Rostock – Die Tischtennis-Abteilung des SV Hafen Rostock schreibt Vereinsgeschichte. Gerade als der Jahresbericht schon geschrieben war, kam die überraschende Meldung: die erste Herrenmannschaft wird nun doch in die Verbandsliga aufsteigen. Möglich wurde dieser Schritt durch den Rückzug des Aufsteigers SC Parchim III, deren Zweite bereits in MVs höchster Liga aufschlägt. Somit rückt der SV Hafen Rostock nachträglich auf. Eine Erfolgsmeldung, die für Begeisterung im gesamten Verein sorgt. Denn bereits die Vizemeisterschaft in der Landesliga West wertete man als ein historischen Erfolg.
Mit diesem Aufstieg gelingt dem SV Hafen Rostock ein besonderes Kunststück: Alle drei Sportsparten des Vereins – Fußball, Volleyball und Tischtennis – sind nun mit ihren ersten Mannschaften in der jeweils höchsten Spielklasse auf Landesebene vertreten. „Das ist ein starkes Statement für unseren Verein“, heißt es aus der Abteilungsführung.
Die sportliche Grundlage für den Aufstieg wurde bereits im Mai gelegt. Zwar verpasste das Team in der Relegation zunächst den direkten Aufstieg, zeigte dabei jedoch eine starke Leistung. Besonders das Unentschieden gegen den favorisierten Verbandsligisten SV Neubrandenburg (5:5) wurde als Achtungserfolg gewertet. Auch die knappen Niederlagen gegen Grün-Weiß Waren ließen das Potenzial der Mannschaft deutlich erkennen. Zwei Fünfsatzspiele gingen nur hauchdünn verloren – ein Beleg für das hohe spielerische Niveau und die mentale Stärke des Teams.
„Unsere Mannschaft hat in diesen Relegationsspielen sehr gutes Tischtennis gespielt, erhielt von Gegnern und Zuschauern sehr viel Beifall“, erzählt SV-Hafen-Urgestein Eckhard Landgraf. Dass es jetzt doch mit dem Aufstieg geklappt hat, sei ein riesiger Erfolg und verdienter Lohn für den Einsatz der gesamten Mannschaft.
Die Vorfreude auf die kommende Saison ist groß – und die Herausforderung ebenfalls. Hier wird sich zeigen, ob die Hafenstädter um Kapitän Juan David Lopez Montoya an ihre starken Leistungen in der Landesliga West anknüpfen können. „Die Verbandsliga ist für die Meisten von uns Neuland weshalb wir uns auch erstmal an das neue Spielsystem und die neuen Gegner gewöhnen müssen“, erzählt Montoya und gibt schon einmal einen kleinen Einblick in die Mannschaftsaufstellung: „Unser Neuzugang Matthias Kindt vom Verbandsligisten Rühn wird uns dabei sehr helfen können, da er schon seit Jahren mit zu den Besten der Verbandsliga zählt und somit eine echte Bereicherung für das Team ist.“
Zum Verbandsliga-Aufgebot werden neben den Leistungsträgern Montoya und Kindt außerdem Johann Nolte, der sich im Laufe der Jahre von den unteren Mannschaften bis in die Erste hochspielte, sowie SV-Hafen-Eigengewächs Tyler Lindemann gehören. Der 16-Jährige zeigt sich zudem optimistisch: „Das oberste Ziel für uns ist es die Klasse zu halten, was ziemlich schwer wird da wir dieses Jahr 12 Mannschaften sind anstatt 10 und es somit mehr Absteiger gibt. Aber ich bin zuversichtlich das wir es schaffen.“
Trainiert werde bis zum Beginn der neuen Spielzeit aber nicht sehr anders als sonst, weiß Lindemann. „Wir trainieren zwei- bis dreimal die Woche, sind aber natürlich sehr heiß auf die nächste Saison und werden alles geben um den Klassenerhalt zu verwirklichen.“ Allerdings müsse man innerhalb des Teams noch die optimalsten Doppelpaarungen finden. „Die waren letzte Saison ein kleines Problem“, verrät der U19er.
Doch eins ist bereits sicher: Der SV Hafen Rostock ist bereit für das nächste Kapitel seiner Vereinsgeschichte.
red

