{"id":5271,"date":"2017-08-22T11:30:41","date_gmt":"2017-08-22T09:30:41","guid":{"rendered":"https:\/\/mv-sport.de\/?p=5271"},"modified":"2017-08-25T22:57:09","modified_gmt":"2017-08-25T20:57:09","slug":"vom-19-vilmschwimmen-zum-23-wismarbuchtschwimmen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mv-sport.de\/c\/vom-19-vilmschwimmen-zum-23-wismarbuchtschwimmen\/","title":{"rendered":"Vom 19.Vilmschwimmen zum 23.Wismarbuchtschwimmen"},"content":{"rendered":"<p>Traditionsreiche Veranstaltungen im Langstreckenschwimmen in M-V im Blickpunkt<\/p>\n<p>Am letzten August-Wochenende 2017 wird es in Mecklenburg-Vorpommern auch schwimmsportlich wieder spannend &#8211; bei zwei traditionsreichen Veranstaltungen im Langstreckenschwimmen.<\/p>\n<p><strong>Vom 19.Internationalen Vilmschwimmen&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/schlosschwimmen2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright size-medium wp-image-5031\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/schlosschwimmen2-300x224.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"224\" \/><\/a>So wird <strong>am 26.August das 19.Internationale Vilmschwimmen<\/strong> von der Insel Vilm zum Hafen Lauterbach \u00fcber 2500 Meter ausgetragen, wobei der Hauptwettkampf um 11.15 Uhr beginnen wird.<\/p>\n<p><strong>Im letzten Jahr, 2016<\/strong>, \u00a0nahmen 384 Schwimmerinnen und Schwimmer erfolgreich am Vilmschwimmen teil. Bei den Frauen triumphierte Lydia Reimann (Steinh\u00f6fel, Ortsteil Buchholz, Jahrgang 2000) in 31:11 Minuten vor Tina Kehlitz (Wittenberg, Jahrgang 1998, 32:47 Minuten), Angela Delissen (Hamburg, Jahrgang 1966, 34:25 Minuten) bzw. Ina Ziegler (Berlin, Jahrgang 1966, ebenfalls 34:25 Minuten). Der Dortmunder Michael Pr\u00fcfert (Jahrgang 1964) war hingegen in 30:09 Minuten bei den Herren vor Tom Maron (Bremen, Jahrgang 1995, 30:22 Minuten), Frank Gomoll (Gladbeck, Jahrgang 1963, 32:41 Minuten) und Jakob Albrecht (Berlin, Jahrgang 1995, 33:26 Minuten) am besten.<\/p>\n<p><strong>Das erste Internationale Vilmschwimmen<\/strong>, mit 87 Schwimmerinnen bzw. Schwimmern, gab es im Jahr <strong>1999<\/strong>. Damals siegten bei den Frauen Verena T\u00e4nzer und bei den Herren Jan Gr\u00e4fe.<\/p>\n<p><strong>&#8230;zum 23.Wismarbuchtschwimmen<\/strong><\/p>\n<p>Bereits <strong>das 23.Wismarbuchtschwimmen<\/strong> &#8222;steigt&#8220; <strong>am 27.August<\/strong>. Dort steht im Hauptwettkampf ab 11.15 Uhr eine Strecke \u00fcber 3500 Meter von Wangern\/Insel Poel nach Hohen Wieschendorf auf dem Programm.<\/p>\n<p><strong>Im Jahr 2016<\/strong> setzte sich bei den Frauen Livia Keusch (Dresden, Jahrgang 1995, 56:05 Minuten) vor Sabine Kost (Berlin, Jahrgang 1971, 56:19 Minuten), Heike Siegrun Ott (Jabel, Jahrgang 1961, 57:00 Minuten) und Elke Brinkmann (Niederkl\u00fctz, Jahrgang 1965, 57:05 Minuten) durch.<\/p>\n<p>Bei den Herren jubelte 2016 Jakob Albrecht (Berlin, Jahrgang 1995, 51:27 Minuten) vor Christian Riedrich (Berlin, Jahrgang 1993, 51:38 Minuten), Tom Richter (Rostock, Jahrgang 1990, 51:57 Minuten) und Tim Herrmann (Berlin, Jahrgang 1996, 54:28 Minuten).<\/p>\n<p><strong>Vor nunmehr 23 Jahren, im Jahr 1994<\/strong>, wurde das erste Wismarbuchtschwimmen mit 12 Schwimmerinnen bzw. Schwimmern veranstaltet, seinerzeit noch \u00fcber eine Strecke von 5,2 Kilometern von Hohen Wieschendorf nach Timmendorf\/Insel Poel. Die Besten waren damals Mirjam Kriegelstein, Bengt Behrens und Martin Schulz.