{"id":8701,"date":"2018-02-06T10:47:34","date_gmt":"2018-02-06T09:47:34","guid":{"rendered":"https:\/\/mv-sport.de\/?p=8701"},"modified":"2018-02-15T22:48:41","modified_gmt":"2018-02-15T21:48:41","slug":"als-die-mecklenburger-und-vorpommern-den-winter-olymp-eroberten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/mv-sport.de\/c\/als-die-mecklenburger-und-vorpommern-den-winter-olymp-eroberten\/","title":{"rendered":"Als die Mecklenburger und Vorpommern den &#8222;Winter-Olymp&#8220; eroberten"},"content":{"rendered":"<h3>MV-Athletinnen und -Athleten mit dem &#8222;speziellen Gesp\u00fcr f\u00fcr Eis und Schnee&#8220;&#8230;<\/h3>\n<p>Die 23. Olympischen Winterspiele in Pyeongchang r\u00fccken immer n\u00e4her und die sportliche Spannung w\u00e4chst. Die Short Trackerin Leonie Herzog (ESV Turbine Rostock) wird dabei aus MV-Sicht am Deutschen Olympischen Jugendlager in der Olympiastadt teilnehmen. Mecklenburg-Vorpommern ist zwar &#8211; leider &#8211; \u00a0kein Wintersport-Land, hatte und hat aber immer wieder Athletinnen und Athleten, die auch im Schnee und auf dem Eis mehr als nur olympisches \u201eStandverm\u00f6gen\u201c zeigten und zeigen \u2026<\/p>\n<p><strong>Bei vier Olympischen Winterspielen am Start: Die Short Trackerinnen und Short Tracker aus Rostock\u2026<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_8702\" aria-describedby=\"caption-attachment-8702\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/shorttrack.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8702\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/shorttrack-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8702\" class=\"wp-caption-text\">Short Track-Wettkampf in der Eishalle an der Rostocker Schillingallee. Foto: Wolfgang Gross<\/figcaption><\/figure>\n<p>Gerade der Short Track-Bereich, also die Kurzbahn-Eisschnelll\u00e4uferinnen und Kurzbahn-Eisschnelll\u00e4ufer, waren aus M-V-Sicht \u2013 speziell aus dem Rostocker Blickwinkel \u2013 seit 16 Jahren immer \u201eeine sichere Bank\u201c f\u00fcr eine Olympia-Teilnahme.<\/p>\n<p>Die bisherigen Olympionikinnen und Olympioniken im Short Track des ESV Turbine Rostock waren Katrin Weber, Jahrgang 1976, bei Winter-Olympia 1998, Anne Eckner, Jahrgang 1979, bei Winter-Olympia 1998, Arian Nachbar, Jahrgang 1977, bei Winter-Olympia 1998, 2002 sowie 2006, Ulrike Lehmann, Jahrgang 1982, bei Winter-Olympia 2002, Andre Hartwig, Jahrgang 1983, bei Winter-Olympia 2002 sowie 2006 und Aika Klein, Jahrgang 1982, bei Winter-Olympia 2002, 2006 und 2010. Moritz Kreuseler, ebenfalls vom ESV Turbine Rostock, startete 2016 hingegen noch bei den Olympischen Jugend-Winterspielen in Lillehammer.<\/p>\n<p><strong>Rostock und das olympische Eishockey<\/strong><\/p>\n<p>Die Short Trackerinnen und Short Tracker sind jedoch nicht die einzigen Eissportlerinnen und Eissportler \u201eMade in MV\u201c mit olympischer Vergangenheit.<\/p>\n<figure id=\"attachment_2230\" aria-describedby=\"caption-attachment-2230\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/icehockey.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2230 size-full\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/06\/icehockey.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"500\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-2230\" class=\"wp-caption-text\">Symbolfoto &#8211; Eishockey<\/figcaption><\/figure>\n<p>Rostock ist ja auch eine Hochburg des Eishockeys. So spielte 1968 in Grenoble auch der geb\u00fcrtige Grapzower und fr\u00fchere Wahl-Rostocker Dietmar Peters in der Eishockey-Olympia-Auswahl der DDR, mit der er Achter wurde.<\/p>\n<p>Damit war Dietmar Peters nicht der einzige Mecklenburger im DDR-Team 1968. Mit Peter Prusa stand damals auch ein geb\u00fcrtiger Rostocker in der ostdeutschen Eishockey-Mannschaft. Und zus\u00e4tzlich war auch Bernd Karrenbauer, der zun\u00e4chst bei Dynamo Rostock, dann beim SC Dynamo Berlin agierte, am \u201eDDR-Puck\u201c aktiv. Den DDR-Eishockey-Cracks gelang seinerzeit ein Sieg gegen Norwegen mit 3:1 und erreichte auch gegen die USA (4:6), Finnland (2:3), Schweden (2:5) und die Bundesrepublik (2:4) achtbare Resultate.