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Nach Zehbruch: Greifswalderin Maria-Sophie Hinz kämpft sich zu DM-Bronze

Vor wenigen Monaten konnte sie nur mit Krücken gehen, jetzt kämpfte Maria-Sophie Hinz bei der Deutschen Meisterschaft im Kraftdreikampf wieder um Gold. Nach einem hochspannenden Titelrennen durfte sich die 20-jährige Greifswalderin über Bronze freuen. Auch ihre beiden Greifenpower-Teammitglieder kehrten mit Edelmetall aus Bochum zurück.

Eingestellt von MV-Sport.de
Mit 420 Kilogramm zu DM-Bronze: Kraftdreikämpferin Maria-Sophie Hinz überzeugt in Bochum. (Foto: ZVG)

Was für eine beeindruckende Rückkehr auf die Wettkampfbühne! Gerade einmal dreieinhalb Monate nach ihrer Fußverletzung hat sich die Greifswalder Kraftdreikämpferin Maria-Sophie Hinz bei den Deutschen Meisterschaften der Jugend und Junioren die Bronzemedaille gesichert. Dabei fehlten der 20-Jährigen vom Greifenpower e. V. am Ende nur fünf Kilogramm zum Meistertitel. Insgesamt 122 Nachwuchsathletinnen und -athleten kämpften vom 25. bis 27. September in Bochum in dem aus den Disziplinen Kniebeugen, Bankdrücken und Kreuzheben bestehenden Dreikampf.

Für Maria-Sophie Hinz war bereits die Teilnahme an den Titelkämpfen ein persönlicher Triumph. Mitte Juni hatte sich die frühere Junioren-Weltmeisterin im Bankdrücken beim Training zwei Zehen gebrochen, als sie beim Kreuzheben wegrutschte und die Hantelstange auf ihren Fuß fiel. Zeitweise konnte die Greifswalderin nur mit Krücken gehen. Auch der Wiedereinstieg ins Training gestaltete sich schwierig. Besonders beim Kreuzheben hatte die junge Athletin zunächst mit einer mentalen Blockade zu kämpfen. „Die ganze Zeit hatte ich so eine Blockade im Kopf“, berichtet Hinz gegenüber MV-Sport.de. Erst nach und nach gewann sie das Vertrauen in ihre Fähigkeiten zurück. „Mittlerweile fällt mir das aber von Woche zu Woche wieder leichter.“

In Bochum zeigte die Greifswalderin schließlich, dass sie nicht nur körperlich, sondern auch mental wieder in Topform ist. In der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm lieferte sie sich mit sieben Konkurrentinnen einen packenden Wettkampf um die Medaillen. Mit einer Gesamtleistung von 420 Kilogramm lag Hinz am Ende gleichauf mit der Zweitplatzierten Vanessa Hain vom KSC Leintal. Weil sie aber rund 500 Gramm mehr Körpergewicht auf die Waage brachte, musste sich die Greifswalderin mit Rang drei begnügen. Den deutschen Meistertitel sicherte sich Magdalena Speck vom KSV Mainz 08 mit insgesamt 425 Kilogramm.

Wie knapp es an der Spitze zuging, zeigte sich vor allem im letzten Kreuzhebeversuch. Hinz ließ sich 180 Kilogramm auf die Langhantel legen, um mit einem erfolgreichen Versuch doch noch nach Gold zu greifen. „Damit hätte ich dann 425,5 Kilogramm gehabt und gewonnen“, erklärt sie. Doch ausgerechnet in der entscheidenden Phase spielte ihre Hand nicht mit. „Da ist mir dann leider im Lockout, also in der obersten Position, die Hand aufgerissen. Dementsprechend war dann der Versuch nicht gültig.“ Statt des erhofften Meistertitels blieb es bei Bronze – und der Gewissheit, nach ihrer Verletzungspause weiterhin zu Deutschlands besten Juniorinnen zu gehören.

Die Enttäuschung über die knapp verpasste Goldmedaille hielt sich deshalb in Grenzen. „Es war auf jeden Fall ein ein cooler Tag und ein krasses Battle, hat mega viel Spaß gemacht“, bilanziert Hinz, die sich besonders über ihre neuen Wettkampfbestleistungen freute. Noch im Juni hatte sie sich angesichts ihrer Verletzung sichtbar geknickt gezeigt. "Die letzten 5 Monate Training liefen so gut, ich habe mich so sehr auf diesen Tag gefreut. Es sollte nicht einfach nur irgendein Wettkampf werden, es sollte der Moment werden, der mir zeigt, dass sich all die Mühe, das Durchhalten und das Kämpfen endlich gelohnt haben. Und jetzt sitze ich hier, kaum in der Lage, ohne Krücken auch nur einen Schritt zu gehen", schrieb sie auf ihrem Instagram-Kanal kündigte aber auch selbstbewusst an: „Aufgeben ist niemals die Lösung.“ Dass sie nur wenige Monate später wieder erfolgreich auf einem DM-Podium stehen würde, war damals nicht unbedingt absehbar. Entsprechend zufrieden zeigte sich die 20-Jährige auch mit der Betreuung durch ihren Heimtrainer Sandrino Herder, dem sie ausdrücklich für seine Unterstützung dankte.

Grund zu überschwänglicher Freude gab es in Bochum auch für die beiden anderen Starter des Greifenpower e. V. In der A-Jugend bis 93 Kilogramm sicherte sich Merlin Kitzerow mit einer bärenstarken Gesamtleistung von 617,5 Kilogramm sogar den Deutschen Meistertitel. In seiner Alters- und Gewichtsklasse gingen vier Athleten an den Start. Silber gewann Jana Harrer im kleinen Teilnehmerfeld der B-Jugend bis 52 Kilogramm mit insgesamt 197,5 Kilogramm. Damit kehrten alle drei Greifswalder Nachwuchskräfte mit einer Medaille von den nationalen Titelkämpfen zurück.

Für Maria-Sophie Hinz dürfte der Auftritt in Bochum vor allem eines gewesen sein: ein weiterer wichtiger Schritt zurück zu alter Stärke. Jedenfalls steht für die ehrgeizige Hanseatin mit Blick auf die DM 2027 fest: „Nächstes Jahr gerne wieder.“

red (mit KI optimiert)

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