{"id":2889,"date":"2008-12-07T21:55:04","date_gmt":"2008-12-07T20:55:04","guid":{"rendered":"https:\/\/mv-sport.de\/?p=2889"},"modified":"2017-06-09T22:01:36","modified_gmt":"2017-06-09T20:01:36","slug":"vom-schweriner-schwimm-verein-1913-zu-britta-kamrau-2008","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mv-sport.de\/c\/vom-schweriner-schwimm-verein-1913-zu-britta-kamrau-2008\/","title":{"rendered":"Vom Schweriner Schwimm-Verein 1913 zu Britta Kamrau 2008"},"content":{"rendered":"<p>Schwimmsportliche Hoffnungen und Ausblicke<\/p>\n<p>Schwimmen, das wollten die Deutschen schon \u201eimmer\u201c, und \u201eschnell\u201c breitete sich der organisierte Schwimm-Enthusiasmus \u00fcber ganz Deutschland aus (1878 erster deutscher Schwimm-Verein in Berlin). Aber, \u00fcberraschenderweise, erreichte die \u201edeutsche Schwimmbegeisterung\u201c die mecklenburgische Residenzstadt Schwerin relativ sp\u00e4t.<\/p>\n<p>Erst um 1910 begannen sich schwimmbegeisterte Schweriner zu gemeinsamen, ungezwungenen Wettschwimmen zu treffen.<\/p>\n<p>Und es dauerte noch weitere drei Jahre, ehe sich auch in Schwerin <strong>ein Schwimmklub<\/strong> herausbildete.<\/p>\n<p><strong>Dieser konstituierte sich 1913<\/strong> \u2013 kurz vor dem <strong>ersten internationalen Schweriner Schwimmfest<\/strong> im August 1913. Zu diesem schwimmsportlichen Gro\u00dfereignis in Schwerin lud der Vorsitzende des Ausschusses zum Schwimmfest bzw. der ma\u00dfgebliche Begr\u00fcnder des Schweriner Schwimmklubs, der Ingenieur Grotefend, sogar den Gro\u00dfherzog ein&#8230;<\/p>\n<p>Das alles ist aber lange her, ziemlich verstaubt und ziemlich alt.<\/p>\n<p>Jung, frisch und geistreich ist hingegen eine aktive Expertin in \u201eSachen\u201c Langstreckenschwimmen: Britta Kamrau, mehrfache Welt- und Europameisterin \u2026<\/p>\n<p><strong><em>\u201eIch bin dar\u00fcber noch nicht hinweg \u2026\u201c<\/em><\/strong><\/p>\n<p><strong>Mit Britta Kamrau, der Erfolgsschwimmerin aus Rostock, \u00fcber die verpasste Olympia-Teilnahme, neue Hoffnungen und weitere Ziele im Gespr\u00e4ch<br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Britta, seit mehr als einem Jahrzehnt geh\u00f6ren Sie nicht nur zur absoluten Weltspitze im Langstreckenschwimmen, nein, Sie haben diese Disziplin gepr\u00e4gt wie keine andere Schwimmerin. Sie gaben dem Langstreckenschwimmen ein sympathisches, schniekes Gesicht und erhielten mit mehr als 30 Medaillen bei WM, EM, nationalen Titelk\u00e4mpfen oder im Gesamt-Weltcup einen \u201eklasse Lohn\u201c f\u00fcr klasse Leistungen.<\/p>\n<p>Ausgerechnet die deutsche Olympia-Qualifikation am 3.Mai 2008 wurde der traurigste Tag in ihrer so erfolgreichen sportlichen Karriere. Bei den EM kamen Sie jedoch zur\u00fcck, gewannen Silber \u00fcber 5 und 25 Kilometer und Bronze im Mannschaftsrennen. Das Jahr 2008 f\u00fcr Britta Kamrau ein \u201eJahr der Tr\u00e4nen\u201c, ein \u201eJahr des Weiterk\u00e4mpfens\u201c oder ein \u201eJahr der neuen Erkenntnisse\u201c ?<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/brittakamrau.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-2890\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/brittakamrau-300x253.