F.C. Hansa Rostock zieht erste Konsequenzen nach den Vorkommnissen beim DFB-Pokalspiel

(Rostock, 16.08.2017) Auch drei Tage nach dem DFB-Pokalspiel gegen Hertha BSC herrscht beim F.C. Hansa noch immer UnverstĂ€ndnis und Wut ĂŒber die unschönen Szenen, die nicht zuletzt das Wichtigste an diesem Abend – den Fußball – völlig in den Schatten gerĂŒckt haben.

Dass 20-50 Personen auf der SĂŒdtribĂŒne einen Banner ansteckten und damit das eigene Stadion in Brand setzten – ist einfach nicht nachvollziehbar und vor allem nicht tolerierbar!

Was allerdings positiv stimmt – wenn man ĂŒberhaupt etwas Positives aus diesem Spiel und dessen Randerscheinungen ziehen kann – ist die Reaktion der großen Mehrheit der Zuschauer im Ostseestadion. Viele Hansa-Fans haben an diesem Abend, Fußball-Deutschland mehr als eindeutig gezeigt, dass sie ein solches Fehlverhalten ablehnen und nicht tolerieren. Ein tolles Zeichen, das zeigt wofĂŒr der F.C. Hansa Rostock steht!
Wir sind und wir bleiben stolz auf unsere lebendige Fankultur! Wir sind und bleiben stolz auf unsere Stimmung im Ostseestadion, die in Deutschland in Teilen ihresgleichen sucht! Wir stehen auch weiterhin ganz klar dazu, dass es beim F.C. Hansa Rostock eine große aktive Fanszene gibt und wir werden auch kĂŒnftig offen fĂŒr den Dialog sein!

Aber genauso klar und deutlich sagen wir auch, wo unsere Grenzen sind! Eine solche Grenze wurde beim Spiel am Montag deutlich ĂŒberschritten. Der F.C. Hansa Rostock distanziert sich ganz klar von Gewalt und Vandalismus im Stadion!

In unserem Offenen Brief zum Pokal-Spiel und auch in den Monaten zuvor haben wir deutlich gemacht, dass wir viele Entscheidungen und Prozesse beim DFB sehr kritisch sehen und haben hierbei insbesondere die ZweckmĂ€ĂŸigkeit von Kollektivstrafen in Frage gestellt. In Anbetracht der aktuellen Entwicklungen zu dieser Thematik wollen wir nun auch positiv anerkennen, dass sich der DFB und allen voran sein PrĂ€sident Reinhard Grindel fĂŒr den Dialog öffnet und sich zu einem kĂŒnftigen Verzicht von Kollektivstrafen bereit erklĂ€rt hat.

Damit liegt der Ball nun ganz klar bei uns ALLEN! Wir alle haben immer den Dialog gefordert, haben immer davon gesprochen, dass es einen runden Tisch geben muss und dass wir ein Ende der Sanktions- und Gewaltspirale wollen! Nun liegt ein GesprĂ€chsangebot auf dem Tisch, das auffordert mitzuwirken, um gemeinsam zu Lösungen zu kommen. Der F.C. Hansa Rostock begrĂŒĂŸt dieses Angebot und erklĂ€rt ganz klar seine Dialogbereitschaft. Wir werden uns aktiv einbringen – im Sinne und zum Wohle des Fußballs! Wir sind nun ALLE gefordert und können zeigen, dass wir unseren vielen Worten auch Taten folgen lassen!

Dazu gehört es, sich auch selber in die Pflicht zu nehmen und zuallererst vor der „eigenen HaustĂŒr zu kehren“. Die Ereignisse und Geschehnisse vom vergangenen Montag mĂŒssen gemeinsam aufgearbeitet werden. Ohne Frage muss das Überschreiten der Grenzen konkrete Konsequenzen nach sich ziehen. Daher hat der Vorstand des F.C. Hansa – in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat – beschlossen, dass bis auf Weiteres sĂ€mtliche Arbeitskarten und Durchfahrtsbescheinigungen fĂŒr die aktive Fanszene im Bereich der SĂŒdtribĂŒne entzogen werden. Zudem wird der Fancontainer auf dem Parkplatz SĂŒd entfernt.

Ebenfalls musste festgestellt werden, dass das Konzept der Fanordner auf der SĂŒdtribĂŒne derzeit nicht ausreichend funktioniert. Aus diesem Grunde wird es kĂŒnftig auch einen Einsatz des regulĂ€ren Ordnungsdienstes auf der SĂŒdtribĂŒne geben.

Zudem werden alle sicherheitsrelevanten Prozesse und AblĂ€ufe einer internen und auch externen ÜberprĂŒfung unterzogen. Auch wenn bereits in den Stunden nach dem Spiel die interne Aufarbeitung zu ersten Erkenntnissen gefĂŒhrt hat, wird der F.C. Hansa Rostock mögliche SchwĂ€chen im Einsatzverhalten oder aber auch in der Infrastruktur des Stadions zusĂ€tzlich nochmals extern ĂŒberprĂŒfen lassen und sich einer grĂŒndlichen Untersuchung stellen.

Am heutigen Tage hat es zahlreiche GesprĂ€che mit der Polizei, dem Sicherheitsdienst, dem Kontrollausschusses des DFB und auch der AG SĂŒd gegeben. Alle Parteien werden auch weiterhin im engen Dialog bleiben und an weiteren Lösungen arbeiten, aber auch weitere Konsequenzen in Betracht ziehen.

Quelle: Marit Scholz, F.C.Hansa Rostock e.V.

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