Lucas Jeschke und Charlotte Dettmann überzeugen bei Norddeutschem Ranglistenturnier
Lange liegen die fulminanten Erfolge durch Neubrandenburgs Badmintontalent Lucas Jeschke noch nicht zurück – durch Siege in Langenfeld und Bützow steht der 14-Jährige knapp davor, zu Deutschlands Top Ten seiner Altersklasse zu gehören – da konnte der Schüler nun erneut auf sich aufmerksam machen. Beim Norddeutschem Ranglistenturnier in Schüttorf (13./14. Juni) erspielte sich Jeschke dreimal aufs Podest, schlug dabei u.a. namhafte Hamburger Größen. Einen dreifachen Medaillensatz und damit wichtige Ranglistenpunkte erspielte sich auch die erst 12-jährige Schwerinerin Charlotte Dettmann.
Während Jeschke und Dettmann zu den Mitfavoriten des Turniers gehörten, wollten es drei weitere BVMV-Kaderathleten erst einmal als Standortbestimmung wissen. Somit war die Reise an die niederländischen Grenze für Fabian Geffe (SV Motor Süd Neubrandenburg; U15), Konrad Wendt (SG 03 Ludwigslust/Grabow; U13) und Emil Hermann (PSV Rostock, U13) noch mit viel Aufregung und Lampenfieber begleitet. Am Ende konnten sich aber alle drei gut in Szene setzen und den ein oder anderen Matcherfolg für sich verbuchen.
Den Auftakt bildete am Samstag die Mixed-Konkurrenz. Von Setzplatz 2 aus kam MVs Vorzeige-Duo Jeschke/Dettmann gut in den Wettbewerb. Trotz kurzer Schwächephase in der Runde der besten Acht, sicherten sie sich den Einzug ins Halbfinale. Hier unterlagen sie zwar den späteren Siegern aus Trittau knapp mit 18:21 und 19:21, im Spiel um Platz 3 gelang ihnen aber wieder ein Sieg. Die erste Medaille war somit sicher.
Direkt im Anschluss starteten beide in ihre Einzel. Dettmann erstmals von Setzplatz 1 aus. Der Umstand dass ein paar Top-Spielerinnen höher (in der U15) gemeldet hatten, machte das möglich. Jeschke startete seinerseits an Position zwei gesetzt ins Geschehen. Von Beginn an zeigten beide keine Schwächen und machten ihrer Mitfavoritenrolle alle Ehre. Auch als Neubrandenburgs Ass in der Vorschlussrunde volle drei Sätze und 40 Minuten lang gefordert wurde, ließ er in jedem Ballwechsel keinen Zweifel aufkommen, diesmal ganz oben auf dem Treppchen stehen zu wollen. Mit 23:21, 22:24 und 21:17 machte er gegen den Hamburger Brestel den Sack zu und zog wie auch seine Mixed-Partnerin ins Finale ein.
Einmal noch regenerieren und ausschlafen bitte. Das hatten sich Charlotte Dettmann und Lucas Jeschke redlich verdient. So standen die Endspiele in den Einzeln erst am Sonntagmorgen auf dem Programm. Pünktlich um 9:30 waren sie also wieder auf den Courts – bereit für den ganz großen Wurf. Der sollte kommen. Die Schwerinerin bekam vom jungen Bonner Talent Ylvi Heilemann mächtig Gegenwehr, musste bis in den Entscheidungssatz. Hier holte sie in der Schlussphase einen passablen Rückstand auf, zog vorbei und sicherte sich ihren ersten Norddeutschen Titel ihrer Karriere. Währenddessen zeigte sich Lucas Jeschke ebenfalls in Bestform. Gegen den topgesetzten Ben Oeser (Hamburg) fand er schnell die richtigen Mittel. Mit 22:20 und 21:15 holte auch er sich den Titel.
Eine Disziplin stand für das kleine MV-Team noch an: Doppel. Sowohl Dettmann als auch Jeschke traten hier mit ihren Bremer Stammpartner*innen an. Der Neubrandenburger zusammen mit Jonathan Pöland (ATSV Habenhausen), die Schwerinerin an der Seite von Tian Yu Dong (TV Eiche Horn). Und es kam wie es kommen sollte. Ohne einen einzigen Satzverlust sicherte sich das BSC-Talent ihren zweiten Titel des Tages. Auch Teampartner Jeschke zog bis in die letzte Runde ein. Machte überraschend sogar einen Satz gegen die haushohen Hamburger Favoriten klar. Das Match konnten Jeschke und Pöhland zwar nicht für sich entscheiden, dafür aber einen großartigen Silberrang.
Bronze im Mixed, Silber und Gold im Doppel und dann noch zweimal Gold im Einzel: Für Mecklenburg-Vorpommern ist dieses Ergebnis ein Spiegelbild für die gute Arbeit der vergangenen Jahre. Für die beiden Badmintoncracks der Lohn für ihren vorbildlichen Trainingsfleiß. Für ihre Trainer*innen ein Paukenschlag.
Mit den verdienten Punkten rücken Dettmann und Jeschke in der deutschen Rangliste weiter auf. Ein paar große Turniere stehen für beide jetzt noch an, bevor dann im November die Norddeutsche Meisterschaft kommt. Das ganz große Ziel ist aber eine erneute Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen im Dezember.