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Cheema und Rout kämpfen in Cardiff um EM-Medaillen und Paralympics-Punkte

Die Paralympics 2028 fest im Blick: Für Balwinder Cheema und Dimitrij Rout vom TuS Makkabi Rostock beginnt bei der Rollstuhlfecht-EM in Cardiff die Qualifikation für Los Angeles. Nach starken internationalen Ergebnissen wollen die beiden Rostocker nun auch im Kampf um EM-Medaillen ein Wörtchen mitreden.

Eingestellt von MV-Sport.de
Will nun auch bei der EM überzeugen: Der Rostocker Balwinder Cheema hier bei seiner Teilnahme am Weltcup in Thailand. (Foto: SPADT Thailand)

Für Balwinder Cheema und Dimitrij Rout beginnt bei den Europameisterschaften im Rollstuhlfechten in Cardiff eine besonders wichtige Phase auf dem Weg zu ihrem großen Ziel. Die beiden Athleten vom TuS Makkabi Rostock gehören zum achtköpfigen deutschen Aufgebot für die Titelkämpfe in Wales. Gleichzeitig markiert die EM den Auftakt der Qualifikationsphase für die Paralympischen Spiele 2028 in Los Angeles. Ab dem 8. Oktober greifen die deutschen Fechterinnen und Fechter ins Wettkampfgeschehen ein – und Bundestrainer Alexander Bondar sieht sein Team so stark aufgestellt wie lange nicht.

„Wir reisen zum ersten Mal als eines der Favoritenteams an. Alle sind sehr stark, im Team wie im Einzel“, sagt Bondar, der nicht nur Bundestrainer, sondern zugleich Landestrainer in Mecklenburg-Vorpommern und Sportwart beim TuS Makkabi Rostock ist. Für Cheema und Rout geht es in der Kategorie B jeweils mit Säbel und Degen auf die Planche. Zusätzliche Motivation liefert das neue Qualifikationssystem: Die Ergebnisse von Cardiff bringen bereits Punkte für die Paralympics 2028. „Wer jetzt eine Medaille holt, hat sehr gute Chancen, bei den Paralympics in LA dabei zu sein“, unterstreicht Bondar.

Dass die beiden Rostocker mit der internationalen Spitze mithalten können, stellten sie zuletzt beim Weltcup in Thailand unter Beweis. Im Team-Florett verpassten Cheema und Rout gemeinsam mit ihren Teamkollegen den Sprung auf das Podest nur um einen einzigen Treffer und belegten Rang vier. Trotz der denkbar knappen Entscheidung zog Bondar ein positives Fazit: „Die Jungs haben einen großartigen Kampf geliefert. Auch wenn die knappe Niederlage im ersten Moment schmerzt, überwiegt die positive Erkenntnis: Wir sind auf Augenhöhe mit den Top-Nationen.“ Die anschließenden Wochen wurden genutzt, um gezielt an den letzten Defiziten vor der EM zu arbeiten.

Landes- und Bundestrainer Alexander Bondar (hier beim Weldcup in Thailand) traut seinen Athleten eine EM-Medaille zu.

Mit reichlich internationaler Erfahrung reist vor allem Balwinder Cheema nach Wales. Der 47-jährige Vater eines Sohnes nahm bereits 2016 an den Paralympics in Rio de Janeiro teil, verpasste anschließend die Qualifikation für Tokio nur knapp und musste seine geplante Teilnahme an den Spielen 2024 in Paris kurzfristig krankheitsbedingt absagen. Im vergangenen Jahr gewann er bei der Weltmeisterschaft im südkoreanischen Iksan mit dem deutschen Säbel-Team Bronze. Auch national präsentierte sich „Balu“, wie Cheema im Team genannt wird, zuletzt in starker Verfassung: Bei den Deutschen Meisterschaften im Juli in Rostock holte er in der Kategorie B die Titel mit Degen und Florett sowie Bronze mit dem Säbel.

Für den 41-jährigen Dimitrij Rout ist der Traum von Los Angeles ebenfalls längst zum bestimmenden sportlichen Ziel geworden. Der gebürtige Kasache, der mit einer infantilen Zerebralparese zur Welt kam, ordnet diesem Ziel neben Beruf und Familie einen großen Teil seines Alltags unter. Rout arbeitet als Personaldisponent und ist Vater einer Tochter. Dass sich der enorme Aufwand auszahlt, zeigen seine jüngsten Resultate. Nach WM-Bronze mit dem Säbel-Team 2025 erkämpfte er in diesem Jahr Bronze im Säbel-Einzel beim Weltcup in Budapest und eine weitere Bronzemedaille bei den offenen polnischen Meisterschaften in Warschau.

Auch im Teamwettbewerb rechnen sich die Deutschen in Cardiff einiges aus. Gemeinsam mit Julius Haupt und Paralympics-Sieger Maurice Schmidt wollen Cheema und Rout um ihre nächste Medaillen kämpfen. „Wir funktionieren als Gruppe sehr gut. Wir verstehen uns untereinander und versuchen, durch den Spaß am Ende erfolgreich zu sein“, beschreibt der Weimarer Haupt die Stärke der Mannschaft. Bundestrainer Bondar geht mit entsprechendem Selbstvertrauen in die Titelkämpfe: „Wir wollen in Cardiff richtig rocken.“

Für Cheema und Rout, die im vergangenen Jahr zu MVs "Para Team des Jahres" ausgezeichnet wurden, könnte die EM damit weit mehr sein als nur der Kampf um europäisches Edelmetall. Nach Jahren mit Erfolgen, Rückschlägen und viel Trainingsarbeit beginnt in Cardiff der lange Weg nach Los Angeles – und die beiden Rostocker wollen gleich zum Auftakt möglichst viele wertvolle Punkte sammeln.

red (mit KI optimiert)

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