Anna-Lena Hell vom Wismarer Kampfkunstverein „Goldener Drache“ im Gespräch

Mecklenburg-Vorpommern ist ein vielseitiges Sportland mit einer großen Palette an Sportangeboten. Auch “Kung Fu“ gehört dazu und ebenso eine erfolgreiche “Kung Fu“-Kämpferin. Die 17-jährige Anna-Lena Hell vom Wismarer Kampfkunstverein “Goldener Drache‘ startete im Oktober in Athen nunmehr bei ihren sechsten Welttitelkämpfen.

Anna-Lena Hell. Foto: Ilona Hell/privat

Interview

Frage: Anna-Lena, im Oktober warst du wieder bei der Kampfsport-WM der World Kickboxing und Karate Union (WKU) aktiv. Bei deinen ersten fünf WM-Teilnahmen konntest du zehn Medaillen, darunter zweimal Gold, gewinnen. Wie lief es 2018?

Anna-Lena Hell: In diesem Jahr habe ich in der Waffen-Klasse ohne Musik mit meiner neunteiligen Kettenpeitsche die Silbermedaille, also den Vizeweltmeister-Titel, errungen.  Noch besser lief es jedoch für mich in Softstyle mit meiner Handform. Im Finale erhielt ich die höchste Wertung von den Schiedsrichtern und somit Gold , damit mein dritter Weltmeistertitel überhaupt. Ich konnte es erst gar nicht fassen,  als mein Name zusammen mit World-Champion genannt wurde und war einfach nur happy. Die WM verliefen für mich letztendlich super.

Frage: Welche Länder waren bei der WM besonders stark? Was hast du dir angesehen?

Anna-Lena Hell: Wie auch in den vergangenen Jahren gehörten die USA, Kanada und Deutschland zu den stärksten Teams. Aber auch die anderen 34 Nationen waren gut vertreten und brachten ihre besten Sportler mit nach Athen. Ich habe mir viele verschiedene Start-Klassen angesehen, meine Augen waren aber eher auf meine Konkurrentinnen gerichtet, die eine super Performance darboten.

Frage: Und wie war das ganze WM-Drumherum?

Anna-Lena Hell: Zwischen der Registrierung und der Eröffnungsveranstaltung besuchten wir die Akropolis, Athens Wahrzeichen. An den folgenden Tagen ging es nach einem reichhaltigen Frühstück per Bus-Shuttle quer durch Athen zur Halle, in der die Wettkämpfe ausgetragen wurden. Die Stimmung in der Halle, also auf den einzelnen Kampfflächen, war einfach top. Mal mehr mal weniger laut.

Wenn die Entscheidungen der Schiedsrichter anstanden, merkte man richtig die Anspannung der Sportler. Spät am Abend ging es erst wieder zurück zum Hotel und wir fielen nur noch ins Bett.

Frage: Du bist derzeit in der Ausbildung. Wie klappt es da mit der Doppelbelastung?

Anna-Lena Hell: Am ersten September habe ich mit der Ausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau begonnen und meinen Trainingsplan entsprechend umgestellt.

Anna-Lena Hell. Foto: Ilona Hell/privat

Frage: Welches sind die nächsten sportlichen Herausforderungen?

Anna-Lena Hell: Zu einem norddeutschen Wettkampf geht es am 17. November. Da fahre ich mit meinen Schülern aus dem Verein nach Bad Oldesloe. Gleich ein Wochenende später macht sich unser Team auf nach Neuwied zur Deutschen Meisterschaft, dem ersten Qualifikationsturnier der WKU für die WM 2019.

Letzte Frage: Was sind deine Aktivitäten ohne Ausbildung und Kung Fu? Treibst du noch andere Sportarten?

Anna-Lena Hell: Um mich fit zu halten. gehe ich viel laufen, trainiere aber auch im Fitnessstudio. Im Winter-Urlaub fahre ich zudem gern Ski-Alpin. In diesem Winter möchte ich allerdings  Snowboard ausprobieren. Ansonsten: Wenn ich es einrichten kann, sehe ich mir auch ein Handball- oder Fussballspiel meiner Freunde an.

Vielen Dank und weiterhin maximale sportliche Erfolge!

WKU Martial Arts-WM 2018

Bei den Weltmeisterschaften der WKU (vom 25. bis 31. Oktober 2018) war eine weibliche Troika aus M-V aktiv. Anna-Lena Hell (Wismar/17 Jahre, jeweils einmal Gold und Silber), Aileen Teichmann (Rostock/18 Jahre, einmal Bronze) und Jennifer Preuschoft (Rostock/19 Jahre, einmal Bronze) vertraten dabei die Phönix Kung Fu und Tai Chi Schulen M-V und den Kampfkunstverein „Goldener Drache“.

342 Goldmedaillen wurden in der griechischen Hauptstadt in den einzelnen Disziplinen und Altersklassen vergeben. Deutschland stellte mit 95 x Gold (dazu 74 x Silber, 133 x Bronze) das erfolgreichste Team stellte. Viele Titel erkämpften auch die USA (59 x Gold), England (44 x Gold), Kanada (30 x Gold) und der Libanon (29 x Gold). Insgesamt jubelten die Athletinnen und Athleten aus 35 Ländern über Medaillen. Die Goldmedaillen wurden auf 24 Nationen aufgeteilt.

 

M.Michels