Mit gleich drei Athletinnen und Athleten war der TSC Rostock 1957 bei den Finswimming Jugend-Europameisterschaften auf der griechischen Insel Chios vertreten. Emily Neffgen, Timo Riegmann und Luis Koslov gehörten zum elfköpfigen deutschen Nachwuchsteam, das sich mit den besten europäischen Talenten messen durfte. Für das zu Hause von Jens-Peter Ostrowsky trainierte Trio wurde die EM zu einer Woche voller neuer Erfahrungen, persönlicher Fortschritte und internationaler Wettkampfatmosphäre.
Insgesamt gingen 155 Sportlerinnen und Sportler aus 16 Nationen im modernen „Ioniko Swimming Center of Chios“ an den Start. Das deutsche Team, das größtenteils aus erstmals nominierten Nachwuchsathletinnen und -athleten bestand, belegte im Medaillenspiegel Rang acht. Für die deutschen Podestplätze sorgten Hannah Troppschuh (Leipzig) mit Gold über 200 Meter Streckentauchen sowie Bronze über 400 Meter Streckentauchen, Käthe Wächter (Berlin) mit zwei Bronzemedaillen über 800 und 1.500 Meter Flossenschwimmen sowie Mia Jette Fischer (Lichtenberg), die Bronze über 400 Meter Flossenschwimmen gewann.
Aus Rostocker Sicht setzte vor allem Luis Koslov starke Akzente. Der 15-jährige, gebürtige Wismarer überzeugte auf seinen drei Streckentauch-Distanzen mit konstant starken Leistungen. Über 400 Meter belegte er in 3:15,24 Minuten Rang acht. Auf der 100-Meter-Distanz schwamm er in 37,87 Sekunden auf Platz zehn. Sein persönliches Highlight erlebte Koslov über 200 Meter Streckentauchen: Nach Platz sieben im Vorlauf qualifizierte er sich für das Finale und belegte dort in 1:26,22 Minuten den achten Rang.
„Ich bin mit meiner Leistung insgesamt sehr zufrieden. Ich konnte fast alle Ziele erreichen, die ich mir für den Wettkampf vorgenommen hatte. Besonders freut mich, dass ich über jede Einzelstrecke in die Top 10 gekommen bin. Ein echtes Highlight war für mich das Finale über 200 Meter, das hat großen Spaß gemacht. Außerdem nehme ich viele neue Erfahrungen aus dem Wettkampf mit“, zog Koslov Bilanz.
Auch Timo Riegmann präsentierte sich in guter Form. Der Rostocker Nachwuchsschwimmer erreichte sowohl über 50 Meter als auch über 100 Meter Flossenschwimmen jeweils den zwölften Platz. Über die Sprintdistanz stoppte die Uhr bei 17,94 Sekunden, über 100 Meter bei 40,06 Sekunden. Besonders erfreulich: Beide Resultate bedeuteten persönliche Bestleistungen. Entsprechend positiv fiel sein Fazit aus: „Lief gut, starke Bestzeiten, viele Erfahrungen.“ Insgesamt habe er eine schöne Zeit und viel Spaß gehabt, so der 16-Jährige.
Für die gleichaltrige Emily Neffgen standen die Wettkämpfe ebenfalls ganz im Zeichen des Lernens. Die Hansestädterin trat über 50 und 100 Meter Flossenschwimmen an. Zwar blieben persönliche Bestmarken in den Einzelrennen aus, dafür gelangen ihr in den Staffelwettbewerben inoffizielle Bestzeiten. „Außerdem habe ich neue Erfahrungen gesammelt, welche ich für zukünftige Wettkämpfe nutzen kann“, berichtete die Nachwuchssportlerin nach ihrer Rückkehr.
Für die drei TSC-Talente war die Jugend-EM jedenfalls eine wichtige Standortbestimmung. Den Grundstein hatten sie mit ihren starken Leistungen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften einen Monat zuvor gelegt. Folgerichtig die Nominierung in die Nationalmannschaft durch Bundestrainer Martin Grabowski. Nun werden sie die nächsten Schritte gehen. Vielleicht ja ähnlich wie TSC-Schwimmerin Alma Kellermann, die aktuell bei den Weltmeisterschaften in Südkorea angreift.
red