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"253\" \/><\/a>Britta Kamrau:<\/strong> F\u00fcr mich war es vor allem zun\u00e4chst ein sehr emotionales Jahr, ein Jahr, in dem sich mein Olympia-Traum (noch) nicht erf\u00fcllte, in dem Hoffnungen schwanden und die \u201eWunden\u201c noch nicht verheilt sind. Nach diesem Horror-Wettkampf am 3.Mai, als ich glaubte, die gesamte Welt st\u00fcrzt zusammen, war ich so unendlich traurig. Ich war absolut leer und ratlos. Aller Optimismus, alle Fr\u00f6hlichkeit waren verflogen.<\/p>\n<p>Ich stieg nur aus dem Wasser und dachte: \u201eIch bin im falschen Film !\u201c. Es ist so, als wenn der schlimmste Alptraum Wirklichkeit wird. Ich war ja nicht nur f\u00fcr mich allein entt\u00e4uscht. Es gab doch so viele, die den olympischen Traum mittr\u00e4umten, mich unterst\u00fctzten und mir die Daumen dr\u00fcckten. So tat es doppelt weh. F\u00fcr mich war Olympia 2008 das Aller-, Allergr\u00f6\u00dfte. Jahrelang hatte ich f\u00fcr dieses Ziel gek\u00e4mpft, Entbehrungen auf mich genommen, Olympia habe ich (fast) alles untergeordnet. Gerade wir Langstrecken-Schwimmer bzw. \u2013Schwimmerinnen mussten so unendlich lange warten, bis wir endlich ins olympische Programm aufgenommen wurden.<\/p>\n<p>Peggy B\u00fcchse, mein fr\u00fcheres Vorbild und eine ma\u00dfgebliche Wegbereiterin f\u00fcr unsere Disziplin (Wobei festzuhalten ist, dass Britta neben Peggy die andere gro\u00dfe Wegbereiterin f\u00fcr das Langstreckenschwimmen weltweit ist ! \u2013 Anm.d.A.), beendete ihre Karriere 2002 als feststand, dass Olympia 2004 erneut ohne \u201eMarathon-Schwimmen\u201c stattfinden sollte. Nun hatte ich endlich die Chance und nutzte sie nicht. Aber gl\u00fccklicherweise hatte ich ein Umfeld, das mich auffing, das mich wieder aufrichtete, mir Mut zusprach.<\/p>\n<p>Ich wollte jedoch unbedingt diesen sportlichen und pers\u00f6nlichen Tiefpunkt \u00fcberwinden und wieder Selbstvertrauen &#8222;tanken&#8220;und das ging nur \u00fcber weitere Wettk\u00e4mpfe. Aber \u2013 und das m\u00f6chte ich auch deutlich sagen \u2013 ein \u201eHeilmittel\u201c f\u00fcr die entgangene Olympia-Chance waren auch die weiteren Weltcups und insbesondere die erfolgreiche EM nicht. Dazu ber\u00fchrte mich die entgangene Olympia-Chance zu sehr. Ich bin dar\u00fcber noch nicht hinweg&#8230;<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Als im August die Bilder von Olympia im Fernsehen \u00fcbertragen wurden: Wie war Ihre Gem\u00fctslage. Hatten Sie \u00fcberhaupt das Geschehen in Peking verfolgt oder hatten Sie sich schon neuen Herausforderungen zugewandt ? Wurden Sie famili\u00e4r aufgefangen ?<\/p>\n<p>Britta Kamrau: Den Wettkampf der Frauen habe ich mir nicht angetan. Ich hatte eine gute Freundin beauftragt, sich die Entscheidung nachts anzusehen und mir anschli\u00dfend eine SMS mit den Ergebnissen der ersten Drei und von Angela Maurer zuzuschicken.<\/p>\n<p>Dann habe ich mich langsam \u201eran getastet\u201c, sah mir dann im Laufe des Tages eine Aufzeichnung der Entscheidung an, freute mich sehr \u00fcber Angelas sehr gute Platzierung und dennoch liefen die Tr\u00e4nen. Ja, ich war in den olympischen Tagen von Peking ziemlich nah am Wasser \u201egebaut\u201c, sogar im wahrsten Sinne des Wortes.