In knapp drei Monaten beginnt die 29.Sommer-Universiade

Noch knapp drei Monate. Dann „steigt“ in Taipeh die größte Multisportveranstaltung in diesem Sportjahr, die 29.Sommer-Universiade, die Weltspiele im Studenten-Sport.

Erwartet werden auf Taiwan bis zu 14000 Studenten-Sportlerinnen und -Sportler aus mehr als 150 Ländern, darunter natürlich ebenfalls ein Team des „Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes“.

Studentinnen bzw. Studenten und Sport: Das ist eine natürliche Symbiose, denn „zu einem gesunden Geist gehört bekanntlich auch ein gesunder Körper“!

Gwangju 2015 im Rückspiegel

Wie war das aber noch vor zwei Jahren, bei der vorerst letzten Sommer-Universiade in Gwangju?!

 Rund 13000 Studenten-Sportlerinnen und -Sportler aus 146 Ländern wetteiferten zwischen 3.Juli 2015 und 14.Juli 2015 bei der 28.Sommer-Universiade in Gwangju in 272 Entscheidungen bei 21 Sportarten um Gold, Silber und Bronze.

Gute deutsche Bilanz

Das Team des „Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes“ sandte rund 120 Aktive in den Süden Koreas und die Bilanz kann sich durchaus sehen lassen: 5 x Gold, 5 x Silber, 8 x Bronze.

Goldige Universiade-Momente aus deutscher Sicht gab es dabei für Turner Fabian Hambüchen am Reck, für den Leichtathleten Martin Christian Grau über die 3000 Meter Hindernis, für die Leichtathletinnen Lena Urbaniak im Kugelstoßen bzw. Anna Maiwald im Siebenkampf und für die Ruderer Jakob Schneider, Tobias Oppermann, Arne Schwiethal und Clemens Ernsting im Vierer ohne Steuermann.

Asiens Streitmacht enorm stark

Die sportlichen Universiade Top-Nationen 2015 waren jedoch andere… Asiens Streitmacht beeindruckte wieder einmal bei den Weltspielen im studentischen Sport. So wurde Gastgeber Südkorea die Nummer eins im Medaillenspiegel, China kam auf Rang drei, Japan auf Rang vier, der Iran auf Rang neun und Taiwan auf Rang zehn. Zehn asiatische Nationen unter den „Top Ten“ – auch im Sport ist Asien inzwischen ein extrem erfolgreicher Kontinent.

Das meiste Edelmetall „heimste“ jedich Russland (122 Medaillen) ein. Die meisten Goldmedaillen erkämpften die Südkoreanerinnen und Südkoreaner (47 x Gold). Insgesamt holten Studenten-Sportlerinnen und -Sportler aus 64Ländern Plaketten, darunter 42 Staaten eine oder mehrere Goldmedaillen.

Für die Europäer schafften Russland (Platz zwei), Frankreich (Platz sechs), Italien (Platz sieben) und die Ukraine (Platz acht) „den Sprung“ unter die besten zehn Länder.

Die USA belegten in der Endabrechnung Rang fünf.

Blick zu den Kern-Sportarten

In den Kernsportarten Schwimmen, Leichtathletik, Turnen oder Rudern ging es jedoch durchaus abwechslungsreich zu. Die besten Schwimmerinnen und Schwimmer kamen aus den USA und holten 34 Medaillen, darunter 15 x Gold. In der Leichtathletik dominierte die russische Mannschaft mit 29 Medaillen, darunter 12 x Gold. Die erfolgreichsten Ruderboote stellte 2015 Litauen mit 4 x Gold, 1 x Silber. Und die stärksten Turn-Nationen in Gwangju waren die Ukraine bzw. Japan mit jeweils 15 Medaillen und Russland mit 13 Medaillen. In der aus M-V-Sicht traditionsreichen Sportart Wasserspringen waren wieder einmal die Chinesinnen und Chinesen „das Maß aller Dinge“ mit 17 Medaillen, darunter 10 x Gold.

