Sprint-EM-Gold für Laura Lindemann / Schloss-Triathlon mit Nordpokal-Erfolgen über die olympische Distanz für Greifswald und Rostock

Die Triathlon-Saison 2017 verlief bislang sehr spannend – gerade auf der olympischen Distanz. In der WM-Serie wurden bislang vier Stationen (von insgesamt 9) ausgetragen, wobei es keine „klaren“ sportlichen Kräfteverhältnisse gab.

Zwischen WM-Serie…

Die Neuseeländerin Andrea Hewitt bzw. das Bermuda-Girl Flora Duffy  gewannen jeweils zweimal. Acht Länder teilten sich die bisherigen 12 Medaillen der WM-Serie 2017 im Frauen-Bereich, so Neuseeland bzw. die Bermudas (jeweils zweimal Gold), die USA (zweimal Silber, einmal Bronze), Großbritannien bzw. Australien (jeweils einmal Silber) und Österreich, Japan bzw. Italien (jeweils einmal Bronze).

Bei den Herren ging es auch abwechslungsreich zu: Die vier Siege gingen auf die sportlichen Konten von Mario Mola (Spanien, zwei) und Javier Gomez (Spanien) bzw. Alistair Brownlee (Großbritannien / je einen). Die Medaillen erkämpften bis dato bei den Männern insgesamt fünf Staaten: Spanien (dreimal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze), Großbritannien (einmal Gold, zweimal Silber), Südafrika (einmal Silber) und Frankreich bzw. Norwegen (je einmal Bronze).

…Europameisterschaften…

Bei den europäischen Titelkämpfen auf der olympischen Distanz Mitte Juni in Kitzbühel waren hingegen Portugal (zweimal Gold) und Großbritannien (ebenfalls zweimal Gold) die dominierenden Nationen. In Düsseldorf folgten dann Ende Juni die EM auf der Sprint-Distanz.

Wie Jan Sägert, Referent für Kommunikation bei der Deutschen Triathlon-Union mitteilte, gewann Laura Lindemann (Potsdam) am 24.Juni bei den ETU Triathlon-EM über die Sprint-Distanz (0,75 km Schwimmen, 20,8 km Radfahren, 5 km Laufen) in Düsseldorf die Goldmedaille.

„Zwei Tage vor ihrem 21. Geburtstag zeigte die amtierende U23-Weltmeisterin am Rhein ein cleveres Rennen und setzte sich in einem langgezogenen Sprint auf der Zielgerade nach 1:03:35 Stunden gegen die Schweizerin Jolanda Annen (1:03:38 Std.) und Vendula Frintova (Tschechien, 1:03:38 Std.) durch.“, ergänzte Jan Sägert.

„Natürlich bin ich überglücklich, dass ich ausgerechnet hier bei der Heim-EM Gold holen konnte“, sagte Lindemann im Ziel. „Beim Laufen habe ich versucht, Kräfte zu sparen und es auf einen Zielsprint ankommen zu lassen. Dieser Plan ist voll aufgegangen“, so die 20-Jährige weiter.

Gute Ergebnisse erreichten auch die anderen deutschen Triathletinnen: Anja Knapp wurde 10., Sophia Saller 17. und Anabel Knoll 20.Die deutschen Herren überzeugten bei den Triathlon-EM im Sprint ebenfalls. Lasse Priester, Lasse Lührs und Lars Pfeifer erreichten beim Sieg des Portugiesen Joao Pereira die Plätze 6, 8 und 9.

…und M-V

Und auch hierzulande, in M-V, fanden schon wichtige Triathlon-Wettkämpfe statt bzw. folgen noch weitere. Am 17.Juni trafen sich die Athletinnen und Athleten beim 5.Empor-Triathlon am Schaalsee in Zarrentin. Beim „Jederfrau-/Jedermann-Triathlon“ siegten bei den Frauen Nathalie Andrea Främcke (Hamburg) und bei den Herren Christoph Mattner (Schwerin). Im „Triathlon-Wettkampf für Vereinssportlerinnen bzw. -sportler“ setzten sich bei den Frauen Birgit Starck vom Doberaner SV und bei den Herren Dennis Kruse vom Tri-Sport Schwerin durch.

In den kommenden Wochen wird es im Nordosten zudem – triathlon-sportlich betrachtet – sehr vielfältig. Folgende Traditions-Wettkämpfe stehen unter anderem auf dem Programm: am 1.Juli der 11.ALUMAN in Grevesmühlen bzw. der 14.OSPA Papendorfer Triathlon, am 29.Juli der 32.Müritz-Triathlon in Waren/Müritz, am 12.August der 25.Eurawasser-Fun-Triathlon in Güstrow, am 27.August der 18.Sternberger Triathlon, am 3.September der 34.Rostocker Triathlon und am 10.September der „Strandräuber-Ironman 70.3 Rügen“ in Binz.

Der Schweriner Schloss-Triathlon 2017 im Rückblick

Wie ging jedoch der 29.Schweriner Schloss-Triathlon 2017 am 25.Juni aus?!

