Zwischen den Jugendsportspielen M-V in Schwerin und den Olympischen Jugendspielen in Nanjing

Zwei sportliche Großereignisse, speziell für die Sportjugend, gibt es in diesem Sommer 2014 auf regionaler wie internationaler Ebene.

Zwischen 12.Jugendsportspielen M-V und 2.Olympischen (Sommer-)Jugendspielen in Nanjing

Zunächst, vom 28.Juni bis 29.Juni, finden die 12.Jugendsportspiele M-V statt, die 1992 erstmals ausgetragen wurden. Austragungsort ist 2014 Schwerin, wobei aus ganz M-V circa 3200 Kinder und Jugendliche erwartet werden, die in 28  Sportarten ihr Können präsentieren können. Die meisten Teilnahmerzahlen haben Judo (mehr als 500), die Leichtathletik (mehr als 400), Turnen (mehr als 150), Feld-Hockey (mehr als 140), Fußball (circa 130), Schwimmen (mehr als 100) und Ringen (circa 100). Die Sportstätten sind dabei im gesamten Schweriner Stadtgebiet verteilt.

Attraktives Rahmenprogramm

Dazu lockt noch ein Zippendorfer Strandfest, das in die Jugendsportspiele eingebunden ist, mit Angeboten im Kubb, Frisbee-Golf, Beach-Volleyball, den ersten Kanu-Beach Open und Bungee Run.

Insgesamt werden bei den Jugendsportspielen M-V 2426 Medaillen vergeben, davon 809 Goldmedaillen.

Von Schwerin nach Nanjing / Rückblick auf Singapur 2010

Im August, vom 16.8. bis 28.8., folgen dann die zweiten (sommerlichen) Olympischen Jugendspiele für junge Sportlerinnen und Sportler zwischen 14 Jahren und 18 Jahren in Nanjing.

Bei der Premiere vor vier Jahren, in Singapur 2010, nahmen mehr als 3500 junge Athletinnen und Athleten aus 205 Ländern teil. Auf dem Programm standen seinerzeit 201 Entscheidungen in 26 Sportarten. Am erfolgreichsten waren 2010 China mit 51 Medaillen, davon 30 x Gold, vor Russland mit 43 Medaillen, davon 18 x Gold, Südkorea mit 19 Medaillen, davon 11 x Gold, der Ukraine mit 33 Medaillen, davon 9 x Gold und dem multinationalen Mixed-Teams (auch mit deutschen Starterinnen und Startern) mit 28 Medaillen, davon 9 x Gold.

„Team Germany“ holte damals 22 Medaillen, davon 4 x Gold.

Erfolge für M-V in Singapur 2010

Für historische bronzene Momente im Bishan Stadium in Singapur aus Mecklenburg-Vorpommern-Sicht sorgte 2010 Kugelstoßer Dennis Lewke vom SC Neubrandenburg, Jahrgang 1993 und aus Anklam stammend. Dem Schützling von Trainer Gerald Bergmann gelang bei den ersten Olympischen Jugendspielen der Sportgeschichte eine Meisterleistung. Hinter dem Polen Krzysztof Brzozowski (23,23 Meter) und dem Neuseeländer Jackson Gill (22,60 Meter) belegte in der Kugelstoß-Entscheidung am 22.August 2010 Dennis mit der neuen persönlichen Bestleistung von 21,22 Meter den Bronze-Rang.

Ein grandioser Erfolg für den SCN-Athleten. Bereits in der Qualifikation hatte Dennis eine sehr gute Leistung gezeigt, war mit der fünftbesten Leistung in das Finale eingezogen. Dort steigerte er sich weiter … Alle drei Medaillengewinner im Kugelstoßen erzielten dabei neue persönliche Bestleistungen.

Im Wasserspringen sorgte indes Tim Pyritz (WSC Rostock) für Furore. So belegte er Platz sechs vom Drei-Meter-Brett und Platz vier vom Zehn-Meter-Turm.

Weitere sportliche Highlights in Singapur 2010

In den traditionsreichen Sportarten, insbesondere auch für M-V, gab es vor vier Jahren folgende Resultate: Im Boxen avancierten Kubas Talente zur Nummer eins (3 x Gold) und auch Deutschland kam dort durch Artur Bril im Federgewicht zu Gold. Im Fußball triumphierten die chilenischen Mädchen und die bolivianischen Jungen. In der Leichtathletik holten Kenia und Russland jeweils dreimal Gold, wobei hier aus deutscher Sicht ebenfalls Shanice Craft (Diskuswerfen) und Lena Malkus (Weitsprung) gewannen.

