Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste vergab den bedeutendsten deutschen Nachwuchsleistungssport-Preis an den Rostocker Goalballclub Hansa und den SV Grün-Weiss Schwerin.

33 Jahre alt ist die Initiative „Das Grüne Band für vorbildliche Talentförderung im Verein“ schon. Seit Jahren zählt jener von DOSB und Commerzbank AG initiierte Wettbewerb zu den renomiertesten in der deutschen Sportlandschaft. Zurecht. Denn belohnt wird die konsequente Nachwuchsarbeit im Leistungssport, unabhängig von der Vereinsgröße oder der Popularität der Sportart. Und neben Anerkennung und Würdigung erhalten die Preisträger jeweils eine nicht unbeachtliche Prämie in Höhe von 5.000 Euro.

"Grünes Band" Hamburg: Alle 10 prämierten Vereine. Foto: Markus Goetzke/DOSB

„Grünes Band“ Hamburg: Alle 10 prämierten Vereine. Foto: © Markus Goetzke/DOSB

Nachdem die diesjährigen 50 Gewinnervereine bereits im Juli bekanntgegeben wurden, begann Ende Oktober die Deutschlandtour des „Grünen Bandes“. Den Auftakt machte Dortmund. Am gestrigen Mittwoch folgte nun der Tourstopp in Hamburg. Im dortigen Volkspark Stadion wurden die Nachwuchsförderpreise an zehn norddeutsche Vereine überreicht. Die Ehrung übernahm Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste im Rahmen seiner Funktion als Botschafter des „Grünen Bandes“.

Unter den Preisträgern waren auch jene zwei aus Mecklenburg-Vorpommern: der Rostocker Goalballclub Hansa und der SV Grün-Weiss Schwerin. „Das Preisgeld werden wir für die nachhaltige Förderung des Nachwuchses investieren.“ verriet der Vorstandsvorsitzende Reno Tiede bereits im Vorfeld. Auch Grün-Weiß-Vorstand Jens Wichmann zeigte sich über die Wertschätzung der Vereinsarbeit hocherfreut: „Unser Ziel ist es schon lange, unsere Förderungskonzepte weiterzuentwickeln, dank dieser Auszeichnung können wir dieses jetzt intensiver verfolgen und möchten die Chance nutzen, um unsere Jugendarbeit noch weiter voranzutreiben!“

Die fünfköpfige Jury bewertet die Bewerbungen nicht allein nach dem sportlichen Erfolg des im Verein geförderten Nachwuchses. Entschieden wird mittels festem Kriterienkatalog. Dieser gewichtet ebenso das gleichzeitige Vermitteln eines gesellschaftlichen Wertekanons, sozialer Kompetenz und Fairness. Damit wird anerkannt und hervorgehoben, dass der Wert des Vereinssports und seiner Nachwuchsarbeit weit über die sportlichen Grenzen hinausgeht.

Die Urteile der Jury

Rostocker Goalballclub Hansa
„Drei Tage vor dem Jury-Entscheid, welche Kandidaten in diesem Jahr das „Grüne Band für vorbildliche Talentförderung“ erhalten würden, feierte der Rostocker Goalballclub Hansa im nahen Marlow die deutsche U19-Meisterschaft. Ein weiterer Meilenstein in der beachtlichen Erfolgsgeschichte des erst fünf Jahre jungen Vereins, der sich bereits zu einer Goalball-Hochburg und einem von bundesweit nur zwei paralympischen Trainingsstützpunkten entwickelt hat. Als Bundesligist und Bundesstützpunkt kümmert man sich bei der RGH nicht nur um die eigenen Vereinsmitglieder – zum Zeitpunkt der Bewerbung 51, darunter elf Kinder und Jugendliche –, sondern auch um die nachhaltige Verbesserung der Strukturen der Sportart. Teil des Konzepts sind regionale Kooperationen mit anderen Talentschmieden, deren junge Talente einmal in der Woche nach Rostock gefahren werden, um sie schon früh in leistungsorientiertes Training einzubinden. Vereinzelt wenden sich auch schon nicht Sehbehinderte dem Goalball zu: Ihnen werden vor dem Training und Spiel die Augen bedeckt.“

SV Grün-Weiß Schwerin
„In der Frauenhandballszene staunte man nicht schlecht, als in diesem Frühling die B-Jugend des SV Grün-Weiß Schwerin in den Play-Offs um die Deutsche Meisterschaft von einem Überraschungserfolg zum nächsten eilte und das Final-Four in Buxtehude erreichte. Zwar war im Finale Endstation, die Enttäuschung aber hielt sich in Grenzen. Das „Grüne Band für vorbildliche Talentförderung“ belohnt das umfangreiche und stichhaltige SV-Nachwuchskonzept, das derartige Leistungen erst ermöglicht hat. Schwerin ist Landesleistungsstützpunkt für den weiblichen Bereich – das Sportgymnasium Schwerin und weitere Schulkooperationen sorgen für zusätzliche Standortvorteile. 32 Trainer*innen kümmern sich um mehr als 200 Kinder und Jugendliche. Die Nachwuchsteams des SV dominieren von der U10 bis hinauf zur U18 die Landesmeisterschaften. Dabei herrscht harter Wettbewerb mit den Volleyballerinnen um die jungen Talente in der Landeshauptstadt. Doch die Angebote des SV GW sind überzeugend, allein im letzten Jahr gab es 48 Neueintritte.“

red / dosb