Bei akzeptablem Wetter – nicht zu warm und nicht zu kalt – und vor idyllischer Kulisse gab es „kleine“ und „große“ Siegerinnen und Sieger.

Bei den „Youngstern“ setzten sich – bei insgesamt  57 Teilnehmerinnen und Teilnehmern – im Wettkampf „Swim and Run“ Lasse Rohrbeck (TriSport Schwerin) bzw. Emma Tiedemann (TC Fiko Rostock), beide „Schüler A“, Julius Porthun (TriSport Schwerin) bzw. Franziska Jeschke (SC Neubrandenburg), beide „Schüler B“, Tyler Nehring (endurance-team Neubrandenburg) bzw. Mina Richter (TriSport Schwerin), beide „Schüler C“, Finn Luca Lauck (triZack Rostock) bzw. Inga Rost (SC Neubrandenburg), „Jugend B“, und Magnus Schlunze (TriSport Schwerin) bzw. Lara Klingbeil (Werner-Lindemann-Schule), „Schüler D“, durch.

Die Gesamt-Einzelwertungen auf der olympischen Distanz (Nordpokal, 113 Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer) entschieden bei den Frauen Lisa Colberg (HSG Uni Greifswald, 2:23:47 Stunden) vor Franziska Lechner (Tri-Bandits/TSG Bergedorf, 2:25:54 Stunden) und bei den Herren Andreas Raelert (TG triZack Rostock, 1:50:47 Stunde) vor Dennis Kruse (TriSport Schwerin, 1:56:59 Stunde), Andreas Breitsprecher (TC Fiko Rostock, 2:07:15 Stunden) bzw. Frank Baalcke (TriSport Schwerin, 2:09:33 Stunden) für sich.

Und auf der Sprint-Distanz (110 Teilnehmerinnen bzw. Teilnehmer) waren bei den Frauen Paula Wermann (TriSport Schwerin, 1:16:23 Stunde) vor Catharina Stanik (Berlin, 1:16:55 Stunde) bzw. Kathrin Lampe (Waren/Müritz, 1:19:55 Stunde) sowie bei den Herren Hauke Claas Heller (ProEnzym Tri Team Hamburg, 1:02:08 Stunde) vor Daniel Hahn (ProEnzym Tri Team Hamburg, 1:04:36 Stunde) bzw. Ole Schwarz (TC Fiko Rostock, 1:05:17 Stunde) die Besten.

In der Wertung Regional-Liga-Nord kamen bei den Frauen Cordula Neudörfer (Kaifu Tri Team, 2:13:13 Stunden) und bei den Herren Benjamin Winkler (USC Kiel, 1:52:26 Stunde) auf die ersten Plätze.

Tja, vom Schweriner Schloss geht es nun nach Grevesmühlen bzw. Papendorf zu den dortigen Triathlon-Wettkämpfen am 1.Juli.

Übrigens: Der frisch gekürte Europameister auf der halben IRONMAN-Distanz, Mitte Juni in Helsingör, Michael Raelert aus Rostock wurde beim 6.Chiemsee-Triathlon Ende Juni über die „mittlere Distanz“ (2 Kilometer Schwimmen, 80 Kilometer Radfahren, 20 Kilometer Laufen) auch Erster.

Triathlonsportlicher Exkurs:

Nachgefragt bei der Europameisterin im Triathlon 2017 über die Sprint-Distanz, Laura Lindemann, Jahrgang 1996

Laura Lindemann über ihren goldenen Wettkampf in Düsseldorf, den Austragungsort Düsseldorf, die Stimmung bei den Sprint-EM, ihre olympischen Ziele und einen eventuellen IRONMAN-Start

„Diese Heim-EM machte das Rennen noch emotionaler…“

Frage: Die EM über die Sprint-Distanz 2017 ist Geschichte. Wie lautet Ihr (goldiges) persönliches Resümee zu den EM aus sportiver, organisatorischer und atmosphärischer Sicht?

Laura Lindemann: Wie soll es anders sein: Aus sportlicher Sicht ist ein gewonnes Rennen fast immer sehr zufriedenstellend. Vor allem, weil es mir gelungen ist, die Vorgaben perfekt umzusetzen.

Ich wollte schnell schwimmen – das ist mir fast gelungen; auf dem Rad das Feld kontrollieren und beim Laufen vorn dabei sein und meinen Schluss-Spurt ausspielen.

Besonders schön ist so ein Sieg zu Hause, was das Rennen natürlich auch emotionaler gemacht hat. Das Rennen in Düsseldorf findet ja schon seit ein paar Jahren statt und es ist immer wieder schön hier her zu kommen, weil man sehr nah an den Zuschauern ist und die Strecke im/am und über den Rhein wirklich spektakulär ist.

Ich denke Düsseldorf hat das Zeug zum zweiten großen deutschen Kurz-Distanz-Triathlon nach Hamburg.

Frage: Welches sind Ihre nächsten sportlichen Ziele in 2017?

