{"id":8578,"date":"2018-01-31T07:17:11","date_gmt":"2018-01-31T06:17:11","guid":{"rendered":"https:\/\/mv-sport.de\/?p=8578"},"modified":"2022-08-19T11:39:17","modified_gmt":"2022-08-19T09:39:17","slug":"vom-weltcup-eis-auf-die-olympische-rodel-bahn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mv-sport.de\/c\/vom-weltcup-eis-auf-die-olympische-rodel-bahn\/","title":{"rendered":"Vom Weltcup-Eis auf die olympische Rodel-Bahn"},"content":{"rendered":"\n<p>Nach dem Weltcup-Finale 2017\/18 ist vor den Olympia-Entscheidungen 2018<\/p>\n\n\n\n<p>Die olympische Weltcup-Saison 2017\/18 im Rennrodeln ist nun auch Historie. Seit dem November 2017 bis zum Januar 2018 wetteiferten die weltbesten Rodlerinnen und Rodler in Innsbruck-Igls, in Winterberg, in Altenberg, in Calgary, in Lake Placid, am K\u00f6nigssee, in Oberhof, in Lillehammer und in Shigulda (Weltcup-Finale, gleichzeitig EM) um Medaillen und Weltcup-Punkte.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/natalie-geisenberger_wc-koesee_18_wassmuth.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"554\" height=\"369\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/natalie-geisenberger_wc-koesee_18_wassmuth.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-8263\"\/><\/a><figcaption>Natalie Geisenberger<br>Foto: Bob- und Schlittenverband f\u00fcr Deutschland\/bsd \/ Wassmuth<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Rennrodel-Deutschland mit 67 Medaillen im Weltcup<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Deutschland fuhr dabei mit dem Rest der Welt mal wieder Schlitten und schaffte 67 Podestr\u00e4nge (28 x Gold, 17 x Silber, 22 x Bronze). Mit riesigem Abstand folgen Russland (8 x Gold, 6 x Silber, 4 x Bronze), \u00d6sterreich (3 x Gold, 9 x Silber, 6 x Bronze), die USA (3 x Gold, 2 x Silber, 4 x Bronze), Italien (3 x Gold, 1 x Silber, 3 x Bronze), Kanada (6 x Silber, 2 x Bronze), Lettland (3 x Silber, 4 x Bronze) und die Slowakei (1 x Silber).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>F\u00fcnf von sieben Gesamt-Weltcups an Schwarz-Rot-Gold<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Gesamt-Weltcups im Rennrodeln holten sich 2017\/18 bei den Frauen Natalie Geisenberger &nbsp;(Damen-Einsitzer, Damen-Sprint), Felix Loch (Herren-Einsitzer), Wolfgang Kindl (\u00d6sterreich, Herren-Sprint), Toni Eggert\/Sascha Benecken (Doppelsitzer), Andris Sics\/Juris Sics (Lettland, Doppelsitzer-Sprint) und die deutsche Teamstaffel.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Innsbruck-Igls 2017 &#8211; die letzte WM im Rennrodeln vor Olympia<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bei den vorerst letzten WM im Rennrodeln, im Januar 2017 in Innsbruck-Igls, war Deutschland mit 4 x Gold, 1 x Silber, 3 x Bronze nat\u00fcrlich ebenfalls die Nummer eins, gefolgt von \u00d6sterreich mit 2 x Gold, 1 x Silber, den USA mit 1 x Gold, 2 x Silber, Russland mit 2 x Silber, 1 x Bronze, der Schweiz mit 1 x Silber, Italien mit 2 x Bronze und Kanada mit 1 x Bronze.<\/p>\n\n\n\n<p>WM-Gold 2017 errodelten Wolfgang Kindl (\u00d6sterreich, Herren-Einsitzer bzw. Herren-Sprint), Tatjana H\u00fcfner (Deutschland, Damen-Einsitzer), Erin Hamlin (USA, Damen-Sprint), Toni Eggert\/Sascha Benecken (Deutschland, Doppelsitzer), Tobias Wendl\/Tobias Arlt (Deutschland, Doppelsitzer-Sprint) und die deutsche Team-Staffel (Tatjana H\u00fcfner, Johannes Ludwig bzw. Toni Eggert\/Sascha Benecken).