Fünfsatzspiel der Wildcats war Spiegelbild des Saisonverlaufs
Von zahlreichen Höhen und ebenso vielen Tiefen geprägt war die aktuelle Bundesligasaison der Sparkassen Wildcats Stralsund. Entsprechend sollte wohl auch das letzte Match ein Spiegelbild dieses Auf und Abs sein. Doch von Anfang an. So zog es die Zweitligistinnen von Chefcoach Kim Buchwald am 2. Mai ins rheinische Düsseldorf. Auch wenn es weder für die Hanseatinnen noch für Tabellennachbar Eintracht Spontent um einen Positionswechsel in der Gesamttabelle ging, wollten beide Teams die Spielzeit 2025/26 mit einem positiven Abschluss beenden. Und Stralsund hatte noch etwas gut zu machen. In der Hinrunde hatte man eine knappe 2:3-Niederlage verschmerzen müssen.
Vor nicht einmal 100 Zuschauern starteten die Partie zwischen den Tabellenzehnten und den Tabellenelften pünktlich um 19 Uhr. Dennoch kam von Beginn an Stimmung auf. Der Start auf Augenhöhe bis zum 9:9. Dann aber – zu viele Eigenfehler im Angriff und Schwierigkeiten in der Abwehr bei den Wildcats – setzten sich die Gastgeberinnen Stück für Stück ab. Den ersten Satz holte die Eintracht deutlich mit 25:16. Fast ebenso deutlich glichen die Sparkassen Wildcats im zweiten Durchgang aus (25:19). Vor allem Junora Vagele überzeugte mit starken Aktionen im Block, ließ kaum einen Ball an sich vorbeigehen. „Weniger Fehler und mehr Druck in allen Spielhandlungen waren die Ursache dafür“, kommentiert Teammanager Steffen Täubrich den Gewinn des zweiten Satzes um direkt darauf seine Verwunderung über den Verlauf des Dritten kund zu tun: „Unerklärlich, dass dann ein absoluter Einbruch folgte. Die Hoffnung auf einen Erfolg rückte in dieser Phase sehr weit weg.“ Gerade einmal 11 Punkte konnten die in diesem Satz überhaupt nicht mehr wilden Katzen verbuchen.
Satz 4 dann wieder mit erstarktem Selbstvertrauen auf Seiten der Gäste. Ein Zwischenspurt zum 4:0 auch dank einer überragenden Aufschlagserie durch Amelie Grawert. Den Vorsprung gehalten bis zum 11:6 aber leider wieder verloren – 13 beide. Und wieder steht der Block bei den Stralsunderinnen, erneute Führung zum 19:14. Doch Düsseldorf kommt ein weiteres Mal heran, bis auf einem Punkt zum 22:21. Nur um von Wildcat Nummer 7 in die Schranken gewiesen zu werden. Erst ein Hammer Angriff, dann zwei Asse im Aufschlag: 25:21. Stralsund gleicht zum 2:2 nach Sätzen aus.
„Nun musste bereits zum 10. Mal der Tiebreak die Entscheidung bringen“, weiß Täubrich: „Dabei gab es überwiegend negative Erfahrungen.“ Entgegen der Tiebreak-Erfahrungen ging man aber nicht mit zittrigen Knien in den Endspurt. 3:0 Führung. Auszeit bei den Düsseldorferinnen. Mit Wirkung: direkter Ausgleich. Dennoch gingen MVP Grawert – die Auszeichnung war zu diesem Zeitpunkt mehr als deutlich – Kapitänin Sabrina Dommaschke und Co. mit einer zarten 8:7-Führung in den Seitenwechsel. Beim 10:7 ein erneutes und wieder erfolgreiches Timeout durch Eintracht Spontent. Doch die Hanseatinnen ließen nur drei Punkte zu, fingen sich wieder und sicherten sich den Matcherfolg. By the way: Den Matchpunkt verwandelte Amelie Grawert mit einem Ass.
Teammanager Täubrich zeigt sich nach dem Spiel seiner Wildcats trotz der Leistungsschwankungen erfreut: „Positiv, dass nach schwachen Eindrücken niemand den Kopf in den Sand steckte, weiter kämpfte und spielte und sich somit immer wieder in eine erfolgreiche Ausgangsposition brachte.“ Und auch beim Team selbst machte sich Erleichterung sowie etwas Wehmut breit. „Wir fanden gerade erst unseren Flow, unser Selbstbewusstsein und vor allem den Glauben an unsere eigenen Stärken zurück und dann ist die Saison vorbei. Schade eigentlich“, lässt es im neuesten Insta-Post wissen samt Versprechen in Richtung der Fans: „Wir nehmen dieses großartige Gefühl mit in die Pause und danken euch für euren Support, auch wenn es mal nicht rund lief.“
red
