Mit starken Leistungen und einem DM-Titel im Gepäck hat sich der SV 2000 Diedrichshagen bei den nationalen Meisterschaften des Deutschen Bogensport-Verbandes (DBSV) in Schwedt/Oder eindrucksvoll präsentiert. Acht Schützinnen und Schützen hatte der vorpommersche Sportverein ins Feld geführt. Mit dem 28-Jährigen Niklas Simon Polei stellt der SV 2000 nun den bereits fünften DM-Sieger in diesem Wettkampfjahr. Nach Janine und Viola Kansy, Lennart Hanel sowie Zoey Pitrowski, die sich im März jeweils zu Gold in der Halle schießen konnten, avancierte Polei im Freiluftwettbewerb für Bögen mit Visier zum besten Recurve-Bogenschützen Deutschlands. Ein bemerkenswertes Ergebnis. Auch weil der studierte Physiker nicht unbedingt zu den Topfavoriten zählte.
Die Top 16 bei einer DM erreichen, hatte sich Polei bereits vor einem halben Jahr zum Ziel gesetzt. Aber dass es gleich der Titel werden würde, hätte der 28-jährige damals wahrscheinlich nicht gedacht. "Ich freue mich sehr über den Gewinn des deutschen Meistertitels, vor allem weil es meine erste DM des DBSV war. (Anm. d. Red.: Weitere DM werden vom Deutschen Schützenbund (DSB), dem größten Schieß- und Bogensportverband in Deutschland, ausgerichtet.) Es macht immer viel Spaß mit so vielen Vereinsmitgliedern zu Turnieren zu fahren, erst Recht wenn es die Deutsche Meisterschaft ist", erzählt er glücklich und verrät direkt einen seiner Erfolgsfaktoren: "Das Miteinander motiviert mich nochmal zusätzlich."
Am Ende konnte der 2-Meter-Mann 1191 Ringe zu Protokoll bringen, sieben mehr als sein Hamburger Konkurrent Mats Fürstenberg. Doch wie knapp das Kopf-an-Kopf-Rennen der drei Medaillenträger war, zeigte speziell das Gesamtergebnis des Wormser Schützen Joshua Junga. Zwar holte dieser auf der 90-Meter-Distanz die meisten Punkte. Nachdem dann auch die 70, 50 und 30 Meter absolviert waren – zwei Entfernungen wurden am Samstag geschossen, zwei am Sonntag – fand sich der Rheinhesse auf dem Bronzerang wieder. Und zwar nur einen einzigen Punkt hinter dem Vizemeister.
Neben Niklas Polei reisten für den SV 2000 Diedrichshagen auch Anja Hoffmeister (Recurvebogen), Lennart Hanel, Jan Carstens, Carsten Horn sowie Janine, Olaf und Viola Kansy (alle Compoundbogen) in die brandenburgische Nationalparkstadt. Mit Polei traten fünf in der offenen Klasse an, drei gingen in der Altersklasse Ü50 an den Start. Am Ende zeigte sich das ganze Team zufrieden: "Gute Laune und der Spaß am Bogenschießen waren das gesamte Wochenende über unsere Begleiter." Auch wenn sie anfangs mit unbeständigem und böigem Wind zu kämpfen hatten. "Der war schwer einzuplanen. Gerade im ersten Durchgang (dem weitesten) machte er uns zu schaffen", erzählt DM-Teilnehmerin Viola Kansy. Sicherlich hatte auch Jan Carstens einen kleinen Wermutstropfen zu vergießen. So durfte der Compound-Schütze als Ü50er nicht in seiner eigenen AK antreten. Als DM-Nachrücker war ihm nur die Teilnahme in der offenen Klasse der Herren möglich. Aber wie heißt es so schön: "Dabei sein ist alles."
Doch die Goldmedaille sollte nicht die einzige Plakette für die Randgreifswalder sein. Neben den Einzelwettbewerben ging es auf dem Gelände des SSV PCK 90 Schwedt nämlich noch in zwei Mannschaftswertungen auf Titeljagd. Hier sicherte sich das Trio Lennart Hanel, Janine und Viola Kansy Bronze mit dem Compound-Bogen. Mit 3929 Gesamtpunkten mussten sie sich nur den Teams TSV Lindenberg I (4034 Pkt.) und VSG Stapelfeld (4044 Pkt.) geschlagen geben.
Bereits am kommenden Wochenende geht es für drei Diedrichshagener weiter. Genauer auf der Rostocker Großsportanlage am Damerower Weg. Gemeinsam mit dem Deutschen Bogensport-Verband richtet hier der ESV Lok Rostock die Deutschen Freiluftmeisterschaften für Bögen ohne Visier – Dazu zählen unter anderem Lang-, Jagd- und Kompositbogen – aus. Und vielleicht wird dann auf MV-Seite erneut über Gold gejubelt...