505er küren Hofmann/Brockerhoff zu Europa-Cup-Siegern

Die Serie der perfekten Segeltage zur Warnemünder Woche findet auch am dritten Tag ihre Fortsetzung – zumindest fast. Mit einem strammen Programm auf den vier Bahnen wurden die drei Ilca-Klassen, die OK-Jollen und die 505er über die Kurse geschickt. Nur die Silberflotte der Ilca 6 schwächelte etwas. Sie schaffte im einbrechenden Wind lediglich ein Rennen.

Die schnellen 505er absolvierten dagegen sogar drei Wettfahrten und kürten im Anschluss ihre Warnemünder-Woche-Sieger 2025. Die Düsseldorfer Jan-Philipp Hofmann/Felix Brockerhoff feierten ihren dritten Jahreserfolg im Europa-Cup in Folge.

Morgen gibt es die Europa-Cup-Medaillen für die Ilcas, die in einigen Ergebnissen am Montag noch mal kräftig durchgeschüttelt wurden, während das Bild an der Spitze der OK-Jollen-Europameisterschaft langsam Konturen annimmt – mit dem Briten Charlie Cumbley in der Führungsposition.

Mit einem Sieg, einem zweiten und einem vierten Platz zu ihrem Regatta-Abschluss kassierten die 505er-Dominatoren Hofmann/Brockerhoff zwar noch leichte Flecken auf ihrer bis dahin blütenweißen Weste. An dem überlegenen Gesamtsieg änderte das aber nichts mehr. „Heute haben wir nicht ganz den Speed gefunden“, berichtete Steuermann Jan-Philipp Brockerhoff.

Jan-Philipp Hofmann und Felix Brockerhoff segelten zum souveränen Sieg im 505er. (Foto: Pepe Hartmann)

Doch der Freude tat das keinen Abbruch: „War ’ne tolle Regatta. Wir haben eine Top-Performance hingelegt. Aber auch von der Wettfahrtleitung und dem Drumherum war alles perfekt hier“, so der Steuermann, der den Warnemünder-Woche-Erfolg sehr zufrieden einreihte in die Europa-Cup-Siegesserie nach den Top-Platzierungen in Frankreich und Italien.

Das Erfolgsrezept des Duos beschrieb Vorschoter Felix Brockerhoff so: „Die Kommunikation ist ganz wichtig. Wir sprechen relativ viel in dem Rennen, darüber, wie er steuert, und was ich denke, wo wir hinfahren müssen. Technik, Taktik ist bei uns beständiges Thema.“ Mit dieser Einstellung und den Erfolgen im Rücken steuern sie selbstbewusst auf die Europameisterschaft im Oktober in Spanien zu.

Die Gesamtzweiten, Tim und Finn Böger aus Hamburg, durften sich zum Abschluss der sieben Wettfahrten noch über einen Tagessieg freuen. Und die Rostocker Lutz Stengel/Frank Feller kletterten auf ihrem Heimatrevier noch auf den Bronzerang.

Mit guter Laune kehrte der Schweriner André Budzien an Land zurück. Der dreimalige OK-Jollen-Weltmeister verbuchte am zweiten EM-Tag einen Tagessieg und einen vierten Platz. „Anschlusstreffer nennt man das wohl“, kommentierte Budzien den Sieg in der ersten Tageswettfahrt. „Ich hatte einen Top-Start und konnte dann auf meiner Seite gut punkten. An der ersten Tonne war ich schon Erster und habe es ins Ziel gebracht. Der Start in der zweiten Wettfahrt war auch sehr gut, aber dann war die andere Seite bevorteilt. So war ich am Luvfass nur Siebter, habe mich noch etwas nach vorn gearbeitet.“

Im Gesamt-Klassement rangiert Budzien nun auf Platz fünf, hat im Feld der 109 Starter nur einstellige Ergebnisse in der Liste und liegt damit in Schlagdistanz zur absoluten Spitze. Die nimmt aktuell Ex-Welt- und Europameister Charlie Cumbley ein. Der Brite punktete bisher mit drei Siegen in den vier Wettfahrten, führt vor dem Kanadier Baabii O Flower und dem Schweden Daniel Björndahl.

Standhaft ignoriert Ole Schweckendiek in der olympischen Ilca7-Klasse eine hartnäckige Erkältung. Die körperliche Schwächung war dem Kieler zumindest auf dem Wasser nicht anzumerken. Mit einem zweiten Platz und einem Rennsieg schob er sich insgesamt auf Platz eins und löste damit seinen Teamkollegen Julian Hoffmann an der Spitze ab. Der Allgäuer musste einen 14. und einen 17. Rang verkraften, ist nun Dritter. Zwischen den beiden Deutschen platziert sich der Franzose Alexandre Kowalski, der im Finale am Dienstag wohl der einzig verbliebene Konkurrent von Ole Schweckendiek ist.

Ole Schweckendiek steuert vor dem Abschlusstag auf Siegkurs bei den Ilca7. (Foto: Pepe Hartman)

Auf der Bahn der Ilca6 wurden die Ergebnisse an Tag drei kräftig durchgeschüttelt. Von den Patzern der bisherigen Top-Akteure Levian Büscher (Düsseldorf) und Anna Munch (Dänemark) profitierte der Däne Mads Wegener Larsen. Nach seinem Sieg in der ersten Wettfahrt konnte er sich sogar einen 20. Platz leisten, rückte trotzdem auf die Top-Position. Die ärgsten Verfolger sind Josip Tafra und Petra Marendic aus Kroatien. Levian Büscher ist als bester Deutscher Fünfter, die WM-Vierte Anna Munch rangiert auf Platz neun.

Eine frische Führung gibt es auch bei den Ilca4. In der Nachwuchsklasse kommt niemand ohne ein Streichresultat aus. Daher zahlt sich die größte Beständigkeit in der Serie aus. Und die hat aktuell die Hamburgerin Cassandra Jansch. Ein zweiter und ein 13. Platz führten sie nach vorn. „Vor allem im zweiten Rennen passten Wind und Welle nicht zusammen. Der Wind war schon sehr schwach, aber die Welle stand noch. Das hat es nicht einfach gemacht.“

Aber das Segeln liegt der 14-jährigen Schülerin im Blut, denn schon ihre Mutter Hanne war zu ihren Zeiten als Leistungsseglerin eine Athletin von internationaler Klasse. Die gebürtige Rostockerin gewann ehemals in der Europe- und Laserklasse WM- und EM-Medaillen. Von dieser Vorgabe lässt sich Cassandra aber nicht irritieren: „Ich weiß gar nicht, was sie alles gewonnen hat. Ich will hier Spaß haben. Ein konkretes Ziel hatte ich mir nicht vorgenommen.“

Mit der aktuellen Platzierung wachsen allerdings die Ansprüche: „Eine Medaille hier wäre schon schön – auf jeden Fall in der Altersklasse U16. Große Ziele gibt es sonst in diesem Jahr nicht. Aber im nächsten Jahr würde ich gern zur WM fahren, und danach sehen wir, wie es im Ilca6 weitergeht.“

Am finalen Tag ist im Ilca4 noch vieles möglich, denn Kaya Üner (Türkei) und Wesse Brink (Niederlande) folgen der führenden Deutschen im knappen Punktabstand.

Bei der Langstreckenregatta Rund Bornholm hatten die führenden Yachten am frühen Abend die Nordspitze von Rügen erreicht und werden im Laufe des Dienstags zurückerwartet.

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