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Rennrodeln: Eine deutsche Erfolgssportart<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Rennrodeln und Deutschland \u2013 das ist ohnehin seit Jahrzehnten eine Erfolgssymbiose. In kaum einer anderen Sportart ist die Dominanz deutscher Athletinnen und Athleten \u00e4hnlich gro\u00df wie im Rodelsport. Seit Oslo 1955 werden Welt-Titelk\u00e4mpfe im Rennrodeln ausgetragen. Die olympische Premiere erfolgte neun Jahre sp\u00e4ter \u2013 1964 in Innsbruck.<\/p>\n\n\n\n<p>Insbesondere die deutschen Damen zeigten den Konkurrentinnen oftmals die \u201eHinterkufen\u201c. Von 45 WM-Titeln gingen 35 an deutsche Rodlerinnen, viermal waren \u00d6sterreicherinnen siegreich, zweimal gewannen Polinnen und je einmal ging der WM-Titel bei den Damen an die Schweiz, an Lettland (damalige Lettische SSR), Italien und die Vereinigten Staaten. Zuletzt, 2017, gewann ebenfalls eine deutsche Rodlerin die WM: Tatjana H\u00fcfner vor Erin Hamlin (USA). Dritte wurde die Kanadierin Kimberley McRae.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei Olympia gewannen die deutschen Rodel-Damen \u00fcbrigens bereits zehnmal, die restlichen Olympiasiege errodelten die Damen aus Italien (zwei), Lettland (damalige Lettische SSR, einmal) sowie \u00d6sterreich (einmal).<\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Rodelsportliches Kalenderblatt:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"color: #808080;\"><strong>Ute R\u00fchrold-Klawonn &#8211; von der olympischen Eisbahn an die Ostseek\u00fcste<\/strong><\/span><\/h3>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><span style=\"color: #808080;\"><strong><em>Interview vom 27. September 2011 f\u00fcr &#8222;rostock-sport.de&#8220;<\/em><\/strong><\/span><\/h3>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Eine sehr erfolgreiche deutsche Rennrodlerin der 1970er ist auch Ute R\u00fchrold, verheiratete Klawonn, Jahrgang 1954, in Zerbst geboren und viele Jahre Angestellte in der Kurverwaltung in Warnem\u00fcnde. Ute R\u00fchrold gewann Olympia-Silber 1972 in Sapporo (hinter Anna-Maria M\u00fcller) und 1976 in Innsbruck (hinter Margit Schumann) sowie die Vize-Weltmeisterschaften 1973 und 1975 sowie WM-Bronze 1974. Dazu gab es EM-Gold 1972, EM-Silber 1973 und EM-Bronze 1974.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong>Ute Klawonn \u00fcber ihre olympische Silbermedaille 1976, die nachhaltigsten bzw. sch\u00f6nsten Erfolge in ihrer rodelsportlichen Karriere und das damalige Training, ihre Begeisterung f\u00fcr das Rennrodeln, die Dominanz der deutschen Rodlerinnen und ihre berufliche T\u00e4tigkeit in Rostock-Warnem\u00fcnde<\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong><em>&#8222;Es gab gen\u00fcgend Grund zum Jubeln&#8230;&#8220;<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Frage<\/strong>:<\/em> Frau Klawonn, vor 35 Jahren gewannen Sie in Innsbruck-Igls ihr zweites Olympia-Silber. Wie verlief der damalige Wettkampf aus Ihrer Sicht im R\u00fcckblick?