Von den Deutschen Meisterschaften über das Olympiaschwimmfest zu den WM…

Die 129.Deutschen Meisterschaften im Juni in Berlin hatten eine doppelte Bedeutung: Einerseits ging es natürlich um nationale Meisterehren im Schwimmbecken, andererseits waren dieser ein DSV-Qualifikationswettkampf für die 17.Schwimm-Weltmeisterschaften vom 14.Juli bis 30.Juli in Budapest.

Doppeltes Gold und doppelte Sieger

Zwölf doppelte Siegerinnen und Sieger gab es dabei in Berlin, so bei den Damen mit Nina Kost (SV Nikar Heidelberg) über 50 Meter bzw. 100 Meter Freistil, Sarah Köhler (SG Frankfurt) über 400 Meter bzw. 800 Meter Freistil, Jessica Steiger (VfL Gladbeck) über 50 Meter bzw. 100 Meter Brust, Lisa Graf (SG Neukölln Berlin) über 100 Meter bzw. 200 Meter Rücken und Aliena Schmidtke (SC Magdeburg) über 100 Meter bzw. 200 Meter Schmetterling.

Bei den Herren erkämpften Damian Wierling (SG Essen) über 50 Meter bzw. 100 Meter Freistil, Poul Zellmann (SG Essen) über 200 Meter bzw. 400 Meter Freistil, Marek Ulrich (SV Halle/Saale) über 50 Meter bzw. 100 Meter Rücken, Christian vom Lehm (SG Bayer 04 Leverkusen) über 50 Meter bzw. 100 Meter Brust, David Thomasberger (SV Halle/Saale) über 50 Meter bzw. 200 Meter Schmetterling sowie Jan-Philip Glania und Lucas Matzerath (beide SG Frankfurt) mit den 4 x 100 Meter Lagen-Staffeln der Herren und im Mixed jeweils zweimal Gold.

Insgesamt nahmen 656 Schwimmerinnen bzw. Schwimmer aus 185 Vereinen an den Deutschen Meisterschaften 2017 im Becken-Schwimmen teil, die um die 34 Einzel-Titel und 8 Staffel-Titel wetteiferten.

Vierzehn nach Budapest

Aufgrund der dortigen Resultate nominierte der Deutsche Schwimm-Verband vier Schwimmerinnen und zehn Schwimmer für die weltmeisterlichen Wettkämpfe im Becken-Schwimmen im Juli in Budapest: Franziska Hentke (SC Magdeburg), Lisa Graf (SG Neukölln Berlin), Celine Rieder (SSG Saar Max Ritter), Aliena Schmidtke (SC Magdeburg), Philip Heintz, Clemens Rapp (beide SV Nikar Heidelberg), Damian Wierling, Poul Zellmann (beide SG Essen), Marco Koch (DSW 1912 Darmstadt), Christian vom Lehn (SG Bayer), Marek Ulrich (SV Halle/Saale), Florian Wellbrock (SC Magdeburg), Marius Kusch (SG Stadtwerke München) und Jacob Heidtmann (Swim-Team Stadtwerke Elmshorn).

Olympisches Schwimmen in Rio mit starkem US-Team

Vor zehn Monaten, bei den olympischen Entscheidungen im Becken-Schwimmen in Rio de Janeiro im August 2016, erlitten die deutschen Schwimmerinnen und Schwimmer ein sportliches Waterloo, gewannen keine Medaille.

Dafür sammelten die USA um so mehr, ganz fleißig, Edelmetall in Rio: 16 x Gold, 8 x Silber, 9 x Bronze. Mit großem Abstand folgen Australien mit 3 x Gold, 4 x Silber, 3 x Bronze, Ungarn mit 3 x Gold, 2 x Silber, 2 x Bronze, Japan mit 2 x Gold, 2 x Silber, 3 x Bronze und Großbritannien mit 1 x Gold, 5 x Silber.

Insgesamt erschwammen bei Olympia 2016 Athletinnen und Athleten aus 18 Ländern Medaillen, 13 Staaten dürfen sich – zumindest vorerst – über 13 Goldene freuen.

Michael Phelps nun mit 23 x Gold

Michael Phelps aus den USA „polierte“ seine umfangreiche Medaillen-Bilanz seit 2004 weiter „auf“. Der ohnehin bereits erfolgreichste Olympionike „aller Zeiten“, berücksichtigt werden „die guten wie die schlechten Zeiten“, kommt nunmehr auf 23 x Gold, 3 x Silber, 2 x Bronze. Nun soll der Michael mal für die anderen Platz machen…

Seine Landsfrau Katie Ledecky errang in Rio de Janeiro 2016 insgesamt 4 x Gold, 1 x Silber, nachdem sie in London 2012 schon 1 x Gold geholt hatte. Die Ungarin Katinka Hosszu holte in Rio immerhin 3 x Gold, 1 x Silber.

Weltmeisterliches Kazan 2015 mit Vierkampf

Bei den vorerst letzten, den 16. Weltmeisterschaften im Schwimmen in Kazan Ende Juli/Anfang August 2015, gab es aber noch Edelmetall im Schwimm-Becken für Schwarz-Rot-Gold.

Die  42 WM-Entscheidungen im Becken-Schwimmen entwickelten sich vor zwei Jahren zu einem Vierkampf zwischen den USA, Australien, China und Großbritannien.

Die besten Schwimmerinnen im Becken von Kazan waren dabei Katie Ledecky (USA / Gold über 200 Meter, 400 Meter, 800 Meter, 1500 Meter Freistil bzw. 4 x 200 Meter Freistil), Emily Seebohm (Australien / Gold über 100 Meter, 200 Meter Rücken, 4 x 100 Meter Freistil) bzw. Bronte Campbell (Australien / 50 Meter Freistil, 100 Meter Freistil, 4 x 100 Meter Freistil).

