner sowie Andrea Henkel. Oder auch die Nordischen Kombinierten um Eric Frenzel &amp; Co.<\/p>\n<p>Die trendigen Snowboarderinnen und Snowboarder werden leider viel zu oft vergessen und ziemlich am Rande behandelt. Obwohl sie auch oder ganz besonders hochklassigen Sport pr\u00e4sentieren, ungemein leistungsbereit und nicht zuletzt so sympathisch und bodenst\u00e4ndig sind.<\/p>\n<p><strong>Isabella Lab\u00f6ck im Fokus<\/strong><\/p>\n<p>Diesen wird sich oftmals nur zugewandt, wenn es Gold zu feiern gibt. So ist es auch anno 2013 wieder einmal. Eine junge Bajuwarin, Jahrgang 1986, die \u00fcbrigens mit dem Nordisch Kombinierten Bj\u00f6rn Kircheisen liiert ist, eroberte im kanadischen Stoneham-et-Tewkesbury die Snowboard-Welt, siegte im Parallel-Riesen-Slalom (MM berichtete) und bewies, dass sich nie endender Kampfgeist und Siegeswille am Ende durchsetzen. Man darf sich nur nie aufgeben und sollte \u2013 auch in extrem widrigen und extrem traurigen Zeiten \u2013 nie verzagen.<\/p>\n<p>Auch daf\u00fcr steht Isabella Lab\u00f6ck. Vor 13 Jahren musste sie mit ihrem Bruder Dominik die Brandkatastrophe am \u00f6sterreichischen Kitzsteinhorn miterleben und vor 10 Jahren verlor sie Dominik, der Isabella als Sechsj\u00e4hrige zum Snowboarden animierte, bei einem schweren Verkehrsunfall. Ihrem \u00e4lteren Bruder, der sie einst zu ihrem Sport, dem Snowboarden, f\u00fchrte und ohne den Isabella damit auch nicht Weltmeisterin geworden w\u00e4re, widmete sie ihren Gold-Erfolg 2013. Diese Widmung vielleicht ein noch gr\u00f6\u00dferer Moment als der Triumph in Kanada selbst.<\/p>\n<p>Und es ist nicht so, dass mit Isabella eine junge Sportlerin kam, sah und siegte. Nein, dieser Erfolg ist gerade auch ein Produkt nicht nur gro\u00dfen Talentes, sondern auch harter Arbeit. Trainingsflei\u00df und Hingabe zum Sport sind ebenso gefragt, was h\u00e4ufig bei derartigen gro\u00dfen Erfolgen, wie jenen nun von Isabella, vergessen wird.<\/p>\n<p>Gro\u00dfartig auch das \u201eComeback\u201c von Amelie Kober, unter anderem Olympia-Zweite von 2006. Schon beim Weltcup in Bad Gastein als Erste super dabei, wurden es nun bei den WM jeweils Bronze-Medaillen im Parallel-Riesenslalom und im Parallel-Slalom.<\/p>\n<p>\u00dcberhaupt wurde bei den WM in Stoneham-et-Tewkesbury deutlich, wie beliebt das Snowboarden weltweit ist. 15 Nationen gewannen in den 11 Disziplinen bei M\u00e4nnern und Frauen Edelmetall, neun L\u00e4nder erk\u00e4mpften eine Goldmedaille oder mehrere.<\/p>\n<p>Am erfolgreichsten war letztendlich Gastgeber Kanada mit 2 x Gold, 2 x Silber vor Finnland mit 2 x Gold, 2 x Bronze und \u00d6sterreich mit jeweils 1 x Gold, Silber, Bronze. Dank Isabella und Amelie holte \u201eTeam Germany\u201c 1 x Gold und 2 x Bronze.<\/p>\n<p>Im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi bewies auch das russische Team Erfolgsqualit\u00e4ten \u2013 Jekaterina Tudegeschewa holte sich Gold im Parallel-Slalom.<\/p>\n<p>Und auch \u201eDown Under\u201c zeigte sich in Gold-Laune. Alex Pulli gewann den \u201eSnowboard Cross\u201c. Und \u201edie Ahornbl\u00e4tter\u201c jubelten \u00fcber ihre Spencer O`Brien im \u201eSlopestyle\u201c und Maelle Ricker im \u201eSnowboard Cross\u201c.<\/p>\n<p>Der erfolgreichste Snowboarder bei den WM`13 war jedoch der Finne Roope Tonteri \u2013 mit Platz eins jeweils im \u201eBig Air\u201c und im \u201eSlopestyle\u201c.