Vor den 30.Frauen-Volleyball-EM 2017 in Georgien und in Aserbaidschan

Ab 24.August, dann bis zum 3.September, finden die 30.Volleyball-EM der Herren in Polen statt. Die deutschen Herren müssen dabei in der Vorrunden-Gruppe B in Szczecin gegen Tschechien, Italien und die Slowakei antreten.

Bei den letzten EM 2015 in Bulgarien/Italien war für das deutsche Volleyball-Herren-Team im Viertelfinale gegen Bulgarien „Endstation“. Die 2015er EM gewann Frankreich vor Slowenien, Italien und Bulgarien.

Hoffnungsvolles deutschen EM-Team der Frauen

Auch die deutschen Volleyball-Frauen „fiebern“ ihren 30.Volleyball-EM „entgegen“. Diese werden vom 22.September bis 1.Oktober in Georgien bzw. in Aserbaidschan ausgetragen, wobei die deutschen „Schmetterling“ in der Vorrunden-Gruppe A in Baku auf Aserbaidschan, Ungarn bzw. Polen treffen werden.

Zurzeit bereitet sich die deutsche Frauen-Volleyball-Nationalmannschaft in Schwerin auf die kommenden europäischen Titelkämpfe vor, wobei es am 1.September um 19.00 Uhr auch ein Testspiel gegen die Türkei in der Palmberg-Arena in Schwerin geben wird.

Von den EM 2015 und zu Olympia 2016

Bei den letzten Frauen-EM 2015 in Belgien/in den Niederlanden erreichte das deutsche Team die Runde der besten Acht, unterlag dort nur knapp (2:3) der Türkei. Die europäischen Meisterschaften 2015 waren letztendlich „eine Angelegenheit“ für Russland, das sich vor den Niederlanden, Serbien und der Türkei durchsetzte.

Bei den olympischen Hallen-Volleyball-Turnieren vor Jahresfrist, im August 2016 in Rio de Janeiro, holten die chinesischen Frauen und die brasilianischen Herren jeweils Olympia-Gold. Amtierende Weltmeisterinne und Weltmeister im Hallen-Volleyball sind die amerikanischen Frauen (2014) und die polnischen Herren (2014).

Aber nun läuft, auch für die Schweriner Volleyball-Spielerinnen im EM-Kader von Bundestrainer und SSC-Trainer Felix Koslowski, der Frauen-EM-Countdown für Georgien/Aserbaidschan.

Ambitionierte Konkurrentinnen in der EM-Vorrunde

In der Gruppe A in Baku treffen die deutschen Spielerinnen, wie erwähnt, auf die starken aserbaidschanischen Gastgeberinnen, die endlich die erste EM-Plakette im Frauen-Volleyball für ihr Land erkämpfen möchten, auf die Polinnen, die schon elf EM-Medaillen aufweisen, darunter EM-Gold 2003 bzw. 2005, und auf die Ungarinnen, die in der EM-Historie bis dato einmal Silber, dreimal Bronze zwischen 1975 und 1983 holten.

Deutsche Teams errangen zwischen 1975 und 2013 elf EM-Medaillen, darunter jeweils EM-Gold für die DDR 1983 und 1987.

EM 2017 mit vielen leistungsstarken Teams

Die weiteren Teams der EM-Endrunde 2017 sind übrigens Weissrussland, Kroatien, Georgien bzw. Italien, die sich in der Vorrunden-Gruppe B spannende Spiele liefern werden. In der Vorrunden-Gruppe C wird es zwischen Russland, Bulgarien, der Türkei und der Ukraine spannend. Und in der Vorrunden-Gruppe D werden sich Serbien, Belgien, Tschechien und die Niederlande spielerisch „nichts schenken“.

Das deutsche Team, 2011 und 2013 jeweils Vize-Europameisterinnen und 2015 EM-Viertelfinalist, sollte auch dieses Mal eine gute Rolle spielen. Deutschland hat ja im Ballsport stets Turnier-Mannschaften, die sich oftmals in den entscheidenden Spielen zu steigern wissen.

