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Star Volley Queens – von der Blitzidee zur Erfolgsstory

Kröpeliner Landesligistinnen beeindrucken auf und neben dem Feld

Was macht Volleyball eigentlich so einzigartig? Und wie kann man mit einem neu gegründeten Team von 0 auf 100 starten? Ein paar Kilometer westlich von Rostock, beim SC Kröpelin, kann man genau das seit nunmehr fünf Jahren live miterleben. Mindestens, wenn man den Werdegang der „Star Volley“-Teams verfolgt – ein Paradebeispiel für modernes Vereinsleben und wachsenden Teamgeist. Neuester Zuwachs des kleinstädtischen Sportclubs sind die als „Star Volley Queens“ in der Landesliga West aufschlagenden Frauen.

Sportlich hat das Team von Coach und „Star Volley“-Mastermind Dennis Brosen in seiner ersten Saison direkt einmal ein dickes Ausrufezeichen gesetzt. Als Neuling gestartet, mischt es die Liga ordentlich auf. Nur zwei Niederlagen bei zehn Siegen stehen bislang zu Buche. Und das, obwohl die Truppe um Kapitänin Julia Felsch in dieser Konstellation erst seit wenigen Monaten zusammenspielt. Aber auch abseits des Spielfeldes scheinen die Queens etwas zu besitzen, dass man so nur selten sieht: echter Zusammenhalt und Freundschaft. „Star Volley“ wird hier also vom reinen Teamnamen zum echten Gefühl, zur puren Lebenseinstellung.

Eine Volleyball-Erfolgsgeschichte

Die Erfolgsgeschichte begann mit einer „Blitzidee“, wie Gründer Dennis Brosen selbst sagt. Schnell formierte sich eine Mischung aus Rückkehrerinnen, Nachwuchstalenten und erfahrenen Spielerinnen, die nicht nur sportlich, sondern auch menschlich harmoniert. Vom Trainingslager über Teamabende bis hin zum gemeinsamen Karaoke – bei den Queens wird Zusammenhalt gelebt. Das zahlt sich auch auf dem Feld aus.

Vier Saisonspiele stehen den Queens noch bevor – darunter die Duelle mit Verfolger Bad Doberaner SV und Tabellenführer HSG Uni Rostock. Zwar ist die Spannung groß. Druck verspüren die Queens jedoch keinen. „Wir sind das neue Team und haben nichts zu verlieren“, betont Brosen. Und dennoch hat er den Aufstieg in die Verbandsliga klar vor Augen. Beste Voraussetzungen also für ein packendes Saisonfinale.

Was der Queens-Coach Dennis Brosen sonst noch über sein Team zu sagen hat, verriet er uns im Interview.

Queens-Trainer Dennis Brosen (Foto: ZVG)

„Individuell haben wir eine Wahnsinns Truppe. Aber jetzt als Team zusammen ist es einmalig.“

Interview

Die Star Volley Queens sind extrem erfolgreich bei ihrem LL-Debut. Ihr habt viele neue oder zurückgekehrte Spielerinnen am Start? Wie konntet ihr sie für euch gewinnen?

Die Idee war wie die Gründung mal wieder eine „Blitzidee“ und dann habe ich einfach gestartet. Ich wusste, dass auf jeden Fall 5-6 Mädels inklusive meiner Frau zu uns kommen bzw. zurückkommen. Dann hatte ich das Glück, dass wir im Mixedbereich auch Mädels haben, die im Damenbereich tätig sind und ich sie schnell von der Idee überzeugen konnte. Das haben wir etwas Publik und anschließend ein Probetraining gemacht. Und ja, jetzt sind wir voll da. Inzwischen fragen sehr viele an, ob wir noch Platz haben usw. Sie sehen was wir tun und wie wir arbeiten. Das macht uns interessant für andere.

Was rechnet ihr euch für die letzten vier Partien aus? Vor allem die Matches gegen Verfolger Bad Doberaner und Tabellenprimus HSG Uni Rostock werden es bestimmt in sich haben.