Weiterer Blick zum Team-Ballsport

Spannend verliefen auch die Wettkämpfe in den Mannschafts-Ballsportarten. In den beiden Basketball-Turnieren der Studentinnen und Studenten setzte sich „Team U.S.A.“ durch – bei den Studenten denkbar knapp vor der deutschen Auswahl. Im Fußball stürmten Italien (Studenten) und Frankreich (Studentinnen) zu Gold. Beste Volleyball-Nation, jeweils bei Studenten wie Studentinnen, war Russland. Die Handball-Turniere bescherten Portugal (Studenten) und Russland (Studentinnen) goldene Medaillen. Die besten Baseballer kamen aus Japan und Taiwan. Wasserball spielten hingegen Italien bzw. Ungarn (Studenten) und Australien bzw. Kanada (Studentinnen) ganz besonders erfolgreich.

Vom sommerlichen  Gwangju 2015  zum winterlichen  Almaty2017

Die nächste Universiade war dann die 28.Winter-Universiade vom 29.Januar 2017 bis 8.Februar 2017 in Almaty.

Elf Tage stand also die kasachische Metropole Almaty im Fokus des wintersportlichen Interesses. Bis 1997 war sie auch Hauptstadt Kasachstans und seit Jahrzehnten finden dort auch zahlreiche wintersportliche Großereignisse statt – so auch die 28.Winter-Universiade, die Weltspiele im winterlichen Studentensport, die dort vom 29.Januar bis 8.Februar präsentiert wurde.

Interesse in Deutschland  eher mässig

Obwohl die Winter-Universiaden nach den Olympischen Spielen und den „World Games“, den Weltspielen in den nichtolympischen Sportarten, die grösste Multisportveranstaltung sind, ist das mediale Interesse in Deutschland eher mässig. Woran es liegt?! Startberechtigt sind nur Sportlerinnen und Sportler, die studieren, aber auch viele von diesen konzentrieren sich eher auf andere wichtige Wettkämpfe, wie Weltmeisterschaften, Kontinentalmeisterschaften, Weltcups oder eben Olympia.

Zudem: In einigen Ländern studieren die Universiade-Sportlerinnen bzw. -Sportler längst nicht sehr intensiv, mitunter sogar nur „auf dem Papier“, um sich fast gänzlich auf ihre leistungssportlichen Ambitionen konzentrieren zu können. In den westeuropäischen und nordamerikanischen Staaten ist so etwas jedoch mittlerweile nur noch  bedingt möglich. Es müssen dort schon entsprechende universitäre Leistungen erbracht werden – und die Zeit an der Uni fehlt dann für das notwendige sportliche Training.

Da ist man in anderen Staaten, in Osteuropa, in Ostasien oder in Russland „etwas kulanter“…

Blick in die Historie der Winter-Universiaden

Seit 1960, Austragungsort war seinerzeit Chamonix, werden Winter-Universiaden ausgetragen und den „ewigen Medaillenspiegel“ (bis 2015) führen Russland (einschliesslich SU und GUS) mit 259 x Gold, 233 x Silber, 209 x Bronze vor Südkorea mit 104 x Gold, 74 x Silber, 65 x Bronze, Japan mit 83 x Gold, 94 x Silber, 90 x Bronze und China mit 72 x Gold, 61 x Silber, 74 x Bronze an. Deutsche Studenten-Sportlerinnen bzw. -Sportler kommen da auf eine eher bescheidene Ausbeute: 29 x Gold, 23 x Silber, 29 x Bronze.

Die Sowjetunion bzw. Russland gewann den Medaillenspiegel bei Winter-Universiaden, einschliesslich Almaty 2017, achtzehnmal, von 1966 bis 1985 bzw. 1989, von 1999 bis 2003 und von 2011 bis 2017. Frankreich wurde bei der ersten Winter-Universiade 1960 erfolgreichste Nation. Westdeutschland war 1962 in Villars und 1964 in Spindleruv Mlyn jeweils die Nummer eins.

