Nachgefragt beim Golfverband M-V

Das Golf-Jahr 2016 wurde vor allem auch durch die ersten olympischen Golf-Wettbewerbe seit 112 Jahren geprägt. In Rio fanden im August 2016, erstmals wieder nach 1904, olympische Golf-Turniere statt. Bei den Herren setzte sich dabei Justin Rose aus Großbritannien durch.

Die deutschen Starter Martin Kaymer und Alexander Cejka wurden 15. und 21. Bei den Damen gewann hingegen die Südkoreanerin Inbee Park vor der favorisierten Neuseeländerin Lydia Ko. Aus deutscher Sicht belegten Caroline Masson und Sandra Gal die Ränge 21 und 25.

Den 41.Ryder-Cup, der in Chaska ausgetragen wurde, entschieden die USA im Duell gegen Europa klar mit 17:11 für sich.

Auch in Mecklenburg-Vorpommern gab es 2016 einige hochkarätige Turniere. Bei den Landesmeisterschaften M-V in Wittenbeck gingen die Siege an Nicole Bonde Lörup von WINSTONgolf Vorbeck und an Christoph Dreyer vom Golfclub „Zum Fischland“ Ribnitz-Damgarten.

Wie beurteilen nun aber Andrea Bielefeld und Gerd Kuhl vom Golfverband MV das golfsportliche 2016?

Nachgefragt bei Andrea Bielefeld (Geschäftsstelle) und auch bei Gerd Kuhl (Vize-Präsident des Golfverbandes M-V)

Andrea Bielefeld und Gerd Kuhl über Vergangenes und Kommendes im Golfsport

„Schulprojekt des Golfverbandes M-V in Kooperation mit  der Golfschule Rügen hat als Modellprojekt eine herausragende Stellung in ganz Deutschland…“

Frage: Frau Bielefeld, auch das golfsportliche 2016 ist im Endspurt. Wie lautet Ihr persönliches Resümee zum Golf-Jahr 2016 – aus M-V-Sicht?

Andrea Bielefeld: Das Golfland Mecklenburg-Vorpommern ist immer eine Reise wert. Wir verstehen uns als Golfregion! Unsere Golfanlagen sind über das gesamte Bundesland verteilt und durch den stetigen Ausbau der Infrastruktur gut erreichbar.

Die siebzehn sehr unterschiedlichen Anlagen unterscheiden sich durch Spieleigenschaften, Golfplatz-Architektur und Atmosphäre. Auf den für Einsteiger günstigen 9-Loch Anlagen oder die 18-Loch Meisterschaftsplätze findet jeder Golfer seinen Lieblingsplatz.

Wir konnten in der Saison 2016 viele großartige Turniere auch mit überregionalem Charakter ausrichten. Ein Höhepunkt dürfte die Teilnahme unter anderem von Bernhard Langer bei den WINSTONgolf Senior Open vom 8.Juli bis 10. Juli 2016 gewesen sein.

Frage: Wie viele Golfvereine bzw. Golfanlagen gibt es eigentlich in M-V? Wie hoch ist die Mitgliederzahl beim Golfverband M-V?

Andrea Bielefeld: In Mecklenburg-Vorpommern gibt es 17 Golfanlagen mit mehr als 25 Golfplätzen, die für jeden Golfer etwas bereithalten. Familien mit Kindern finden auf den Plätzen genauso spannende Angebote wie der passionierte Golfer, der in Ruhe und Ernsthaftigkeit an seinem Handicap arbeiten will.

Jeder Golfclub bietet in der Saison verschiedenste Turniere an, um sich mit anderen Golfern zu messen oder einfach nur in guter Gesellschaft, mit Bewegung und an frischer Luft dem Alltagsstress zu entfliehen. Und das macht in unserem Bundesland schon über 16000 Mitglieder aus. Im Vergleich zu anderen Sportverbänden im Land stehen wir damit unter den ganz weit vorne in der Mitgliederstatistik.

Frage: Wie ist der Zuspruch bei den Sport-Talenten in M-V zum Golfsport? Gibt es Kooperationen zwischen dem Golfverband M-V und dessen Vereinen mit dem Schulsport?

Gerd Kuhl: Das Schulprojekt des Golfverbandes M-V in Kooperation mit  der Golfschule Rügen hat als Modellprojekt eine herausragende Stellung in der gesamten Bundesrepublik eingenommen.

Im Jahr 2016 wurden in circa 40 Schulen mit durchschnittlich 5 Klassen pro Schule über 6000 Kinder und Jugendliche und auf ihre Fähigkeiten, speziell auf Koordination, Konzentration und Ausdauer gesichtet.

