Ringerin Aline Focken mit dritter Medaille bei einer Elite-WM…

Am heutigen 24.August 2017 gab es in Paris die 18.WM-Medaille für eine deutsche Ringerin. Und wer anderes als eine berühmte Krefelderin sollte diese Plakette wohl gewinnen?! Natürlich Aline Focken, Jahrgang 1991, die bereits Gold (2014) und Bronze (2015) in „ihrer WM-Vitrine“ hat. Fast hätte es zum dritten WM-Gold für eine deutsche Ringerin nach 2002 durch Birgit Wagner (Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm) und nach dem Gold-Triumph von Aline 2014 in Taschkent gereicht, aber dieses Mal setzte sich die Japanerin Sara Dosho im Finale der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm durch.

Dennoch: Aline ist schon jetzt eine Legende im deutschen Frauen-Ringen. Leider ist diese so traditionsreiche Sportart in Deutschland (fernseh-)medial noch nicht wieder im Fokus, aber dank Aline – und nicht zuletzt Frank Stäbler, Denise Kudla oder Pascal Eisele bei den Herren – weckt Ringen auch hierzulande wieder das Interesse der Sportfans.

Die Japanerin Sara Dosho, die Olympiasiegerin 2016, wird im aktuellen olympischen Zyklus bis Tokyo 2020 sicher auch die härteste Widersacherin für Aline sein. Aber Aline ist ein deutsches Jahrhundert-Talent für die Sportart Ringen und wird bestimmt in den kommenden Jahren weitere Erfolge feiern.

Olympische Rückblende auf 2016

Das olympische Freistil-Turnier mit den sechs Entscheidungen im Frauen-Ringen im August 2016 in Rio de Janeiro war fast so etwas wie „eine offene japanische Meisterschaft“, denn neben Kaori Icho (Gewichtsklasse bis 58 Kilogramm, damit vierfache Olympiasiegerin) errangen für „Nippon“ auch Eri Tosaka (Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm), Risako Kawai (Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm) und Sara Dosho (Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm) jeweils Gold. Der „Rest der Ringerinnen-Welt“ teilte sich die verbleibenden zwei olympischen Goldmedaillen. Helen Maroulis (USA) holte sich Gold in der Gewichtsklasse bis 53 Kilogramm und Erica Wiebe (Kanada) schaffte Gold in der Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm.

Aline Focken mit starkem Olympia-Einstieg…

Aline Focken, Weltmeisterin 2014 bzw. WM-Dritte 2015 in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm, startete mit einem spektakulären Erfolg in das olympische Turnier, bezwang die Asien-Meisterin von 2014, Zhou Feng aus China, klar mit 11:3 im Achtelfinale. In der Runde der besten acht Ringerinnen ihrer Gewichtsklasse unterlag Aline dann leider der Schwedin Jenny Fransson, die sich letztendlich gemeinsam mit der Kasachin Elmira Syzdykowa Bronze sicherte. Olympiasiegerin in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm wurde die bereits erwähnte Sara Dosho aus Japan vor Natalja Worobjowa aus Russland.

Die WM 2014 in Taschkent bei den Frauen in der Rückblende: Gold für Aline

Und bei den weltmeisterlichen Entscheidungen im Frauen-Ringen (Freistil) vor drei Jahren waren die Japanerinnen mit 4 x Gold, 1 x Silber „das Maß aller Ringerinnen-Dinge“. Die US-Amerikanerinnen schafften 1 x Gold, 1 x Silber, 1 x Bronze. Dahinter platzierten sich im „Medaillen-Ranking“ die Mongolische Republik sowie die Ukraine mit jeweils 1 x Gold, 1 x Bronze und Deutschland mit 1 x Gold.

Die russischen Ringerinnen holten 5 Medaillen (2 x Silber, 3 x Brionze) – darunter jedoch kein Titel. Zu den Weltmeisterinnen 2014 zählen unter anderem Eri Tosaka (Japan/Gewichtsklasse bis 48 Kilogramm), Sükheegiin Tserenchimed (Mongolische Republik/Gewichtsklasse bis 60 Kilogramm), Yuliya Tkach (Ukraine/Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm), Adeline Gray (USA/Gewichtsklasse bis 75 Kilogramm) und Aline Focken aus Deutschland, die sensationell Gold in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm erkämpfte.

Las Vegas 2015 mit Bronze für Aline

Im Freistil-Ringen bei den Frauen in Las Vegas 2015 offenbarten auch die europäischen Ringerinnen ihre große sportliche Klasse. Diese erkämpften 15 der 32 Medaillen, was einem Anteil von 47 Prozent entspricht. Damit war auch im weltmeisterlichen Frauen-Ringen der „alte Kontinent“ am besten. Allerdings… Die meisten WM-Titel, 4 von 8, also 50 Prozent aller WM-Titel, erkämpften die asiatischen Ringerinnen.

Die Top-Nation war dabei wieder einmal Japan (dreimal Gold, einmal Silber, einmal Bronze) gefolgt von den USA (zweimal Gold, einmal Bronze), Russland bzw. der Mongolischen Republik (jeweils einmal Gold, einmal Silber) und der Ukraine (einmal Gold, zweimal Bronze. Insgesamt sicherten sich Ringerinnen aus 18 Ländern WM-Edelmetall. Fünf Länder teilten sich die acht WM-Goldmedaillen im Frauen-Bereich.

Für Deutschland gab es einmal Bronze durch Aline Focken in der Gewichtsklasse bis 69 Kilogramm, in der Aline ein Jahr zuvor Weltmeisterin wurde. Die WM-Titel im Frauen-Bereich gingen speziell an Eri Tosake (Japan/-48 Kilogramm), Saori Yoshida (Japan/-53 Kilogramm), Helen Maroulis (USA/-55 Kilogramm), Kaori Icho (Japan/-58 Kilogramm), Oksana Herhel (Ukraine/-60 Kilogramm), Soronzonboldyn Battsetsay (Mongolische Republik), Natalia Vorobieva (Russland/-69 Kilogramm) und Adeline Gray (USA/-75 Kilogramm).

Aktuell kann sich Aline aber über Silber in Paris freuen! Glückwunsch an die sympathische Sportlerin auch aus M-V…

Marko Michels

Foto (Maik Micera): Ringen ist auch in M-V, wie hier in Schwerin, beliebt.