Im Gespräch mit dem Geschäftsstellenleiter des Judoverbandes M-V

Mehr als drei Monate sind judosportlich 2019 bereits abgehakt. Die großen Ereignisse in M-V und darüber hinaus folgen aber noch.  Ralf Wilke über die Judo-Veranstaltungen im ersten Jahresdrittel, die Erfolge aus MV-Sicht, kommende Turniere sowie WM und Olympia in Tokyo…

Judo – Symbolbild

Frage: Herr Wilke, was waren die bisherigen Highlights aus MV-Sicht? Welche Judoka konnten beeindrucken?

Ralf Wilke: Die Meisterschaften der Altersklassen U 15, U 18 und U 21 sind schon Geschichte. Die Platzierten der Landeseinzelmeisterschaften qualifizierten sich für die Nordostdeutschen Meisterschaften und die Medaillengewinner dort hatten die Gelegenheit, bei den deutschen Titelkämpfen in Leipzig und Frankfurt an der Oder für Furore zu sorgen.

Insgesamt wurden zwei Silbermedaillen in der Altersklasse U 18 durch Tia Scheerat (PSV Schwerin) und Jule Hempel (Asia Sport) erkämpft und in der Altersklasse U 21 eine Bronzemedaille durch Leonie Bahle (Asia Sport). Kurzum, wir sind sehr zufrieden. Schade nur, dass Annika Würfel derzeit verletzt ist. Somit konnte unsere erfolgreichste Sportlerin nicht im Kampf um die Medaillen eingreifen.

Frage: Welche Höhepunkte folgen für die hiesigen Judoka?

Ralf Wilke: Der 17. Hanse-Cup in Greifswald hat mit 705 Wettkämpfern einen neuen Teilnehmerrekord verbuchen können. Dieses Turnier ist das größte in M-V und konnte neben den vielen heimischen Wettkämpfern auch Delegationen aus Polen, Schweden und Dänemark begrüßen. Mit der Landeseinzelmeisterschaft der Altersklasse  U 13 wird am 4. Mai 2019 in Schwerin ein weiterer Höhepunkt seine Erfüllung finden.

Anschließend finden die Wettkämpfe der Mannschaften für den Deutschen Jugendpokal in den Altersklassen U 14 und U 16 statt. Die drei Erstplatzierten qualifizieren sich für den Bundesausscheid, der dann in Senftenberg bzw. Maintal stattfinden wird.

Frage: Welches sind die international bedeutendsten Turniere im vorolympischen Jahr?

Ralf Wilke: Die beiden Grand Slams in Paris und Düsseldorf waren schon Turniere mit einem absolut hohen Stellenwert. Die Organisatoren in Düsseldorf mussten aufgrund der Teilnehmerzahlen sogar den Ablauf verändern, um die Zeiten der Finalrunden nicht zu gefährden. So werden sicher auch die anderen Top-Turniere mit einem erhöhten Ansturm rechnen können.

Die Weltmeisterschaft findet in diesem Jahr in Tokyo statt. Dieser Event dürfte für alle Top-Judoka richtungsweisend sein. Die deutschen Judoka haben sich während der vergangenen Monaten sehr gut in Szene gesetzt. Man darf hier einiges erwarten. Allerdings sind die Japaner eine Klasse für sich. Dennoch Dominic Ressel, Alexander, Anna Marie Wagner oder Alexander Wieczerzak können auch bei der WM berechtigte Hoffnungen hegen.

Letzte Frage: Ein Jahr später ist Tokyo dann auch Gastgeber der Olympischen Spiele. Was erwarten Sie persönlich von den Wettkämpfen im Mutterland des Judosportes.

Ralf Wilke: Der Gastgeber darf bei den olympischen Judo-Wettkämpfen zwei Aktive pro Gewichtsklasse an den Start bringen. Bei der Leistungsdichte dieser Judo-Nation darf man davon ausgehen, dass es bei der Medaillenvergabe japanische Doppelsiege geben könnte.

Im Nippon Budokan, in dem auch die olympischen Wettkämpfe 1964 stattfanden, wird es für jeden Zuschauer unvergessliche Erlebnisse geben. Die Atmosphäre ist dort einmalig und für Europäer überaus beeindruckend. Allerdings wird die Reise nicht gerade günstig sein.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für den Judosport in M-V!

mic