Im Turnen belegten Viktoria Komova (Russland/Mädchen) und Yuya Kamoto (Japan/Jungen) im Mehrkampf die ersten Ränge (erfolgreichste Turn-Nation Russland mit dreimal Gold durch Viktoria). Im Kanu-Sport holten Ungarns Youngster zweimal Gold. Im Handball triumphierten die dänischen Mädel und die ägyptischen Jungen. Im Schwimmen (elfmal Gold) und im Wasserspringen (viermal Gold) setzten Chinas Talente die sportlichen Akzente. Im Triathlon errangen Hui Wai Sum (Hongkong/Mädchen) und Miguel Fernandes (Portugal/Jungen) die Goldmedaillen. Im Springreiten (Einzel) jubelte Marcelo Chirico aus Uruguay. Im Rudern schaffte die Deutsche Judith Sievers Gold im Einer und im Segeln sicherten sich die deutschen jungen Asse einmal Silber, einmal Bronze.

Innsbruck 2012 im Winter

Zwei Jahre später, in Innsbruck und Umgebung, wurden dann die ersten (winterlichen) Olympischen Jugendspiele organisiert. Deutschland wurde mit 17 Medaillen, davon 8 x Gold, das erfolgreichste Land vor China, Österreich, Südkorea und Russland. Auch bei den jugendlichen Winterspielen waren gemischte, multinationale Teams am Start.

Sextett aus M-V in Nanjing – ein vorläufiger Zwischenstand

Nun geht es in diesem Sommer aber nach Nanjing und zu den zweiten (sommerlichen) Olympischen Jugendspielen qualifizierten sich bereits sechs Athletinnen und Athleten (Nominierungen und Qualifizierungen noch nicht abgeschlossen): Anika Nehls (SC Neubrandenburg/Kugelstoßen), Lara Kempka (SC Neubrandenburg/Diskuswerfen), Merten Howe (SC Neubrandenburg/Kugelstoßen), Charleen Bänisch (SV Vier Tore Neubrandenburg/Sportschießen), Peer Sönksen (SC Neubrandenburg/Triathlon) und Peter Kadiru (Schwerin/Boxsport).

Anmerkungen zu den jugendlichen Spielen 2014

 Was gilt es noch zu den beiden Sportspielen anzumerken?! Zunächst ist es sehr positiv, dass sich bei den Jugendsportspielen M-V junge Athletinnen und Athleten aus der Region unter Wettkampf-Bedingungen beweisen können, ohne verbissen oder übertrieben ehrgeizig zu agieren. Gerade die Jugendsportspiele M-V haben eine gute Tradition im Nordosten, wobei nicht allein der Erfolg, sondern der Spass am „Aktiv sein“ maßgeblich ist. Junge Talente aus M-V können so behutsam auf nationale und internationale Einsätze vorbereitet werden.

Positiv sind insgesamt auch die Olympischen Jugendspiele zu beurteilen, wobei hervorzuheben ist, dass dort ja nicht nur sportliche Wettkämpfe auf der Agenda stehen, sondern auch das soziale Miteinander und kulturelle Veranstaltungen, auch zur Geschichte des Sportes, dort eine große Bedeutung haben. Klasse ist nicht zuletzt, dass dort multinationale Teams antreten. Das fördert neue Freundschaften! Eher negativ ist allerdings die „Medaillenzählerei“ bereits bei den Olympischen Jugendspielen. Da wird unnötig Druck erzeugt, denn Medaillen sind zwar Ansporn, aber nicht alles, und führen nur „in Versuchung“. Und wo dieses enden kann, wissen wir ja aus entsprechenden ost- und westdeutschen „Sport“-Unterlagen bis 1990…

Alles andere als „gut“ ist auch die zunehmende Vermarktung der Olympischen Jugendspiele sowie der Einfluss der Sponsoren, der Sportpolitik und Sportfunktionäre auf die Gestaltung des Wettkampf- und Rahmenprogrammes. Lasst auch dort die globale Jugend ran… Die weiß am besten, was sie möchte…

Dann auf nach Schwerin und nach Nanjing!

Marko Michels