Die Tschechoslowakei avancierte 1987 zur Top-Nation. Japan schaffte „die Pole Position“ von 1991 bis 1993 bzw. 1997. Südkorea rangierte 1995 und 2007 an der Spitze. Im Jahr 2005 schnitt Österreich am besten bei der damaligen Winter-Universiade ab.

Erste Goldmedaillen für „Schwarz-Rot-Gold“ 1962

Die ersten Goldmedaillen bei einer Winter-Universiade für eine deutsche Studenten-Mannschaft erkämpften 1962 in Villars (Schweiz) die alpine Skisportlerin Barbara Henneberger, die bereits Olympia-Bronze im Slalom in Squaw Valley 1960 gewonnen hatte, im Riesenslalom, in der Abfahrt bzw. in der Kombination, und der alpine Skifahrer Willy Bogner junior, Olympia-Teilnehmer 1960 in Squaw Valley bzw. 1964 in Innsbruck, im Slalom bzw. in der Kombination.

Die begnadete Skisportlerin Barbara Henneberger starb bereits 1964 im Alter von 23 Jahren während der Dreharbeiten zum Film „Ski-Faszination“ von Willy Bogner, ihrem damaligen Freund, durch eine Lawine. Der Vater von Willy Bogner war ebenfalls ein herausragender Skisportler, insbesondere in den nordischen Disziplinen, errang 1934 bei den WM Skilanglauf-Staffel-Silber und 1935 bei den WM Bronze in der Nordischen Kombination.

Vorerst letztes deutsches Gold 2015

Die vorerst letzten Goldmedaillen bei einer Winter-Universiade für eine deutsche Mannschaft hatten 2015 in Strebske Pleso bzw. in Osrblie und in Granada der Eiskunstläufer Peter Liebers, der Snowboarder Daniel Weis und das Team in der Nordischen Kombination in der Besetzung Johannes Wasel, Tobias Simon und David Welde geholt.

Drei Medaillen für den ADH in Almaty

In Almaty lief es für das Team des Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverbandes so „la la“. 29 Aktive für „Schwarz-Rot-Gold“ waren vor Ort und die Medaillen-Ausbeute war sehr übersichtlich. In den 88 Entscheidungen der 10 angebotenen Sportarten gab es aus deutschem Blickwinkel gab es jeweils Silber für Tobias Simon in der Nordischen Kombination bzw. für die alpine Skisportlerin Monica Hübner im Slalom und einmal Bronze im Eistanzen für das Paar Shari Koch/Christian Nüchtern.

Die Konkurrenz war allerdings auch „mega-stark“, nahmen doch insgesamt rund 2000 studentische Athletinnen und Athleten aus 58 Ländern an der 28.Winter-Universiade in Almaty teil. 26 Ländern schafften dabei Medaillen, fünfzehn Staaten errangen eine oder mehrere Goldmedaillen.

Russland am erfolgreichsten

Die beste Nation wurde wieder Russland mit 29 x Gold, 27 x Silber, 15 x Bronze vor Kasachstan mit 11 x Gold, 8 x Silber, 17 x Bronze, Südkorea mit 11 x Gold, 5 x Silber, 5 x Bronze, Japan mit 6 x Gold, 12 x Silber, 10 x Bronze und Polen mit 5 x Gold, 2 x Silber, 5 x Bronze.

Für Kanada gab es nur einmal Gold, durch das Studenten-Curling-Team, und zweimal Bronze, durch die Eishockey-Teams bei den Studentinnen und Studenten. Die USA begnügten sich mit einmal Silber durch die Snowboarderin Maggie Carrigan und einmal Bronze durch das Eishockey-Team bei den Studentinnen. Norwegen, die traditionsreichste Wintersport-Nation, musste sogar mit nur einmal Bronze durch das Curling-Team bei den Herren zufrieden sein.