<\/p>\n<p>Eine der erfolgreichsten Langstreckenschwimmerinnen &#8211; nicht nur in Deutschland &#8211; gewann unter anderem 1997 das Wismarbuchtschwimmen \u00fcber 3500 Meter. Britta Kamrau aus Rostock wurde Erste in der Zeit von 42:47 Minuten.<\/p>\n<p><strong>Schwimmsportliches Kalenderblatt: Vor zehn Jahren&#8230;<\/strong><\/p>\n<p><strong>Vor zehn Jahren gewann die Rostocker Langstreckenschwimmerin Britta Kamrau, den letzten ihrer vier WM-Titel: 2007 in Melbourne \u00fcber die 25 Kilometer.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Mit Schwimmerin Britta Kamrau im Interview \/ Beitrag mit Britta Kamrau vom <\/strong><strong>7.Dezember 2007 <\/strong><\/p>\n<p>Gesch\u00e4tztes Alter 18, tats\u00e4chliches Alter 28 \u2013 die ewig junge Langstreckenschwimmerin Britta Kamrau-Corestein \u201enimmt Kurs\u201c auf \u201ePeking 2008\u201c. Seit mehr als einem Jahrzehnt geh\u00f6rt die Hanseatin zur nationalen und internationalen Elite in der erstmals olympischen Disziplin. Im zur\u00fcckliegenden Jahr wurde die Athletin vom SC Empor Rostock 2000 Weltmeisterin \u00fcber die 25 Kilometer und Gesamt-Weltcup-Zweite.<\/p>\n<p>K\u00fcrzlich wurde auch ihr Sponsorenvertrag mit AIDA Cruises bis Ende 2008 verl\u00e4ngert, so dass sich die erfolgreiche Sportlerin optimal auf Olympia vorbereiten kann.<\/p>\n<p><strong>Das Interview mit Britta Kamrau, Jahrgang 1979, SC Empor Rostock 2000<\/strong><\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/britta-kamrau-rostock-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-medium wp-image-5273\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/08\/britta-kamrau-rostock-1-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" \/><\/a>Britta Kamrau \u00fcber das Langstreckenschwimmen allgemein, die Konkurrentinnen, die baldige olympische Premiere des Langstreckenschwimmens, ihr Leben neben dem Wasser und den Auftritt beim &#8222;TV total&#8220;-Wasserspringen<\/strong><\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>Britta, dieses Jahr war f\u00fcr Sie ein wechselhaftes, aber dennoch erfolgreiches Jahr: schwieriger Beginn bei den Langstrecken-WM, dann vers\u00f6hnliches WM-Gold \u00fcber 25 Kilometer. Die Dauer-Konkurrentin Angela Maurer konnten Sie im Gesamt-Weltcup zwar nicht schlagen, aber es gab letztendlich Gesamt-Silber. Und beim \u201eTV total\u201c-Turmspringen holten Sie sogar Gold.<\/p>\n<p>Falls es, was die olympischen Schwimm-G\u00f6tter verhindern m\u00f6gen, mit Olympia in Peking nicht klappt, werden Sie dann zu den Wasserspringerinnen wechseln?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> Naja, beim \u201eTV total\u201c-Turmspringen war ich beste Frau und insgesamt Zweite. Allerdings: Ein gewisses Talent f\u00fcr das Wasserspringen habe ich schon. Das best\u00e4tigte mir die erfolgreiche Rostocker Trainerin Monika Dietrich bereits bei meiner ersten Teilnahme im Wasserspringen bei \u201eTV total\u201c. Faktisch war ich schon damals das \u201e\u00e4lteste\u201c gesichtete Talent in dieser fantastischen Sportart. So oft trainieren wie vor zwei Jahren \u2013 drei Wochen intensive Vorbereitung \u2013 konnte ich dieses Mal nicht \u2026 Der Erfolg kann sich jedoch wahrlich sehen lassen. Aber dem Langstreckenschwimmen bleibe ich auf jeden Fall treu.