<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Ute Klawonn<\/strong>:<\/em> Wir hatten ja damals pro Tag nur einen Lauf, der Wettkampf erstreckte sich somit \u00fcber vier Tage. Das war schon neu, hatten wir doch ansonsten zumeist einen Nachtlauf und drei Tagesl\u00e4ufe innerhalb von 24 Stunden. Die Anspannung war daher in Innsbruck 1976 ungemein gr\u00f6\u00dfer. Hinzu kam, dass die Konkurrenz aus der Bundesrepublik und aus Polen mit einigen technischen Neuerungen aufwartete. Gerade die westdeutschen Rennrodlerinnen und Rennrodler hatten ja diese langen Helme, welche aerodynamisch besonders vorteilhaft sein sollten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Die polnischen Sportler hatten hingegen faktisch \u201eSchulterst\u00fccke\u201c bis zum Helm, die auch f\u00fcr Windschl\u00fcpfrigkeit sorgen sollten. Der Wettkampf bei den Damen verlief au\u00dferordentlich spannend. Erst im letzten Lauf konnte ich Elisabeth Demleitner noch vom Silberrang verdr\u00e4ngen. Zwischen Platz 1 (Margit Schumann) und Platz 7 (Monika Scheftschik) ging es dabei sehr eng zu. Ansonsten waren die Rennrodel-Teams aus der DDR, aus der Bundesrepublik und aus \u00d6sterreich in Innsbruck am st\u00e4rksten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Frage<\/strong>:<\/em> Sie wurden in Zerbst geboren und starteten f\u00fcr den SC Traktor Oberwiesenthal. Wie gelangten Sie eigentlich zum Rennrodeln? Was ist f\u00fcr Sie das Reizvolle am Rennrodeln?<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Ute Klawonn<\/strong>:<\/em> In Zerbst wurde ich geboren, aber da mein Vater in Gommern, in der N\u00e4he von Magdeburg, eine neue berufliche Herausforderung fand, zogen wir dorthin und letztendlich weiter nach Zwickau. Dort fand dann auf dem \u201eWindberg\u201c ein Massen-Rodeln statt. Ich ging damals mit meinem kleinen Bruder dorthin, um mitzumachen. Und siehe da, es klappte besser als erwartet.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Als Zw\u00f6lfj\u00e4hrige gewann ich den Wettbewerb und erhielt als ersten Preis einen Rennschlitten. Bis dahin war ich zwar schon sehr sportlich und als Turnerin, Trampolin-Springerin und Leichtathletin sehr aktiv. Aber der Erfolg beim Zwickauer Massen-Rodeln lie\u00df mein Herz f\u00fcr das Rennrodeln schlagen, zumal ich die enormen Geschwindigkeiten beim Rodeln mochte. Die Trainingslager, das regelm\u00e4\u00dfige Training \u2013 das alles faszinierte mich.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Frage<\/strong>:<\/em> Ihre gro\u00dfen Erfolge feierten Sie zwischen 1972 und 1976. Was war f\u00fcr Sie der sch\u00f6nste Erfolg? Trauern Sie manchmal dem knapp entgangenen Gold nach?<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Ute Klawonn<\/strong>:<\/em> Der sch\u00f6nste Erfolg war f\u00fcr mich die olympische Silbermedaille in Sapporo 1972. Aber im gleichen Jahr wurde ich auch Europameisterin, wobei der Wettkampf mehr als kurios war. Urspr\u00fcnglich sollten die EM in Frankreich stattfinden \u2026 Wir fuhren dorthin, aber was es nicht gab, war ein EM-Wettkampf. Ein W\u00e4rme-Einbruch hatte die Austragung der Europameisterschaften unm\u00f6glich gemacht, denn diese sollten auf einer Naturbahn stattfinden.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Diese wurde dann kurzfristig nach K\u00f6nigssee verlegt \u2013 und da lief es zun\u00e4chst \u00fcberhaupt nicht gut f\u00fcr mich. In drei Trainingsl\u00e4ufen st\u00fcrzte ich dreimal. Aber Europameisterin wurde ich letztendlich doch!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Klar, olympisches Gold h\u00e4tte ich nat\u00fcrlich gern gewonnen, aber es gab auch so gen\u00fcgend Grund zum Jubeln.