<\/p>\n<p>Lediglich die Spiele gegen die UdSSR (0:9), gegen Kanada (0:11) und die Tschechoslowakei (3:10) verliefen suboptimal. Aber egal, bereits die Olympia-Qualifikation war ein gro\u00dfer Erfolg! Olympiasieger wurde vor 50 Jahren die Sowjetunion vor der CSSR, Kanada und Schweden.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7600\" aria-describedby=\"caption-attachment-7600\" style=\"width: 1000px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/eisschnellauf-beispiel-symbolfoto.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-7600 size-full\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/eisschnellauf-beispiel-symbolfoto.jpg\" alt=\"\" width=\"1000\" height=\"667\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7600\" class=\"wp-caption-text\">Symbolfoto &#8211; Eisschnelllauf<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Olympisches Eisschnelllaufen mit mecklenburgischer Erfolgstradition<\/strong><\/p>\n<p>Im Eisschnelllaufen, also auf den \u201enormalen\u201c Kanten, sorgten Sportlerinnen und Sportler aus M-V oder mit M-V-Wurzeln zudem f\u00fcr gro\u00dfe Erfolge.<\/p>\n<p>Das olympische Eislauf-\u201eVorspiel\u201c aus M-V-Sicht machte Helga Obschernitzki-Haase, die bis 1952 in Schwerin-Neum\u00fchle lebte, in der heutigen Landeshauptstadt M-V damals auch Handball spielte und 1960 als Mitglied des SC Dynamo Berlin bei den Winterspielen 1960 in Squaw Valley Gold \u00fcber 500 Meter sowie Silber \u00fcber 1000 Meter erk\u00e4mpfte. Vier Jahre sp\u00e4ter, 1964 in Innsbruck, war sie immerhin noch Vierte \u00fcber 1000 Meter und F\u00fcnfte \u00fcber 1500 Meter.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1959\" aria-describedby=\"caption-attachment-1959\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/boerner-kessowmv.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-1959\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/05\/boerner-kessowmv-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1959\" class=\"wp-caption-text\">Auf dem weltmeisterlichen und olympischen Eis-Oval erfolgreich: Die geb\u00fcrtige Wismarerin Jacqueline B\u00f6rner und die geb\u00fcrtige Rostockerin Karin Kessow. Foto: M.M.<\/figcaption><\/figure>\n<p>\u201eGoldig\u201c wurde es dann wieder 1992. Die geb\u00fcrtige Wismarerin Jacqueline B\u00f6rner erk\u00e4mpfte nach ihrem Weltmeistertitel im Mehrkampf 1990 bei den Winterspielen 1992 in Albertville au\u00dferdem Gold \u00fcber 1500 Meter. Sechzehn Jahre zuvor, bei den Winterspielen 1976 in Innsbruck, pr\u00e4sentierte dagegen sich gleich eine Rostocker Troika auf dem olympischen Eisschnelllauf-Oval: Karin Kessow, die Weltmeisterin im Mehrkampf 1975, Heike Lange, die Vize-Weltmeisterin 1975 beim Sprint-Weltchampionat, und Horst Freese, der mehrfache DDR- und dann bundesdeutscher Meister im Eisschnelllaufen.<\/p>\n<p>In Innsbruck gab es f\u00fcr die Drei leider kein Edelmetall. Karin Kessow belegte Platz f\u00fcnf \u00fcber die 1500 Meter sowie Platz vier \u00fcber die 3000 Meter, Heike Lange schaffte die R\u00e4nge zehn (500 Meter) bzw. acht (1000 Meter) und Horst Freese kam auf den neunten Platz \u00fcber 1000 Meter.<\/p>\n<p>Und ein geb\u00fcrtiger Barther Eisschnelll\u00e4ufer startete ebenfalls unter den olympischen Ringen. Roland Freier kam 1988 bei den Olympischen Winterspielen in Calgary zu jeweils Rang acht \u00fcber die 5000 Meter und 10000 Meter.<\/p>\n<p><strong>Goldene Olympia-Zeiten im Bobsport f\u00fcr M-V<\/strong><\/p>\n<p>Im \u201enormalen\u201c Eisschnelllaufen blieben 1976 f\u00fcr M-V zwar die olympischen Medaillen aus \u2013 daf\u00fcr gab es diese im Bobsport. So erk\u00e4mpfte der 1941 in Boblin geborene und heute in Varnkewitz\/R\u00fcgen lebende ehemalige Bob-Pilot Meinhard Nehmer als Aktiver zweimal Olympia-Gold im Zweier bzw. im Vierer 1976, dazu 1980 in Lake Placid Olympia-Gold im Vierer sowie Olympia-Bronze im Zweier\u00a0 und zus\u00e4tzlich WM-Gold 1977 im Vierer, WM-Silber 1979 im Vierer, WM-Bronze 1978 im Vierer und WM-Silber 1978 im Zweier.