<\/p>\n<p>Und das Jahr 2007 verlief auch zu 100 Prozent optimal f\u00fcr mich. Mit Blickrichtung Peking 2008 waren die Wettbewerbe sehr hart, die Konkurrenz \u00e4u\u00dferst stark. Seitdem Langstreckenschwimmen offiziell olympisch ist, haben viele L\u00e4nder, wie Australien, Brasilien oder die USA, alle Anstrengungen mobilisiert, um vorn mit zu schwimmen. Aber so mu\u00df es auch sein: Eine olympische Disziplin sollte schon ein entsprechendes \u00a0olympisches Niveau und hervorragende Konkurrentinnen haben. Das mobilisiert die eigenen Kr\u00e4fte zus\u00e4tzlich.<\/p>\n<p>Mit meinem sechsten Platz \u00fcber die 10 Kilometer bei den WM war ich alles andere als unzufrieden. Sollte dieser Rang auch bei den kommenden Welt-Titelk\u00e4mpfen herausspringen, dann habe ich mein Peking-Ticket. Ich glaube auch: H\u00e4tte ich bereits bei den WM 2007 Edelmetall \u00fcber die 5 Kilometer oder die 10 Kilometer gewonnen, so w\u00e4re Gold \u00fcber den langen Kanten gar nicht m\u00f6glich gewesen.<\/p>\n<p>Letztendlich war ich war \u201eso angefressen\u201c \u00fcber den \u201esuboptimalen Verlauf\u201c der Wettbewerbe zuvor, dass ich unbedingt \u00fcber die 25 Kilometer allen \u201edie Daumen\u201c zeigen wollte \u2013 was letztendlich auch gelang.<\/p>\n<p>Was den Weltcup betrifft: Im zur\u00fcckliegenden Jahr war dieser f\u00fcr mich eher \u201eNebensache\u201c. Ich nahm an drei wichtigen H\u00f6hen-Trainingslagern teil und hatte mit der WM meinen H\u00f6hepunkt. Zudem schwamm ich nur bei den Weltcup-Stationen, die auch in mein pers\u00f6nliches, sportliches Zeitraster passten. Also 2007 halte ich in sehr guter Erinnerung !<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Zur\u00fcck zur WM 2007: Die weltmeisterlichen Langstrecken-Wettbewerbe waren mitunter eher \u201eUnterwasser-Catchen\u201c, Ihre Mit-Konkurrentinnen teilweise \u201emaritime Zicken\u201c. Wie haben Sie sich \u2013 nach den R\u00fcckschl\u00e4gen \u00fcber 5 Kilometer und 10 Kilometer, als es nicht das erhoffte Edelmetall gab \u2013 noch einmal so erfolgreich f\u00fcr die 25 Kilometer motivieren k\u00f6nnen ?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> Tja, Frauen k\u00f6nnen untereinander schon &#8222;grausam&#8220; sein. Manchmal frage ich mich schon, ob ein Weiterbildungskurs in Sachen \u201eCatchen\u201c und \u201eRingen\u201c f\u00fcr mich nicht auch vorteilhaft w\u00e4re. So hart, so brutal wie bei den WM 2007 ging es eigentlich noch nie zu. Sicherlich die Weltspitze r\u00fcckt n\u00e4her zusammen, das Leistungsverm\u00f6gen der Konkurrenz wird mit Richtung Olympia st\u00e4rker, aber was sich einige Gegnerinnen erlaubten, ist jenseits der Fairness.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sind die Referees oft zu zaghaft, wenn es um Disqualifikationen aufgrund unsportlichen Verhaltens geht. Hier m\u00fcsste energischer durchgegriffen werden.<\/p>\n<p>Nicht nur die \u201eUnterwasser-Aktionen\u201c einiger Konkurrentinnen kosteten Zeit, Kraft und Nerven. Auch das \u201eewige Hin und Her\u201c beim Abbruch und Fortsetzen der 25 Kilometer-Entscheidung ging an die Substanz. Aufgrund des widrigen Wetters wurde erst abgebrochen, dann nach Stand der Leistungen bei Abbruch gewertet und dann doch das Rennen am n\u00e4chsten Tag fortgesetzt.