Medaillen bei der 28.Winter-Universiade sicherten sich allerdings auch Grossbritannien, Gold durch das Curling-Team bei den Studenten, Armenien, Bronze durch Sergey Mikayelyan in der 10 Kilometer Verfolgung im Skilanglauf (freier Stil), und Australien, Silber durch die Snowboarderin Amber Arazny (Slopestyle) und durch den Snowboarder Joss McAlpin (Big Air).

Ansonsten dominierten in vielen Sportarten die russischen Sport-Studentinnen und Sport-Studenten.

Zwischen Ski-Alpin und Biathlon

Im Alpinen Skisport rangierte Russland nach Ende der Wettkämpfe mit 2 x Gold, 1 x Silber, 2 x Bronze vor Italien mit 2 x Gold auf Rang eins. Jelena Jakowischina (Super G) und Anastasija Silantjewa (Kombination) belegten jeweils aus russischer Sicht Rang eins. Für Italien waren Giulio Giovanni Bosca (Riesenslalom) und Michelangelo Tentori (Super G) erfolgreich.

Im Biathlon gab es das Duell Russland (3 x Gold, 4 x Silber, 6 x Bronze) und Kasachstan (3 x Gold, 3 x Silber, 2 x Bronze). Für Russland triumphierten Semen Suchilow (10 Kilometer Sprint), Sergej Korastylew (12 Kilometer Verfolgung) bzw. die Mixed-Staffel, für Kasachstan Alina Raikowa (15 Kilometer) und Galina Wischnewskaja (7,5 Kilometer Sprint und 12,5 Kilometer Massenstart).

Russische Dominanz in der Loipe

Klar dominierend waren die russischen Skilangläuferinnen und Skilangläufer mit 9 x Gold, 8 x Silber, 2 x Bronze. Dreimal Gold erreichten Lilija Wassiljewa (5 Kilometer klassisch, 15 Kilometer Massenstart klassisch und mit der 3 x 5 Kilometer-Staffel plus 2 x Silber) und Dmitri Rostowstsew (10 Kilometer Verfolgung im freien Stil, 30 Kilometer Massenstart klassisch und mit der 4 x 7,5 Kilometer Staffel plus 1 x Silber).

Vom Snowboard zum Eishockey-Parkett

Am besten waren zudem die russischen Snowboarderinnen und Snowboarder unterwegs, die 5 x Gold, durch Anastasija Loginowa, Bogdan Bogdanow bzw. Michail Matwejew, 2 x Silber, 1 x Bronze errangen.

Die russischen Teams bei den Studentinnen und Studenten im Eishockey zeigten ebenfalls ihre grosse Klasse und bezwangen in ihren Endspielen Kanada (Studentinnen) und Kasachstan (Studenten).

Jelena Radionowa, die Eisprinzessin in Almaty

Im Eiskunstlaufen gingen die drei Goldmedaillen an Russland, an Kasachstan und an die Ukraine. Jelena Radionowa (Russland) wurde die Eisprinzessin in Almaty. Bei den Studenten jubelte Denis Ten (Kasachstan) über Gold. Im Eistanzen sorgten Alexandra Nazarowa/Maxim Nikitin aus ukrainischer Sicht für goldene Momente.

Vom Curling über Ski-Freestyle zum Skispringen

Die kanadischen Studentinnen und britischen Studenten liessen sich die Gesamt-Erfolge im Curling nicht nehmen und in der Nordischen Kombination war Polen mit 2 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze am besten. Adam Cieslar erkämpfte 2 x Gold, 1 x Silber.

Im Ski-Freestyle holten die kasachischen Studentinnen und Studenten 5 x Gold, 1 x Silber, 3 x Bronze. Julia Galischewa und Dimitri Reikherd siegten jeweils in der Disziplin Moguls.