<\/p>\n<p>Vierer-Bob-WM-Gold sicherte sich 1995 auch der 1967 in Neubrandenburg geborene Ulf Hielscher, der ein Jahr zuvor, 1994, Olympia-Bronze in Lillehammer erk\u00e4mpft hatte. \u00dcbrigens gemeinsam mit Carsten Embach&#8230; Der 1968 in Stralsund geborene Sportler holte insgesamt sogar viermal WM-Gold: 1995, 1997, 2000 und 2003, dazu noch WM-Silber 2001 (alles im Vierer). Als Kr\u00f6nung gab es 2002 Olympia-Gold (Vierer).<\/p>\n<figure id=\"attachment_8439\" aria-describedby=\"caption-attachment-8439\" style=\"width: 272px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/schneider_buckwitz_damenbob_wc_winterberg_2017_12_09_059__c_dietmar_reker.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-8439 size-medium\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/schneider_buckwitz_damenbob_wc_winterberg_2017_12_09_059__c_dietmar_reker-272x300.jpg\" alt=\"\" width=\"272\" height=\"300\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8439\" class=\"wp-caption-text\">Das Damen-Bob-Duo Schneider\/Buckwitz beim Weltcup im Winterberg im Dezember 2017. Copyright: BSD\/Dietmar Reker<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Zehnkampf-Weltmeister von 1987 und Zehnkampf-Olympiazweite von 1988 Torsten Voss, 1963 in G\u00fcstrow geboren und f\u00fcr den SC Traktor Schwerin als Leichtathlet startend, war ebenfalls ein hervorragender Bob-Sportler. Seine WM-Bilanz im Vierer: WM-Silber 1997, WM-Bronze 1995 und WM-Bronze 1996. Dazu kommt noch Platz acht im Vierer bei Winter-Olympia in Nagano 1998. Weitere Bob-Erfolge: Torsten Voss wurde ebenfalls Gesamt-Weltcupsieger und zweifacher Europameister.<\/p>\n<p>Der geb\u00fcrtige Anklamer Marko H\u00fcbenbecker, Weltmeister im Vierer-Bob 2013, Vize-Weltmeister im Vierer-Bob 2015, WM-Dritter im Vierer-Bob 2012, Europameister im Vierer-Bob 2012 bzw. 2013 und Vize-Europameister im Zweier-Bob 2012, schaffte dann bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi im Vierer-Bob des Piloten Maximilian Arndt Rang sechs.<\/p>\n<p><em>Last but not least, in puncto \u201emecklenburgisch-vorpommerscher Bobsport\u201c:<\/em> Petra Lammert, die einstige Kugelsto\u00dferin des SC Neubrandenburg, war ebenfalls mit dem Bob ausgezeichnet unterwegs und sicherte sich 2012 die Vize-Europameisterschaft und Vize-Weltmeisterschaft.<\/p>\n<p><strong>Rennrodeln \u201eMade in M-V\u201c: M-V auch im beim Skeleton und Rennrodeln in der Vergangenheit gut dabei<\/strong><\/p>\n<p>Auch ein fr\u00fcherer erfolgreicher deutscher Skeleton-Fahrer hat \u201eM-V-Wurzeln\u201c. Sandro Stielicke, 1986 in Teterow geboren, wurde 2009 Junioren-Weltmeister, in der Saison 2010\/11 Gesamt-Weltcup-Zweiter und war 2010 au\u00dferdem Olympionike in Vancouver\/Whistler.<\/p>\n<p>Nicht zu vergessen sind die Rennrodlerinnen Ilse Geisler und Ute R\u00fchrold-Klawonn. Ilse Geisler, die sp\u00e4tere Wahl-Stralsunderin, wurde Weltmeister 1962 und 1963 sowie Olympia-Zweite 1964, und Ute R\u00fchrold-Klawonn, die sp\u00e4tere Wahl-Rostockerin, \u00a0gewann unter anderem EM-Gold 1972, WM-Silber 1973 und 1975, WM-Bronze 1974 bzw. zweimal Olympia-Silber 1972 und 1976.<\/p>\n<p><strong>Ein \u201eErfolgs-Feeling\u201c f\u00fcr k\u00fcnstlerische Eis-Kufen<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_6236\" aria-describedby=\"caption-attachment-6236\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/eiskunstlaufrostock.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-6236\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2017\/10\/eiskunstlaufrostock-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-6236\" class=\"wp-caption-text\">Rostocker Eiskunstl\u00e4uferinnen bei einer fr\u00fcheren Show-Veranstaltung in Schwerin Foto: M.M.<\/figcaption><\/figure>\n<p>In Mecklenburg und Vorpommern werden aber nicht nur erfolgreiche Eishockey-Spieler, Kurzbahn-Eisschnelll\u00e4uferinnen und Kurzbahn-Eisschnelll\u00e4ufer, Bobfahrer oder Skeleton-Athleten geboren. Auch im Eiskunstlaufen stand die Wiege sp\u00e4terer erfolgreicher L\u00e4uferinnen und L\u00e4ufer in unserem Bundesland.<\/p>\n<p>F\u00fcr Ralph Borghard, Jahrgang 1944, trifft das \u201evoll\u201c zu. Der geb\u00fcrtige Rostocker\u00a0 wurde dreifacher DDR-Meister 1963, 1964 und 1966, EM-Sechster 1963 bzw. 1966, war WM-Teilnehmer 1966 und Olympionike 1964, jeweils im Herren-Einzel.