Im deutschen EM-Kader 2017 von Bundestrainer Felix Koslowski sind mit Jennifer Geerties, Louisa Lippmann, Marie Schölzel, Denise Hanke, Jana Franziska Poll, Lenka Dürr, Maren Fromm und Berit Kauffeldt auch acht ehemalige bzw. aktuelle Spielerinnen des Schweriner SC vertreten.

Medaillenträchtig – deutsche Volleyball-Spielerinnen und die EM/Ohne MVlerinnen wäre aber einiges nicht möglich gewesen…

Aus deutscher Sicht wurden die bisherigen elf EM-Medaillen stets mit Beteiligung aus Mecklenburg-Vorpommern erkämpft. Die erste Medaille, Bronze 1975, gewannen auch die Schwerinerinnen Helga Offen, Anke Westendorf, Cornelia Rickert und Hannelore Meincke.

Helga Offen, Anke Westendorf und Cornelia Rickert schafften mit der DDR-Auswahl ebenfalls 1977 Silber. EM-Silber 1979 folgte erneut für Anke Westendorf sowie für Karla Roffeis bzw. Karin Langen (alle vom SC Traktor Schwerin).

Die olympische Silbermedaille 1980 in Moskau wurde nicht zuletzt dank Karla Roffeis, Anke Westendorf, Andrea Heim, Martina Schmidt (alle SC Traktor Schwerin) und der gebürtigen Neustrelitzerin Heike Lehmann (SC Dynamo Berlin) gewonnen.

Bei den EM 1983 in der DDR gab es das lang ersehnte Gold – für die SCT-Spielerinnen Karla Mügge, Ute Oldenburg, Andrea Heim, Martina Schmidt bzw. Catrin Heydrich, die gebürtige Neustrelitzerin Heike Lehmann und Ariane Radfan (SC Dynamo Berlin), die ihre Volleyball-Karriere beim TZ Saßnitz begonnen hatte.

1987 schaffte die DDR unter anderem  mit den „Traktoristinnen“ Ute Oldenburg, Martina Schmidt, Dörte Stüdemann bzw. Petra Zendel sowie Heike Lehmann und Ariane Radfan EM-Silber.

EM-Gold „setzte“ es dann erneut 1987 in Belgien für die SCT-Spielerinnen Ute Oldenburg, Dörte Stüdemann bzw. Anke Lindemann, die gebürtige Rostockerin Kathrin Langschwager (SC Dynamo Berlin) und für Ariane Radfan. Silberne EM-Momente erlebten 1989 Ute Steppin-Oldenburg, Dörte Stüdemann, Christina Schultz bzw. Dörte Krüger (alle SC Traktor Schwerin), die gebürtige Rostockerin Brit Wiedemann (Berliner TSC) und Ines Pianka (SC Dynamo Berlin), die in Bergen auf Rügen geboren wurde und  ihre volleyballsportliche Entwicklung beim TZ Saßnitz startete.

Die EM-Bronze-Plakette mit der wieder vereinten deutschen Auswahl 1991 errangen unter anderem Ute Steppin bzw. Christina Schultz (beide Schweriner SC), Ines Pianka und Brit Wiedemann.

Dann dauerte es 12 Jahre bis zur nächsten EM-Medaille für den deutschen Frauen-Volleyballsport. Im Jahr 2003 erkämpfte die deutsche Mannschaft mit seinerzeit früheren bzw. aktuellen SSC-Akteurinnen, wie Christina Benecke, Olessya Kulakowa und Anika Schulz.

Und in den silbernen DVV-Frauen-Teams 2011 bzw. 2013 agierten – aus damaliger Sicht – frühere, aktuelle und kommende SSC-Spielerinnen, wie 2011 Kathleen Weiß, Maren Fromm, Lenka Dürr, Berit Kauffeldt, Saskia Hippe bzw. Lisa Thomsen und wie 2013 Kathleen Weiß, Denise Hanke, Anja Brandt, Jennifer Geerties, Jana Franziska Poll, Saskia Hippe, Lisa Thomsen und Maren Fromm.

In der niederländischen Silber-Mannschaft der EM 2015 spielten mit Yvon Belien, Quinta Steenbergen, Lonneke Sloetjes und Anne Buijs auch vier frühere Akteurinnen des Schweriner SC.