Südkorea mit 6 x Gold, 3 x Silber, 1 x Bronze und China mit 2 x Gold, 3 x Silber waren jeweils die erfolgreichsten Länder im Short Track. Bei den Studentinnen freute sich Ha Kyung Son über 3 x Gold und bei den Studenten Do Kyoum Kim bzw. Ji Won Park über jeweils 1 x Gold, 1 x Silber.

Im Eisschnelllaufen lieferten sich auch zwei Länder ein Duell: Südkorea und Russland. Südkorea holte 5 x Gold, 2 x Silber, 4 x Bronze und Russland 4 x Gold, 1 x Silber, 3 x Bronze. Die südkoreanische Eisschnellläuferin Hyunyung Kim kam auf 1 x Gold, 1 x Silber, ihr Landsmann Minkyu Cha auf 2 x Gold.

Und im Skispringen war in Almaty 2017 Japan eine Macht. Nippon ersprang 4 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze. Die Japanerin Haruka Iwasa beeindruckte mit 3 x Gold, ihr Landsmann Naoki Nakamura mit 2 x Gold.

Die 88 Goldmedaillen der 28.Winter-Universiade sind also vergeben, das Universiade-Feuer ist erloschen und es beginnen nun die diversen Analysen zu den Resultaten in Almaty…

Auf nach Taipei im August 2017 und Krasnojarsk im März 2019…

…Der Termin für die nächste, die 29.Winter-Universiade, steht auch schon fest. Vom 2.März 2019 bis 12.März 2019 wird Krasnojarsk Gastgeber für die winterlichen Studenten-Sportlerinnen und -Sportler aus aller Welt sein. Im August 2017 „ruft“ allerdings erst einmal Taipeh.

Universiade-Erfolge aus M-V-Sicht

Bei der Sommer-Universiade 1970 in Turin gab es dabei Gold im Diskuswerfen der Frauen für die gebürtige Greifswalderin Karin Illgen vor den beiden westdeutschen Starterinnen Brigitte Berendonk und Liesel Westermann. Der gebürtige Trantower Jörg Drehmel belegte im Dreispringen Platz drei hinter den sowjetischen Teilnehmern Viktor Sanejew und Nikolai Dudkin. Bei der Universiade 1973 wiederholte Jörg Drehmel diesen Erfolg – wieder Bronze, dieses Mal hinter Michail Bariban sowie Viktor Sanejew (beide UdSSR).

In Sofia 1977 sorgte der für den SC Empor Rostock startende, gebürtige Grevesmühlener Wolfgang Warnemünde für einen „Medaillen-Doppelschlag“ mit jeweils Bronze im Kugelstoßen bzw. im Diskuswerfen. Im Kugelstoßen waren dabei nur die beiden Bulgaren Walcho Stojew bzw. Nikolai Christow und im Diskuswerfen nur die beiden UdSSR-Teilnehmer Nikolai Viktor bzw. Wladimir Rajew besser als Wolfgang Warnemünde.

Zwei Jahre später (1979), in Mexico-City, gab es aus M-V dann doppeltes Leichtathletik-Gold. Die gebürtige Wismarerin Marita Koch, in sportlichen Diensten des SC Empor Rostock, sprintete über die 200 Meter vor Kathy Smallwood und Beverly Goddard aus Großbritannien ins Ziel. Im Kugelstoßen distanzierte die gebürtige Demminerin Ilona Slupianek ihre Konkurrentinnen Helma Knorscheidt (DDR) und Michaela Loghin (Rumänien).