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Frage<\/strong>:<\/em> Wie verlief eigentlich damals, in den 1970ern, das Rodel-Training? Wie war die Vorbereitung im Sommer? Auch \u00f6fter einmal dazu an der Ostseek\u00fcste gewesen&#8230;<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Ute Klawonn<\/strong>:<\/em> Das Training einer Rennrodlerin war auch damals schon sehr abwechslungsreich, ein Mix aus Kraft, Ausdauer und Koordination. Im Sommer trainierten wir auf Schlitten mit befestigten R\u00e4dern. Wir fuhren auf Stra\u00dfen und Wegen, schoben uns mit den H\u00e4nden ab und bremsten mit den Schuhen. Diese hatten sehr dicke Sohlen und verschlissen sehr schnell.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Die Startphasen \u00fcbten wir auf nach gebauten Startanlagen, denn im Rennrodeln ist ja der Start \u00e4u\u00dferst wichtig. Im Sommer waren wir dann auch oft zu Trainingslagern in der Sportschule in Zinnowitz. Schon damals galt \u201eErfolgreiche Wintersportler werden im Sommer gemacht!\u201c.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Frage<\/strong>:<\/em> Heute bestimmen immer noch die deutschen Rodlerinnen das Welt-Niveau, wie seit &#8222;eh und je&#8220;. Warum waren und sind die deutschen Rodlerinnen den anderen Nationen so weit voraus? Haben Sie das Rodel-Gen im Blut?<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Ute Klawonn<\/strong>:<\/em> Vielleicht lag und liegt es daran, dass die Deutschen in Ost und West das Rennrodeln immer in seiner Gesamtheit betrachteten: die Materialfrage, die ideelle F\u00f6rderung der Athletin\/des Athleten, das umfassende Training, die Planung der Vorbereitung. Stets bereiteten wir uns mit viel Akribie und Engagement auf die Wettk\u00e4mpfe vor. Das war ja in der Bundesrepublik \u00e4hnlich.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Wir, in der DDR, testeten im Windkanal in Dresden, und auch die Rodlerinnen bzw. Rodler in Westdeutschland kooperierten mit der dortigen Wirtschaft. Aber letztendlich kann auch ich diese Frage nicht abschlie\u00dfend beantworten&#8230; Vielleicht haben wir Deutschen wirklich ein \u201eRodel-Gen\u201c in uns!<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Frage<\/strong>:<\/em> Sie arbeiten nun in der Tourismuszentrale Rostock-Warnem\u00fcnde. Wie sah Ihr beruflicher Weg nach der Rodlerinnen-Karriere aus?<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Ute Klawonn<\/strong>:<\/em> Ich hatte ja Bibliothekswissenschaften studiert und bis Ende der 1990er Jahre in der Bibliothek der Rostocker Schiffselektronik gearbeitet. Bereits nach Olympia 1976 hatte ich meine Karriere beendet bzw. in den Norden geheiratet und bin auch seit 1976 Rostockerin.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Nach 1999 war ich \u00fcber eine Strukturanpassungsma\u00dfnahme dann bei der Kurverwaltung Warnem\u00fcnde angestellt, was zu einer festen Anstellung f\u00fchrte. Zusammen mit dem damaligen Bereichsleiter Dr. Keller boten wir pr\u00e4ventive und gesundheitsf\u00f6rdernde Ma\u00dfnahmen an, wie z.B. das Nordic Walking am Warnem\u00fcnder Strand.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Einen Schwerpunkt meiner T\u00e4tigkeit sind auch das Organisieren von Veranstaltungen f\u00fcr Kinder, von kulturellen Angeboten und \u2013 nicht zuletzt \u2013 von Hochzeiten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Frage<\/strong>:<\/em> 2012 sind es noch zwei Jahre bis zu den Winterspielen in Sotschi. Wie beurteilen Sie das internationale Geschehen im Rodel-Sport (auch bei den M\u00e4nnern) zurzeit? Sind Sie \u00fcberhaupt noch live oder am Bildschirm bei Rodel-Wettk\u00e4mpfen dabei?