Foto: Sören Lawrenz

Stralsunder Ringer triumphieren auch international / Viermal Edelmetall bei Jugendturnier in Utrecht (NL) / Stralsunder werden bestes deutsches Team bei den Jungen

Utrecht(NL): Nach den zahlreichen Erfolgen der letzten Monate haben sich die Trainer vom FSV Stralsund in diesem Jahr dazu entschieden, mit einem aus aktuellen Meistern bestehendem kleinen Aufgebot am Easter Wrestling Tournament in Utrecht teilzunehmen. „Wenn wir uns weiterentwickeln wollen, brauchen wir genau solche Herausforderungen“, so der stellvertretende Vereinsvorsitzende und Trainer Tom Linke. „Es ist die logische Konsequenz aus den starken Ergebnissen der letzten Zeit“, ergänzte Trainer Manuel Garolea. Das Utrechter Osterturnier hat eine sehr lange Tradition und fand 2018 bereits zum 48. Mal statt. In diesem Jahr trafen sich insgesamt ca. 600 Ringer und 200 Ringerinnen aus 20 Nationen und über 100 Vereinen auf 7 Ringermatten zu einem zweitägigen Ringerturnier der Extraklasse in der griechisch-römischen Stilart im Jugend- und Juniorenbereich. Aus ganz Europa, Israel und den USA strömten die jungen Athleten zu diesem mit einem „Grand Slam“ vergleichbaren und professionell organisierten Turnier nach Holland. Die bestens ausgebildeten Ringer anderer Nationen zu treffen, war für die fünf Stralsunder Ringer ein Riesenerlebnis. Aber schon eine für Ringerturniere gigantische Eröffnungsshow hinterließ bleibenden Eindruck bei den jungen Sportlern. Umgekehrt hinterließen ihrerseits diese fünf Stralsunder Talente als einzige Mannschaft aus Mecklenburg/Vorpommern einen starken Eindruck in der europäischen Ringerszene. Die vier Starter (!) in der Altersklasse „Jungen, 7-11 Jahre“ wuchsen bei diesem Turnier über sich hinaus und der FSV Stralsund war am Ende des Turniers mit diesem kleinen Team sensationell die stärkste Mannschaft in dieser Altersgruppe. In der Gewichtsklasse bis 23kg hatte Henning Lawrenz zwei starke Tage. Der 7jährige siegte sich dreimal souverän durch die Vorrunde, ehe er im Finale von einem zwei Jahre älteren, starken Franzosen gestoppt wurde. Für ihn sei diese Silbermedaille aber die bislang wertvollste in seinem noch kurzen Ringerleben, so Henning nach dem Turnier.

In der mit 25 Teilnehmern besetzten Gewichtsklasse bis 29kg kämpfte der amtierende Mitteldeutsche Meister Anton Schneider ein starkes Turnier. Nach einer Niederlage in seinem Auftaktkampf wuchs er über sich hinaus. Der 10jährige gewann danach viermal vorzeitig, ehe er im Halbfinale gegen einen Utrechter Lokalmatadoren, dem späteren Turniersieger, in Führung liegend durch eine kleine Unaufmerksamkeit auf Schultern verlor. Im kleinen Finale zeigte Anton dann nochmal eine kämpferische Leistungssteigerung. Nach spannendem Kampf gewann er Bronze durch einen knappen Punktsieg.

Zelem Zubairaev (-32kg) erkämpfte sich im vierten Turnier in diesem Monat das vierte Gold. An dem 9jährigen ist derzeit scheinbar auch in Europa kein Vorbeikommen. In der mit 29 Teilnehmern am stärksten besetzten Gewichtsklasse siegte der gebürtige Tschetschene achtmal vorzeitig, im Finale gegen einen ungarischen Kämpfer sogar durch Aufgabesieg. Dabei brilliert er durch seine Kampfstärke und enorme physische Präsenz.
Ähnlich dominant zeigte sich einmal mehr auch Ole Sterning (-54kg). Für den Zehnjährigen Mitteldeutschen Meister war es das dritte Gold in diesem Monat. Mit weiterentwickelten Wurftechniken siegte er dreimal durch Schultersieg ohne einen einzigen Punkt abzugeben. Ole ist immer eine sichere Bank im Stralsunder Team.

Der 11jährige FSV-Athlet Albert Lawrenz startete als einziger Stralsunder in der Altersgruppe 12 – 14 Jahre. In der Gewichtsklasse bis 32kg mit 13 Teilnehmern kämpfte er einen starken ersten Tag. Albert gewann zweimal vorzeitig gegen einen Schweizer und einen Tschechen, verlor aber auch einmal knapp und umstritten nach Punkten gegen einen Israeli. Am zweiten Tag schied er leider nach einer technischen Unaufmerksamkeit im Kampf gegen den späteren ungarischen Turniersieger vorzeitig aus. Die Enttäuschung darüber war bei Albert sehr groß. Aber auch für ihn war das Turnier ein wichtiger Schritt mit Blick auf die kommenden Höhepunkte dieser Saison.

Das Fazit des Trainergespanns aus Vereinssicht: „Mit nur fünf Sportlern bei 85 Vereinen Platz 8 in der Vereinswertung bei den Jungen insgesamt. Bestes deutsches Team. Stark.“

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Text und Foto: Sören Lawrenz