1981 war dann Bukarest Austragungsort der Sommer-Universiade. Das DDR-Team holte dort 4 x Gold / 6 x Silber / 1 x Bronze – und auch M-V-Sportler waren erfolgreich dabei. Wolfgang Warnemünde war als Zweiter im Diskuswerfen, hinter dem Westdeutschen Armin Lemme und vor dem Rumänen Ion Zamfirache, wieder unter den Medaillengewinnern. Der für den SC Traktor Schwerin startende Speerwerfer Gerald Weiß erkämpfte ebenfalls Silber, hinter Dainis Kula bzw. vor Heino Puuste (beide UdSSR), und Ines Müller vom SC Empor Rostock belegte einen zweiten Platz im Kugelstoßen, hinter Helma Knorscheidt (DDR) und vor Ljudmilla Sawina (UdSSR).

Bei der Universiade 1987 in Zagreb gab es für die DDR-Mannschaft im Frauen-Volleyball, mit M-V-Beteiligung, unter anderem mit der gebürtigen Rostockerin Kathrin Langschwager und den SCT-Spielerinnen Ute Steppin bzw. Dörte Stüdemann, Bronze.

Gute Erfolge für M-V auch nach der Wende

Zwei Medaillen für Mecklenburg-Vorpommern gab es dann bei der Sommer-Universiade 1993 in Buffalo. Siebenkämpferin Birgit Gautzsch vom Schweriner SC erkämpfte Silber, hinter Urszula Wlodarczyk (Polen) sowie vor Kelly Blair (USA). Die Rostockerin Wasserspringerin Silke Krüger belegte Platz drei vom Drei-Meter-Brett hinter Brita Baldus (SC DHfK Leipzig) und Paige Gordon (Kanada). Die gebürtige Berlinerin Tanja Damaske, die 1985 bis 1989 für den SC Traktor Schwerin bzw. 1990 bis 1992 für den Schweriner SC startete, wurde 1993 zudem Zweite im Speerwerfen.

Weitere Universiade-Erfolge im Wasserspringen  folgten 1995 in Fukuoka. Vom Ein-Meter-Brett sprangen die beiden Rostockerinnen Dörte Lindner und Silke Krüger zu Gold und Silber. Bronze sicherte sich Yu Xiaoling (China). Auch vom Drei-Meter-Brett reichte es für Dörte Lindner zu einer Medaille. Dörte kam auf Platz drei hinter Rao Lang (China) und Maria Jose Alcala (Mexiko). Das deutsche Frauen-Team, mit Dörte Lindner und Silke Krüger, jubelte zudem über Gold vor den USA und China.

In der mecklenburgischen Traditionssportart Volleyball sorgte dann der gebürtige Schweriner Marco Liefke für ein Universiade-Highlight 1999 auf Mallorca. Mit dem deutschen Herren-Team errang Marco Liefke Gold vor den Mannschaften aus Japan und Spanien.

In Peking 2001 war „Bronze-Zeit“ aus Sicht einer Sportlerin vom SC Neubrandenburg. Die Siebenkämpferin Sonja Kesselschläger schaffte Rang drei hinter der Australierin Jane Jamieson und der Russin Swetlana Sokolowa. Medaillen-Freuden über die 400 Meter Hürden gab es 2007 in Bangkok 2007 und 2009 auf Mallorca für eine frühere Athletin des 1.LAV Rostock, für Jonna Tilgner. 2007 lief Jonna zu Bronze hinter der Kasachin Tatjana Asarowa bzw. der Ukrainerin Anastasija Rabchenjuk und 2009 errang Jonna sogar Silber hinter der Bulgarin Wanja Stambolowa und vor der Dänin Sara Slott Petersen.

Das alles ist aber Vergangenheit. Jetzt gilt es für die deutschen Studenten-Sportlerinnen bzw. -Sportler erfolgreich bei der Universiade 2017 in Taipeh zu bestehen.

Marko Michels

Archiv-Foto (Aufnahme Michels): Die gebürtige Wismarerin Marita Koch (SC Empor Rostock), 400 Meter-Olympiasiegerin 1980 in Moskau, gewann 1979 auch Universiade-Gold über die 200 Meter.