Möglich ist alles. Wenn es nach mir geht, gewinnen wir alle vier Spiele, was auch drin ist. Aber Volleyball hängt auch viel von der Tagesform ab, mental und spielerisch. Wenn es da kracht, kann es auch anders ausgehen. Fest steht aber, die Queens sind fit, sie wissen was sie können und wir sind ein Team – heißt, wir kommen immer um zu gewinnen. Dennoch, wir sind das neue Team, und somit haben wir auch keinen Druck und nichts zu verlieren.

Bisher habt ihr erst zwei Spiele verloren. Die Hinrunde gegen Parchim und gegen die erste Begegnung mit der HSG. Scheint ja, dass ihr jetzt nur noch vor dem Team von Trainerin Anna Nießen zittern müsst.

Zittern nicht, nein, aber das Team spielt seit Jahren zusammen, da haben sie uns was voraus. Dennoch wird es sicher nicht so ein Spiel wie in der Hinrunde, da müssen wir noch was gut machen.

Wo liegen eure spielerischen Stärken und schwächen?

Im Grunde haben wir alles, was ein gutes Volleyballteam braucht. Gute Annahmen, Angriffe, Block, und gute Aufschläge. Unsere Queens sind beweglich und verstehen das Spiel. Was aber am wichtigsten ist, wir agieren als Team. Jede kämpft für jede und alle unterstützen sich gegenseitig – auch wenn es mal nicht läuft. Manchmal aber schlafen wir etwas und machen uns das Leben selber schwer. Da stehen wir uns somit im Weg. Das ist, wenn der Kopf nicht voll da ist.

Vom Liganeuling zum Favoritenschreck: Die Star Volley Queens haben sich in ihrer ersten Saison einen Namen gemacht. (Foto: ZVG)
Woran konntet ihr im Saisonverlauf am erfolgreichsten arbeiten?

Ich denke, dass in dieser Saison die Base geschaffen wurde: zusammenwachsen, ein Team werden. Man konnte schon sehen, was möglich ist. Angefangen vom Trainingslager, über Teamabende, Karaokeabend (Hier musste jede singen, mit dem Zweck, dass man sich für nichts im Team schämen muss und alle an einem Strang ziehen), Unternehmungen, Fitessmonate sowie Training und Spiele. Das Team wächst und wächst immer weiter zusammen.

Was können sich die Männer noch von den Queens abgucken?

Als erstes, die Trainingsbeteiligung 😂. Aber mal ehrlich, irgendwie fighten die Mädels viel mehr und sie zerreden nicht alles oder diskutieren bei allem. Sie machen einfach! Wobei man bei den Herren sagen muss, dass es eine harte Saison war bisher. Verletzungen, Arbeit usw. Was man aber auch sehen konnte, ist, dass wenn wir alle da sind und alle halbwegs fit sind, wir einiges reißen können. Am letzten Spieltag haben wir wichtige 6 Punkte geholt gegen den KVV und HSG II.

Team-Vibes werden bei euch groß geschrieben. Im Training und in puncto Wettkampfeinstellung. Was habt ihr, was andere nicht haben?

Ich weiß nicht wie es bei den anderen ist, aber unsere Mädels sind einzigartig. Angefangen mit der Altersspanne (15-39). Dann gönnt jede jeder alles und sie pushen sich. Individuell haben wir eine Wahnsinns Truppe. Aber jetzt als Team zusammen ist es einmalig. Dazu kommt, dass Robert und ich als Trainerteam zu 100% hinter ihnen stehen! Wir kommunizieren ehrlich (auch wenn es kacke war von den Mädels), geben klar vor was wir uns vorstellen und ziehen dann an einem Strang. Auch neben dem Feld halten wir zusammen und helfen uns gegenseitig. Eine kleine Familie.

