„Akademischer Sport“ zwischen Mecklenburg und Bangkok

Anfang August findet die Sommer-Universiade 2007 statt.

Vom 08. bis 18. August 2007 wetteifern rund 10000 studentische Sportlerinnen und Sportler aus 150 LĂ€ndern bei der XXIV. Sommer-Universiade im thailĂ€ndischen Bangkok. Nach den Olympischen Spielen ist die Sommer-Universiade, die vom Weltdachverband des UniversitĂ€tssport, FISU (FĂ©dĂ©ration Internationale du Sport Universitaire), in „ungeraden Jahren“ ausgerichtet wird, die zweitgrĂ¶ĂŸte Multisport-Veranstaltung der Welt. Die erste „Universiade“ fand 1959 in Turin statt, nachdem es zuvor eine Reihe von Großveranstaltungen im internationalen Studentensport gab.

Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2008 in Peking gilt die Universiade 2007 fĂŒr Nachwuchshoffnungen wie SpitzenkrĂ€fte als Standortbestimmung. Man kann daher davon ausgehen, dass ein hochklassiges Teilnehmerfeld mit zahlreichen Top-Athleten in den insgesamt 17 Sportarten an den Start gehen wird. Neben der sportlichen Bedeutung hat die diesjĂ€hrige Universiade auch kulturell-politische Relevanz: Staatsoberhaupt König Bhumibol, Schirmherr der Studierenden-Olympiade und bekannter Sportsmann, ließ es sich nicht nehmen, die Veranstaltung in seine Geburtstagsfeierlichkeiten zu integrieren. Eine weitere Besonderheit der XXIV. Sommer-Universiade stellt die hervorragende Infrastruktur dar. Das Zentrum der Universiade bildet das „Thammasat Village“. Die dort in Appartments untergebrachten Athleten und Offiziellen können so den Großteil der SportstĂ€tten sowie die Sevice-Einrichtungen zu Fuß erreichen.

DarĂŒber hinaus setzt das Wettkampfprogramm der Sommer-Universiade neue MaßstĂ€be. In ErgĂ€nzung zu den zehn Universiade-Kernsportarten Basketball, Fechten, Fußball, GerĂ€tturnen und Rhythmische Sportgymnastik, Leichtathletik, Schwimmen, Tischtennis, Tennis, Volleyball, Wasserspringen und Wasserball bieten die Ausrichter die optionalen Sportarten Badminton, Golf, Judo, Softball, Sportschießen und Taekwondo an. Die deutschen Aktiven werden in den Sportarten Badminton, Basketball, Fechten, Fußball, Judo, Leichtathletik, Schießen, Schwimmen, Taekwondo, Tennis, Tischtennis, Volleyball und Wasserspringen um Top-Platzierungen kĂ€mpfen.

Deutsche Medaillenhoffnungen (Teilnehmerzahl/Stand: 25.07.2007 – 130 !) gibt es insbesondere in der Leichtathletik und im Schwimmsport mit den Assen Annika sowie Thomas Lurz, Janne SchĂ€fer, Steffen Driesen, Nicole Hetzer, Britta Steffen oder Katharina Schiller, im Schießsport mit dem Weltcup-Sieger Timo Mohnhaupt, im Tischtennis mit der Vize-Weltmeisterin im Studentensport 2006 Nadine Bollmeier oder im Judo mit Björn Bachmann an der Spitze.

„Bei der Sommer-Universiade werden in diesem vorolympischen Jahr besonders hochkarĂ€tige Mannschaften erwartet, denn fĂŒr viele LĂ€nder stellte die Universiade die Generalprobe fĂŒr Peking 2008 dar !“, sagt Thorsten HĂŒsch, Wettkampfreferent im „Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband/ADH“. HĂŒtsch ist optimistisch, an den Medaillenerfolg der vergangenen Universiade 2005 in Izmir anknĂŒpfen zu können: „Wir haben die Nominierungskriterien erneut angehoben, um auch in diesem Jahr ein international konkurrenzfĂ€higes Team zu stellen. Wir machen kein Geheimnis daraus, dass der adh im Medaillenspiegel unter die Top Ten kommen möchte. Zehn Medaillen sind Pflicht, alles Weitere ist KĂŒr.“ Doch der ADH zĂ€hlt nicht nur Edelmetall, wie GeneralsektetĂ€r Olaf Tabor ergĂ€nzt: „Gerade Top Ten-Platzierungen und persönliche Bestleistungen innerhalb eines so hochklassigen Wettbewerbs bringen speziell die jungen Aktiven in ihrer Gesamtentwicklung weiter. FĂŒr zahlreiche Sportler stellt die Universiade eine wichtige Station auf dem Weg in die Weltelite dar. An dieser Stelle nimmt der adh eine entscheidende Rolle im Rahmen der Leistungsentwicklung der Nachwuchsathleten im deutschen Sport ein.“