<\/p>\n<p>Das war aber auch w\u00e4hrend anderer olympischer \u00dcbertragungen aus Peking so \u2013 f\u00fcr mich waren es vor allem tr\u00e4nenreiche Tage. Ich war im August ziemlich leicht emotional zu beeinflussen.<\/p>\n<p>Die Entscheidung im Langstreckenschwimmen der Herren war dann f\u00fcr mich aber wieder zu ertragen. Ich stellte mir den Wecker und sah mir den Wettbewerb live an und freute mich ebenfalls sehr \u00fcber die Bronzemedaille von Thomas Lurz. Angela und Thomas haben in Peking klasse Wettk\u00e4mpfe gezeigt.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> London 2012 ist zwar noch weit, aber so weit nun auch nicht. Es d\u00fcrfte sie doch sicher reizen, die Queen, \u201eJames Bond\u201c, \u201eSherlock Holmes\u201c, Familie Beckham, das schmackhafte englische Essen, also \u201efish and chips\u201c, und die Themse dann n\u00e4her kennen zu lernen?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> In London hatten wir ja schon einige Weltcup-Rennen, dort war es immer ungemein kalt und sportlich lief es eher nicht so. Aber Olympia setzt bekanntlich neue Kr\u00e4fte frei!<\/p>\n<p>Zu den genannten Pers\u00f6nlichkeiten: David Beckham und James Bond sind nun gerade nicht meine \u201eIdeal-Typen\u201c. Auf langweilige \u201eDetektive\u201c stehe ich ebenfalls nicht. Die \u201eQueen\u201c kennen zu lernen \u2013 das k\u00f6nnte schon sehr reizvoll sein.<br \/>\nAber ernsthaft: London 2012 w\u00e4re sicherlich noch einmal eine gro\u00dfe Herausforderung. Jedoch plane ich Jahr f\u00fcr Jahr und schaue, wie es l\u00e4uft. Ist alles \u201eim gr\u00fcnen Bereich\u201c und sollte die Qualifikation 2012 dann auch erfolgreich sein, k\u00f6nnte es vielleicht mit dem gelebten olympischen Traum doch noch etwas werden.<\/p>\n<p>Allerdings steht f\u00fcr mich auch nicht fest, dass ich London 2012 auf jeden Fall in Angriff nehme. Es k\u00f6nnen in vier Jahren so viele Dinge passieren, so weit plane ich nicht. Ich lasse das auf mich zukommen, nat\u00fcrlich immer mit dem Gedanken Olympia 2012 im Hinterkopf.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Der Countdown l\u00e4uft. Es sind nur noch wenige Tage bis Weihnachten und bis zum Jahreswechsel. Was w\u00fcnschen Sie sich f\u00fcr das n\u00e4chste Jahr? Welche Hoffnungen hegen Sie ? Gibt es \u201eoffene Rechnungen\u201c, die Sie noch \u201ebegleichen\u201c m\u00f6chten?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau: <\/strong>Am liebsten w\u00fcrde ich mich in eine Zeitmaschine setzen und noch einmal im April 2008 \u201elanden\u201c \u2026 Nein, ich bin nicht der Typ, der darauf aus ist, \u201eRechnungen\u201c begleichen zu wollen. Das ist immer r\u00fcckw\u00e4rtsgewandt, bringt nicht weiter und verkleistert den Blick nach vorn. Die Energie, die ich daf\u00fcr verschwenden w\u00fcrde, fehlt mir dann f\u00fcr kommende Herausforderungen.<\/p>\n<p>Die Zeiten sind extrem hart, es wird einem nichts geschenkt, da mu\u00df man powern, powern, powern. Stimmt die Leistung nicht, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, geht man unter. \u2013 Bei uns Schwimmerinnen im wahrsten Sinne des Wortes!