Die Queens sagen über dich als ihren Coach: „Volleyball im Herzen und immer maximaler Einsatz. Du siehst uns, du stärkst uns, du stehst hinter uns und bringst uns nach vorne“. Schon sehr, sehr rührend. Ehrt dich das?

Hmm, dass zu lesen ist besonders. Anscheinend sehen sie was ich investiere und das mir das Team wichtig ist. Halbe Sachen machen ist nicht meins, und da merken sie schon, dass ich mit vollem Herzen dabei bin.

Wer war in dieser Saison mit Blick auf die Anzahl der MVP-Auszeichnungen am überzeugendsten?

Kann ich gar nicht mit einer Spielerin fest machen. MVP Punkte hat unser Kapitän Julia am meisten. Ganz klar ist sie sehr wichtig fürs Team. Egal ob sie Zuspielerin oder Außenangreiferin ist. Dann aber haben wir zum Beispiel Sandra (Zipfelchen). Sie haut sich mit ihrer Energie immer voll rein und zieht alle mit. Dann eine unserer Jüngsten: Fee. In der Feldabwehr der Wahnsinn und im Angriff hat sie nen Hammer. Manchmal zu verkopft, aber das wird immer besser. Manon, Außen oder Mitte, immer voll da, eine echte Teamplayerin. Cilly, Zuspielerin hat eine 21er Aufschlagsserie hingelegt. Tina, die immer alles, was sie hat, auf dem Feld lässt. Ich könnte dir über jede jetzt was sagen, denn sie sind alle wichtig!

Hervorheben möchte ich aber auch Jenny die einen Riesen Sprung gemacht hat so wie die Zwillinge, die völlig neue Positionen spielen (Libera und Mitte) und von Mal zu Mal besser werden. Ach so, und wenn Janina jetzt die Saison über voll fit gewesen wäre, hätte sie auch noch einen Riesen Impact aufs Spiel.

Da bekommt man schon richtig Bock, live zuzuschauen. Wie viele Fans kommen im Schnitt an euren Heimspieltagen?

Ich glaube wir hatten letztes Heimspiel knapp 50 Leute da. Da geht noch mehr. Aber es gibt Zweitliga-Spiele, wo weniger los ist.

Habt ihr einen Einlaufsong oder ein bestimmtes Ritual vor dem Spiel?

Also zur Spieltagsvorbereitung haben wir ein 8 Minuten Warm-up. Das machen die Mädels zusammen. Wir haben seid neustem auch eine Queens Hymne. Kommt bald zu Spotify.

Du hast eure Teamabende erwähnt. Zwei drei Sätze dazu!

Immer witzig! Spiele werden aufgearbeitet, es wird lecker gegessen und es gibt immer komische Spiele von Tina. Da machen sich alle zum Löffel. Ach so, und das „Quiz á la Dennis“ ist da auch ab und zu mal dabei.

Lob an eure Social-Media-Präsenz. Die ist extrem professionell. Wie wichtig ist das für den Verein und das Team?

Enorm wichtig. Wir kriegen viele Anfragen von anderen Spielern ob sie zu uns können. Auch Sponsoren sprechen uns ans oder andere Teams. Für den Verein ein sehr großer Mehrwert. Wir als kleiner Verein haben auch einmal im Jahr einen Mediaday. Da gibt es viel Futter für Social Media. Durch unsere Präsenz, konnten wir jetzt auch eine Ballmaschine bekommen.

Gerade habt ihr auf Instagram neugierig gemacht. „Wir haben da was vorbereitet…“ kündigt ihr an. Ein kleiner Spoiler?

Karneval war ja vor kurzem. Ich hatte da eine Idee…😂

Was sind eure Ziele für die nächsten 365 Tage?

Weiter zusammen wachsen, viel lernen, viel Spaß haben und gemeinsam aufsteigen. Wenn nicht in dieser Saison, dann sicher in der Nächsten!

Vielen Dank und viel Erfolg euch für die anstehenden Ligaspiele.