<\/p>\n<p>Ja, Snowboarden ist global trendy!<\/p>\n<p>Sch\u00f6n, dass Deutschland mit Isabella Lab\u00f6ck und Amelie Kober daran so gro\u00dfen Anteil hat.<\/p>\n<p><em>Nachgefragt bei Isabella Lab\u00f6ck, Jahrgang\u00a0 1986 aus\u00a0 Prien am Chiemsee<\/em><\/p>\n<p><em>Isabella \u00fcber den WM-Wettkampf 2013, neue Ambitionen und ihr Leben neben dem Snowboard<\/em><\/p>\n<p><strong><em>&#8222;Das ist ein gigantisches Gef\u00fchl&#8230;&#8220;<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>Isabella, erst einmal riesigen Gl\u00fcckwunsch zu Ihrem gro\u00dfartigen \u00fcberraschenden WM-Snowboard-Gold aus Meck-Pomm! Wie verlief der Wettkampf aus Ihrer Sicht? Hatten Sie bereits vor der Entscheidung ein gutes \u201eFeeling\u201c?!<\/p>\n<p><strong>Isabella Lab\u00f6ck:<\/strong> Ich war erst einmal froh, die Quali so gut gemeistert zu haben. Danach war f\u00fcr mich wieder alles offen und ich wusste, das ich voll angreifen kann und werde. Aber ich habe schon in der Quali gemerkt, dass mir die Strecke liegt und es ein guter Tag werden k\u00f6nnte. Trotzdem arbeite ich im Rennen von Lauf zu Lauf&#8230;<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Sie sind nach Heidi Renoth (1997) erst die zweite Deutsche, die Gold bei einer FIS-WM im Snowboarden gewann. Wie f\u00fchlt man sich nun als \u201ehistorische Skisportlerin\u201c?!<\/p>\n<p><strong>Isabella Lab\u00f6ck:<\/strong> Das ist ein gigantisches Gef\u00fchl, dessen Ausma\u00df mir erst jetzt immer bewusster wird. Ich setzte da schon einen Meilenstein, den mir vor allem niemand mehr nehmen kann. Ich schrieb\u00a0 Geschichte &#8211; als erste deutsche FIS-Weltmeisterin im Parallel-Riesen-Slalom des Snowboardens.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Auch Amelie Kober, die ebenfalls \u00a0begnadete deutsche Snowboarderin, kam zu zwei weiteren internationalen Medaille. Was zeichnet aus Ihrer Sicht Amelie aus?<\/p>\n<p><strong>Isabella Lab\u00f6ck:<\/strong> Amelie ist eine sehr willensstarke Athletin und zudem eine K\u00e4mpferin.<\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>Noch ein Jahr bis zu den Winterspielen in Sotschi\u2026 Wie bewerten Sie dort Ihre Chancen?<\/p>\n<p><strong>Isabella Lab\u00f6ck:<\/strong> Ich werde den R\u00fcckenwind der Gold-Medaille mitnehmen, \u00a0genau so akribisch weiter arbeiten und an mich glauben wie bisher \u00a0&#8211; und wer wei\u00df, wenn wieder alles so passt wie in Stoneham, dann kann man weiterhin Gro\u00dfes erwarten&#8230;<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Wie geht es nun f\u00fcr Sie in der Saison 2012\/13 weiter? Und: Was machen Sie eigentlich ohne Schnee? Was machen Sie beruflich, was sind Ihre Hobbys?<\/p>\n<p><strong>Isabella Lab\u00f6ck:<\/strong> Jetzt geht es zun\u00e4chst nach Slowenien und dann liegen noch einige Weltcups\u00a0 vor mir, auf die ich mich schon richtig freue, ganz besonders auf den Test-Event in Sotschi.<\/p>\n<p>Ohne Schnee sieht man mich \u00fcbrigens beim Wandern,\u00a0 Biken oder Laufen. Auf jeden Fall viel in der Natur! Ich liebe es am See zu sein oder auch zu verreisen und die Welt zu entdecken . Beruflich bin ich \u00fcbrigens \u00a0in der Sportgruppe bei der Bundespolizei.