<\/p>\n<p>Die Au\u00dfenstehenden k\u00f6nnen sich gar nicht vorstellen, wie kraft- und nervenaufreibend das Ganze war. Nun, am Ende des Jahres, bin ich schon ungemein stolz \u00fcber das 25 Kilometer-Gold!<\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>Eine Wegbereiterin f\u00fcr das olympische Langstreckenschwimmen war zweifellos ebenfalls die Rostockerin Peggy B\u00fcchse, die in den 1990ern diese Disziplinen beherrschte. Ist Peggy f\u00fcr Sie ein Vorbild ? Holen Sie sich eventuell noch Ratschl\u00e4ge von ihr ?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> Bereits 1995 hatte ich meinen ersten Einsatz bei den deutschen Meisterschaften im Langstreckenschwimmen und \u201eauf Anhieb\u201c wurde ich Dritte \u00fcber die 5 Kilometer.<\/p>\n<p><em>&#8211; Mittlerweile bin ich also bereits ein Dutzend Jahre dabei, fast so etwas wie eine \u201eSchwimm-Omi\u201c. \u00a0(Tja, wenn alle \u201eOmis\u201c so aussehen w\u00fcrden- red.Anm.) &#8211;<\/em><\/p>\n<p>&#8230;Als ich dann 1996 bei den deutschen Meisterschaften auch Dritte \u00fcber 25 Kilometer wurde, beschloss ich \u2013 nicht zuletzt wegen meiner Vorbilder Peggy B\u00fcchse und Andre Wilde \u2013 endg\u00fcltig &#8222;die Fronten&#8220;, vom Becken- zum Langstrecken-Schwimmen, zu wechseln.<\/p>\n<p>Ich profitierte damals von der ungemeinen Erfahrung Peggys und bekam auch hilfreiche Tipps von ihr. Heute habe ich noch losen Kontakt zu ihr: Sie wohnt ja mittlerweile in Regensburg. Damals war sie aber eine richtig gute Freundin.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Sie sind eine attraktive Frau; \u201eschlichte Gem\u00fcter\u201c w\u00fcrden sagen: \u201eein Hammer-Girl\u201c ! Wie wichtig ist neben der sportlichen Leistung auch ein \u201evorzeigbares \u00c4u\u00dferes\u201c bei der Suche nach Sponsoren, bzw. um sich selbst, m\u00f6glichst oft, im TV \u201ezu platzieren\u201c ?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> Stellen Sie `mal Heidi Klum die Frage, ob ihr \u00c4u\u00dferes f\u00fcr ihre Karriere eher hinderlich als f\u00f6rderlich gewesen ist. Nein, aber es ist gerade in einer Randsportart, wie Langstreckenschwimmen, schon enorm wichtig, dass man neben tollen Leistungen (und die m\u00fcssen vorhanden sein) auch noch etwas \u201eZus\u00e4tzliches\u201c bieten kann, um so f\u00fcr die Medien interessant zu werden.<\/p>\n<p>Und ist es im t\u00e4glichen Leben eigentlich so viel anders? Wer nett, sympathisch r\u00fcber kommt, hat es oft leichter. Aber Sch\u00f6nheit ist nicht alles und sollte \u201evon innen\u201c kommen!<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Ihr Ehemann Augusto Corestein ist Argentinier. \u201eF\u00e4rbt\u201c sein s\u00fcdamerikanisches Temperament mittlerweile auch auf ein \u201ecooles Nordlicht\u201c wie Sie ab? Ist er ein guter Berater f\u00fcr das Langstreckenschwimmen und sogar ein sportiver Ehemann?