<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Ute Klawonn<\/strong>:<\/em> Olympische Winterspiele haben ja ihre eigenen Gesetze. Da sind Prognosen mehr als schwierig. Neben den deutschen Rodlerinnen und Rodlern rechne ich vor allem mit den russischen Athletinnen sowie Athleten, die sicher ihren Heimvorteil nutzen wollen und k\u00f6nnen. Auch das lettische Rodel-Team wird mit Blickrichtung Winter-Olympia 2014 gro\u00dfe Anstrengungen unternehmen. Vorne mitfahren k\u00f6nnen zudem die Amerikanerinnen bzw. Amerikaner sowie die Kanadierinnen bzw. Kanadier.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Bei den deutschen Rodlerinnen und Rodlern gibt es ja auch viele hungrige Athletinnen und Athleten, die noch sehr jung sind. Der 21j\u00e4hrige Felix Loch, als Olympiasieger 2010 und zweifacher-Einzel-Weltmeister, ist schon ein gro\u00dfer Ausnahme-Athlet, aber auch Johannes Ludwig, Andi Langenhan, David M\u00f6ller oder Julian von Schleinitz sind immer f\u00fcr Medaillen gut. Bei den Frauen gibt es auch viele interessante Fahrerinnen. Mir gef\u00e4llt dabei insbesondere Natalie Geisenberger mit ihrem Fahrstil, mit ihrem Auftreten auch neben der Rodel-Bahn. Sie erinnert mich etwas an die eigene Karriere! Von ihr, die schon zahlreiche Erfolge feierte, ist bestimmt noch eine Menge zu erwarten.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Was Wettk\u00e4mpfe live vor Ort betrifft: Tja, so einfach kann man von Rostock nicht zu Wettk\u00e4mpfen reisen. Letztendlich bin ich ja auch noch berufst\u00e4tig. Dem Rennrodeln bleibe ich nat\u00fcrlich gewogen.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Frage<\/strong>:<\/em> Wie halten Sie sich sportlich noch fit?<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Ute Klawonn<\/strong><\/em>: Ich fahre sehr gern Rad, wandere, spiele Tennis und widme mich Haus und Garten \u2013 bin also aktiv.<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\">Und Rennrodeln im TV schaue ich nat\u00fcrlich auch: Wahnsinn, die heutigen Geschwindigkeiten! Wir waren ja fr\u00fcher auch bis maximal 110 km\/h unterwegs, heute werden Spitzengeschwindigkeiten bis 140 km\/h erreicht. Ich war ja vor den Winterspielen 2010 in Vancouver, dort fand gerade ein Bob-Training statt \u2013 sagenhaft dieser Speed \u2026<\/span><\/p>\n\n\n\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em><strong>Dann beste Erfolge weiterhin!<\/strong><\/em><\/span><\/p>\n\n\n\n<hr class=\"wp-block-separator has-alpha-channel-opacity\"\/>\n\n\n\n<p><strong>Die bisherigen Weltmeisterschaften im Rennrodeln der Damen von 1955 bis 2017<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Sechzehn deutsche Rodlerinnen wurden bislang im Damen-Einsitzer Rennrodel-Weltmeisterinnen, so die sp\u00e4tere Wahl-Stralsunderin Ilse Geisler (1962, 1963), Ortrun Enderlein (1965, 1967), Petra Tierlich (1969), Elisabeth Demleitner (1971), Margit Schumann (1973, 1974, 1975, 1977), Melitta Sollmann (1979, 1981), Steffi Martin (1983, 1985), die nach einer Krebserkrankung 2017 starb, Cerstin Schmidt (1987), Susi Erdmann (1989, 1991, 1997), Gabriele Kohlisch (1990, 1995), Jana Bode (1996), Sonja Wiedemann (1999), Sylke Otto (2000, 2001, 2003, 2005), Silke Kraushaar (2004), Tatjana H\u00fcfner (2007, 2008, 2011, 2012, 2017) und Natalie Geisenberger (2013, 2015, 2016).