Laura Lindemann: Als nächstes wichtiges Ziel steht natürlich das WTS-Rennen Mitte Juli in Hamburg auf dem Plan. Wieder ein Heimrennen, wieder über die Sprint-Distanz und mit der Mixed-Team-Relay-WM – das werden wieder zwei spannende und aufregende Tage. Danach werde ich sicher noch an zwei, drei Weltcup-Rennen teilnehmen, bevor es dann im September zum Finale der WTS-Serie nach Rotterdam geht.

Frage: Olympia 2020 in Tokio ist für Sie doch sicher auch eine große Herausforderung – oder?

Laura Lindemann: Ja, eigentlich ist Tokyo 2020 schon jetzt mein Hauptziel und ich habe alles darauf ausgerichtet. Das heißt, ich versuche bis dahin, in allen Disziplinen noch dichter an die absolute Weltspitze zu kommen.

Frage: Wo liegt für Sie der Reiz an der Sprint-Distanz? Liebäugeln Sie damit, auch „irgendwann“ beim Hawaii-IRONMAN zu starten?

Laura Lindemann: Der besondere Reiz liegt natürlich schon im Namen: „Sprint“. Es geht von Anfang an mit Vollspeed los und jeder kleine Fehler bedeutet beinahe schon die Niederlage. Aber trotz der Geschwindigkeit ist auch die Taktik und Einstellung rennentscheidend. In Düsseldorf zum Beispiel war ich vielleicht nicht die schnellste Läuferin, aber hatte den schnellsten Spurt.

Die Frage nach Hawaii oder besser nach einem Start bei einem Ironman wird mir natürlich immer wieder gestellt. Und wenn man über Triathlon redet, denken die meisten natürlich sofort daran – und natürlich denke auch ich darüber nach, aber vielleicht hilft dort aktuell ein Vergleich aus der Leichtathletik.

Ein 8oo-Meter-Läufer will vielleicht auch mal einen Marathon laufen und hat natürlich gute Grundlagen dafür. Aber wenn er auf der 800-Meter-Strecke konkurrenzfähig bleiben will, muss er sich eben darauf konzentrieren. Aber das Schöne am Triathlon ist ja gerade, dass man verschiedene Ziele und Perspektiven haben kann.

Vielen Dank, dann weiterhin maximale Erfolge, sportlich, persönlich bzw. beruflich, und alles erdenklich Gute!

Marko Michels

PS: Vielen Dank an Jan Sägert (DTU) für die Unterstützung!

Und: Andreas und Michael Raelert zu ihren Wettkämpfen am letzten Juni-Wochenende 2017

Am letzten Juni-Wochenende 2017 gabes  – wie erwähnt – jeweils Erfolge für Michael Raelert (Chiemsee-Triathlon, mittlere Distanz) und Andreas Raelert (Schloss-Triathlon Schwerin, olympische Distanz).

Wie beurteilen die Beiden ihre Wettkämpfe

MV-SPORT fragte nach

Zwischen „gelungener, intensiver Trainingseinheit“ und „zweiter Heimat“

Frage: Andreas und Michael, herzlichen Glückwunsch für die ersten Ränge am Chiemsee und in Schwerin. Wie verliefen die Wettkämpfe aus Eurer Sicht?

Andreas Raelert: Für mich war das eine gelungene, intensive Trainingseinheit. Ich konnte die tolle Atmosphäre gut in eine lange Radausfahrt integrieren und so Abwechslung ins Training bringen

Michael Raelert: Der Chiemgau ist schon fast eine zweite Heimat, in der ich aktuell einen Trainingsblock absolviere. Für mich also eine tolle Gelegenheit die Vorbereitung auf den Ironman Frankfurt mit einer letzten intensiven Belastung und glücklicherweise einen Schub Motivation zu versehen.

Frage: Welche weiteren sportlichen Ziele habt Ihr 2017 noch?

Andreas Raelert: Ich hoffe, dass ich mit den anstehenden Rennen noch genügend Punkte für den Start auf Hawaii sammeln kann.

Michael Raelert: Für mich steht auch klar Hawaii ganz oben. Im September steht dann noch die Weltmeisterschaft auf der Halbdistanz als ganz großes Rennen auf der Wunschliste.

Frage: Was werden die nächsten Wettkämpfe sein? Startet Ihr im Sportsommer 2017 auch bei Laufveranstaltungen?

Andreas Raelert: Wenn möglich, baue ich immer mal wieder Laufveranstaltungen als Belastungseinheit ins Training ein. Zur Qualifikation für Hawaii geht es für mich im ersten Step Ende der Woche nach Edinburgh. Und dann plane ich von Rennen zu Rennen.

Michael Raelert: Ich konzentriere mich momentan komplett auf den Ironman Frankfurt, dann auf meine weiteren Saisonhöhepunkte. Sicherlich werde ich auf dem Weg noch Rennen bestreiten, aber wie bei Andy „Step by Step“.

Vielen Dank und weiterhin maximale Erfolge!

Marko Michels

Archiv-Foto (Michels): Stets viel Resonanz beim Schweriner Schloss-Triathlon.