Sport und Bewegung können Milliarden einsparen und präventiv gegen Krankheiten wirken
Angesichts der wachsenden Finanzierungslücke in der gesetzlichen Krankenversicherung fordert der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), Sport und Bewegung stärker als zentralen Bestandteil der Präventions- und Gesundheitspolitik zu verankern. Hintergrund sind Prognosen, wonach die Lücke bis 2027 auf über 15 Milliarden Euro und bis 2030 auf mehr als 40 Milliarden Euro anwachsen könnte. Aus Sicht des DOSB wird ein entscheidender Hebel bislang vernachlässigt: die systematische Förderung körperlicher Aktivität.
Regelmäßige Bewegung gilt als wirksames Mittel zur Vorbeugung von Volkskrankheiten wie Diabetes, Adipositas und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Zudem stärkt sie die psychische Gesundheit und verbessert Lebensqualität sowie soziale Teilhabe. Internationale Studien zeigen, dass durch ausreichend Bewegung jährlich Milliarden an Gesundheitskosten eingespart und zahlreiche Krankheitsfälle verhindert werden könnten. Gleichzeitig erreicht jedoch etwa ein Drittel der Menschen in der EU nicht das empfohlene Aktivitätsniveau.
Der organisierte Sport in Deutschland bietet dafür bereits eine breite Grundlage. Mit rund 29,3 Millionen Mitgliedschaften in etwa 86.000 Vereinen erreicht er große Teile der Bevölkerung aller Altersgruppen. Sportvereine stellen wohnortnahe und niedrigschwellige Bewegungsangebote bereit und leisten damit einen wichtigen Beitrag zu Gesundheit, Integration und gesellschaftlichem Zusammenhalt.
Mit Initiativen wie dem Qualitätssiegel „SPORT PRO GESUNDHEIT“, dem „Rezept für Bewegung“ und digitalen Angeboten wie der Bewegungslandkarte sieht sich der DOSB bereits als aktiver Teil der Lösung. Gleichzeitig fordert der Verband politische Weichenstellungen, darunter eine nationale Agenda für Bewegungsförderung, stärkere Verankerung in verschiedenen Politikfeldern sowie den Ausbau bestehender Programme, um Bewegung langfristig als festen Bestandteil der Gesundheitsstrategie zu etablieren.
