Über 600 Fans erleben 109-minütigen Volleyball-Krimi
Die Sparkassen Wildcats Stralsund haben sich mit einem packenden 3:2-Erfolg (25:18, 25:23, 19:25, 18:25, 15:10) gegen die ESA Grimma Volleys eindrucksvoll von ihrem Heimpublikum verabschiedet. Vor mehr als 600 Zuschauern in der Halle lieferten sich beide Teams ein intensives Duell über 109 Minuten, in dem die Gastgeberinnen zunächst dominierten, zwischenzeitlich den Faden verloren – und im entscheidenden Moment eindrucksvoll zurückschlugen. Damit belohnte sich das Team von Cheftrainer Kim Hakan Buchwald nicht nur mit zwei Tabellenpunkten sondern durchbrach auch die Serie von acht schmerzhaften Niederlagen in Folge.
Dabei begann die Partie ganz nach dem Geschmack der Stralsunderinnen. Mit druckvollen Angriffen sowie stabiler Block- und Abwehrarbeit setzte das Team um Kapitänin Sabrina Dommaschke die Gäste früh unter Druck. Ein zwischenzeitlicher Zehn-Punkte-Vorsprung ebnete den Weg zum souveränen Satzgewinn. Auch im zweiten Durchgang behielten die Wildcats in einer ausgeglicheneren Phase die Oberhand und entschieden die entscheidenden Ballwechsel für sich.
Im dritten und vierten Satz kippte das Spielgeschehen jedoch spürbar. Grimma übernahm zunehmend die Kontrolle, agierte variabler im Angriff und stabiler in der Defensive. Auf Stralsunder Seite fehlte nun die Durchschlagskraft aus den ersten beiden Durchgängen, zudem schlichen sich mehr Eigenfehler ein. Die Gäste nutzten diese Phase konsequent, setzten sich frühzeitig ab und ließen sich die beiden Sätze nicht mehr nehmen. Die Partie war wieder völlig offen – und die zuvor gezeigte Dominanz der Wildcats schien dahin.
Im Tiebreak zeigte sich dann jedoch die gewachsene Mentalität der Wildcats. Nach einem frühen Rückstand übernahm Junora Vagele beim Aufschlag die Kontrolle und führte ihr Team mit einer starken Serie zu einer vorentscheidenden Führung. Die Halle stand Kopf, die Energie übertrug sich spürbar auf den Court und Stralsund ließ sich den Spielgewinn nicht mehr nehmen. „Dieser Sieg war kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit: In den letzten Wochen haben Mannschaft und Trainerteam auf und abseits des Feldes hart gearbeitet und ist Dank vieler gemeinsamer Aktivitäten noch enger zusammengewachsen, um den Kopf frei zu bekommen und unsere Stärken neu zu entfachen.“ ließen die Wildcats anschließend auf Social Media wissen. In Richtung der Fans fügt das Team dankend an: „Ohne eure lautstarke Unterstützung und den unerschütterlichen Rückhalt von den Rängen wäre dieser Befreiungsschlag nicht möglich gewesen.“
Als wertvollste Spielerin auf Seiten der Wildcats wurde Außenangreiferin Amelie Grawert (#7) ausgezeichnet. Neben ihr überzeugten in einer geschlossene Teamleistung: Rumpel, Nimz, Brandstrup, Arnold, Dommaschke, Fröhlich, Vagele, Klemm, Kjosaas, Robinson.
Der sportliche Erfolg war zugleich der Auftakt für einen stimmungsvollen Abschluss der Heimspielsaison. Nach Spielende lud das Team Fans, Sponsoren und Helfern noch zu einem gemeinsamen Grill- und Spielfest samt Freigetränken und regem Austausch.
Ganz zu Ende ist die Spielzeit in der Sparda 2. Liga Pro aber noch nicht. Für die Wildcats steht noch ein letztes Auswärtsspiel an – am 2. Mai geht es noch einmal zum Tabellennachbarn Eintracht Spontent Düsseldorf. Da sie mit aktuell 33 Punkten aber sieben Punkte Vorsprung auf ihre Verfolgerinnen haben, ist den Stralsunderinnen Tabellenplatz zehn nicht mehr zu nehmen. An der Spitze der Liga stehen derweil längst die Roten Raben Vilsbiburg als Meister fest, die mit beeindruckender Dominanz den Aufstieg in die Bundesliga perfekt gemacht haben.
red
