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Neubrandenburg Blizzards mit knappem Saison-Aus in Berlin

Enge Niederlage zu Turnierbeginn verhindert große Play-Off-Überraschung

Die vom Vereinsvorsitzenden als „Abenteuer-Regio“ betitelte Saison fand für die Neubrandenburg Blizzards am vergangenen Samstag ein Ende. Das Inlinehockeyteam scheiterte knapp im Play-Off-Qualifikationsturnier bei den Eisbären „Juniors“ Berlin.

Eine lange und anstrengende Skaterhockey-Saison des BISHL (Skaterhockeyverband Berlin) endete nach 12 Vorrundenspielen in der Regionalliga Ost für die Blizzards auf dem 6. Rang. Lediglich die beiden Erstplatzierten (Rostocker „Nasenbären“ und der Titelverteidiger, die Berlin „Buffalos“) sind direkt für das Play-Off Halbfinale qualifiziert. Alle anderen 5 Teams trafen sich am vergangenen Samstag zu einem Turnier, bei dem die letzten beiden Tickets vergeben wurden.

Alle erspielten Punkte aus der Vorrunde waren somit „wertlos“. Das war für die „Red Devils“ Berlin, die Blizzards (beide 6 Punkte) und die „Spreewölfe“ aus Berlin (10 Punkte) die große Chance, doch noch für eine Überraschung zu sorgen und die Saison weiter gehen zu lassen. Dennoch waren die „Powerkrauts“ (22 Punkte aus der Vorrunde) und die Eisbären „Juniors“ (25 P) die großen Favoriten.

„Für uns Blizzards, als Landesmeister und Aufsteiger sicher nur als Außenseiter in der Regionalliga unterwegs, war es eine komische Saison“, blickt Vereinschef Martin Endlich zurück: „Zahllose sehr knappe Niederlagen ließen teilweise die Laune sinken und immer wieder mussten wir feststellen: unser Kader ist auf dem Niveau zu klein. Dies sollte sich auch beim Quali-Turnier in Berlin fortsetzen und am Ende unser Aus besiegeln.“

Die Blizzards in Aktion bei den Play-Offs. (Foto: Martin Endlich)

Das Turnier war ursprünglich für den 10. September angesetzt, wurde dann jedoch kurzfristig einen Tag nach vorne gezogen. Wie Endlich anmerkt, habe man alles versucht, diese Terminierung wieder zu kippen. Leider ohne Erfolg. Eine zugesagte Rückmeldung habe es nicht mehr gegeben, ärgert sich der Vereinsvorsitzende. „So kam es, dass eben dieses Turnier zeitgleich mit unserem großen U13 „Kids-Cup“ in Neubrandenburg stattfand. Dadurch fehlten dem Regio-Team bereits Spieler, die zwingend in NB sein mussten. Auch unser Kapitän des Regionalliga-Teams, Paul Reimann (#69), war eben am Sonnabend beruflich verhindert. So planten wir mit einem Kader von nur 8 Spielern, um unseren Rückhalt zwischen den Pfosten, Mario Gelhaar (#1“), weiß der 39-Jährige.

Es kam, wie es kommen musste. Eine krankheitsbedingte Abmeldung morgens um 8 Uhr ließ noch 7 Spieler übrig und die Verletzung des erst 16-jährigen „Rookies“ Lennart Meißner (#57) im ersten Spiel versprach nichts Gutes für den Turnierverlauf. Dazu kam die ungenügenden räumlichen Gegebenheiten für die mitgereisten Fans. So hätten diese vergebens eine Sitzmöglichkeit in oder vor der Halle gesucht. Als Zumutung sei auch das Fehlen von Getränken emfunden worden. „Da brauch man sich nicht wundern, wenn diese im nächsten Jahr fern bleiben“, berichtet Endlich.

Im ersten Spiel trafen die Neubrandenburger auf die „Powerkrauts“ aus Berlin. In eigener Halle hatte man den Hauptstädtern noch einen „Dreier“ abringen können. Doch im Poststadion gab es nun die schallende Revanche. In einem engen, aberfairen Spiel zogen die Gäste mit 1:2 den Kürzeren. Bitter, weil man dieses Spiel hätten gewinnen können. Und wie sich später zeigen sollte, waren das genau die 3 Punkte, die am Ende fehlten, um tatsächlich auf Platz 2 und somit in das Play-Off-Halbfinale vordringen zu können.

Nach einer 5:1 Führung gegen die „Red Devils“ wurde es zu Spielende hin noch einmal eng. Doch die Vier-Tore-Städter konnten die Oberhand behalten und die Begegnung gewinnen (5:4). Auch die „Spreewölfe“ wurden knapp bezwungen. Nach einer frühen 2:0 Führung wurde die Luft erneut knapp und die Neubrandenburger Skater mussten zwei Gegentreffer hinnehmen. Der Sieg kam glücklicherweise im Penalty-Schießen.

Den Hausherren und Tagesfavoriten, den Eisbären „Juniors“, lieferten die Blizzards einen ordentlichen Kampf. Aber auch hier war das abermals hohe Tempo mit so wenigen Spielern nicht zu halten. So siegten die „Juniors“ am Ende mit 6:1 und sicherten sich den 1. Platz im Turnier. Mit ach und krach retteten sich die ebenfalls favorisierten „Powerkrauts“ auf den 2. Platz und sichern sich somit das letzte Ticket für das Play-Off Halbfinale.

Temfoto der Blizzards in Berlin. (Foto: Martin Endlich)

Tor: Mario Gelhaar #1
Verteidigung: Ole Buhr #46, Tom Tackmann #81, Eric Tackmann #94
Angriff: Finn Brammann #2, Levi Petzolt #41, Lennart Meißner #57, Tony Schultze #97

Entsprechend gemischt fällt das Fazit des Vereinsvorsitzenden Martin Endlich aus. „Wir wollen und werden nicht alles schlecht reden, nur weil es nicht so lief, wie wir es uns erhofften! Wir haben von Beginn an gesagt, wir brauchen noch eins, zwei Leute. Die konnten wir aber nicht finden und so war klar, es wird schwer. Auch ist der Sprung von der Landesliga in die Regionalliga kein ganz kleiner. Es ist doch einen guten Schritt schneller, viele junge und technisch starke Spieler und vor dem Tor hat man einfach deutlich weniger Zeit als im Unterhaus. Dennoch, wir haben die Suppe bestellt und auch aufgegessen. Spaß hat es immer gemacht und ich denke, niemand hat dieses Abenteuer bereut.“

Für die kommende Saison stehen schon jetzt ein paar Änderungen fest. So zieht es die Nummer 2, Finn Brammann, vorerst ins Ausland. Mit Levi Petzolt (#41) und Lennart (#57) werden zwei junge und starke Spieler fest in den Kader einziehen.

Text: Martin Endlich; red