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Seawolves feiern ersten Sieg im BKT EuroCup

Die ROSTOCK SEAWOLVES verzeichnen einen weiteren Meilenstein in ihrer Vereinsgeschichte. Erstmals haben sie ein Spiel im BKT EuroCup gewonnen. Vor 3.267 Zuschauern, darunter über 600 Studierende, haben sie sich mit 87:86 (42:41) gegen den lettischen Gruppengegner Riga Zelli durchgesetzt. In einem Basketballkrimi par excellence behielten die Wölfe die Nerven und konnten sich knapp durchsetzen. Owen Klassen avancierte mit 14 Punkten und zwölf Rebounds zum Spieler der Partie, wenngleich drei weitere Wölfe zweistellig punkteten. Kurz vor Schluss sicherte Zach Copeland den Sieg an der Freiwurflinie. Bei den Gästen kam der US-Amerikaner Tony Perkins auf 35 Punkte.

ROSTOCK SEAWOLVES gegen Riga Zelli 87:86 (42:41)

Die Wölfen erwischten den besseren Start: Artur Konontsuk erzielte die ersten Heimpunkte im EuroCup überhaupt, Rostock kam früh ins Rollen und biss in der Defensive und beim Rebound zu. TJ Crockett Jr. und Zach Copeland trafen von der Dreierlinie zum 8:2 (2. Minute), nach einem Floater von Konontsuk stand es 18:5 (4.). Die SEAWOLVES gaben den Ton an. Doch Riga schüttelte sich kurz und drehte das Spiel mit einem 16:0-Lauf, der in der 8. Minute den Führungswechsel nach sich zog. Die Gäste hatten nun das Spiel im Griff und diktierten die Offensive: Mit 20:26 ging es in die erste Viertelpause.

Zu Beginn des zweiten Viertels antworteten die Rostocker mit einem 6:0-Lauf zum 26:26 (12.). Todd Withers sorgte mit einem Dreier für den erneuten Führungswechsel (29:26, 13.), und die Wölfe jagten weiter, angeführt von ihrem Kapitän Robin Amaize (36:29, 16.). Riga-Akteur Martynas Varnas traf zwei Dreier in Folge und brachte sein Team zurück (38:35, 17.). Zum Ende der ersten Halbzeit ging es hin und her wie bei einem Boxkampf im Schwergewicht. Owen Klassen war an beiden Enden des Feldes zur Stelle, mit Layup und Block zum 40:39 (19.).

Die zweite Halbzeit blieb ein offenes Duell, in dem sich kein Team mit mehr als drei Punkten absetzen konnte. Allein zehn Führungswechsel sahen die Zuschauer, ehe die Letten auf 54:60 (28.) davonzogen. Nach einer Rostocker Auszeit antwortete Baggette mit einem Dreier zum 57:60. Die Wölfe bissen weiter, und Johnathan Stove glich zum 62:62 aus (30.). Mit 64:66 ging es in den Schlussabschnitt.

Auch im vierten Viertel blieb alles offen, es ging mit harten Bandagen zur Sache. Copeland tankte sich zu einem And1 durch und verwandelte beide Freiwürfe zum 71:66 (33.). Rostocks Defensive stand, Ballgewinne und Transition brachten weitere Punkte, und Lansdowne erhöhte routiniert auf 74:67 (34.). Allerdings ließ Riga nicht locker: Varnas und Perkins hielten die Letten in der Spur (74:72, 35. Min), ehe Konontsuk aus der Ecke traf (77:72, 36.) und kurz darauf einen Fehlwurf von Dominic Lockhart rettete (79:76, 36.). Den Ausgleich zum 81:81 (38. Min) erzielte der überragende Tony Perkins für Riga Zelli. Klassen rettete daraufhin eine Korbleger geradezu tänzerisch zum 83:81.