<\/p>\n<p>Der Paarl\u00e4ufer Rolf Oesterreich, Jahrgang 1952, ebenfalls in Rostock geboren, konnte dann zehn bzw. zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter mit seiner Partnerin Romy Kermer sehr gro\u00dfe Triumphe feiern. So wurde Rolf WM-Dritter 1974 und jeweils WM-Zweiter 1975 bzw. 1976, belegte bei den EM 1974, 1975 bzw. 1976 jeweils Platz zwei und erk\u00e4mpfte Olympia-Silber 1976.<\/p>\n<p>Und der geb\u00fcrtige Greifswalder Robin Szolkowy, 1979 in Greifswald geboren, hat ebenfalls eine mehr als imposante Medaillen-Sammlung: f\u00fcnfmal WM-Gold (2008, 2009, 2011, 2012, 2014), zweimal WM-Silber, einmal WM-Bronze, viermal EM-Gold (2007, 2008, 2009, 2011), dreimal EM-Silber und zweimal Olympia-Bronze 2010 bzw. 2014\u00a0 \u2013 alles erlaufen mit seiner Partnerin Aljona Savchenko. Das Duo belegte zudem bei Winter-Olympia 2006 einen ausgezeichneten sechsten Rang.<\/p>\n<p><strong>Ein geb\u00fcrtiger G\u00fcstrower mit drei Olympia-Medaillen im Biathlon<\/strong><\/p>\n<p>Ein Athlet aus der Ernst-Barlach-Stadt G\u00fcstrow setzte bei drei Olympischen Winterspielen im Zweikampf mit Gewehr und Skiern olympische Erfolgs-Akzente: Frank-Peter Roetsch, auch f\u00fcnffacher Weltmeister 1985-1989, erk\u00e4mpfte 1988 in Calgary zweimal Olympia-Gold (10 Kilometer und 20 Kilometer), 1984 in Sarajevo Olympia-Silber (20 Kilometer) und wurde in Albertville 1992 unter anderem Neunter (10 Kilometer).<\/p>\n<p><strong>Tja, was bliebe noch anzumerken?!<\/strong> Leider geh\u00f6ren bislang das Eis-Angeln und auch das Eis-Segeln noch nicht zum olympischen Programm \u2013 sonst w\u00e4re die mecklenburgisch-vorpommersche Bilanz bei Winterspielen nat\u00fcrlich noch beeindruckender.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span style=\"color: #808080;\"><strong>Olympische (Gold-)Statements von einem Mecklenburger, einer Mecklenburgerin und einem Vorpommern<\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong>Frank-Peter Roetsch<\/strong>, Jahrgang 1964, Geburtsort G\u00fcstrow, Verein SG Dynamo Zinnwald, f\u00fcnffacher Biathlon-Weltmeister 1985-1989, dreifacher Biathlon-Gesamt-Weltcup-Sieger 1984, 1985 bzw. 1987, zweifacher Olympiasieger 1988\u00a0 sowie Olympia-Zweiter 1984 und Olympia-Starter 1984, 1988 und 1992<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong><em>&#8222;Kanada versteht es, V\u00f6lker zu verbinden&#8230;&#8220;<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Frage:<\/em> Sie nahmen insgesamt an drei Olympischen Winterspielen teil \u2013 1984 in Sarajevo, 1988 in Calgary und 1992 in Albertville. Unabh\u00e4ngig vom sportlichen Erfolg: Welche Winterspiele waren f\u00fcr Sie die sch\u00f6nsten, bei welchen Spielen sammelten Sie die nachhaltigsten Eindr\u00fccke?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Frank-Peter Roetsch:<\/em> In diesem Fall sind die erfolgreichsten auch die nachhaltigsten Spiele, also Calgary 1988. Kanada versteht es, V\u00f6lker zu verbinden, das imponiert mir am meisten. Die Freundlichkeit, Herzlichkeit und Offenheit der Gastgeber von Calgary sp\u00fcrt man noch heute.<\/span><\/p>\n<p>___<\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong>Jacqueline B\u00f6rner<\/strong>, verheirate Schubert, Jahrgang 1965, Geburtsort Wismar, Verein Berliner TSC, Mehrkampf-Weltmeisterin 1990 und Eisschnelllauf-Olympiasiegerin 1992 in Albertville \u00fcber 1500 Meter<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_8703\" aria-describedby=\"caption-attachment-8703\" style=\"width: 241px\" class=\"wp-caption alignright\"><a style=\"color: #808080;\" href=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/jacquelineschubert.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-8703\" src=\"https:\/\/mv-sport.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/jacquelineschubert-241x300.jpg\" alt=\"\" width=\"241\" height=\"300\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-8703\" class=\"wp-caption-text\">Die geb\u00fcrtige Wismarerin Jacqueline B\u00f6rner, verheiratete Schubert, Olympiasiegerin 1992 im Eisschnelllaufen \u00fcber die 1500 Meter. Foto: M.M.