<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnsche mir pers\u00f6nlich, dass ich bei den WM mein tats\u00e4chliches Leistungsverm\u00f6gen zeigen werde, dass ich beweisen kann: \u201eDie Britta am 3.Mai war ein Ausrutscher, das war ein \u201eschwarzer Tag\u201c, den es nicht nur im Sport gibt!\u201c. Nat\u00fcrlich m\u00f6chte ich stets vorn mit dabei sein. Medaillen sind immer sch\u00f6n, goldene ganz besonders.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde mir pers\u00f6nlich w\u00fcnschen, auch wenn wir nicht gerade in Zeiten des \u201eIch w\u00fcnsche mir etwas!\u201c leben, dass ich die Chance erhalte, auch im kommenden Jahr sportliche H\u00f6chstleistungen zeigen zu k\u00f6nnen. Das wird nicht ohne Sponsoren gehen und offen gesagt: Es w\u00e4re jetzt nicht der schlechteste Zeitpunkt, wenn jemand innerhalb oder au\u00dferhalb Mecklenburg-Vorpommerns ein Herz f\u00fcr das Langstreckenschwimmen h\u00e4tte&#8230;<\/p>\n<p>Aber ich habe noch mehr Hoffnungen: Dass die Welt ein wenig friedvoller und verst\u00e4ndnisvoller wird, wie unter Sportlern eigentlich schon \u00fcblich, dass jedes Kind seine \u00dcberlebens- bzw. Lebens-Chance erh\u00e4lt und dass Krieg und Hunger als \u201e\u00dcberbleibsel\u201c einer schrecklichen Vergangenheit endlich getilgt werden.<\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>Ein holl\u00e4ndischer Sportkollege von Ihnen, der Weltklasse-Eisschnelll\u00e4ufer Kees Verkerk, meinte einst nach eigenen Niederlagen: \u201eDu w\u00e4chst, in dem du st\u00fcrzt und wieder aufstehst!\u201c. Ist dieses \u201eWieder-aufstehen-wollen\u201c Ihre Motivation zum Weitermachen, auch ein Kampf gegen sich selbst?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau: <\/strong>Na ja, den inneren \u201eSchweinehund\u201c mu\u00df man manchmal schon \u00fcberwinden. Es gibt nun einmal Momente \u2013 auch im sportlichen Bereich \u2013 da ist man nicht gut drauf, hat den Kopf wegen pers\u00f6nlicher Probleme nicht frei, hat einfach keine Lust. Da fragt man sich schon: \u201eSoll ich mich heute wirklich wieder schinden?\u201c. Aber da sagt dann das \u201eSportler-Herz\u201c: \u201eLos. Mach weiter!\u201c. So in etwa mu\u00df man sich das vorstellen.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Beim Langstreckenschwimmen ist das Wasser manchmal tr\u00fcbe sowie kalt, sind die Konkurrentinnen oftmals zickig und das Medieninteresse hierzulande \u201ezur\u00fcckhaltend\u201c. Was w\u00fcnschen Sie sich, allgemein, bei k\u00fcnftigen Wettk\u00e4mpfen: Mehr \u201eliebensw\u00fcrdige Gegnerinnen\u201c, weniger \u201eQuallen und Haie\u201c oder mehr nervige Reporter ?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> Also manchmal w\u00fcnschte ich mir, manche Quallen w\u00fcrden Langstrecken schwimmende Wasser-Catcherinnen \u201everschlingen\u201c, einige sind eher schwimmende Ringerinnen&#8230;<\/p>\n<p>Hinsichtlich Journalisten habe ich keinen Grund zur Klage. Es ist sch\u00f6n, wenn diese umfassend und informativ \u00fcber eine vermeintliche Randsportart wie das Langstreckenschwimmen berichten. Wenn man derartig Aufmerksamkeit erlangt, freut man sich \u00fcber die eigenen Erfolge doppelt und hat auch doppelten Spa\u00df am Wettkampf.<\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>Britta, Sie sind ja auch angehende Juristin. Wie l\u00e4uft es gegenw\u00e4rtig mit dem \u201eW\u00e4lzen\u201c von Gesetzestexten und Fall-L\u00f6sungen ?