In der Schlussphase verfehlte Varnas auf Rigaer Seite vier Freiwürfe in Folge. Konontsuk hingegen behielt bei noch 51,7 Sekunden die Nerven und traf von der Freiwurflinie zum 85:83. In den letzten 30 Sekunden hatte Dominic Lockhart dann seine Hände entscheidend im Spiel und wilderte im Passweg. Die Gäste aus dem Baltikum verwarfen nach einem verpassten Rostocker Angriff den Wurf zur Führung. Rostock ging daraufhin an die Linie; bei 1,2 Sekunden tütete Copeland durch Freiwürfe zur Entscheidung ein. Varnas‘ Dreier mit auslaufender Wurfuhr sorgte für den 87:86-Endstand.

Zahlen, bitte!

Ein Grund für den Rostocker Erfolg war das Rebounding. Insbesondere am offensiven Brett arbeiteten die Wölfe stark und schnappten sich 13 Abpraller. Die Gäste aus Riga holten nur drei Offensiv-Rebounds, d.h. lediglich drei zweite Wurfchancen.

Viertelstände (HRO-RIG): 20:26, 22:15, 22:25, 23:20

Punkteverteilung:

Rostock: Amaize (8), Baggette (7), Copeland (13), Crockett Jr. (11), Hartwich (0), Klassen (14), Konontsuk (14), Lansdowne (2), Leuchten (4), Lockhart (0), Stove (5), Withers (9).

Riga: Berzins (2), Johnson (3), Kikusts (nicht eingesetzt), Perkins (35), Shungu (6), Skuja (0), Sulcs (1), Talcis (0), Tkachenko (6), Varnas (24), Wahl (9)

Stimmen zum Spiel

Przemyslaw Frasunkiewicz (Head Coach Rostock):
„Von Beginn an haben wir einfach merkwürdig gespielt. Wir haben seltsame Entscheidungen getroffen. Statt sauber auszuboxen, haben wir unsere Gegenspieler geschoben, und genau dadurch haben wir Riga ins Spiel kommen lassen. Beide Teams gehören im EuroCup eher zu den Clubs mit kleinerem Budget. Wenn man einem Gegner auswärts das Gefühl gibt, dass er an seine Chance glauben kann, dann spielt er auch entsprechend. Riga hat viele schwierige Würfe getroffen – schwere Abschlüsse, verrückte Korbleger. Das war letztlich eine Folge unserer eigenen Fehler und unserer ungewohnten Spielweise. Deshalb hatten wir ein schweres Spiel. Ich möchte Riga damit nichts wegnehmen. Aber unser Problem in dieser Partie war, dass wir einfach nicht unser normales Spiel gezeigt haben. Immerhin haben wir am Ende, besonders im vierten Viertel, defensiv deutlich besser gespielt. Ein paar 50:50-Bälle fielen zu unseren Gunsten, und in der entscheidenden Phase konnten wir unsere Angriffe besser ausführen.“

Rokas Kondratavicius (Head Coach Riga):
„Zunächst einmal Glückwunsch an das Team aus Rostock zum Sieg. Es war keine einfache Atmosphäre, vor so vielen Fans zu spielen. Es war ein schlechtes Spiel von uns, insbesondere in der Verteidigung. Wir haben unseren Matchplan nicht umgesetzt, vor allem zu Beginn der Partie, hinsichtlich des individuellen Scoutings. Wir haben einigen Schlüsselspielern von Rostock erlaubt, ihren Rhythmus zu finden und dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken. Positiv war, dass wir noch einmal zurückgekommen sind. Aber selbst am Ende hatten wir bei den Wechseln in der Verteidigung große Probleme mit der Kommunikation. Ich bin überzeugt, dass wir dieses Spiel aufgrund unserer Fehler in der Defensive verloren haben. Das war aus meiner Sicht der entscheidende Punkt. Deshalb möchte ich auch gar nicht zu sehr über unsere Offensive sprechen. Ich glaube, wir müssen eine Mannschaft mit einer klaren defensiven Identität sein. Wenn wir in der Verteidigung klug spielen und unsere Regeln konsequent einhalten, dann können wir jede Mannschaft in dieser Liga kontrollieren.“

Text: Rostock Seawolves

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