<\/figcaption><\/figure>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong><em>&#8222;Es gibt sportlich nichts Besseres&#8230;&#8220;<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Frage: <\/em>Fast sensationell \u2013 vor dem Hintergrund Ihres schweren Unfalles 1990 \u2013 wurden sie 1992 bei den Winterspielen in Albertville Olympiasiegerin \u00fcber 1500 Meter. F\u00fcr Sie eine Genugtuung, auch nach mancher Unstimmigkeit mit Sportfunktion\u00e4ren vor 1990, oder ganz einfach die Erf\u00fcllung eines Lebenstraumes?!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Jacqueline Schubert:<\/em> Olympia ist f\u00fcr jede Sportlerin und jeden Sportler so gro\u00dfartig. Es gibt sportlich nichts Besseres. Der Olympiasieg war die Erf\u00fcllung eines Lebenstraumes, ein gro\u00dfes Gl\u00fcck, eine Selbstbest\u00e4tigung und ein erfolgreicher Augenblick, den man nicht vergisst. An die ersten drei Tage danach erinnere ich mich gar nicht mehr so genau (Nicht etwa, weil ich zu viel \u201eChampus\u201c getrunken h\u00e4tte&#8230;), ich lebte wie in Trance. Es war Freude und Gl\u00fccksgef\u00fchl zugleich! Auch wenn ich ansonsten nicht \u201ebibelfest\u201c bin: Der liebe Gott hat es mehr als gut mit mir gemeint: Er h\u00e4tte mir in Albertville`92 auch Bronze \u201eschenken\u201c k\u00f6nnen \u2013 und ich w\u00e4re sehr, sehr gl\u00fccklich gewesen&#8230; Jedoch Gold \u2013 das war der \u201eHammer\u201c!<\/span><\/p>\n<p>___<\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong>Carsten Embach<\/strong>, Jahrgang 1968, Geburtsort Stralsund, Verein BSR Rennsteig Oberhof, Olympia-Gold im Bob-Vierer 2002, Olympia-Bronze im Bob-Vierer 1994 und vierfacher Weltmeister im Vierer-Bob zwischen 1995 und 2003<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong><em>&#8222;Jeder Erfolg ist auf seine Weise sch\u00f6n&#8230;&#8220;<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Frage:<\/em> Sie wurden Olympiasieger 2002. F\u00fcr Sie auch der sch\u00f6nste sportliche Erfolg in Ihrer Karriere?!<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Carsten Embach:<\/em> Jede Medaille, jeder Erfolg ist auf seine Weise sch\u00f6n. Hinter jeder Medaille und hinter jedem Sieg, ob bei Olympia, WM oder EM, steckt ja eine eigene besondere Geschichte. Das macht ja jeden Erfolg auch auf eine ganz subjektive Weise so einzigartig. Dennoch: Der Olympiasieg 2002 in Salt Lake City ist schon der H\u00f6hepunkt meiner Karriere \u2013 der Olympiasieg ist nun einmal das Allergr\u00f6\u00dfte, was eine Sportlerin bzw. ein Sportler erreichen kann. Nachhaltig bleiben mir auch die Olympischen Winterspiele 1994 in Lillehammer in Erinnerung. Damals war ich erst anderthalb Jahre im Bobsport dabei und gleich bei den ersten Spielen gewann ich Bronze. In Nagano wurde ich als Ersatzmann nominiert und 2002 gab es das erw\u00e4hnte Olympia-Gold.<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h4><span style=\"color: #808080;\"><strong>Olympisches Kalenderblatt\/Short Track vom 4.M\u00e4rz 2010 (Archiv-Beitrag von rostock-sport.de)<\/strong><\/span><\/h4>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong><em>Nach Winter-Olympia 2010: Die Short Trackerin Aika Klein, Jahrgang 1982, vom ESV Turbine Rostock im Fokus \/ &#8222;Denke nun vor allem an die sch\u00f6nen Momente der Short Track-Laufbahn zur\u00fcck..&#8220;<\/em><\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Im Januar gab es f\u00fcr Rostocks Short Track-Ass Aika Klein (ESV Turbine) Staffel-EM-Gold in Dresden, bei den Winterspielen 2010 war sie nun die einzige Olympionikin aus Mecklenburg-Vorpommern. \u00dcber die 1000 Meter erreichte sie im Pacific Coliseum in Vancouver das Viertelfinale.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Die olympischen Short Track-Wettbewerbe wurden auch 2010 von Asiaten und Nordamerikanern beherrscht. Erfolgreichste Short Track-Nation bei den Damen wurde China mit viermal Gold. Wang Meng erk\u00e4mpfte als erfolgreichste Short Trackerin dreimal Gold. Bei den Herren dominierte Korea mit zweimal Gold, dreimal Silber sowie zweimal Bronze. Lee Jung-Su schaffte als erfolgreichster Short Tracker dabei zweimal Gold und einmal Silber. Gastgeber Kanada erlief ebenfalls zweimal Gold.