Bei den Herren imponierten mit ihren Leistungen Florent Manaudou (Frankreich / Gold über 50 Meter Freistil, 50 Meter Butterfly, 4 x 100 Meter Freistil), Adam Peaty (Großbritannien / Gold über 50 Meter, 100 Meter Brust, 4 x 100 Meter Lagen/Mixed), Mitch Larkin (Australien / Gold über 100 Meter, 200 Meter Rücken), Ryan Lochte (USA / Gold über 200 Meter Lagen, 4 x 100 Meter Freistil/Mixed) und Sun Yang (China / Gold über 400 Meter, 800 Meter Freistil).

Dreimal WM-Edelmetall für das deutsche Becken-Schwimm-Team 2015

Aus deutscher Sicht gab es drei Medaillen im Schwimm-Becken von Kazan: für Marco Koch (Gold über 200 Meter Brust) sowie jeweils Bronze für Paul Biedermann (200 Meter Freistil) und die 4 x 100 Meter Lagen/Mixed (Jan-Philip Glania, Hendrik Feldwehr, Alexandra Wenk, Annika Bruhn). Der ehemalige Schwimmer des PSV Schwerin Carl Louis Schwarz (jetzt Potsdam) erkämpfte bei seiner ersten Teilnahme an einer Elite-WM einen achtbaren 7.Rang im zweiten Halbfinale über 50 Meter Rücken.

Insgesamt erkämpften 23 Länder Medaillen im WM-Schwimmbecken 2015, darunter 12 Staaten eine oder mehrere WM-Titel. 12 Weltrekorde wurden zudem aufgestellt, dazu weitere WM-Rekorde, Landesrekorde und persönliche Bestzeiten.

Zu den Top-Nationen im weltmeisterlichen Schwimmbecken 2015 zählten die USA (23 Medaillen, 8 x Gold), Australien (16 Medaillen, 7 x Gold), China (13 Medaillen, 5 x Gold), Großbritannien (9 Medaillen, 5 x Gold), Ungarn (9 Medaillen, 3 x Gold), Frankreich (6 Medaillen, 4 x Gold) und Schweden (6 Medaillen, 3 x Gold).

Erfolgreiche WM-Schwimmerinnen und –Schwimmer aus M-V in der Historie

Auch Mecklenburger und Vorpommern schnitten bei den WM im Becken-Schwimmen, Langstrecken-Schwimmen, Synchron-Schwimmen, im Wasserspringen und im Wasserball oftmals ausgezeichnet ab.

Die zahlreichsten schwimmsportlichen WM-Medaillen gingen bislang auf das „Konto“ der Rostockerin Britta Kamrau, die zwischen 2002 und 2007 auf die WM-Bilanz von 4 x Gold, 2 x Silber, 4 x Bronze im Langstrecken-Schwimmen kam. Ihre Rostocker Langstrecken-Kollegin Peggy Büchse schaffte von 1998 bis 2001 immerhin sechs Medaillen, davon 2 x Gold.

Im Becken-Schwimmen sorgten zwei gebürtige Schwerinerinnen in den 1970ern für WM-Medaillen aus M-V-Blickwinkel. Rosemarie Gabriel erkämpfte 1973 und 1975 insgesamt 4 x Gold, 2 x Silber. Andrea Pollack gewann 2 x Silber, 1 x Bronze 1978. Der gebürtige Rostocker Frank Pfütze belegte bei den WM 1975 ebenfalls einen Medaillen-Platz: Rang drei über die 400 Meter Freistil. Und der einstige Schwimmer des ASK Vorwärts Rostock Lutz Wanja kam in Belgrad 1973 zu Bronze über 100 Meter Rücken.

1 x Gold, 1 x Silber war die WM-Ausbeute von 1978 bis 1982 der gebürtigen Greifswalderin Caren Metschuck, die Mitglied des SC Empor Rostock war. Der gebürtige Rostocker Lars Hinneburg holte einmal Gold 1986. Sven Lodziewski, in den 2000ern Arzt am Universitätsklinikum Greifswald, konnte bei WM zwischen 1986 und 2001 insgesamt 1 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze erreichen.

Für den Wahl-Rostocker Thomas Rupprath lautet die WM-Ausbeute zwischen 2001 und 2007 – 1 x Gold, 3 x Silber.

WM-Medaillen für M-V auch im Wasserspringen

Im Wasserspringen langte es aus M-V-Betrachtung auch schon zu WM-Medaillen. Christa Köhler (SC Empor Rostock) triumphierte 1973 in Cali beim Kunstspringen. Ramona Wenzel (SC Empor Rostock) konnte sich 1982 über WM-Silber vom Turm freuen. WM-Silber ersprang 1998 ebenfalls der Rostocker Alexander Mesch (zusammen mit Holger Schlepps) vom Drei-Meter-Brett im Synchronspringen. Die gebürtige Demminerin Heike Fischer konnte zwei WM-Medaillen (1 x Silber, mit Ditte Kotzian, vom Drei-Meter Brett im Synchronspringen 2007 und 1 x Bronze vom Ein-Meter-Brett 2005).

Aktuelle Schwimm-Wettkämpfe in M-V

In Mecklenburg-Vorpommern, speziell in Rostock in der dortigen Neptunschwimmhalle, stehen demnächst auch wichtige Schwimm-Wettkämpfe auf dem Programm: das 19.Olympiaschwimmfest am 15.Juli und der 5.Landespokal am 16.Juli. Ende Oktober gibt es dann das traditionsreiche Internationale Neptunschwimmfest mit dessen 62.Auflage vom 27.Oktober bis 29.Oktober.

Marko Michels

Foto (Michels): Im Schwimm-Becken geht es im Juli um WM-Medaillen.