Interview mit Hans-Joachim Begall vom Pferdesportverband MV

Im Galopp ging es bisher durch das Jahr 2018 und das gilt im wahrsten Sinne des Wortes erst recht für den Pferdesport. Zahlreiche regionale, nationale und internationale Meisterschaften und Turniere standen schon auf dem pferdesportlichen Wettkampfprogramm in den ersten sechs Monaten des Jahres 2018. Und eben so abwechslungsreich geht es weiter…

Wie beurteilt nun Hans-Joachim Begall, Geschäftsführer des Pferdesportverbandes M-V, der demnächst in den verdienten (Un-)Ruhestand wechselt, das bisherige reitsportliche Geschehen in M-V und darüber hinaus?!

Symbolfoto – Pferdesport

Marko Michels hat für MV-SPORT nachgefragt

„Werde den Pferdesport weiterhin begleiten…“

Frage: Während demnächst, vom 12.September 2018 bis 23.September 2018, die Weltreiterspiele im amerikanischen Tryon „rufen“, wechseln Sie in den sportiven (Un-)Ruhestand… Bleiben Sie dem reitsportlichen Geschehen dennoch erhalten?

Hans-Joachim Begall bleibt dem Pferdesport treu. Foto: M.M.

Hans-Joachim Begall: Ich bin bereits in einigen reitportlichen Ehrenämtern aktiv. Dort werde ich weitermachen. Außerdem werde ich in meiner journalitische Nebentätigkeit weiterhin die Erfolge der Pferde, Reiter und Gespannfahrer begleiten.

Frage: Zwischen Januar 2018 und Juli 2018 war viel los im Reitsport, ob Weltcup-Wettbewerbe, die Landesmeisterschaften M-V oder das CHIO in Aachen. Was waren für Sie persönlich die bisherigen reitsportlichen Highlights 2018 für M-V und darüber hinaus?

Hans-Joachim Begall: Die bisherigen Höhepunkte in MV waren die beiden internationalen Turniere in Redefin und Groß Viegeln. Beide Veranstaltungen haben mit ihrer Durchführung für das Land MV geworben. Reiter und Zuschauer hoffen auf eine Weiterführung der CSI im kommenden Jahr. In Deutschland ist nach wie vor der CHIO Aachen das hippolgoische Highlight.

Frage: Anfang Juli starb eine deutsche Reitsport-Legende, Hans Günter Winkler, der zwischen 1956 und 1976 sieben Olympia-Medaillen, darunter fünfmal Gold, gewann, und 1954 bzw. 1955 zweimal Weltmeister im Springreiten wurde. Was zeichnete aus Ihrer Sicht Hans Günter Winkler aus?

Hans-Joachim Begall: Hans Günter Winkler war ein ehrgeiziger, willensstarker und erfolgsorientierter Sportler. Diese Eigenschaften verlangte er später auch von seinen Reitschülern und Mitarbeitern seiner Marketingfirma.

Frage: Demnächst, vom 17.August 2018 bis 19.August 2018, wird das 28.Reit- und Springturnier mit dem 5.Hunde-Agility-Turnierin Mühlengeez bei Güstrow ausgetragen. Die Doberaner Renntage wurden leider abgesagt… Und im September warten die Weltreiterspiele in Tryon. Welche Bedeutung hat das Mühlengeezer Turnier im regionalen Turnierkalender? Und: Wie beurteilen Sie die Chancen der deutschen Reitsportlerinnen und -sportler für Tryon?

Hans-Joachim Begall: Das Turnier in Mühlengeez ist das pferdesportliche Highlight in der zweiten Jahreshälfte in MV.

Zu Tryon: Wenn die Form von Pferden und Reitern hält, haben die deutschen Reiter durchaus Medaillenchancen bei den Weltreiterspielen in den USA. Die Gastgeber werden alles daran setzen, immer vorn dabei zu sein.  Bundestrainer Otto Becker hat mit der Verjüngung seines deutschen Springkaders den richtigen Schritt gemacht. Immerhin haben drei junge Talente neben Routinier Marcus Ehning den Nationenpreis in Aachen gewonnen.

Auch die Dressurreiter, bei denen in Aachen zwei Top-Pferde fehlten, können Weltmeister werden. Ihr stärkster Konkurrent wird jedoch die Equipe der USA sein.

In der Vielseitigkeit gab es für das deutsche Team in Aachen einen kleinen Dämpfer in der Teamwertung. Wenn Michael Jung wieder dabei ist, sollte auch bei den Buschreitern eine Medaille drin sein. In all diesen drei Disziplinen geht es auch um die Tickets für die Olympischen Spiele in Tokio 2020.

Und für die Viererzugfahrer stehen die Chancen wenigstens auf Bronze auch nicht schlecht. Hier gibt es zwei junge Damen, die den Altherren Konkurrenz um einen WM-Startplatz machen. Nicht vergessen möchte ich, dass wir mit Saskia Deutz aus Sehlen (Insel Rügen) eine Deutsche Meisterin im Behindertensport haben. Und vielleicht bekommt sie auch noch einen Startplatz in der Para-Dressur in Tryon. Im Distanzreiten könnte vielleicht auch Clara Haug aus Waren eine Chance erhalten.

Letzte Frage: Haben Sie schon Pläne für Ihr Leben auch ohne hauptberufliche Tätigkeit für den Reitsport in M-V?

Hans-Joachim Begall: … Erst einmal mehr Zeit mit der bzw. für die Familie zu verbringen und das eigene hippologische Archiv aufzuarbeiten – das sind sind die ersten Pläne.

Vielen Dank und weiterhin alles erdenklich Gute!
M.Michels