Sophie Czech über ihre frühere Recherche-Arbeit zur Doping-Problematik

Doping im Sport: Symbolbild

Ende Oktober 2017 gibt es in Mecklenburg-Vorpommern, in Stralsund und in Schwerin, zwei Veranstaltungen zum Staatsdoping in der DDR. Vor zwei Jahren stellte eine Abiturientin aus Prenzlau, Sophie Czech, eine interessante geschichtswissenschaftliche Arbeit zu dieser Thematik vor „Anders sein. Außenseiter in der Geschichte Leistungssportler in der DDR – Außenseiter, privilegierte Randgruppe oder staatsnahe Elite?“. Leider wurde diese Arbeit hierzulande nur wenig diskutiert…

Wie war aber nun die Resonanz auf diese Arbeit? Ging das Projekt weiter?

MV-SPORT fragte bei Sophie Czech nach

Sophie Czech über ihre Recherche-Arbeit zum Thema Doping im Rückblick

„Von den Ergebnissen selbst überrascht…“

Frage: Vor zwei Jahren stellte Sie eine geschichtswissenschaftliche Arbeit zum Doping und zum Einfluß des Ministeriums der Staatssicherheit auf den DDR-Leistungssport vor. Warum entschieden Sie sich für dieses Thema? Wie verliefen seinerzeit die Recherchen?

Sophie Czech: Auf das Thema machte mich mein Lehrer, Herr Jürgen Theil, im Rahmen unseres Seminarkurses DDR-Geschichte aufmerksam. Er hat uns damals mehrere Bereiche vorgestellt, aus denen wir dann frei nach unseren Interessen wählen konnten. Ausschlaggebend für meine Themenwahl war meine eigene sportliche „Karriere“ als Karateka.

Die Recherche-Arbeit war sehr mühsam, da es nur sehr wenige valide Quellen gab, auf die ich meine Arbeit aufbauen konnte. Zudem fand ich keinen Interviewpartner, der bereit war, Aussagen zu geben.

Frage: Brachten die Recherchen überraschende Erkenntnisse?

Sophie Czech: Ich selbst war überrascht von den Ergebnissen auf der Veranstaltung in Potsdam. Dort stelle sich heraus, dass viele ehemalige Spitzensportler noch heute an den Folgen des damaligen Dopings leiden und sich diesbezüglich sehr allein gelassen fühlen bzw. auch gar nicht wissen, an wen sie sich wenden können.

Frage: Wie war die Resonanz in Ihrer Region auf diese Recherchen?

Sophie Czech: Es gab auf diese Arbeit keine Resonanz, zwar habe ich damit auch nicht gerechnet, aber es wurde deutlich, dass sich zu wenig Menschen für dieses Thema in der Region interessieren oder dieses aufarbeiten wollen.

Frage: Blieben und bleiben Sie nun an dem Thema dran?

Sophie Czech: Ich suche nicht mehr aktiv nach neuen Aufarbeitungen und Ergebnissen, finde aber das Thema nach wie vor sehr interessant und werde mich dem Thema nun wieder öfters widmen.

Letzte Frage: Was machen Sie derzeit? Schon im Studium?

Sophie Czech: Ich habe 2015 mein Abitur erfolgreich abgeschlossen und studiere nun seit zwei Jahren in Leipzig Betriebswirtschaftslehre.

Vielen Dank, weiterhin alles erdenklich Gute bzw. maximale Erfolge und erst einmal schöne Feiertage!

 

M.Michels