<\/p>\n<p>Vielen Dank, weiterhin alles Gute und maximale Erfolge!<\/p>\n<p><strong>Info zum weltmeisterlichen und olympischen Snowboarden &#8211; kompakt<\/strong><\/p>\n<p>Die 26j\u00e4hrige Isabella Lab\u00f6ck siegte bei den FIS-Weltmeisterschaften im Snowboard (18.Januar 2013 &#8211; 27.Januar 2013) in Stoneham-et-Tewkesbury \u00a0im Parallel-Riesenslalom vor der \u00d6sterreicherin Julia Dujmovitz, Landsfrau Amelie Kober und der Norwegerin Hilde-Katrine Engeli. Der Wettkampf mit 46 Snowboarderinnen aus 19 L\u00e4ndern fand dabei am 25.Januar 2013 statt.<\/p>\n<p>Deutschen Snowboarderinnen gewannen bis 2013, seit den ersten offiziellen Snowboard-WM der Federation Internationale de Ski (FIS) 1996 in Lienz, acht Medaillen (2 x Gold, 1 x Silber, 5 x Bronze). 1997 hatten Heidi Renoth im Slalom bzw. Sabine Wehr-Hasler in der Halfpipe Gold bzw. Bronze erk\u00e4mpft. 1999 gab es zudem Bronze durch Sandra Farmand im Parallel-Slalom.<\/p>\n<p>Im Parallel-Giant-Slalom folgten 2003 Bronze durch Heidi Renoth und 2007 Silber durch Amelie Kober. Und 2013 eben Parallel-Riesen-Gold durch Isabelle Lab\u00f6ck und zweimal Bronze durch Amelie Kober im Parallel-Riesen-Slalom bzw. im Riesen-Slalom.<\/p>\n<p><strong>Die International Snowboarding Federation<\/strong> trug 1993 in Ischgl, 1995 in Davos, 1997 in Heavenly und 1999 in Val di Sole vier eigenst\u00e4ndige WM aus. Deutsche Snowboarderinnen kamen dort auf 5 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze. Im Slalom wurde Petra M\u00fcssig 1993 Dritte und in der Kombination ebenfalls 1993 Zweite. Au\u00dferdem wurde in der Kombination Sandra Farmand 1995 bzw. 1997 jeweils Erste. In der Halfpipe war Sabine Wehr 1997 mit Rang drei dabei. Im Riesen-Slalom jubelte Katharina Himmler 1999 \u00fcber Gold. Goldene Momente gab es hingegen auch im Parallel-Slalom 1997 durch Sandra Farmand und 1999 erneut durch Katharina Himmler.<\/p>\n<p>Bei den WM 2013 war Kanada mit 2 x Gold, 2 x Silber und Finnland mit 2 x Gold, 2 x Bronze. Je einen WM-Titel schafften \u00d6sterreich, die Schweiz, Australien, die USA, Deutschland, Russland und Slowenien. Insgesamt erk\u00e4mpften 15 Staaten bei den Snowboard-WM 2013 Medaillen.<\/p>\n<p><strong>Seit 1998 ist das Snowboarden im Programm der Olympischen Winterspiele.<\/strong> Aus deutscher Sicht gab es dort 1998 Olympia-Gold durch Nicola Thost (Halfpipe), jeweils Silber 1998 durch Heidi Renoth (Parallel-Riesen-Slalom) bzw. 2006 durch Amelie Kober (Parallel-Riesen-Slalom). Isabella Lab\u00f6ck war 2010 bei den Olympischen Winterspielen\u00a0 in Vancouver auch Olympia-Teilnehmerin (Parallel-Riesen-Slalom).<\/p>\n<p>Marko Michels<\/p>\n<p>Aufnahme (Miha Matavz): Isabella Lab\u00f6ck, die deutsche Erfolgs-Snowboarderin, beendete im Fr\u00fchjahr 2017 leider ihre leistungssportliche Karriere.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf den aufrichtigen und sympathischen Sport kommt es an\u2026 Zehn Monate vor den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang beginnt schon wieder etwas zutiefst Uns\u00e4gliches, etwas, was meistens nach hinten los geht, weil man es nicht planen kann und planen sollte. Aber: Es gibt schon wieder die besessenen Pl\u00e4ne- und Medaillenschmieder, die \u2013 anhand der Ergebnisse 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