Die Verbandsmeisterschaften des Tennisverbands Mecklenburg-Vorpommern boten drei Tage lang Spitzensport und enge Entscheidungen.
Drei Tage lang stand die Anlage des TC Blau-Weiß Rostock im Mittelpunkt des Tennissports in Mecklenburg-Vorpommern. Anlass waren die Verbandsmeisterschaften des TMV. Und mit 31 Herren und zwölf Damen waren diese nicht nur erfreulich groß, sondern versprachen schon im Vorfeld hochklassige Begegnungen.
Während die Damen erst am Samstagmorgen ins Turnier starteten, begann das der Herren bereits am späten Freitagnachmittag. Ganz zur Freude des Sportwarts Torsten Kloß mit so manch erhoffter Überraschung. So gelang es Nachwuchstalent Connor Rathjens vom Tennisleistungszentrum MV, sich gegen den an Position fünf gesetzten Christopher Naab nach hartem Kampf mit 6:4, 0:6 und 10:6 im Match-Tiebreak durchzusetzen. Im anschließenden Viertelfinale gegen Mitfavorit Felix Wormsbächer vom TV Zinnowitz musste der 16-Jährige jedoch verletzungsbedingt aufgeben.
Für das erwartete Aufsehen sorgte auch der erst 13-jährige Mika Karl Knobloch. Der frisch gekürte Deutsche Vizemeister seiner Altersklasse hatte eine Woche zuvor in Ludwigshafen mit dem Finaleinzug bei den nationalen Meisterschaften für Schlagzeilen gesorgt. In Rostock unterstrich das Talent seine Klasse zunächst mit einem souveränen 6:0, 6:0-Erfolg gegen Jan Sperber und zog anschließend wegen Aufgabe seines Gegners ins Viertelfinale ein. Dort verlangte er Titelverteidiger Mick Rupprath alles ab, musste sich aber nach großem Kampf mit 5:7, 6:2 und 3:10 geschlagen geben.
Während Knobloch als eines der größten Tennistalente des Bundeslandes gehandelt wird, bestimmte Rupprath zuvor das hiesige Juniorentennis maßgeblich mit. Entsprechend eindrucksvoll bestätigte er jetzt auch in Rostock seine aktuelle Spitzenstellung. Der 18-Jährige A-Kaderathlet aus Kühlungsborn marschierte bis ins Finale und traf dort auf den an Nummer zwei gesetzten Levien Giermann von der HSG Uni Greifswald. Zuvor hatte sich Giermann im Halbfinale gegen den stark aufspielenden Rostocker Marcus Groß durchgesetzt, der wie bereits im Vorjahr Rang drei belegte. Im Endspiel entwickelte sich schließlich ein hochklassiges Duell zwischen den beiden Topgesetzten. Nach verlorenem ersten Satz kämpfte sich Rupprath zurück und sicherte sich mit 4:6, 6:2 und 10:8 im Match-Tiebreak den Landesmeistertitel.
Auch das Damenfeld war prominent besetzt. Erwartungsgemäß erreichten die vier Topgesetzten das Halbfinale. Dort setzte sich die an Nummer eins gesetzte Jolien Ueberschär vom TV Warnemünde souverän mit 6:0 und 6:3 gegen Collien Kriegel durch. Die 17-Jährige, hatte im Januar bereits den Hallen-Landesmeistertitel gewonnen, wird mittlerweile auf Rang 157 der DTB-Rangliste geführt.
Doch im Finale wartete mit Emma Ansorge eine Gegnerin, die in Mecklenburg-Vorpommern längst zu den erfolgreichsten Spielerinnen der vergangenen Jahre zählt. Die 22-Jährige vom TC Rot-Weiß Neubrandenburg, die derzeit für die University of North Alabama in den USA spielt und im Universal Tennis Rating (UTR) mit einem Wert von 9,38 geführt wird, kehrte eindrucksvoll auf die Landesbühne zurück. Als Freiluft-Landesmeisterin von 2023 dominierte sie das Endspiel überraschend deutlich und bezwang die um einen Kopf größere Ueberschär mit 6:2 und 6:1. Damit sicherte sich Ansorge ihren bereits vierten Verbandsmeistertitel unter freiem Himmel. Zugleich setzte sie ein starkes Signal in Richtung Jugend.
red
