DJB-Team auf dem Weg in die ungarische Hauptstadt

Nach der intensiven Vorbereitung der Frauen in Kienbaum und der Männer in Köln startet das Team des Deutschen Judo-Bundes (DJB) ab Donnerstag nach Budapest. In der ungarischen Hauptstadt werden vom 28. August bis zum 3. September 2017 die Weltmeisterschaften ausgetragen. In der László Papp Budapest Sports Arena geht ein gemischtes Team aus erfahrenen Athleten und Nachwuchskräften an den Start. Insgesamt neun Deutsche Meister haben die Bundestrainer Claudiu Pusa (Frauen) und Richard Trautmann (Männer) in das DJB-Team berufen.

Bei den Frauen sind mit Martyna Trajdos aus Hamburg (bis 63 kg) und Jasmin Külbs aus Zweibrücken (über 78 kg) zwei Olympia-Starterinnen im Aufgebot. Bei den Männern kämpfen mit Sebastian Seidl aus Abensberg (bis 66 kg), Igor Wandtke aus Hannover (bis 73 kg) und Marc Odenthal aus Mönchengladbach (bis 90 kg) drei Rio-Fahrer um WM-Medaillen. Für Dimitri Peters aus Hannover, Dritter bei den Weltmeisterschaften 2013 in Rio und 2015 in Astana, ist die WM in Budapest sein letzter Einsatz in der Nationalmannschaft. Er hat zum Jahresende sein Karriereende angekündigt.

DJB-Präsident Peter Frese blickt zuversichtlich auf die Wettkämpfe in Ungarn: „Für uns sind die Weltmeisterschaften in Budapest eine erste Standortbestimmung auf dem Weg nach Tokio 2020. Wir haben zahlreiche junge Athletinnen und Athleten am Start, die hier auf höchstem internationalen Niveau wertvolle Erfahrungen sammeln können.“

Das DJB-Team bei den Weltmeisterschaften in Budapest:

Frauen

-48 kg: Katharina Menz, TSG Backnang / Württemberg
-52 kg: Nieke Nordmeyer, TH Eilbeck / Hamburg
-57 kg: Amelie Stoll, TSV Großhadern / Bayern
-63 kg: Martyna Trajdos, Eimsbütteler TV / Hamburg
-70 kg: Szaundra Diedrich, JC Bushido Köln / Nordrhein-Westfalen
-70 kg: Lisa Dollinger, TV Kaufbeuren / Bayern
-78 kg: Anna Maria Wagner, KJC Ravensburg / Württemberg
+78 kg: Jasmin Külbs, 1. JC Zweibrücken / Pfalz
+78 kg: Carolin Weiß, BC Dento / Berlin

Männer

-60 kg: Moritz Plafky, JC Hennef / Nordrhein-Westfalen
-66 kg: Sebastian Seidl, TSV Abensberg / Bayern
-73 kg: Igor Wandtke, Judo-Team Hannover / Niedersachsen
-73 kg: Anthony Zingg, TSV Bayer 04 Leverkusen / Nordrhein-Westfalen
-81 kg: Benjamin Münnich, JC Bushido Köln / Nordrhein-Westfalen
-81 kg: Alexander Wieczerzak, JC Wiesbaden / Hessen
-90 kg: Marc Odenthal, 1. JC Mönchengladbach / Nordrhein-Westfalen
-90 kg: David Tekic, TH Eilbeck / Hamburg
-100 kg: Dimitri Peters, Judo-Team Hannover / Niedersachsen

Der Mannschaftswettbewerb am Abschlusstag der Weltmeisterschaften wird erstmals als Mixed-Team-Competition ausgetragen mit jeweils drei Gewichtsklassen bei den Frauen und Männern. Dieser Wettbewerb wird auch bei den Olympischen Spielen in Tokio neu in das Programm aufgenommen.

Der Zeitplan der Weltmeisterschaften:

Montag, 28. August 2017: Frauen -48 kg, Männer -60 kg
Dienstag, 29. August 2017: Frauen -52 kg, Männer -66 kg
Mittwoch, 30. August 2017: Frauen -57 kg, Männer -73 kg
Donnerstag, 31. August 2017: Frauen -63 kg, Männer -81 kg
Freitag, 1. September 2017: Frauen -70, -78 kg, Männer -90 kg
Samstag, 2. September 2017: Frauen +78 kg, Männer -100, +100 kg
Sonntag, 3. September 2017: Mannschaftswettkämpfe

Kampfbeginn an allen Tagen um 10:00 Uhr, Finalblock ab 16:00 Uhr. Die Mannschaftskämpfe am Sonntag beginnen um 9:00 Uhr.

Pressemitteilung / Deutscher Judo-Bund

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Exkurs:

Judo und MV – eine Erfolgsgeschichte

Ramona Brussig bei einem früheren Show-Kampf in Schwerin. (Foto: Michels)

Die Judo-Fans in Mecklenburg-Vorpommern hatten natürlich auch ein großes Interesse an den olympischen und paralympischen Judo-Entscheidungen, denn Judo und M-V – das ist mittlerweile fast so etwas wie eine erfolgreiche Tradition bei hochkarätigen internationalen Meisterschaften.

Seit fast zwei Jahrzehnten sind insbesondere die Judo-Zwillingsschwestern Ramona und Carmen Brussig vom PSV Schwerin fleißige Medaillen-Sammlerinnen bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Ramona wurde unter anderem 2004 bzw. 2012 Paralympics-Siegerin sowie Paralympics-Zweite 2008 und Carmen schaffte 2008 Paralympics-Bronze bzw. 2012 ebenfalls Paralympics-Gold. Beide gewannen bei den Paralympics 2016 jeweils Silber.

1988 – Bronze für einen gebürtigen Schweriner

Bei Olympia gab es vor fast dreißig Jahren aus Schweriner Sicht ebenfalls viel Grund zum Jubeln.

Der 1964 in Schwerin geborene Torsten Oehmigen, nach seiner Heirat Brechot, der für den SC Dynamo Hoppegarten startete, wurde bei den Olympischen Spielen 1988 in Seoul Bronzemedaillen-Gewinner im Halbmittelgewicht. Bereits vor Seoul`88 war Torsten Brechot schon auf der Judo-Matte erfolgreich, wie sein erster Platz bei den Junioren-EM 1983 und sein WM-Silber von 1985 beweisen.

Aber der Schweriner Brechot hatte zudem einen erfolgreichen Vorgänger. Andreas Preschel, drei Jahre früher als Torsten Brechot in Schwerin geboren und ebenfalls in Hoppegarten aktiv, wurde 1983 Weltmeister im Halbschwergewicht in Moskau.

Bronze für einen späteren Wahl-Schweriner 1980

Der spätere Wahl-Schweriner Harald Heinke kam zudem auch zu olympischen Ehren: Er wurde Dritter 1980 im Halbmittelgewicht. Zudem jubelte Harald Heinke 1978 und 1979 über EM-Gold, schaffte 1977/1980 jeweils EM-Silber und holte bei den WM 1979 Bronze.

Judosportliche Erfolgsbeispiele aus MV

Weitere bekannte Judoka aus M-V sind – nur drei Beispiele von vielen – der viermalige Europameister Günter Krüger aus Pasewalk, Andreas Paluschek aus Rostock, der Junioren-Europameister 1980 und EM-Dritter 1985 wurde, oder Roland Borawski aus Schwerin, der 1989 EM-Gold erkämpfte. Internationale Erfolge feierte zudem die Schweriner Judoka Susi Zimmermann und die Rostocker Nachwuchs-Judoka Annika Würfel.

Marko Michels