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In Neukloster wird gemeinsam zum Schläger gegriffen

„Ein klares Zeichen für Sport und Zusammenhalt“: Badmintonabteilung greift Sportfreunden aus Neubukow unter die Arme

Wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, springt der Nachbar ein: Die Badmintonabteilungen aus Neukloster und Neubukow rücken in einer schwierigen Situation noch enger zusammen und zeigen, wie stark die regionale Sportgemeinschaft funktioniert – ein klares Bekenntnis zu Fairplay und für ein nachwuchsorientiertes Miteinander.

Die Badmintonsportler und -Sportlerinnen des VfL Blau-Weiß Neukloster wissen, was es heißt, ohne eigene Sportstätte oder mit stark eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten dastehen zu müssen. In den vergangenen Jahren haben sie schon so einige existenzbedrohende Herausforderungen bewältigen müssen. Stetige Aufs und Abs in der Mitgliederstruktur kennt man. Das hat die Sektionsverantwortlichen aber nie davon abgehalten, den Kopf einzuziehen. Im Gegenteil, der Blick in die Zukunft war immer optimistisch und voller Tatendrang.

In der Anfangszeit bestand die Badmintonabteilung nur aus Erwachsenen, Mitte der 2010er Jahre kamen dann mehr und mehr Kinder und Jugendliche dazu. „Die Abteilung Platze aus den Nähten und wir brauchten plötzlich mehr Platz und einen Trainer, der die Kinder und auch Erwachsenen betreuen und anleiten konnte“, erinnert man sich unter den älteren Mitgliedern. In diesem Zuge kam auch der heutige Abteilungsleiter Thomas Krumm dazu. Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden, erwarb der engagierte Ehrenamtler eine Trainerlizenz und legte damit den Grundstock für neue Schritte. „Da wir mittlerweile eine zu große Anzahl an Kindern hatten, gliederten wir 2015 die Kinderabteilung aus“, erzählt Krumm und berichtet: „In den Folgejahren begleiten unsere Abteilung Höhen und Tiefen, wie andere Sparten auch. So hatten wir vergleichsweise viele Abgänge in beiden Gruppen.“  Sehr starke Einschnitte gab es dann allerdings im Zuge der Corona-Pandemie. Und damit nicht genug, so musste Neuklosters Badmintonjugend aufgrund der örtlichen Hallensituation noch einmal rund anderthalb Jahre lang, bis Januar 2025 auf eine eigene Trainingszeit verzichten.

Doch Krumm und seine Mitstreiter ließen sich davon nicht entmutigen. Seit Wiederaufnahme des Nachwuchstrainings vor zehn Monaten wuchsen auch die Mitgliederzahlen kontinuierlich. „Wir können wieder von einer sehr guten Beteiligung sprechen“, so der Badmintontrainer. In den Reihen der Senioren sieht er aber noch Potential: „Wir sind zu wenig und stark in die Jahre gekommen.“ Die, die weiterhin aktiv sind, starten umso engagierter durch – seit der Saison 2024/25 in der Hobbyliga des Badmintonverbandes MV. Die Spielgemeinschaft mit dem Schwaaner SV in der höheren Bezirksliga war während der Pandemiezeit auseinander gebrochen. „In der Hobbyliga sind wir mit teils sehr guten Ergebnissen dabei. In diesem Jahr konnten wir zum ersten Mal auch zwei Jugendspieler und die Mannschaft integrieren“, freut sich der Abteilungsleiter und wertet das als Beleg für die kontinuierliche und zukunftsorientierte Arbeit. Die „sehr guten Ergebnisse“ beziehen auch die Vizemeisterschaft der vergangenen Saison mit ein. Erst am letzten Spieltag mussten sich die Blau-Weißen im „Final Four“ den Siegern aus Ludwigslust geschlagen geben.

Neubukows Hobbyliga-Team in der aktuellen Saison 2025/26 (Foto: ZVG)

In der Region hält man zusammen – Unterstützung für heimatlose Neubukower

Den Umstand, kein Training anbieten zu können, kennt man bei Neuklosters Badmintonfreunden. So haben Krumm und seine Mitstreiter auch nicht lange gezögert, als sie die kürzliche Schlagzeile aus der nahen Schliemannstadt hörten. Im Oktober waren Unbekannte nicht nur in die Sporthalle im Panzower Weg eingebrochen und haben für diverse Sachbeschädigungen gesorgt, die Täter hatten auch für eine erhebliche Überschwemmung in der Halle gesorgt. Die Folge: ein Sportbetrieb ist auf unbekannte Zeit unmöglich. Betroffen ist unter anderem die komplette Badmintonabteilung der TSG Neubukow.

Thomas Krumm erklärt: „Ein Thema was uns von Beginn an wichtig war, ist die Pflege guter Kontakte zu anderen Vereinen in unserer Region. Wir sind selber bei vielen Turnieren in Neubukow gewesen und haben nach bekanntwerden dieser unbegreiflichen Tat, den Kontakt aufgenommen und nach Möglichkeiten gesucht, dass die Kinder aus der Neubukow wenigstens teilweise ihrem Sport nachgehen können.“ Man wolle ein klares Zeichen für Sport und Zusammenhalt und vor allem gegen Vandalismus setzen, hebt der VfL-Abteilungsleiter hervor und freut sich: „Nach kurzem Austausch konnten wir am Montag, den 17.11., bereits das erste Mal zusammen trainieren.“ Ganz zur Freude seiner Neubukower Trainerkollegin Svea Kupetz.

Das erste gemeinsame Training bringt die beiden Badmintonsparten noch enger zusammen. (Foto: ZVG)

Die Zusammenarbeit soll natürlich fortgesetzt werden. Zwar trennen die beiden Orte ganze 40 Kilometer. Die Möglichkeiten für ein nachwuchsorientiertes Training sind in der Region allerdings begrenzt. Nun eint die beiden Orte also nicht nur das „Neu“ im Namen. Die aktuelle Kooperation der beiden Badmintonsparten steht unwidersprochen für gelebte Solidarität im Vereinssport.