Aus Mecklenburg-Vorpommern wird in Bangkok der Rostocker Wasserspringer Frank Sander starten. In den letzten 15 Jahren waren insbesondere die Rostocker Wasserspringer um Dörte Lindner und Silke KrĂŒger, die Schweriner Leichtathletin Birgit Gautzsch oder der Schweriner Basketballspieler Lars GrĂŒbler gute Vertreter aus M-V bei den einzelnen Universiaden.

– Im Jahre 2013 möchte sich der ADH um die Ausrichtung einer Universiade bemĂŒhen. Zuletzt und zum einzigen Mal war Deutschland 1989 Gastgeber einer Universiade in Duisburg.

Letzte Universiade 2005 in Izmir …

Die letzte Sommerspiele im Studenten-Sport, die XXIII.Sommer-Universiade, fand in der tĂŒrkischen Stadt Izmir statt. 131 LĂ€nder nahmen an den Wettbewerben teil. Die letzten Weltspiele begannen dabei am 7. August und endeten am 22. August 2005. Mit 7.635 Teilnehmern war sie die grĂ¶ĂŸte Universiade ĂŒberhaupt. Dies sind beinahe 1.000 Personen mehr als bei der letzten Sommer-Universiade in Daegu/SĂŒdkorea. Deutschland war bei der Universiade mit einer Delegation von 162 Personen vertreten, darunter fanden sich 47 Athletinnen und 58 Athleten. Die insgesamt 105 Aktiven erwartete ein eingespieltes Betreuerteam von 58 Personen.

FĂŒr die Universiade 2005 hatten sich die Staaten Kanada, Mexiko, TĂŒrkei und SĂŒd-Korea beworben. Am 14. Juli 2000 entschied sich die FISU, der internationale Studenten-Sportverband, innerhalb einer Sitzung in der Volksrepublik China fĂŒr den Gastgeber Izmir.
Die besten LĂ€nder in Izmir waren:
01.Russland 26-16-23 / 02.VR China 21-16-12 / 03.Japan 18-18-20 / 04.Ukraine 18-16-18 / 05.USA 17-12-14 / 06.Polen 12-8 -8 / 07.SĂŒd-Korea 11-14-9 / 08.TĂŒrkei 10-11-6 / 09.Taiwan 6-2-4 / 10.Italien 5-6-13 / 11.Frankreich 5-3-7 / 12.Deutschland 4-5-8.

Studentischer Sport in den UniversitĂ€tsstĂ€dten Greifswald und Rostock …

Vor fast 60 Jahren erhielt auch der studentische Sport in Greifswald nach dem II.Weltkrieg eine feste Heimat. Am 04.05.1949 setzten etwa 100 studentische Sportwillige, die ihre Sportarten Leichtathletik, Turnen, Tennis, Handball, Fußball und Segeln ausĂŒben wollten, den Neubeginn in Greifswald. WĂ€hrend dieser Zusammenkunft in der „Mensa academica“ (Bahnhofstraße 50) kam es zur GrĂŒndung der BSG UniversitĂ€t Greifswald.

Bereits im November 1949 erfolgte eine Umbenennung in „HSG Greifswald“. In den folgenden Jahren entwickelte sich die HSG unermĂŒdlich fort, viele Sportarten folgten. In Rostock wurde die HSG als Betriebssportgemeinschaft der UniversitĂ€t Rostock am 04. Mai 1949 ebenfalls in einer Mensa.
Beide HSG gehören heute zu den grĂ¶ĂŸten Sportvereinen ihrer Region.

Wissenswertes zu Frank Sander, Universiade-Starter aus Rostock 2007

Frank Sander trainiert beim Wasserspringer-Club in Rostock. Geboren wurde er 1980 in Malchin. National feierte er u.a. seine grĂ¶ĂŸten Erfolge im 3 Meter-Kunstspringen, als Frank deutscher Meister wurde. Im Jahre 2005 wurde er deutscher Vize-Meister (Kunstspringen) und war Universiade-Teilnehmer.
Zu den letzten WM im Wasserspringen konnte sich der Rostock auch qualifizieren. Frank Sander ist Student fĂŒr die FĂ€cher Biologie und Sport.

M.Michels

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