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong>Doch wie lautet das Res\u00fcmee von Aika Klein \u00fcber Vancouver 2010 ?! <\/strong><strong>Aika Klein \u00fcber die Winterspiele 2010, die dortigen Wettk\u00e4mpfe im Short Track, ihre Leistungen, den Stellenwert des Short Tracks in Deutschland, ihre olympischen Erfahrungen 2002, 2006 bzw. 2010 und ihre sportliche Karriere<\/strong><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><strong><em>&#8222;Denke nun vor allem an die sch\u00f6nen Momente der Short Track-Laufbahn zur\u00fcck&#8230;&#8220;<br \/>\n<\/em><\/strong><\/span><br \/>\n<span style=\"color: #808080;\"> <em>Frage:<\/em> Aika, die XXI.Olympischen Winterspiele sind Geschichte. Wie lautet Ihr pers\u00f6nliches und sportliches Fazit?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Aika Klein:<\/em> Insgesamt war ich mit meinen Leistungen in Vancouver schon sehr zufrieden, auch wenn sich das auf den ersten Blick nicht in den Ergebnislisten widerspiegelt. L\u00e4uferisch konnte ich mit den Besten schon mithalten, es trennen mich letztendlich keine \u201eWelten\u201c von den L\u00e4uferinnen der dominierenden L\u00e4nder. Das zeigt auch, dass ich in guter Form war. Leider musste ich eine Disqualifikation hinnehmen, \u00fcber 1000 Meter geriet ich ins Straucheln. Das ist bei einem Gro\u00dfereignis wie Olympia nat\u00fcrlich doppelt bitter.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Das deutsche Short Track-Team \u2013 Tyson Heung belegte ja einen tollen f\u00fcnften Platz \u00fcber die Meter \u2013 bewies mit den Leistungen von Vancouver, dass es zu den st\u00e4rksten L\u00e4ndern in dieser Sportart geh\u00f6rt. Etwas entt\u00e4uscht war ich allerdings von der Stimmung in der Halle. Sie war zwar voll besetzt, aber letztendlich wurden doch nur die L\u00e4uferinnen und L\u00e4ufer aus Kanada und den USA frenetisch und einseitig angefeuert. Da hatte ich vorher andere Erwartungen, da ja die Kanadierinnen und Kanadier als sehr faires Publikum gelten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Ich war dann noch bei anderen Wettk\u00e4mpfen, dort war es dann ausgewogener. Selbst bei den Short Track-EM in Dresden war es in dieser Hinsicht \u2013 offen gesagt \u2013 besser.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Frage:<\/em> Die Short Track-Wettbewerbe wurden wie erwartet von den Gro\u00dfen Vier \u2013 China, Korea, den USA und Kanada \u2013 dominiert. Lediglich die Italienerin Arianna Fontana konnte als einzige Teilnehmerin aus Europa \u00fcber 500 Meter mit Bronze eine Medaille erk\u00e4mpfen. Was zeichnete die Short Trackerinnen und Short Tracker aus Asien und Nordamerika aus?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Aika Klein:<\/em> Eine Medaille f\u00fcr das deutsche Team zu erwarten, w\u00e4re eigentlich vermessen gewesen. Gerade in Kanada, den USA, China und Korea ist Short Track Volkssport. Dort besitzt man f\u00fcr Short Track ein F\u00f6rdersystem, was Deutschland insbesondere im Schlittensport aufzuweisen hat.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Die personelle Ausstattung an Trainern und Betreuern, die gesamte Logistik ist in Kanada oder in Korea ganz einfach besser. Und man darf nicht vergessen: Diese L\u00e4nder sch\u00f6pfen aus einem unglaublichen Reservoir an Talenten. Im kanadischen Montreal gibt es bestimmt doppelt so viele Talente und junge Short Track-Begeisterte wie in ganz Deutschland. Short Track hat in Nordamerika, Korea und China eben einen ganz anderen Stellenwert.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Frage:<\/em> Die deutschen Short Tracker konnten leider nicht zum Medaillen-Regen f\u00fcr das deutsche Team beitragen. Was m\u00fcsste sich aus Ihrer Sicht \u00e4ndern, damit die Kurzbahn-Eisschnelll\u00e4uferInnen \u201eMade in Germany\u201c in Zukunft eine olympische Medaille gewinnen k\u00f6nnen?