Tennisverband Mecklenburg-Vorpommern benennt Landeskader für 2026 – mit festen Kriterien, starken Talenten und ambitionierten Zielen
Der Tennisverband Mecklenburg-Vorpommern (TMV) hat die Landeskader für das Jahr 2026 offiziell benannt und damit die Weichen für die kommende Saison gestellt. Insgesamt 34 Nachwuchsspielerinnen und -spieler wurden in den A-, B- und Jüngstenkader aufgenommen. Die Auswahl vereint bewährte Leistungsträger mit aufstrebenden Talenten und folgt konsequent dem im Mai 2025 verabschiedeten Leistungssport- und Förderkonzept des Verbandes.
Grundlage der Nominierung ist ein klar definiertes Kriterienmodell, das nach einem Probejahr nun verbindlich angewendet werde, schildert TMV-Geschäftsstellenleiter Martin Bromba und führt aus, dass sich die Berufung in den B-Kader eng an der nationalen Rangliste orientiere. Für den A-Kader gelte zudem die Vorgabe, eine Platzierung unter den Top 150 der jeweiligen Altersklasse (sofern keine triftigen Gründe wie Verletzungen dagegensprechen) einzunehmen. Laut Bromba, der seinerseits das Stützpunkttraining in Rostock verantwortet, wolle der Verband die Kaderstruktur weiter schärfen und Entwicklungsperspektiven transparenter gestalten.
Als sportliche Speerspitze des Verbandes gilt der A-Kader, in dem sich auch 2026 mehrere der aktuell stärksten Nachwuchsspielerinnen und -spieler des Landes wiederfinden. Nominiert wurden Mick Rupprath (TC Kühlungsborn), Collien Kriegel (ARTC), Thalia Fischer (TC Ahlbeck), Jette-Sophia Jodl und Mika Karl Knobloch (beide TV Warnemünde) sowie Rafaela Colli (TV Zinnowitz). Besonders Knobloch sorgte zuletzt für Aufmerksamkeit, indem er als 13-Jähriger bereits die U18-Konkurrenz dominierte und als eines der größten Talente Mecklenburg-Vorpommerns in den jüngeren Altersklassen gilt. Aber auch Kriegel lässt den Verband hoffen. Die Rostockerin gewann bei den kürzlichen Landesmeisterschaften der Erwachsenen überzeugend den 3. Platz. Als nächstes möchte die 16-Jährige in die deutsche Rangliste der Damen einziehen.


Einen bemerkenswerten Entwicklungssprung machte zudem Rafaela Colli, die sich innerhalb eines Jahres deutlich in der DTB-Rangliste verbesserte. Mit ihrer Spielweise, hoher Laufbereitschaft und ausgeprägtem Siegeswillen setzte sie sich in ihrer Altersklasse U12 mehrfach überzeugend durch und übernahm dabei auch sportlich eine Vorbildrolle. „Ich konnte sie ein wenig bei den Jugendlandesmeisterschaften beobachten. Mir gefällt ihre Beinarbeit und ihr Siegeswille“, berichtet B-Lizenz Trainer Bromba. Colli Nominierung unterstreicht den Anspruch des TMV, auch in den jüngsten Jahrgängen gezielt leistungsorientiert zu fördern.
Als zentraler Baustein der Kaderarbeit gilt das regelmäßige Stützpunkttraining, das neben Rostock aktuell an den Standorten Neubrandenburg, Zinnowitz und Demmin stattfindet. Koordiniert und geleitet wird es von Verbandstrainer Philipp Heger. Neben ihm und Bromba komplettiert der Neubrandenburger Philipp Hölzel das dreiköpfige Trainerteam. Perspektivisch will der kleine Landesverband das Angebot weiter ausbauen, insbesondere im Raum Schwerin, wo bislang noch kein Landestraining etabliert ist. Ziel des TMV ist es, noch mehr Kaderkinder dauerhaft an diese Strukturen heranzuführen.
Martin Bromba weiß aber auch um die vorhandenen Baustellen. „Mein Ziel ist hier noch mehr auf die individuellen Bedürfnisse der Sportler einzugehen, die einzelnen Stärken klarer herauszubilden sowie an Schwächen zu arbeiten“, so der 40-Jährige. Hingegen werde das das wöchentliche Kadertraining bereits gut angenommen. Ergänzt wird es durch mehrtägige Lehrgänge, Athletiktests. Zusätzliche Wochenendmaßnahmen und ein mögliches Trainingslager in den Ferien sind geplant. Eine weitere Säule des Leistungssport- und Förderkonzepts ist die Wettkampfbetreuung. Der Verband unterstützt seine Athletinnen und Athleten bei der Turnierplanung, mit Blick auf bessere Ergebnisse bei überregionalen Wettbewerben. Bromba: „Die Ostdeutschen Hallenmeisterschaften sind da ein nächster zentraler Turniertermin.“

Nicht Teil des Landeskaders ist derweil die frisch gebackene Hallenlandesmeisterin Jolien Ueberschär. Denn da die derzeit stärkste Tennisspielerin Mecklenburg-Vorpommerns überregional für den VfL Lübeck, also einen Verein aus Schleswig-Holstein antritt, wird sie auch im DTB-Ranking unter diesem geführt. „Dies widerspricht derzeit unseren Kaderkriterien“, erklärt Martin Bromba, fügt dann aber direkt an: „Allerdings haben wir ein sehr gutes Verhältnis zu ihr und ihren Coaches. Als Sparringspartnerin unterstützt sie einmal pro Woche unser Kadertraining mit den A-Kids Collien, Jette und Mick.“
Mit der Veröffentlichung des Landeskaders 2026 ist für den TMV der erste formelle Schritt in ein neues Tennisjahr getan. Oder wie es im Vorwort des Förderkonzepts heißt: „Der TMV steht als kleinster Landesverband des DTB in der Pflicht, Potenziale optimal zu nutzen.“ Genau daran soll die strukturierte Nachwuchsarbeit in den kommenden Monaten anknüpfen.
red