<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Zehnmal ging der WM-Titel im Damen-Einsitzer im Rennrodeln an eine Nicht-Deutsche<\/strong>. F\u00fcr \u00d6sterreich waren dabei Karla Kienzl 1955, Maria Isser 1957 bzw. 1960 und Elly Lieber 1959 siegreich. Polnische Rennrodlerinnen gewannen zweimal: 1958 durch Maria Semczyszak und 1970 durch Barbara Piecha. Je einmal waren die Schweiz (Elisabeth Nagele 1961), Lettland (damalige Lettische SSR, Vera Zozulja 1978), Italien (Gerda Wei\u00dfensteiner 1993) und die USA (Erin Hamlin 2009) erfolgreich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>In den vierzehn olympischen Entscheidungen im Damen-Einsitzer von 1964 bis 2014<\/strong> triumphierten im Damen-Einsitzer deutsche Rodlerinnen zehnmal: 1964 durch Ortrun Enderlein, 1972 durch Anna-Maria M\u00fcller, 1976 durch Margit Schumann, 1984 bzw. 1988 durch Steffi Martin, 1998 durch Silke Kraushaar, 2002 bzw. 2006 durch Sylke Otto, 2010 durch Tatjana H\u00fcfner und 2014 durch Natalie Geisenberger. Diese verwies 2014 in Sotschi Team-Kollegin Tatjana H\u00fcfner auf Rang zwei und die US-Amerikanerin Erin Hamlin auf Rang drei.<\/p>\n\n\n\n<p>Ohne das &#8222;Komplott&#8220; bei der Olympia-Entscheidung der Olympischen Winterspielen 1968 in Grenoble, in der den DDR-Rodlerinnen &#8211; zu Unrecht, wie Recherchen in Stasi-Akten ergaben &#8211; &#8222;geheizte Kufen&#8220; vorgeworfen wurden, k\u00f6nnte die Gold-Ausbeute heute sogar bei elf liegen. Aber der &#8222;Kalte Krieg&#8220; hatte damals auch elementare Auswirkungen auf Olympia &#8211; was nicht zuletzt an den Sportfunktion\u00e4ren und Sportpolitikern des West- wie Ostblocks lag&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>In Grenoble f\u00fchrte 1968 nach absolvierten drei L\u00e4ufen (ein vierter konnte nicht mehr stattfinden) Ortrun Enderlein vor Anna-Maria M\u00fcller&#8230; Dann erfolgte die ungerechtfertigte Disqualifikation und der Italienerin Erika Lechner wurde Olympia-Gold zugesprochen. In Lillehammer 1994 sorgte Gerda Wei\u00dfensteiner dann f\u00fcr den zweiten Olympia-Erfolg f\u00fcr Italien im Damen-Einsitzer.<\/p>\n\n\n\n<p>Die &#8222;restlichen&#8220; zwei Goldmedaillen im Rennrodeln im Damen-Einsitzer erk\u00e4mpften 1980 Vera Zozulja aus Lettland (damalige Lettische SSR) und 1992 Doris Neuner aus \u00d6sterreich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Bei Rennrodel-Weltmeisterschaften gab es f\u00fcr deutsche Rodlerinnen bzw. Rodler bis 2017 insgesamt 257 Medaillen, darunter 107 x Gold<\/strong>. Unter den olympischen Ringen schaffte sie bis 2014 insgesamt 74 Medaillen, darunter 30 x Gold. Nach den Winterspielen im Februar 2018 in Pyeongchang d\u00fcrfte die olympische Medaillen-Ausbeute (einschlie\u00dflich der Goldmedaillen) wieder etwas zahlreicher sein&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die erfolgreichsten Rennrodlerinnen bei Winter-Olympia<\/strong> sind bisher Natalie Geisenberger (zweimal Gold 2014 im Damen-Einsitzer und mit der Team-Staffel), Steffi Walter-Martin (zweimal Gold im Damen-Einsitzer 1984 bzw. 1988) und Sylke Otto (zweimal Gold im Damen-Einsitzer 2002 bzw. 2006). Bei den Rennrodlern waren bei Olympischen Winterspielen Georg Hackl (dreimal Gold im Herren-Einsitzer 1992, 1994 bzw. 1998 plus zweimal Silber ebenfalls im Herren-Einsitzer 1988 bzw. 2002) und Felix Loch (zweimal Gold im Herren-Einsitzer 2010 bzw. 2014 und einmal Gold in der Team-Staffel 2014) am besten. F\u00fcr Natalie Geisenberger, Tatjana H\u00fcfner und Felix Loch sollte es in Pyeongchang entsprechende Medaillen-Zuw\u00e4chse geben.