Sechs Rostocker Sportvereine bündeln ihre Kräfte, um die Zukunft der Anlagen am Damerower Weg zu sichern. Der F.C. Förderkader René Schneider, der Post SV Rostock, der ESV Rostock 1948, der PSV Rostock, der Rostocker FC 1895 und der SV Stadthafen Rostock haben die gemeinsame Initiative „6 für 1“ ins Leben gerufen. Ihr Ziel: Politik, Wirtschaft und Öffentlichkeit auf die schwierige finanzielle Situation an einem der wichtigsten Sportstandorte der Hansestadt aufmerksam zu machen.
Seit 2005 befinden sich die Anlagen im Eigentum der WIRO Wohnungsgesellschaft Rostock. Zum Gelände gehören vier Kunstrasenplätze, sechs Rasenplätze und verschiedene Nebenflächen. Die Kosten für Wasser, Strom, Gas, Wartung und Pflege werden bislang von der Stadt Rostock, der WIRO und zu einem erheblichen Teil von den Mitgliedern der ansässigen Vereine getragen. Ab 2030 könnte sich diese Aufteilung jedoch grundlegend verändern. Nach Angaben der Vereine sehe sich die WIRO insbesondere aus steuerrechtlichen Gründen gezwungen, die vollständigen Betriebskosten vier Jahre früher als ursprünglich vereinbart an die Vereine beziehungsweise die Stadt zu übertragen.
Für die Sportgemeinschaften wäre dies bereits die dritte deutliche Erhöhung der Nutzungskosten seit 2005. Aus eigener Kraft könnten sie die zusätzliche Belastung nach eigener Aussage nicht mehr auffangen. Die Folgen wären weitreichend: Mehr als 2.000 Sportlerinnen und Sportler aus fast 100 Mannschaften trainieren und spielen auf den Plätzen am Damerower Weg. Zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene könnten damit ihre sportliche Heimat verlieren.
„Wir, die Vereine, wollen darum kämpfen, die Grundlage für unseren Sport weiter zu sichern“, erklären die sechs Klubs in ihrem gemeinsamen Aufruf. Dabei setzen sie bewusst auf Zusammenhalt statt auf Einzelinteressen. „Gemeinsam werden wir Politik und Wirtschaft auf unsere Situation aufmerksam machen und nach Unterstützung suchen“, heißt es weiter. Mit der Initiative soll deutlich werden, dass es nicht allein um Fußballplätze geht, sondern ebenso um Nachwuchsarbeit, Breitensport, Gemeinschaft und das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Trainer, Betreuer und Vereinsmitglieder.
Zum sichtbaren Höhepunkt der Kampagne wird am Sonntag, 6. September 2026, ein großer Aktionstag am Damerower Weg. Die sechs Vereine wollen an diesem Tag nicht etwa Pflicht- oder Freundschaftsspiele ausrichten. Stattdessen sind Turniere, vereinsübergreifende Begegnungen, Spendenläufe sowie Geschwindigkeits- und Torschussmessungen geplant. Hinzu kommen Verkaufsstände, ein Kuchenbasar und ein Familienflohmarkt. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Medien sollen ebenfalls eingeladen werden, um über Lösungen für den langfristigen Erhalt des Standortes zu sprechen.
Einen besonderen Schwerpunkt werden am Aktionstag die Spendenläufe einnehmen. Angeboten werden Strecken über 3,5, sieben und zwölf Kilometer. Die Anmeldung beginnt um 9 Uhr, der gemeinsame Start erfolgt um 10 Uhr. Je nach Distanz und Alter liegen die Teilnahmegebühren zwischen drei und zehn Euro. Zusätzlich wird ein Rundenlauf angeboten, für den keine vorherige Online-Anmeldung notwendig ist. Die Teilnehmenden müssen lediglich einen Laufzettel herunterladen, ausfüllen und am Aktionstag zum Damerower Weg mitbringen.
Der Flohmarkt beginnt bereits mit dem Aufbau ab 8 Uhr. Angeboten werden dürfe alles, was auf einen familienfreundlichen Trödelmarkt gehört, heißt es. Für zwei Meter Standfläche werden 20 Euro berechnet. Essen und Getränke sollen während der Veranstaltung ebenfalls angeboten werden. Unter dem Motto „6 für 1“ hoffen die Vereine auf eine breite Unterstützung aus der gesamten Stadt. Weitere Informationen und Anmeldeunterlagen sind auf der gemeinsamen Internetseite der Initiative zu finden.