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Aika Klein:<\/em> So zufrieden ich \u00fcber die Ergebnisse des deutschen Teams und mir pers\u00f6nlich bin, um so trauriger stimmt mich die Tatsache, dass unsere Ergebnisse, unsere Leistungen in Vancouver kaum gew\u00fcrdigt und beachtet wurden. Sicherlich haben die alpinen und nordischen Skisportler oder die Schlittensportler gro\u00dfe Erfolge, zahlreiche Medaillen feiern k\u00f6nnen. Aber diese Erfolge sind auch das Ergebnis einer optimalen F\u00f6rderung.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Das ist bei uns noch lange nicht der Fall. So wurden wir in Vancouver gerade einmal von einem Trainer, Eric Bedard, betreut. Ich finde es wirklich schade, dass die Relationen nicht gewahrt wurden. So lief im Biathlon bei den Herren nicht alles nach Wunsch, aber dennoch standen deren Wettk\u00e4mpfe ebenfalls im Fokus. Ich h\u00e4tte mir schon den einen oder anderen Pressevertreter mehr bei unseren Wettk\u00e4mpfen gew\u00fcnscht, der auch die Entwicklung des Short Tracks in Deutschland in den letzten Jahren als auch die schwierigen Bedingungen, unter denen wir unsere Erfolge in den letzten Jahren erk\u00e4mpfen konnte, in de Kontext der Winterspiele gebracht h\u00e4tte.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Immerhin geh\u00f6ren die deutschen Athletinnen und Athleten im Short Track \u2013 neben Italien \u2013 zu den st\u00e4rksten in Europa. Zuletzt wurden unter anderem die Staffeln Vize-Europameister bzw. Europameisterinnen. Das EM-Gold in Dresden bedeutet mir dabei sehr viel.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Meines Erachtens wurde seitens der Funktion\u00e4re, aber auch der Medien vers\u00e4umt, den positiven Schub, den der deutsche Short Track-Sport in den letzten Jahren erhielt, nachhaltig wirken zu lassen. Es gibt hier Vers\u00e4umnisse in der Nachwuchsgewinnung wie in der Vermarktung. Die Erfolge letzten acht Jahre wurden verspielt. Es gibt keine nachhaltige F\u00f6rderung f\u00fcr eine bessere Zukunft des Short Tracks in Deutschland, das mu\u00df ich bedauerlicherweise feststellen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Frage:<\/em> Bei aller Nachdenklichkeit \u2026 Was beeindruckte Sie besonders bei den Winterspielen 2010 ? Wie w\u00fcrden Sie die XXI. Winterspiele charakterisieren?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Aika Klein:<\/em> Ich habe da ja gute Vergleichsm\u00f6glichkeiten \u2013 zu Salt Lake City 2002 oder Turin 2006. F\u00fcr mich gibt es kein unbedingtes \u201eBesser\u201c oder \u201eSchlechter\u201c. In Salt Lake City, einer kleineren Stadt, war alles viel zentraler und famili\u00e4rer. Es waren f\u00fcr mich sehr angenehme Spiele. Aber auch Vancouver waren sehr sch\u00f6ne Spiele \u2013 unabh\u00e4ngig von der Entt\u00e4uschung \u00fcber das kanadische Short Track-Publikum. Wenn man in der Nacht, um 3.00 Uhr, noch durch die Stra\u00dfen Vancouvers zog, pulsierte dort immer noch das Leben.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Die Leute waren unterwegs, machten Musik und freuten sich, dass sie Gastgeber Olympischer Winterspiele sein durften. Man lebte dort einfach den olympischen Traum, die olympischen Ideale. Die Kanadierinnen und Kanadier freuten sich, uns, die Athletinnen und Athleten, begr\u00fc\u00dfen zu k\u00f6nnen, in der Stadt zu haben. Man sprach uns an, begl\u00fcckw\u00fcnschte uns oder w\u00fcnschte nur viel Gl\u00fcck. Das olympische Flair in Vancouver stimmte. Das war in Turin 2006 noch ganz anders. Zwar stimmte die Organisation, aber olympische Atmosph\u00e4re herrschte dort nicht. Alles war dezentral, es waren die Winterspiele der weiten Wege.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">F\u00fcr mich war vielleicht Salt Lake City 2002 noch ein wenig angenehmer, stimmungsvoller als Vancouver. Die XXI.Olympischen Winterspiele waren \u201ealles in allem\u201c ein gro\u00dfer Gewinn f\u00fcr den olympischen Wintersport.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Frage:<\/em> Konnten Sie auch andere Wettbewerbe live verfolgen ? Welche Leistungen, welche Olympioniken beeindruckten Sie \u2013 auch jenseits des Short Tracks?