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> Ja, wir zwei erg\u00e4nzen uns prima. Bez\u00fcglich des s\u00fcdamerikanischen Temperamentes konnte ich eine Menge von ihm lernen. Von mir durfte er sich die norddeutsche Coolness abschauen. Ansonsten ist er schon (fast immer) ein ganz Lieber, der meinen Sport voll unterst\u00fctzte und unterst\u00fctzt. Wir lernten uns ja 1999 w\u00e4hrend eines Wettkampfes in S\u00fcdamerika kennen und er lie\u00df bei mir nicht \u201elocker\u201c \u2026<\/p>\n<p>Bereits 2000 waren wir ein Paar und f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter heirateten wir. Ohne ihn k\u00f6nnte ich im Langstreckenschwimmen nicht so erfolgreich sein !<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Sie schwimmen \u201eso irrsinnig lange\u201c Strecken, gerade auch bei Wettbewerben in S\u00fcdamerika. Was geht Ihnen dabei w\u00e4hrend des Schwimmens \u201edurch den Kopf\u201c?<\/p>\n<p>Denken Sie nur an den Sieg, an das erfolgreiche Ankommen oder machen Sie sich auch Gedanken f\u00fcr die \u201esch\u00f6nen Dinge\u201c nach dem Wettkampf, zum Beispiel \u00fcber \u201edas geplante Schuh-Shopping\u201c, den \u201en\u00e4chsten Disco-Besuch\u201c oder \u201eein leckeres Glas Caipirinha\u201c ?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> Bei Kilometer 5 denke ich an die Schuhe, bei Kilometer 10 an den \u201eCaipirinha\u201c und bei Kilometer 15 an Augusto. Nein, nat\u00fcrlich nicht! Ich konzentriere mich schon sehr auf das Schwimmen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend eines Wettbewerbes, selbst bei den ganz erfolgreichen, mu\u00df man einige Krisen meistern. Einige \u201eDurchh\u00e4nger\u201c gibt es immer. Man sollte nur daf\u00fcr sorgen, dass ein Motivator, \u201eDelfin\u201c oder irgendwelche \u201eQuallen\u201c in der N\u00e4he sind, die einen \u201eoben\u201c halten :). F\u00fcr mich sind der Trainer und die Betreuer auf dem Begleitboot wichtig, die einen auch durch Zurufe wieder \u201eaufbauen\u201c.<\/p>\n<p>Eine besondere \u201eKrise\u201c, ein besonderes Negativ-Erlebnis, erlebte ich vor drei Jahren: 2004 hatte die Rennleitung bei einem Wettkampf vor der chinesischen K\u00fcste die Str\u00f6mung falsch berechnet. Nach vier Stunden hatte ich keine Ahnung, wo ich \u00fcberhaupt war. Dazu Gewitter und Regen \u2013 und mein Vater auf dem Begleitboot, zum ersten Mal. Man sah dann sogar die Begleitboote kaum noch. Da bekommt man schon Angst, dass man &#8222;verloren geht&#8220;.<\/p>\n<p><strong>Frage: <\/strong>Langstreckenschwimmen ist 2008 bei den Olympischen Spielen in Peking erstmals olympisch. Falls Sie teilnehmen (was nat\u00fcrlich klappen wird \/ <em>red. Anm. 2017: Leider klappte es dann doch nicht.<\/em>), werden Sie vielleicht Geschichte schreiben, unsterblich in die sportlichen Annalen als erste Olympiasiegerin im Langstreckenschwimmen eingehen und zugleich olympische Pionierin einer alten, neuen Sportdisziplin sein. Ist das zus\u00e4tzliche Motivation ?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> Nat\u00fcrlich vergeht kein Augenblick, kein Moment, keine Sekunde, in der ich nicht denke: \u201eBritta, es wird Zeit, dass Du praktisch Sportgeschichte schreibst&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Ehrlich: Zun\u00e4chst m\u00f6chte ich im n\u00e4chsten Jahr die Quali f\u00fcr Peking schaffen und wenn dann Edelmetall herausspringt, um so besser. \u00a0Aber es stimmt, gerade wenn eine Disziplin olympische Premiere feiert, ist es schon ein besonderes Gef\u00fchl f\u00fcr den aktiven Sportler.