Die Erfolgsserie der Stralsunder Masters-Gewichtheber auf internationaler Bühne setzt sich fort. Bei den diesjährigen Europameisterschaften im belgischen Waregem kehrten Annett Damme und Martin Strobel mit Silber und Bronze an den Sund zurück. Damit bewies das von Harry Barth betreute TSV 1860-Duo erneut, dass es auch gegen die stärkste Konkurrenz des Kontinents bestehen kann.
In der rund 40.000 Einwohner zählenden Kleinstadt stehen noch bis zum 27. Juni die besten Schwerathletinnen und -athleten Europas der Altersklassen +35 bis +75 auf der Bühne. Für Annett Damme, in der AK W55 bis 69 Kilogramm aktiv, ging es bereits am Sonntag an die schweren Eisen. Zwar musste die mehrfache Welt- und Europameisterin diesmal mit einer alles andere als idealen Vorbereitung auskommen. Davon ließ sie sich jedoch nicht aus dem Konzept bringen. Mit 46 Kilogramm im Reißen und 54 Kilogramm im Stoßen brachte sie 100 Kilogramm in den Zweikampf und sicherte sich mit 218,056 Punkten die Bronzemedaille. Vor ihr platzierten sich die Schwedin Marie Eriksson und die Irin Maureen McLarnon.
Dass Damme auch unter schwierigen Voraussetzungen zur europäischen Spitze gehört, unterstreicht der Vergleich zum Vorjahr. Damals hatte sie sich in Durrës mit 110 Kilogramm im Zweikampf den EM-Titel gesichert. In Waregem stand weniger die Titelverteidigung als vielmehr das Bestmögliche aus den aktuellen Voraussetzungen herauszuholen im Fokus – und genau das gelang der erfahrenen Stralsunderin eindrucksvoll.
Am Abend griff dann Martin Strobel in das Geschehen ein. Der Europameister von 2025 trat in der Altersklasse M50 bis 71 Kilogramm an und lieferte sich ein packendes Duell mit dem Polen Rafal Pazur. Strobel brachte 83 Kilogramm im Reißen sowie 94 Kilogramm im Stoßen zur Hochstrecke und erreichte damit starke 177 Kilogramm im Zweikampf. Mit 320,762 Q-Master-Punkten lag der Stralsunder sogar vor seinem Konkurrenten. Entscheidend für die Platzierung ist jedoch das gehobene Gesamtgewicht – und hier fehlte am Ende lediglich ein einziges Kilogramm zum erneuten EM-Gold. Dabei war der Sieg durchaus greifbar gewesen. Immerhin konnte Pazur seine beiden dritten Versuche nicht erfolgreich gestalten. Doch auch Strobel ließ Potenzial liegen – vor allem im Reißen. Aber Silber ist Silber. Und der erneute EM-Erfolg bestätigt die starke Form des Stralsunders. Inzwischen zählt er fest zur europäischen Spitze seiner Altersklasse.
"Wir sind selbstverständlich mega stolz auf euch", ließ die Vereinsführung schon kurz darauf verlauten und bezieht auch Barth und den mit den Vorbereitungen vertrauten TSV-Trainer Torsten Scheel mit ein: "Herzlichen Glückwunsch euch allen - ihr wart ein super Team." Für Annett Damme und Martin Strobel ist die internationale Saison aber noch längst nicht beendet. Bereits Ende September wartet mit den Masters-Weltmeisterschaften in Athen der nächste Höhepunkt. Dort möchte vor allem die erfahrene Schwerathletin noch einmal nach den Sternen greifen – und vielleicht die nächste internationale Medaille an den Sund holen.
red