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Weltmeistertitel gehen nach Stavenhagen und Waren

Steffen Ast mit größtem Erfolg seiner Kegelkarriere | Claudia Sponholz komplettiert perfektes WM-Wochenende

Es sollte ein außergewöhnlich erfolgreiches Wochenende für Mecklenburg-Vorpommerns Kegelsport-Asse sein. Eines, das am Ende zweier intensiver Wettkampftage (am 23. und 24. Mai) mit gleich zwei Weltmeistertiteln im 3-Bahnenkegeln in der Tasche endete. Der Stavenhagener Steffen Ast sorgte für den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere und holte den Titel bei den Herren. Bundesligistin Claudia Sponholz vom MSC Waren sicherte sich ihrerseits WM-Gold und verteidigte damit erfolgreich ihren Titel von 2024.

Angefangen hatte es mit der Nominierung von Steffen Ast und Marvin Skriwanek (beide SV Blau-Weiß 76 Stavenhagen) sowie Claudia Sponholz und Lucy Lindner (beide MSC Waren) durch den Deutschen Kegler- und Bowlingbund. „Die verdiente Belohnung für zahlreiche nationale und internationale Erfolge der vergangenen Jahre“, wertschätzt man beim MSC Waren die Entscheidung. Immerhin gehöre Sponholz seit vielen Jahren zu den erfolgreichsten Keglerinnen Deutschlands. Bereits 2024 sicherte sich die 39-Jährige den Weltmeistertitel im Einzel, reiste somit als Titelverteidigerin ins Wolfsburger Kegelsportzentrum „Am Bötzel“. Teamkameradin Lindner, zählt als mehrfache Deutsche Meisterin der U23 zu den vielversprechendsten Nachwuchsspielerinnen Deutschlands. „Mit ihrer Nominierung für die Internationale Meisterschaft erreichte sie nun einen weiteren Meilenstein ihrer sportlichen Laufbahn“, lässt der Verein auf Social Media wissen. Mit nicht minder großem Stolz blickt man innerhalb des Stavenhagener Traditionsvereins auf die eigenen Athleten. Als „herausragend“, „eindrucksvoll“ und „außergewöhnlich“ werden die Leistungen von Ast und Skriwanek im Nachgang der WM bezeichnet.

Dass das sechsköpfige Nationalteam für die Zweitauflage der Welttitelkämpfe mit gleich vier Sportler:innen aus MV gespickt war, sollte sich jedenfalls als goldrichtige Entscheidung entpuppen. Im Feld der Aktiven aus insgesamt zehn Ländern präsentierte sich das vorpommersche Quartett von Beginn an in beeindruckender Form. Nachdem sich alle vier schließlich für das sonntägliche Halbfinale qualifizierten konnten, war bereits maßgeblich für den Erfolg des Nationalverbandes gesorgt.

Für Skriwanek wahr im Halbfinale Endstation. Stolz schreibt SV Blau-Weiß Pressewart Ricardo Heßler: „Marvin bewies eindrucksvoll seine internationale Klasse. Während der gesamten Weltmeisterschaft zeigte er starke Leistungen“. Auch für Lindner war in der Vorschlussrunde Ende. Im Feld der Top 8 scheiterte sie mit nur 0,5 Punkten Rückstand auf die Plätze drei und vier hauchdünn am Einzug ins Finale, in welchem nur die vier Besten um den Titel kämpften durften. Bitter vor allem, da sie mit starken 853 Holz nur Dritte der deutlich stärkeren und mit allen drei Deutschen besetzten Gruppe K wurde. Die Zweite der Gruppe L, die Dänin Helene Jensen, warf ihrerseits nur 793 und damit 63 Holz weniger als Lindner. Und auch die Niederländerin Jolanda Baur, Erste ihre Gruppe gewann, blieb in der Summe der geworfenen Kegel hinter der Warenerin.

Steffen Ast mit dem größten Erfolg seiner Karriere: Gold bei den 2. Internationalen Meisterschaften in Wolfsburg. (Foto: ZVG)

Mit überragenden 891 Holz und 42,5 Punkten zog indes Steffen Ast am Sonntag in die Runde der besten Vier ein. Seine Leistung dort noch einmal steigernd, sorgte der Trainer des Jahres 2024 hier für den größten Erfolg seiner bisherigen Karriere. Mit nur einem Zähler unter der magischen 900er Marke sicherte sich Ast den Titel des besten Spielers der Welt und schrieb gleichzeitig Vereinsgeschichte für den SV Blau-Weiß 76 Stavenhagen. Bedenkt man, dass der Bundesligaspieler eine Woche zuvor „nur“ Dritter bei den Deutschen Meisterschaften wurde, ist die Goldmedaille dieser Internationelen Meisterschaft noch einmal bemerkenswerter. Auf Platz zwei und drei folgen der Titelverteidiger André Krause (Neuköllner Sportfreunde) und der Däne Cleas Folmer Hansen.

Als zweite ihrer Gruppe (860 Holz) und hinter ihrer Nationalmannschaftskollegin, der 34-fachen Deutschen Meisterin Kristina Kiehn (Hamburg), konnte auch Claudia Sponholz in das Finale der Damen einziehen. Dort entwickelte sich schließlich ein heißes Rennen zwischen den beiden Deutschen. Weder die Niederländerin noch die Dänin konnten in der Runde der besten Vier mithalten. Einzig in der Classic-Disziplin zeigten sich die Europäerinnen konkurrenzfähig. Am Ende bestimmten nur wenige Würfe über die Meisterschaft. Der Jubel sollte auf Seiten des MV-Teams bleiben. Sponholz sicherte sich WM-Titel nummer zwei und machte damit das Wochenende perfekt. Bronze ging an Jolanda Baur (NED).

„Der SV Blau-Weiß 76 Stavenhagen gratuliert Steffen Ast und Claudia Sponholz herzlich zu ihren Weltmeistertiteln“, so Pressewart Ricardo Heßler stellvertretend. Glückwünsche gab es sogleich auch von der lokalen Konkzurrenz. Die Kegelsportler der SG Mühlenwind Woldegk gratulierten herzlich zu diesem „fulminanten Erfolg“ und passend dazu zum 50-jährigen Jubiläum des Reuterstädter Vereins.


Das Dreibahnenspiel
Das Dreibahnenspiel kombiniert die drei Bahnarten Bohle, Schere und Classic. Hierbei müssen sich die Teilnehmer:innen nacheinander auf den sich in ihrer Beschaffenheit unterscheidenden Bahnarten messen. Da dies jeweils unterschiedliche Kegeltechniken bedingt, wird das Dreibahnenspiel bzw. 3-Bahnenkegeln auch als die Königsdisziplin des Kegelsports bezeichnet.