<\/p>\n<p><strong>Frage:<\/strong> Ein Ausblick f\u00fcr den Dezember 2008. Welche Schlagzeile m\u00f6chten Sie im n\u00e4chsten Jahr unbedingt \u00fcber sich lesen wollen ?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> \u201eNicht nur blond, sondern auch erfolgreich: Hanseatin holt olympisches Edelmetall!\u201c<\/p>\n<p><strong>Vorletzte Frage:<\/strong> H\u00e4tte ein einigerma\u00dfen begabter Schwimmer, der nicht gleich ertrinkt, wenn er mit dem Element Wasser in Ber\u00fchrung kommt, wie ich \u2013 aus Ihrer pers\u00f6nlichen Sicht \u2013 auch Chancen ein \u201eMarathon-Rennen\u201c im Langstreckenschwimmen zu (\u00fcber-)stehen ?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> Na ja, allerdings nur, wenn ein Wiederbeatmungsger\u00e4t und \u201eFlipper\u201c in der N\u00e4he sind&#8230;<\/p>\n<p><strong>Letzte Frage:<\/strong> Weihnachten steht vor der T\u00fcr. Geht es f\u00fcr Sie nach Argentinien?<\/p>\n<p><strong>Britta Kamrau:<\/strong> Da war ich ja letztes Jahr. 2007 sind wir in Rostock \u2013 mit Weihnachtsmann, Entenbraten und Rostocker Geb\u00e4ck!<\/p>\n<p>Vielen Dank, sch\u00f6ne Feiertage und weiterhin alles Gute!<\/p>\n<p>___<\/p>\n<p><strong>Erfolge von Britta Kamrau<\/strong><\/p>\n<p><em>WM-Bilanz:<\/em> 4 x Gold, 2 x Silber, 4 x Bronze von 2002 bis 2007, zweimal Gesamt-WEltcup-Siegerin 2003 bzw. 2006, dreifache Europameisterin 2004 in Madrid (5 Kilometer, 10 Kilometer und 25 Kilometer)<\/p>\n<p><em>WM-Gold:<\/em> 2002 \u00fcber 10 Kilometer vor Scharm El-Scheich, 2004 \u00fcber 10 Kilometer und \u00fcber 25 Kilometer vor Dubai und 2007 \u00fcber 25 Kilometer vor Melbourne<\/p>\n<p>Marko Michels<\/p>\n<figure id=\"attachment_4440\" aria-describedby=\"caption-attachment-4440\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/schwimmen-beispiel-symbolfoto-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-4440\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/07\/schwimmen-beispiel-symbolfoto-2-300x200.jpg\" alt=\"Schwimmen Symbolfoto\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-4440\" class=\"wp-caption-text\">Symbolfoto<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>\u00dcbrigens: <\/strong>Vom 27.Oktober 2017 bis 29.Oktober 2017 findet das 62.Internationale Neptunschwimmfest im Becken-Schwimmen in Rostock statt. Im letzten Jahr, 2016, nahmen fast 400 Schwimmerinnen bzw. Schwimmer aus drei L\u00e4ndern teil. F\u00fcr die Rostocker Schwimm-Vereine, SC Empor Rostock 2000 und SV Olympia Rostock, gab es 20 x Edelmetall.<\/p>\n<p><strong>PS:<\/strong> Nun &#8222;rufen&#8220; jedoch am 26.August 2017 das 19.Internationale Vilmschwimmen und am 27.August das 23.Wismarbuchtschwimmen. M.M.<\/p>\n<p>Fotos:<\/p>\n<p>1.Impression vom 13.Schloss-Schwimmen am 13.August 2017 in Schwerin (Michels \/ MV-SPORT berichtete).<\/p>\n<p>2.Britta Kamrau, die fr\u00fchere erfolgreiche Rostocker Langstreckenschwimmerin (Michels, Aufnahme vom Dezember 2007)<\/p>\n<p>3.Symbolfoto &#8211; Beckenschwimmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Traditionsreiche Veranstaltungen im Langstreckenschwimmen in M-V im Blickpunkt Am letzten August-Wochenende 2017 wird es in Mecklenburg-Vorpommern auch schwimmsportlich wieder spannend &#8211; bei zwei traditionsreichen Veranstaltungen im Langstreckenschwimmen. 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