Die Volleyball Bundesliga (VBL) treibt die Professionalisierung des deutschen Volleyballs weiter voran und fĂŒhrt zur Saison 2026/27 an allen Standorten der 1. Bundesliga Frauen und MĂ€nner ein professionelles Video-Challenge-System ein. Gemeinsam mit den Clubs investiert die Liga in den kommenden fĂŒnf Jahren mehr als 1,2 Millionen Euro in die neue Technik. Ziel ist es, strittige Spielsituationen kĂŒnftig prĂ€ziser, transparenter und schneller aufzulösen.
Gerade in einer Sportart mit Ballgeschwindigkeiten von weit ĂŒber 100 km/h entscheiden oft Zentimeter oder sogar Millimeter ĂŒber Punkte und Satzgewinne. Zum Einsatz kommt deshalb die Technologie des Partners âSuper Volley Visionâ, die bereits bei TV-Spielen, in den Play-offs und beim DVV-Pokalfinale erfolgreich getestet wurde. Besonders bei schwierigen Szenen wie BlockberĂŒhrungen oder knappen âIn/Outâ-Entscheidungen habe sich das System laut VBL als Ă€uĂerst zuverlĂ€ssig erwiesen.
VBL-GeschĂ€ftsfĂŒhrer Daniel Sattler sieht in der flĂ€chendeckenden EinfĂŒhrung einen wichtigen Entwicklungsschritt fĂŒr die Liga. âWir minimieren Fehlentscheidungen und steigern gleichzeitig die Spannung fĂŒr die Fans in den Arenen und vor den Bildschirmenâ, erklĂ€rte Sattler. KĂŒnftig werden alle Erstliga-SpielstĂ€tten mit einem zertifizierten System aus 14 hochauflösenden Kameras ausgestattet. Die ĂŒberprĂŒften Szenen sollen nicht nur in Livestreams, sondern möglichst auch auf VideowĂ€nden und Hallendisplays gezeigt werden.

(Foto: Sebastian Wells)
Am grundsĂ€tzlichen Ablauf der Challenge-Regel Ă€ndert sich dabei nichts. Jedes Team erhĂ€lt weiterhin pro Satz zwei Möglichkeiten zur ĂberprĂŒfung einer Entscheidung. Erfolgreiche Challenges bleiben bestehen, bei zwei erfolglosen Versuchen muss bis zum nĂ€chsten Satz gewartet werden. Kontrolliert werden können unter anderem Netz- und Antennenkontakte, Ăbertritte, BlockberĂŒhrungen sowie âIn/Outâ-Entscheidungen. ZusĂ€tzlich darf kĂŒnftig auch das Schiedsgericht Spielsituationen eigenstĂ€ndig ĂŒberprĂŒfen, wenn Unsicherheiten bestehen.
Mit der neuen Technik verĂ€ndert sich zugleich das Schiedsrichterwesen im deutschen Volleyball grundlegend. Die bisherigen Linienrichter:innen entfallen in der Bundesliga komplett. Stattdessen baut die VBL einen Pool aus bis zu 50 speziell geschulten Video-Schiedsrichter:innen auf, die zugleich als technische Operator:innen eingesetzt werden. Bundesschiedsrichterwart AndrĂ© Jungen sieht darin eine groĂe Chance: Die Video-Challenge ersetze nicht die Verantwortung der Schiedsrichter:innen auf dem Feld, sondern ergĂ€nze diese sinnvoll und schaffe zugleich neue spezialisierte Aufgabenprofile. FĂŒr die Volleyball Bundesliga ist die EinfĂŒhrung der Technik ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Fairness, Transparenz und moderner Inszenierung des Spitzensports.
