Im Gespräch mit DSV-Präsidentin Mona Küppers 

Frage: Frau Küppers, das Jahr geht peu à peu in den Endspurt. Wie lautet das vorläufige Resümee aus Sicht des Deutschen Segler-Verbandes?

Mona Küppers: Wir schauen auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Der Traum-Sommer sorgte bei den Segel-„Wochen“ in Travemünde, Warnemünde und Kiel für karibische Bedingungen und animierte viele Seglerinnen und Segler zu ausgedehnten Sommertouren. Auch für die Aktivitäten der Vereine bot das Wetter traumhafte Möglichkeiten.

Großen Anklang, auch international, fanden die Weltmeisterschaften in den Disziplinen RC-Segeln und Strandsegeln, die in Deutschland ausgetragen wurden.

Ganz aktuell sind die Entscheidungen des Weltsegelverbandes World Sailing für die Segeldisziplinen bei den Olympischen Spielen 2024. Vor allem die Disziplin Mixed Two Person Keelboat Offshore ist eine Herausforderung für unsere Leistungssport-Ausbildung. Eine ähnlich große Herausforderung ist das Aus für die Segeldisziplinen bei den Paralympics 2024. Hier sind gebündelte Kräfte gefragt, um Segeln 2028 wieder ins Spiel zu bringen.

Positives lässt sich von der Sportförderung vermelden: 2018 wurde der Spitzensegelsport mit einer Summe von rund 2,6 Millionen Euro durch das Bundesministerium des Innern (BMI) gefördert. Diese Gelder ermöglichten zahlreiche Trainingsmaßnahmen sowie Teilnahmen an Sailing World Cups und internationalen Wettkämpfen. Ende Oktober wurde zudem die Anerkennung der Bundesstützpunkte mit Schwerpunktsetzung Nachwuchs in Friedrichshafen, Berlin und Warnemünde bis 2020 sowie des Bundesstützpunktes Kiel bis 2024 durch den Bund bestätigt.

Frage: Was waren ganz besondere Highlights und Erfolge für die Athletinnen und Athleten des DSV?

Mona Küppers: Die Bronzemedaillen von Philipp Buhl im Laser und Tim Fischer/Fabian Graf im 49er bei der WM in Aarhus sind klare Highlights. Insgesamt sicherten die deutschen Athletinnen und Athleten bei der ersten Qualifikationsmöglichkeit drei Nationen-Startplätze für die Olympischen Spiele 2020.

Beim ersten World Cup im Olympiarevier Enoshima konnten die deutschen Athletinnen und Athleten bereits wertvolle Erfahrungen in Hinblick auf Japan 2020 sammeln. Bei den Youth Olympic Games in Buenos Aires haben die Kiteboarderin Alina Kornelli und die Nacra 15-Crew Silas Mühle und Romy Mackenbrock Deutschland mit zwei Top Fünf-Platzierungen hervorragend vertreten.

Frage: Welche Herausforderungen warten 2019 auf die deutschen Asse?

Mona Küppers: 2019 ergibt sich bei Welt- und Kontinental-Meisterschaften die zweite Möglichkeit, in den übrigen fünf Disziplinen die Nationen-Startplätze für die Olympischen Spiele 2020 zu sichern. Im Fokus stehen außerdem das Testevent in Japan, die einen ersten Leistungstest im Olympiarevier darstellen. Auch die Weltmeisterschaften der Laser und Laser Radial sowie der 470er Männer und Frauen finden in Japan statt.

Malte Winkel (Schweriner Yacht-Club) und Matti Cipra (Plauer Wassersportverein). FOTO: © DSV/Lars Wehrmann

Frage: Mecklenburg-Vorpommern ist ebenfalls eine traditionsreiche Segelsport-Region. Wie beurteilen Sie die dortige Entwicklung des Segelsportes?

Mona Küppers: 2018 konnten 54 Seglerinnen und Segler aus Mecklenburg-Vorpommern Medaillen bei Welt-, Europa- und Deutschen Meisterschaften erringen. Erfreulich für Tourensegler: Die Zufahrt zum Nothafen Darßer Ort wurde ausgebaggert, sodass der Hafen auch 2018 angelaufen werden konnte. Auf leistungssportlicher Ebene konnte der Status des Standortes Warnemünde als Bundesstützpunkt mit Schwerpunktsetzung Nachwuchs bis 2020 erhalten werden.

Die Nachwuchsarbeit auf Landesebene hat auch 2018 wieder Früchte getragen: Seglerinnen und Segler aus Mecklenburg-Vorpommern konnten hervorragende sportliche Ergebnisse in den olympischen Segelklassen feiern.

Malte Winkel (Schweriner Yacht-Club) und Matti Cipra (Plauer Wassersportverein) gewannen Bronze bei der 470er-Europameisterschaft. Im Juniorenbereich setzten Theres Dahnke (Plauer Wassersportverein) und Birte Winkel (Schweriner Yacht-Club) mit Gold bei der Junioren-EM und Silber bei der Junioren-WM zwei dicke Ausrufezeichen. Max Wilken (Röbeler Seglerverein „Müritz“) wurde im Laser sensationell Zweiter bei der U21-WM und kam auch bei der Junioren-EM auf Platz 2.

Alt-Meister André Budzien (Schweriner Yacht-Club) gewann die Weltmeisterschaft der OK-Jollen. Lutz Stengel (Rostocker Yachtclub) wurde als Vorschoter von Holger Jess Weltmeister bei den 505ern.

Vielen Dank und weiterhin bestes Engagement für den Segelsport und maximale Erfolge für die deutschen Seglerinnen bzw. Segler!

M. Michels