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Engelmann mit Silber und Bronze bei Masters-EM

Rostocker Ärztin glänzt vor einzigartiger Kulisse im Halbmarathon

Die Hafenstadt Catania ist mit rund 300.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt der italienischen autonomen Region Sizilien und liegt an deren Ostküste am südlichen Fuße des Ätna. Der höchste aktive Vulkan Europas zeigte sich auch in den ersten drei Maitagen auf dem Gipfel noch leicht schneebedeckt. An der Küste war das Wetter jedoch erwartungsgemäß traumhaft mit frühlingshaften Temperaturen jenseits der 20-Grad-Marke. Beste Bedingungen also für die Non-Stadia-Europameisterschaften der Masters mit Mecklenburg-Vorpommerns einziger Teilnehmerin für die 10km-Distanz und den Halbmarathon.

Und Sabine Engelmann, Athletin des 1. LAV Rostock, hatte einen Titel zu verteidigen. 2025 holte die Allgemeinmedizinerin auf der EM-Gold in der Altersklasse W65. Damals, auf der portugiesischen Insel Madeira, in einer Fabelzeit von 1:42:42 Stunden. Ende März bestätigte Engelmann noch einmal ihre anhaltende Form, als sie beim Halbmarathon in Berlin in annähernd der selben Zeit finishte. Beste Voraussetzungen also für die Wettbewerbe in der historische Hafenstadt.

Am Sonntag, dem 3. Mai 2026, sollte also die Frage geklärt werden, wer dieses Mal den W65-Titel mit nach Hause nehmen würde. Um 8:30 Uhr morgens waren die besten Langsteckenläufer- und -Läuferinnen Europas an der Uferpromenade Lungomare versammelt. Nachdem das Startsignal ertönte, setzte sich die Masse sogleich in Bewegung. Sabine Engelmann fand von Beginn an ihren Rhythmus und lief wie ein Uhrwerk. Jeder Schritt einstudiert, jeder Atemzug perfekt gesetzt. Die Zeit: beinahe haargenau wie auf Madeira und in Berlin. 1:42:35 Stunden übermittelte der Transponder. Unter allen Starterinnen bedeutete das Platz 39. Und in ihrer eigenen Altersklasse? Titel verteidigt? Nein. Im unterschied zum Vorjahr hatte die Rostockerin jetzt zwei Läuferinnen vor sich. In einer überragenden Zeit von 1:34:30 Stunden sicherte sich die Irin Irene Clements die Goldmedaille, gefolgt von der Britin Gwen Kinloch (1:40:41 h). Umso erfreulicher, dass Sabine Engelmann im Feld solch starker Konkurrentinnen EM-Bronze erlaufen konnte. Denn wäre sie nur etwas langsamer gewesen, hätte sie sich auch einer starken Cristina Frontespezi (Italien) geschlagen geben müssen.

Und die Freude über den Podestplatz war noch einmal extra groß, nachdem MVs Vorzeigeathletin zwei Tage zuvor den 10km-Straßelauf zwar nach starken 46:22 Minuten aber „nur“ mit Platz 5 abschloss, somit im Vergleich zum Vorjahr ohne Medaille blieb. Gekrönt wurde der Erfolg im Halbmarathon anschließend noch mit der Silbermedaille in der Teamwertung (W60) – gemeinsam mit Sabine Lahmann (SCC Berlin) und Sabine Keller (SV Kirchzarten). Schneller als die drei Namensvetterinnen erreichte nur das Team aus Rumänien die 20-Kilometer-Ziellinie.

Kurz darauf gab es sogleich Glückwünsche seitens des hiesigen Leichtathletik-Verbandes. „Wir gratulieren herzlich zu diesem großen Erfolg und den Top-Ergebnissen“, lässt Seniorenwartin Dr. Elke Halm wissen.