800 Kinder zeigten Interesse an einem Einstieg in den Golfsport, circa 200 setzten diesen Gedanken in die Tat um, in dem sie auf diversen Anlagen in M-V ein kostenfreies Training inkl. Ausrüstung erhielten und von ihren Schulstandorten abgeholt und zurück gebracht wurden.

Die Kosten für dieses Projekt wurden durch den Golfverband M-V, den Deutschen Golfverband und den einzelnen Clubs des Landes getragen.

Frage: Bis 2016 gab es nur ein olympisches Golf-Turnier für Frauen, das die Amerikanerin Margaret Abbott 1900 in Paris gewann. In Rio 2016 ging der Olympiasieg bei den Frauen an Inbee Park (Südkorea). Wie beurteilen Sie die olympischen Golfturniere in Rio, speziell bei den Frauen?

Andrea Bielefeld: Ich möchte die olympischen Golfturniere in Rio nicht auf die Damen beschränken. Grundsätzlich halte ich es für richtig und wichtig, dass der Golfsport wieder als olympische Disziplin ausgetragen wird.

Die Finaltage wurden im Live-Stream vom ZDF übertragen und allen Golf-Begeisterten zugänglich gemacht. Mit 5,8 Millionen Zuschauern konnte sich Golf in der Hitliste der konsumierten Übertragungen im guten Mittelfeld behaupten.

Wer sich ein bisschen mit den Hintergründen des Golfsports auseinander setzt, kommt schnell zu der Einsicht, dass die Frauen mehr Freude am Golfsport haben und noch nicht durch die mehr oder minder hohen Siegprämien verdorben sind.

Sicher ist, dass die Golfer und Golferinnen die ihre Teilnahme an den olympischen Spielen genutzt haben weit mehr als nur ihr persönliches Interesse vertreten haben. Sie haben die Chance genutzt und die Sportart Golf durch die mediale Aufmerksamkeit promotet und dass zählt.

Letzte Frage: Welche Golf-Turniere warten auf die Golfsport-Begeisterten 2017 in M-V?

Andrea Bielefeld: Da sind auf jeden Fall die Landesmannschaftsmeisterschaft der ersten Liga am 8.Juli und 9.Juli 2017 sowie die Landeseinzelmeisterschaft am 9.September  und 10.September 2017 zu nennen, die jedes Jahr sowohl bei den Teilnehmern als auch beim golfinteressierten Publikum ein immer stärkeres Interesse finden.

Wir werden auch 2017 gemeinsam mit der „Ostsee-Zeitung“ und dem Wirtschaftsministerium die OZ-Golfcup-Serie an mindestens 3 Standorten in M-V durchführen und ein absolutes Highlight werden vom 14.Juli bis 16.Juli 2017 die WINSTONgolf Senior Open sein.

Vielen Dank, weiterhin bestes Engagement für den Golfsport und maximale Erfolge dabei!

… Info: Zum olympischen Golfsport

USA im Golfsport 1900 und 1904 dominierend

Bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris gab es sowohl für die Damen als auch für die Herren jeweils eine Einzel-Entscheidung. Bei den Damen setzte sich Margaret Abbott (USA) durch, bei den Herren ihr Landsmann Charles Sands.

Vier Jahre später, 1904 in Saint Louis, wurden dann die vorerst letzten olympischen Golf-Turniere organisiert – ein Einzel-Wettkampf für die Herren und ein Mannschafts-Wettkampf. Letztendlich triumphierte seinerzeit der Kanadier George Lyon und in der Team-Entscheidung die „Western Golf Association“ aus den USA.

Dreizehn olympische Medaillen wurden 1900 und 1904 in den golfsportlichen Konkurrenzen vergeben und die USA sicherten sich den „Löwen-Anteil“ daran: 3 x Gold, 3 x Silber, 4 x Bronze. Kanada erkämpfte 1 x Gold und Großbritannien 1 x Silber, 1 x Bronze.

Olympischer Golfsport in Rio 2016 mit Gold an Südkorea und Grossbritannien

Nun, 2016, gab es endlich wieder olympischen Golfsport in Rio de Janeiro. Bei den Frauen gewann Inbee Park aus Südkorea vor Lydia Ko aus Neuseeland, Shanshan Feng aus China und Stacy Lewis aus den USA. Justin Rose aus Grossbritannien triumphierte bei den Herren vor Henrik Stenson aus Schweden, Matt Kuchar aus den USA und Thomas Pieters aus Belgien.

Marko Michels