<\/p>\n\n\n\n<p>Bei den Doppelsitzern sind die deutschen Duos (Toni Eggert\/Sascha Benecken und die Olympiasieger von 2014 Tobias Wendl\/Tobias Arlt) 2018 auch favorisiert. Und in der Team-Staffel k\u00f6nnte es, wie 2014 bei der olympischen Premiere, wieder Gold f\u00fcr Schwarz-Rot-Gold geben&#8230; Jedoch: Auch die internationale Konkurrenz wird nicht auf den diversen Rodel-Schlitten &#8222;schlafen&#8220;!<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-medium\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/wendl-arlt-bsd-reker-2.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/11\/wendl-arlt-bsd-reker-2-249x300.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-6838\"\/><\/a><figcaption>Starkes Duo Tobias Wendl\/Tobias Arlt. Foto: BSD Reker<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Die nominierten deutschen Rodlerinnen und Rodler f\u00fcr Winter-Olympia 2018<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Tobias Arlt (WSV K\u00f6nigssee\/Doppelsitzer), Sascha Benecken (RT Suhl\/Doppelsitzer), Toni Eggert (BRC Ilsenburg\/Doppelsitzer), Dajana Eitberger (RC Ilmenau\/Einsitzer), Natalie Geisenberger (RRT Miesbach\/Einsitzer), Tatjana H\u00fcfner (RC Blankenburg\/Einsitzer), Andi Langenhan (RRC Zella-Mehlis\/Einsitzer), Felix Loch (RC Berchtesgade\/Einsitzer), Johannes Ludwig (BSR Oberhof\/Einsitzer), Tobias Wendl (RC Berchtesgaden\/Doppelsitzer).<\/p>\n\n\n\n<p><em>Text und Interview (Archiv): Marko Michels<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach dem Weltcup-Finale 2017\/18 ist vor den Olympia-Entscheidungen 2018 Die olympische Weltcup-Saison 2017\/18 im Rennrodeln ist nun auch Historie. Seit dem November 2017 bis zum Januar 2018 wetteiferten die weltbesten Rodlerinnen und Rodler in Innsbruck-Igls, in Winterberg, in Altenberg, in Calgary, in Lake Placid, am K\u00f6nigssee, in Oberhof, in Lillehammer und in Shigulda (Weltcup-Finale, gleichzeitig [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":3,"featured_media":8263,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_seopress_robots_primary_cat":"none","_seopress_titles_title":"","_seopress_titles_desc":"","_seopress_robots_index":"","_seopress_analysis_target_kw":"","_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","_uag_custom_page_level_css":"","footnotes":""},"categories":[82],"tags":[],"ort":[],"class_list":{"0":"post-8578","1":"post","2":"type-post","3":"status-publish","4":"format-standard","5":"has-post-thumbnail","7":"category-wintersport"},"featured_image_urls":{"medium":"https:\/\/mv-sport.de\/c\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/natalie-geisenberger_wc-koesee_18_wassmuth.jpg","medium_large":"https:\/\/mv-sport.de\/c\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/natalie-geisenberger_wc-koesee_18_wassmuth.jpg","large":"https:\/\/mv-sport.de\/c\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/natalie-geisenberger_wc-koesee_18_wassmuth.jpg","full":"https:\/\/mv-sport.de\/c\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/natalie-geisenberger_wc-koesee_18_wassmuth.jpg","alt":"","caption":"06.01.2018, Sch\u00f6nau am K\u00f6nigssee, Deutsche Post Eisarena K\u00f6nigssee,Viessmann Rennrodel-Weltcup 2018 am K\u00f6nigssee, Wintersport, Rodeln, Damen: Natalie Geisenberger. 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