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Furioser Saisonauftakt für „Mücke“

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Schweriner „Special Olympics“-Athlet stellt sich mit seinem Handbike der Laufcup-Elite

Startschuss beim Auftakt des traditionsreichen Laufcups Mecklenburg-Vorpommern. Über 1.100 Ausdauersportler und -Sportlerinnen leiteten am vergangenen Sonntag mit dem Wittenburger Mühlenlauf die neue Saison ein. Mitten unter ihnen: Andreas Mücke, „Special Olympics“-Triathlet und erfahrener Handbiker. Der 55-Jährige, der für SISU Schwerin e.V. startet, konnte hier wieder einmal auf ganzer Linie überzeugen und sicherte sich am Ende Platz 13 in der Gesamtwertung und Platz 1 in seiner Altersklasse.

Um allen Fußgänger:innen einen freien Start zu ermöglichen, ging Mücke 60 Sekunden vor der Laufcup-Elite auf die Strecke. Auch fuhr er außerhalb der Wertung. Dennoch wurde er dabei von den rund 3.000 Zuschauern entlang der Strecke förmlich getragen. „Die waren beeindruckt – vor allem davon, was sich allein mit der Kraft der Oberarme leisten lässt“, kommentiert er platt. Zur Strecke meint er: „Ein anspruchsvoller, bergiger Rundkurs – vier Runden, die alles abverlangen.“ Am Ende brachte er die 10 Kilometer in einer Zeit von 36:13 Minuten hinter sich. Noch im letzten Jahr brauchte er für die gleiche Strecke rund 45 Minuten. „Dieses Jahr? Ein ganz anderes Kapitel“, sagt er sichtlich stolz zu seiner neuen Bestzeit und macht dabei Tugenden wie Fokus, Disziplin und das Setzen von klaren Zielen mitverantwortlich.

Handbike-Fahrer Andreas Mücke (Mitte) wartet gemeinsam mit der Laufcup-Elite auf den Startschuss. (Foto: ZVG)

Andreas Mücke, der sich infolge zweier Schlaganfälle ganz dem Sport verschrieben hat, hat sich seit November akribisch auf die neue Saison vorbereitet. Im Juni wird er am größten Multisport-Event für Menschen mit geistiger und mehrfacher Beeinträchtigung teilnehmen – den nationalen Meisterschaften der Special Olympics. Wittenburg war somit seine erste Wettkampfstation für 2026. Aber auch eine, die es überraschend in sich hatte. „Bei frischen 6°C entwickelte sich genau das, was Sport ausmacht: ein echtes Duell auf Augenhöhe. Aber ehrlich gesagt: Dass es so eng werden würde, hätte ich nie gedacht“, sagt er. Denn auch wenn sein Name und seine Zeit nicht in die offizielle Gesamtwertung des Laufcup eingehen werden, kommt man nicht drum herum, Mückes Leistung mit denen der Starter ohne Handycap zu vergleichen. Mit 36:13 min absolvierte er die 13. beste Zeit aller 286 Finisher. In seiner Altersklasse (M 55) steht er sogar auf Platz 1.

„Für mich ist klar: Das war erst der Anfang“, weiß der sportliche Allrounder. Und wie immer sieht er sich dabei als Vorbild: „Vielleicht fühlen sich ja Rollifahrer, Handbiker oder Menschen mit Handicap angesprochen einmal mit beim Wittenburger Mühlenlauf mitzumachen. Passende Strecken gibt es ja.“ In Richtung der Mühlenlauf-Organisatoren Martin Pankow und Nico Wilde lässt Mücke anerkennende Worte da: „Ihr habt den Lauf zu einem inklusiven Laufevent gemacht. Das ist nicht selbstverständlich. Einen großen Dank dafür.“