<\/p>\n<p>Britta Kamrau: Zur Zeit widme ich mich dem Selbststudium, nachdem ich wegen der Olympia-Vorbereitung das Referendariat auf 2009 verschob. Ich habe ja im September 2006 mein erstes Staatsexamen abgelegt. In circa zwei Jahren, 2011, m\u00f6chte ich dann m\u00f6glichst das zweite Staatsexamen erfolgreich abschlie\u00dfen. Wie es dann weiter gehen k\u00f6nnte? Eine T\u00e4tigkeit im \u00f6ffentlichen Dienst w\u00e4re nicht schlecht, aber erst einmal m\u00f6chte ich ein erfolgreiches Referendariat absolvieren und gut durch das zweite Staatsexamen kommen.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Wer so lange, so erfolgreich \u2013 trotz auch bitterer Stunden \u2013 in seinem Sport ist, hat bestimmt ein spezielles Lebensmotto. Wie lautet es bei Ihnen ?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> \u201eWer k\u00e4mpft, kann verlieren. Wer nicht k\u00e4mpft, hat schon verloren !\u201c<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau \/ Steckbrief<\/strong><\/p>\n<p>Britta Kamrau \u2013 Jahrgang: 1979 \u2013 Verein: SC Empor Rostock \u2013 Gr\u00f6\u00dfe: 1,76 \u2013 Trainer: Christian Bartsch \u2013 Beruf: angehende Juristin \u2013 Erfolge (Auswahl): 1999 \u2013 2.Platz Gesamtweltcup, 3.Platz bei der EM \u00fcber 5 und 25 Kilometer \/ 2000 \u2013 2.Platz EM \u00fcber 5 Kilometer \/ 2001 \u2013 2. Platz Gesamtweltcup \/ 2002 \u2013 1. Platz WM 10 Kilometer \/ 2003 \u2013 1.Platz Gesamtweltcup, 2.Platz WM \u00fcber 25 Kilometer, 3.Platz WM \u00fcber 5 Kilometer, 1.Platz deutsche Meisterschaften \u00fcber 5, 10, 25 Kilometer \/ 2004 \u2013 1.Platz WM \u00fcber 10 und 25 Kilometer, 1.Platz Europameisterschaften \u00fcber 5, 10, 25 Kilometer, 2.Platz Gesamtweltcup, Weltschwimmerin des Jahres 2004 \u00fcber 10 und 25 Kilometer \/ 2005 \u2013 2.Platz WM \u00fcber 25 Kilometer, 3. Platz WM \u00fcber 10 Kilometer \/ 2006 \u2013 Gewinnerin des Gesamtweltcups \/ 2007 \u2013 1.Platz WM \u00fcber 25 Kilometer, 1.Platz deutsche Meisterschaften 1500m, 2.Platz Gesamtweltcup \/ 2008 \u2013\u00a0\u00a0\u00a0 2. Platz deutsche Meisterschaften \u00fcber 5 und 25 Kilometer, 3.Platz deutsche Meisterschaften \u00fcber 10 Kilometer, 2.Platz EM \u00fcber 5 und 25 Kilometer, 3.Platz EM Mannschaftsrennen<\/p>\n<p><strong>Britta \u00fcber<\/strong><\/p>\n<p>\u2013 Angela Maurer: \u201eerreichte in Peking eine top Platzierung !\u201c<\/p>\n<p>\u2013 Olympia 2008 allgemein: \u201ewar aus der Ferne schwer zu ertragen!\u201c<\/p>\n<p>\u2013 Olympia 2008 aus schwimmsportlicher Sicht: \u201esehr entt\u00e4uschend aus deutscher Sicht, nur die Langstreckler und Britta Steffen \u00fcberzeugten !\u201c<\/p>\n<p>\u2013 Willensst\u00e4rke: \u201ef\u00fcr eine Langstrecklerin unabdingbar\u201c<\/p>\n<p>\u2013 gute Literatur: \u201eMittel zur Entspannung\u201c<\/p>\n<p>\u2013 bevorzugte Musik: \u201equer-beet\u201c (au\u00dfer Techno)<\/p>\n<p>\u2013 \u201eaufrichtiger Liebe\u201c: \u201edas Wichtigste im Leben\u201c<\/p>\n<p>\u2013 ihr Traumziele (sportlich\/beruflich\/pers\u00f6nlich): \u201esportlich \u2013 doch noch Olympia \/ beruflich \u2013 alles offen \/ pers\u00f6nlich \u2013 nichts ist planbar \u2026\u201c<\/p>\n<p>\u2013 gute PolitikerInnen: \u201esollten stets das Wohl der Allgemeinheit im Auge behalten\u201c<\/p>\n<p>\u2013 potenzielle Lustk\u00e4ufe: \u201eg\u00fcnstige Flug-Tickets zu Wettk\u00e4mpfen und in die Sonne\u201c<\/p>\n<p>\u2013 Bedeutung von Hobbies: \u201eleider keine Zeit mehr \u00fcbrig \u2026\u201c<\/p>\n<p>Britta, vielen Dank f\u00fcr das informative Interview, f\u00fcr 2009 maximale Erfolge im Wasser und beim Referendariat und m\u00f6glichst viele interessierte Sponsoren!<\/p>\n<p><em>Die \u201esportliche Botschafterin aus M-V\u201c \u2013 ein Kommentar<\/em><\/p>\n<p>\u201eNeugierig \u2013 tolerant \u2013 weltoffen !\u201c, so lautet das Motto, der Slogan der Hanse- und Weltkulturerbe-Stadt Wismar. Dieses Selbstverst\u00e4ndnis, gerade im Hinblick auf Weltoffenheit sowie aufrichtiges und faires Miteinander (vermeintlich) fremder Kulturen, nehmen auch andere St\u00e4dte in Mecklenburg und in Vorpommern f\u00fcr sich in Anspruch.<\/p>\n<p>Doch insbesondere Britta Kamrau, die zur Zeit erfolgreichste Sportlerin unseres Bundeslandes, lebt dieses Motto, hat es f\u00fcr sich verinnerlicht. Durch ihren Sport kn\u00fcpfte sie Kontakte und Freundschaften zu Menschen auf allen Kontinenten. Britta, als sympathische und geistreiche Athletin, war dabei nicht nur das erfolgreiche und schnieke Aush\u00e4ngeschild \u201emade in Rostock\u201c, nein, sie sorgte auch daf\u00fcr, dass ebenfalls Amerikaner, Australier, Chinesen, Araber, Marokkaner, Brasilianer, sogar Holl\u00e4nder usw, usw. mehr \u00fcber dieses \u201eM-V\u201c in angenehmer Hinsicht erfuhren. Sie sorgte daf\u00fcr, dass MV in der Au\u00dfenbetrachtung mehr ist, als \u201eArbeitslosigkeit, Vergreisung, Neonazis, Altstalinisten oder Probleme ohne Ende\u201c.<\/p>\n<p>Sie schaffte es, dank ihrer Wettk\u00e4mpfe in aller Welt und ihrer Aufrichtigkeit gegen\u00fcber sich selbst bzw. anderen, eine positive, optimistische Werbung f\u00fcr Mecklenburg-Vorpommern zu erreichen.<\/p>\n<p>Leider klappte es 2008 nicht mit Olympia. Wenn man diesen alten, abgedroschenen Spruch, dass das Leben (und eben auch der Sport) \u201eungerecht\u201c sei, zitieren m\u00f6chte, hier traf er wirklich zu.<\/p>\n<p>Wer Britta leiden und weinen sah, nach ihrem Wettkampf ebenfalls im NDR-Fernsehen, der litt, wenn er ein wirkliches Herz hat, mit. Diese hervorragende Sportlerin hat es unbedingt verdient, einen bzw. mehrere Sponsoren zu finden&#8230; Es ist Weihnachtszeit, also nicht der schlechteste Zeitpunkt f\u00fcr positive \u00dcberraschungen!<\/p>\n<p>Marko Michels<\/p>\n<p>Foto (Michels): Britta Kamrau.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schwimmsportliche Hoffnungen und Ausblicke Schwimmen, das wollten die Deutschen schon \u201eimmer\u201c, und \u201eschnell\u201c breitete sich der organisierte Schwimm-Enthusiasmus \u00fcber ganz Deutschland aus (1878 erster deutscher Schwimm-Verein in Berlin). Aber, \u00fcberraschenderweise, erreichte die \u201edeutsche Schwimmbegeisterung\u201c die mecklenburgische Residenzstadt Schwerin relativ sp\u00e4t. Erst um 1910 begannen sich schwimmbegeisterte Schweriner zu gemeinsamen, ungezwungenen Wettschwimmen zu treffen. Und es 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