Silber und Bronze für Carmen bzw. Ramona Brussig vom PSV Schwerin

Ramona Brussig Foto: Wolfgang Gross

Mitte Oktober gab es im usbekischen Taschkent den IBSA-Weltcup im Judo für Athletinnen und Athleten mit Sehbehinderungen. Dabei ging es bereits um Qualifikationspunkte für das nächste paralympische Judo-Turnier 2020 in Tokyo.

Besonders erfolgreich war dabei Gastgeber Usbekistan mit viermal Gold, dreimal Silber, viermal Bronze vor Südkorea mit vermal Gold, einmal Silber, zweimal Bronze und der Ukraine mit zweimal Gold, einmal Bronze. Jeweils einmal Gold schafften Großbritannien, Brasilien und der Iran. Insgesamt nahmen Judoka aus 25 Nationen am IBSA-Weltcup in Taschkent teil, Sportlerinnen bzw. Sportler aus 18 Ländern kamen zu Medaillen.

Carmen und Ramona mit Medaillen

Erfreulich aus M-V-Sicht: Die seit 20 Jahren national wie international sehr erfolgreichen Zwillingsschwestern Ramona und Carmen Brussig (PSV Schwerin) erkämpften ebenfalls Edelmetall. Carmen wurde in der Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm hinter der Ukrainerin Julia Halinska Zweite. In der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm belegte Ramona den Bronze-Rang (Siegerin: Inna Cherniak aus der Ukraine). Für Schwarz-Rot-Gold errang zudem Nikolai Kornhassbei den Herren in der Gewichtsklasse bis 73 Kilogramm Silber hinter Feruz Sayidov aus Usbekistan. Für gute Platzierungen aus deutschem Blickwinkel sorgten zudem Marc Milano als Fünfter in der Gewichtsklasse bis 90 Kilogramm und Oliver Upmann als Siebenter in der Gewichtsklasse bis 100 Kilogramm.

Judo-Rückblende auf 2016: Von Olympia zu den Paralympics in Rio

Auf der olympische Tatami 2016 in Rio waren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Japan wieder am besten – mit 12 Medaillen, darunter 3 x Gold. Die Judoka aus Frankreich und Russland präsentierten sich auch ganz stark. Aus deutscher Sicht gelang nur eine Medaille: Bronze durch Laura Vargas Koch im Mittelgewicht. Viele Länder konnten 2016 olympische Medaillen in den 14 Judo-Entscheidungen erkämpfen, genau 26 – ein Beweis dafür, wie beliebt der Judosport global ist.

Bei den paralympischen Judo-Wettkämpfen in Rio de Janeiro dominierten hingegen die Judoka aus Usbekistan, die 10 Medaillen, darunter 3 x Gold, erkämpften. Die Athletinnen und Athleten aus China, der Ukraine, Südkorea und Mexiko konnten ebenfalls einige Medaillen gewinnen. Insgesamt schafften Judoka aus 15 Ländern den Sprung auf „das Medaillen-Treppchen“ in den 13 paralympischen Judo-Konkurrenzen. Für das deutsche Judo-Team bei den Paralympics 2016 kamen Ramona Brussig (Silber in der Klasse bis 52 Kilogramm), Carmen Brussig (Silber in der Klasse bis 48 Kilogramm) und Nikolai Kornhass (Bronze in der Klasse bis 73 Kilogramm) in die Medaillen-Ränge.

Olympisch-paralympische Judo-Historie für M-V

In der olympischen bzw. paralympischen Judo-Geschichte konnten aus M-V-Blickwinkel bisher der gebürtige Schweriner Torsten Brechot (Olympia-Bronze 1988 in Seoul im Halbmittelgewicht), der Wahl-Schweriner Harald Heinke (Olympia-Bronze 1980 in Moskau im Halbmittelgewicht) und die schon erwähnten Ramona Brussig (PSV Schwerin, Paralympics-Gold 2004 bzw. 2012 und Paralympics-Silber 2008 bzw. 2016) sowie Carmen Brussig (PSV Schwerin, Paralympics-Bronze 2008, Paralympics-Gold 2012 bzw. Paralympics-Silber 2016) Edelmetall erringen.

Marko Michels

Archiv-Foto (Wolfgang Gross): Ramona Brussig vom PSV Schwerin.

Exkurs – Zur Info: Das traditionelle Herbst-, Spiel- und Sportfest für Sport-Interessierte mit und ohne Handicaps findet am 18.November 2017 in der Stadthalle Rostock statt. Neben dem bewährten Spiel- und Sportfest (Thema: Baustelle) können die Teilnehmer/innen dieses Mal das Kinder-Turnabzeichen inklusiv kennenlernen. Für die Lehrer/innen besteht die Möglichkeit, an einer Fortbildung zum Kinderturnen inklusiv teilzunehmen. VBRS M-V