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Aika Klein:<\/em> Ja, ich war noch zu vielen anderen Wettk\u00e4mpfen unterwegs, vorzugsweise in den Eissportarten, den Whistler, Austragungsort der Entscheidungen im Skisport, war dann doch zu weit weg, und wir hatten ja noch unser Training. So waren wir Short Tracker beim Eisschnelllaufen, beim Eishockey (Deutschland gegen Wei\u00dfrussland) und beim Eiskunstlaufen. Dort hatten wir Tickets f\u00fcr die K\u00fcr der Damen \u2013 unvergesslich. Insbesondere die kanadische Eiskunstl\u00e4uferin Joannie Rochette imponierte mir. Kurz vor ihren Wettk\u00e4mpfen starb ja ihre Mutter (Rostock-Sport berichtete), sich dennoch \u2013 nach diesem so tragischen und traurigen Ereignis \u2013 dem Wettkampf zu stellen und eine Medaille zu gewinnen, ist wirklich bewundernswert. Sie verwirklichte damit ihren Traum und den ihrer Mutter, die ja ebenfalls dem Eiskunstlaufsport sehr nahe stand. Ja, das Schicksal und die Leistung von Joannie ber\u00fchrten mich schon sehr.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Frage:<\/em> Sie k\u00fcndigten Ihren R\u00fccktritt an. An den WM in Sofia werden Sie noch teilnehmen. Wie geht es dann f\u00fcr Sie weiter ? Short Track ohne Aika Klein \u2013 das ist ja eigentlich ein NO GO \u2026<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Aika Klein:<\/em> Vancouver waren mit Sicherheit meine letzten Olympischen Winterspiele. Den genauen Zeitpunkt des R\u00fccktritts habe ich ja noch offen gelassen. Ich m\u00f6chte mir alles genau \u00fcberlegen, nicht, dass ich mir nach drei Monaten eingestehen mu\u00df, dass ich noch weiter machen will. Gerade, wenn ich an das Leistungspotential der Staffel denke, kommt schon Wehmut auf. Aber ich mu\u00df auch an das Leben nach dem Sport denken. Letztendlich habe ich in den letzten Jahren viele Opfer auf mich genommen, um erfolgreich im Short Track zu sein.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Daher dauerte mein Studium der Wirtschaftswissenschaften schon l\u00e4nger als geplant, auf viele andere Dinge musste ich ebenfalls verzichten. Leider habe ich den Eindruck, dass viele Erfolge nicht die W\u00fcrdigung und Aufmerksamkeit erhielten, die sie eigentlich verdienten. Die Medaillen bei EM oder im Weltcup, die Olympia-Teilnahmen \u2013 alles wurde nur sehr marginal und tempor\u00e4r sehr befristet in das Blickfeld ger\u00fcckt. Das ist schon entt\u00e4uschend. Sicherlich: Ich habe mich bewusst f\u00fcr eine sportliche Karriere als Short Trackerin entschieden, m\u00f6chte diese auf keinen Fall missen, aber mehr Aufmerksamkeit f\u00fcr meine Sportart h\u00e4tte ich mir in Deutschland schon gew\u00fcnscht.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Aber ich denke nun vor allem an die sch\u00f6nen Momente der Short Track-Laufbahn zur\u00fcck \u2026 Vielleicht gibt es ja noch finanzielle M\u00f6glichkeiten, die eine Fortsetzung der Karriere mit sich bringen?! Mal schauen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Letzte Frage:<\/em> In wenigen Tagen beginnen die Winter-Paralympics. Ein Sportereignis, da Ihr Interesse findet?<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\"><em>Aika Klein:<\/em> Also, ich finde es schon bewundernswert, was die Athletinnen und Athleten mit Handicaps leisten. Sie m\u00fcssen nicht weniger hart trainieren als Sportler ohne Handicaps \u2013 ganz im Gegenteil. Leider bef\u00fcrchte ich, dass auch deren Leistungen nicht so im medialen Mittelpunkt stehen. Wir im Team hatten uns bereits in Vancouver \u00fcber die Winter-Paralympics unterhalten.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Unsere Meinung ist, die Winter-Paralympics am besten vor den Olympics stattfinden zu lassen. Nach Olympia ist es doch meistens so, dass die ganz gro\u00dfe Spannung, das ganz gro\u00dfe Interesse f\u00fcr die Winterspiele schwindet \u2026 Ich pers\u00f6nlich werde auf jeden Fall die Wettk\u00e4mpfe per TV verfolgen.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #808080;\">Dann alles erdenklich Gute f\u00fcr Sie!<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Text und Interviews (Archiv): M. Michels<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>MV-Athletinnen und -Athleten mit dem &#8222;speziellen Gesp\u00fcr f\u00fcr Eis und Schnee&#8220;&#8230; Die 23. 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