Nachgefragt beim Seglerverband M-V

Impression einer früheren Warnemünder Woche. Foto: Wolfgang Gross

Sportlich wurden 2018 bereits Segel gesetzt – und in den kommenden Wochen geht es so weiter… Ende Mai fand vor Burgas die Europameisterschaft in der 470er Klasse statt. Mit einem grandiosen Endspurt ersegelten dabei Malte Winkel (Schweriner Yacht-Club) und Matti Cipra (Plauer Wassersportverein) die Bronzemedaille. Für das Duo sind die Weltmeisterschaften vom 30. Juli bis 12. August 2018 vor Aarhus ein weiteres großes Ziel.

Direkt in M-V stehen im Juli und im August wieder zwei traditionsreiche Segelsport-Veranstaltungen im Fokus: die 81. Warnemünder Woche und die 28. Hanse Sail in Rostock. Wie beurteilt nun der Seglerverband M-V das bisherige Geschehen 2018? Welche weiteren Herausforderungen sind segelsportlich noch zu meistern? Nachgefragt bei Geschäftsführerin Jutta Mohr.

Intreview

Frage: Das Sportjahr zählt bereits wieder fünf Monate. Welche Highlights und Regatten gab es bislang 2018 für den Segelsport in M-V?

Jutta Mohr: Das Regatta-Jahr in Mecklenburg-Vorpommern hat bereits Anfang April mit dem Bernsteinpokal in Ribnitz begonnen. Die ersten Highlights waren dann Ende April bzw. Anfang Mai die Ausscheidungsregatten für die Welt- und Europameisterschaften in den Bootsklassen Optimist und 420er.

Anfang Mai ermittelten die 470er außerdem ihre Deutschen Junioren-Meisterinnen und -Meister. Bei den Frauen konnten sich den Titel Theres Dahnke aus Plau mit ihrer Vorschoterin Birte Winkel aus Schwerin sichern. Bei den Herrn ersegelte sich Max Schuberth aus Rostock mit seinem Steuermann Tjorben Studt (Düsseldorf) einen hervorragenden dritten Platz.

Eine weitere Junioren-Meisterschaft fand in den Laser-Klassen Standard und Radial vor Kiel statt. In der Laser-Standard-Klasse sicherte sich Max Wilken aus Röbel zum dritten Mal in Folge den Meistertitel. Die Greifswalderin Theresa Wierschin erreichte hingegen in der Laser-Radial-Klasse eine sehr guten fünften Platz.

International konnten Malte Winkel (Schwerin) und Matti Cipra (Plau) bei der Europameisterschaft in Bulgarien mit der Bronzemedaille ein Achtungserfolg erzielen.

Und in M-V wurden Anfang Juni die 14.Haff-Sail vor Ueckermünde und die 69.Stralsunder Woche ausgetragen.

Frage: Welche wichtigen Regatten im Leistungs- und im Nachwuchs-Bereich – neben der Warnemünder Woche und der Hanse Sail – folgen in den kommenden Wochen?

Jutta Mohr: Am 16./17.Juni haben wir in Rostock zwei wichtige Regatten. Einerseits wird der Inter-Cup der Optimisten, bei dem 160 Optimisten vor Warnemünde an den Start gehen, ausgetragen. Und: Andererseits, am gleichen Wochenende, finden in Rostock die Jugendsportspiele mit den Regatten des Eurawasser-Pokals auf der Warnow statt.

Vom 21.Juli bis 4.August führt dann der Segelclub Ribnitz die Weltmeisterschaften in der Bootsklasse Cadet in Bodstedt durch. Eine weitere Weltmeisterschaft wird unmittelbar vor der Hanse Sail in Kühlungsborn ausgetragen. Die WM der Europes wird vom Segel-Club Kühlungsborn organisiert und durchgeführt.

Für alle Jugendbootsklassen wird nach den Sommerferien am 25./26. August die Landesjugendmeisterschaft in Röbel stattfinden.

Weiter geht es mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM)  der OK-Dinghys in Schwerin vom 6.September bis 9.September und der Internationalen Deutschen Meisterschaft (IDM) der 420er und 470er  vom 29.September bis 3.Oktober in Wismar.

Als letztes Highlight soll hier der Herbstpokal in Schwerin genannt sein, der auch in diesem Jahr wieder zwischen 450 bis 500 Boote auf den Schweriner See bringt.

Das sind nur einige der rund 150 Regatten, die in M-V von unseren Vereinen jährlich ausgerichtet werden.

Letzte Frage: Wie beurteilen Sie die Entwicklung des Segelsportes in den letzten Jahren? Wie viele Segelsport-Vereine und wie viele aktive Seglerinnen bzw. Segler gibt es eigentlich in M-V? Finden junge Talente immer noch den Weg zum Segeln?

Jutta Mohr: Wie die meisten Sportarten wird auch der Segelsport vom Ehrenamt getragen und das ist bei den breitgefächerten Angeboten eine schwierige Aufgabe.

Aber ich glaube, dass wir immer noch gut aufgestellt sind. In unserem Verband sind zur Zeit 84 Vereine organisiert, in denen circa 6900 Erwachsenen und circa 1200 Kinder bzw. Jugendliche segeln.

Viele ehrenamtliche Trainer arbeiten in den Vereinen, welche teilweise große Jugendgruppen betreuen. In Städten wie Greifswald, Schwerin und Rostock haben sich die Vereine bei der Nachwuchsarbeit zusammen getan und können dadurch ihre Trainingsarbeit optimieren.

Durch Sichtungstrainingslager, die von unserem Verband im Herbst durchgeführt werden, und durch die Teilnahme unserer Landestrainer an vielen regionalen Wettkämpfen können wir immer wieder Talente für den Leistungssport gewinnen.

Die Entwicklung der letzten Jahre, in denen unser Verband vor allem im Jugend- und Jüngsten-Bereich etliche Erfolge erzielt hat, lässt uns auch positiv in die Zukunft schauen.

Vielen Dank und immer günstige Winde für die Seglerinnen bzw. Segler aus M-V!

M. Michels