M-V – ein wichtiger Goalball-Standort in Deutschland

Paralympische Spiele sind inzwischen ein Teil der internationalen Sportbewegung, die aus dieser nicht mehr wegzudenken sind. Vor 57 Jahren, 1960 in Rom, gab es dabei die ersten Paralympics. 16 Jahre später, in Örnsköldsvik (Schweden), wurden dann die ersten Winter-Paralympics organisiert.

Seitdem verlief die Entwicklung im internationalen Sport für Athletinnen bzw. Athleten mit Handicaps sehr positiv, insbesondere seit den 2000er Jahren.

M-V mit vielen erfolgreichen paralympischen Sportlerinnen und Sportlern

M-V hat seit Jahren erfolgreiche Paralympionikinnen und Paralympioniken mit Handicaps in seinen Reihen: Nach 1990 feierten Sportlerinnen und Sportler aus unserem Bundesland große Erfolge, ob im Judo, unter anderem Carmen bzw. Ramona Brussig, ob  in der Leichtathletik, unter anderem Marianne Buggenhagen, Vanessa Low, Jana Schmidt oder Lindy Ave, ob im Bogenschießen, Karl-Christian Bahls, ob im Rudern, Marcus Klemp, ob im Schwimmen, Natalie Ball, Denise Grahl, Verena Schott oder Torben Schmidtke, oder im Rollstuhl-Fechten, Simone Briese-Baetke – Sportlerinnen und Sportler mit Handicaps aus M-V setzten auch bei den Paralympics sportive Akzente.

Natalie Ball ist dabei eine der vielseitigsten paralympischen Athletinnen aus M-V-Blickwinkel. So startete sie 2004 bei den Paralympics in Athen im Schwimmen und holte dort dreimal Silber, einmal Bronze. Bei den folgenden Paralympics 2008 in Peking war sie als Goalball-Spielerin aktiv und belegte mit dem deutschen Frauen-Team Rang acht.

Apropos Goalball – Der Ballsport zwischen 2015 und 2016

Im Jahr 2015 fanden auch die Nachwuchs-Weltmeisterschaften im Goalball in Colorado Springs statt. Dort wurde das deutsche Jugend-Team M-V-Beteiligung sogar Weltmeister, unter anderem mit Marcel Lehmann (VfL Blau-Weiss Neukloster), Danny Maass (VfL Blau-Weiß Neukloster) und Thomas Steiger (Rostocker Goalballclub Hansa), der für Rio 2016 nominiert ist.

Der ebenfalls für die Paralympic 2016 berücksichtigte Reno Tiede (Rostocker Goalballclub Hansa) wurde 2007 an gleicher Stelle (Colorado) außerdem schon Jugend-Weltmeister.

Der Dritte im Rostocker „Paralympics-Goalball-Bunde“ bei den Paralympics 2016 war Christian Friebel, der auch 2007 Jugend-WM-Gold gewann, im gleichen Jahr EM-Bronze schaffte, 2014 bei den EM den vierten Rang belegte und 2014 an den WM teilnahm.

Beim paralympischen Goalball-Turnier der Herren 2016 in Rio de Janeiro wurde letztendlich das deutsche Goalball-Herren-Team mit dem Rostocker Trio in der Gruppe A Vorrunden-Gruppen-Dritter und verpasste den Einzug in das Halbfinale nur knapp. Im Viertelfinale unterlag die deutsche Mannschaft dem späteren Silbermedaillen-Gewinner, den USA, mit 6:7 nur knapp. Paralympischen Goalball-Gold 2016 erkämpften bei den Damen die Türkei und bei den Herren Litauen.

Von Rio 2016 nach Lahti 2017

Litauen war auch der Final-Gegner der deutschen Mannschaft bei den Europameisterschaften 2017 in Lahti. Mit Kapitän Reno Tiede erreichte das deutsche Team überraschend das Finale und durfte nach dem 3:6 gegen Litauen über Silber jubeln.

Wahl der Behindertensportlerinnen und -sportler des Jahres 2017

Wie der Cheftrainer der deutschen Nationalmannschaft Goalball, Johannes Günther, mitteilte, kann seit der vergangenen Woche  bis zum 19.11. kann unter  für die Behindertensportler des Jahres 2017 abgestimmt werden (dbs-sportlerwahl.de, sportschau.de, kicker.de und zdfsport.de). Die Auszeichnung findet dann am 25. November in Köln statt.

Auch die Wichtigkeit des Goalball-Standortes M-V hebt Johannes Günther hervor: „Da unser langjähriger Nationalspieler Reno Tiede aus Rostock stammt, die Stadt mittlerweile regelmäßig Turniere ausrichtet  und unsere Sportart in Mecklenburg-Vorpommern einen Bekanntheitsgrad erreicht hat, den wir uns in anderen Bundesländern nur wünschen könnten, spielt die Region für uns eine wichtige Rolle. Hinzu kommt, dass sich Rostock gerade um die Ausrichtung der Goalball EM 2019 bewirbt…“

Blick in die Historie des Goalball-Sportes

Seit 1976 ist Goalball übrigens im Programm der Paralympischen Spiele. In Toronto 1976 wurden die österreichischen Herren vor der deutschen Mannschaft erster Paralympics-Gewinner im Goalball. Die folgenden paralympischen Turniere hatten dann folgende Siegerinnen bzw. Sieger: 1980 in Arnhem (Herren: Deutschland), 1984 in New York/Stoke Manderville (Herren bzw. Frauen: USA), 1988 in Seoul (Herren: Jugoslawien, Frauen: Dänemark), 1992 in Barcelona (Herren: Italien, Frauen: Finnland), in Atlanta 1996 (Herren: Finnland, Frauen: Deutschland) und in Sydney 2000 (Herren: Dänemark, Frauen: Kanada).

In Athen 2004 setzten sich Dänemark (Herren) bzw. Kanada (Frauen) durch, in Peking 2008 China (Herren) bzw. die USA (Frauen), in London 2012 Finnland (Herren) bzw. Japan (Frauen) und in Rio de Janeiro 2016 Litauen (Herren) bzw. die Türkei (Frauen).

Seit 1978 werden WM im Goalball veranstaltet – damals nur für die Herren und gleich mit deutschen Erfolg. Vier Jahre später, 1982, durften auch die Frauen im Goalball weltmeisterlich ran.

Marko Michels