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Tischtennisnetz an hellblauem Tisch

Historischer Aufstieg: Mecklenburger Stiere erreichen MVs Tischtennis-Oberhaus

„Jetzt spielen wir gegen die Tischtennis-Götter des Landes!“

Die Tischtennis-Abteilung der Mecklenburger Stiere Schwerin darf den größten Erfolg ihrer bisherigen Vereinsgeschichte feiern. Erstmals wird die erste Mannschaft des Vereins in der kommenden Saison in der Verbandsliga aufschlagen und damit in Mecklenburg-Vorpommerns höchster Spielklasse antreten.

Dabei hatte die Saison zunächst mit einem deutlich bescheideneren Ziel begonnen. Mindestens Rang drei sollte es in der Landesliga West werden. Doch die Schweriner wuchsen über sich hinaus und beendeten die Spielzeit mit 11 Siegen, einem Unentschieden und lediglich vier Niederlagen auf dem zweiten Tabellenplatz. Mit 23:9 Punkten mussten sich die Stiere lediglich Tabellenprimus TSV Rostock Süd IV geschlagen geben.

Tragende Säule des Erfolgs war die geschlossene Mannschaftsleistung. Alle eingesetzten Akteure beendeten die Saison mit positiven Bilanzen. Besonders herausragend spielte Hartmut Meincke, der mit einer Einzelbilanz von 41:8 Siegen die zweitbeste Ausbeute der gesamten Liga erreichte. Gemeinsam mit Christian Henschel, Henry Lewerentz und Nico Beck legte er den Grundstein für den größten Erfolg der Vereinsgeschichte.

Eigentlich sollte der Aufstieg erst über die Relegation gegen den 1. TTC Greifswald III und Verbandsligist TSV Rostock Süd III erkämpft werden. Dort mussten die Schweriner jedoch die Überlegenheit der Konkurrenz anerkennen und verloren beide Begegnungen mit 2:8. Dennoch öffnete sich kurz darauf die Tür zur Verbandsliga: Durch den Rückzug einer noch nicht offiziell bekannt gegebenen Mannschaft wurde unerwartet ein Platz frei. Die Mecklenburger Stiere dürfen also nachrücken nun doch den Gang in MVs Oberhaus antreten.

Dass dort ein anderes Niveau wartet, ist den Stieren bewusst. Höheres Spieltempo, weniger Fehler und stärkere Gegner werden die Mannschaft vor neue Herausforderungen stellen. Die Vorfreude überwiegt dennoch deutlich. Kapitän Henry Lewerentz bringt die Stimmung im Team treffend auf den Punkt: „Dieser Aufstieg ist ein riesiger Erfolg. Jetzt spielen wir gegen die Tischtennis-Götter des Landes!“ Gleichzeitig sieht er darin vor allem einen Ansporn; ein Abenteuer, bei dem voraussichtlich viel Lehrgeld gezahlt werde. Aber genau das sei der Reiz des Ganzen. „Wer die Mecklenburger Stiere kennt, weiß, dass sich niemand auf den Lorbeeren ausruht“, sagt er.

Symbolfoto – Tischtennis

Nu liegt vor den Stieren erst einmal eine intensive und schweißtreibende Sommer-Vorbereitung. In den kommenden Wochen wolle man den Fokus voll darauf legen, sich an das steigende Spielniveau heranzuarbeiten. Die Teamführung weiß aber auch, wie wichtig der Support aus den eigenen Reihen ist. „In der höchsten Liga des Landes braucht die Mannschaft ordentlich Unterstützung! Behaltet deshalb rechtzeitig den neuen Spielplan im Auge, sobald er veröffentlicht wird, und tragt euch die Termine unserer Ersten fett in den Kalender ein“, heißt es daher schon jetzt.

Wie sich die Schweriner Stiere fühlen, kenn ein anderes Team nur zu gut. Die Erste des SV Hafen Rostock durfte den für sie ebenfalls geschichtsträchtigen Erfolg mit fast exakt gleichem Werdegang im vergangenen Jahr feiern (siehe hier). Damals war es Aufsteiger SC Parchim III, der zurückzog, auch weil Parchims Zweite bereits in MVs höchster Liga aufschlug. Somit war es den Hanseaten zur eigenen Überraschung plötzlich doch noch vergönnt, in die Verbandsliga aufzusteigen. 2026/27 wird das Team um Kapitän Juan David Lopez Montoya nach verpasstem Klassenerhalt allerdings wieder in der LL aufschlagen.

Nun wollen die Schweriner Stiere ihrerseits ihre Chance nutzen, sich vielleicht längerfristig im Oberhaus zu etablieren. Eines ist aber schon jetzt sicher: für die Landeshauptstädter beginnt in der Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern ein neues Tischtennis-Kapitel.

red


Wissenswertes zu den Ligen:
Seit der Saison 2025/26 gibt es im Tischtennis-Spielbetrieb der Erwachsenen keine offiziellen Herren-Mannschaften mehr. Bundesweit wurden die Ligen für Damen geöffnet, die somit ohne eine umständliche Sonderspielberechtigung in Männer-Teams antreten dürfen. Entsprechend folgte eine Umbenennung von „Herren-Mannschaften“ in „Erwachsene“.