Weitere Infos zu den Volleyball-Frauen-EM

1949 in Prag wurde übrigens die erste Damen-EM im Volleyball (Sieger: Sowjetunion) ausgetragen. Seitdem gewann Russland (mit UdSSR) 19 x Gold. Polen, Italien und Deutschland (DDR 1983, 1987)  holten jeweils zweimal Gold. Die CSSR, Bulgarien, die Niederlande und Serbien wurden je einmal Europameister. Insgesamt erkämpften von 1949 bis 2011 fünfzehn Länder EM-Medaillen im Frauen-Volleyballsport.

UdSSR mit längster Titel-Serie

Die längste Titel-Serie bei Frauen-Volleyball-EM hatte die UdSSR. Zwischen den EM 1958 in der Tschechoslowakei und den EM 1979 in Frankreich gewann die „Sbornaja“ siebenmal hintereinander. Überhaupt entschieden die sowjetischen Frauen-Teams zwischen 1949 und 1979 von elf Europameisterschaften zehn für sich. Nur 1955 in Bukarest unterbrachen die Tschechinnen bzw. Slowakinnen die sowjetische Sieges-Phalanx. Zuletzt, bei der EM 2015 in den Niederlanden und in Belgien wurden, die Russinnen Europameisterinnen.

Die meisten EM-Final-Teilnahmen können natürlich ebenfalls die sowjetischen und russischen Teams verzeichnen, die 23 Mal im Finale standen, gefolgten von den Polinnen mit 6 Final-Teilnahmen, den deutschen Teams mit ebenfalls sechs Final-Teilnahmen und den Tschechinnen (mit CSR) mit fünf Final-Teilnahmen.

Deutschland war bereits dreimal Gastgeber einer EM-Endrunde im Frauen-Volleyballsport, so 1983 in der DDR (mit den Spielorten Schwerin und Rostock / Sieger DDR), 1989 in Westdeutschland (mit dem Sieger UdSSR vor der DDR) und 2013 (mit dem Spielort Schwerin und dem Sieger Russland vor Deutschland).

Sportgeschichtlicher Blick zurück

Vor 34 Jahren gab es viel Lob für die Ausrichtung der damaligen 13.Volleyball-EM der Frauen in Schwerin, Cottbus und Rostock. Schwerin war damals Austragungsort der Spiele der Vorrunden-Gruppe A mit Bulgarien, Westdeutschland, Polen und Frankreich, wobei Bulgarien und Westdeutschland die ersten beiden Plätze belegten, Rostock organisierte die Spiele der Vorrunde/Gruppe C mit der DDR (Sieger), Ungarn, Italien und Schweden.

Die Finalrunde fand dann ebenfalls in Rostock statt. Dort setzte sich die DDR mit den Spielerinnen des SC Traktor Schwerin Cathrin Heydrich, Andrea Heim, Ute Oldenburg, Martina Schwarz und Karla Mügge, mit der gebürtigen Neustrelitzerin Heike Lehmann und Ines Pianka (einst TZ Saßnitz) vor der UdSSR, Ungarn, Bulgarien, Westdeutschland und Rumänien durch. Damals großes sportliches „Volleyball-Kino“!

Viel Anerkennung erhielt Schwerin auch für die Ausrichtung der WM-Vorrunde/Gruppe B der 14.Welt-Titelkämpfe im Frauen-Volleyball 2002. In der Landeshauptstadt spielten Südkorea, Kuba, die Niederlande, Rumänien, Kanada und Ägypten gegeneinander. Das südkoreanische Team wurde vor 11 Jahren Gruppen-Sieger. Die WM 2002 in Deutschland gewann aber Italien vor den USA, Russland, China und Kuba. Das deutsche Team belegte Rang zehn.

Die EM-Vorrunde im Frauen-Volleyball`13 in Schwerin

Vor vier Jahren (2013) durfte Schwerin zum dritten Mal die Vorrunde einer großen internationalen Meisterschaft für Nationalmannschaften im Frauen-Volleyball austragen. In der Gruppe D der 28.EM im Frauen-Volleyball waren Serbien, Tschechien, Bulgarien und Serbien zu Gast in der Stadt der sieben Seen. Die serbischen Favoritinnen, als EM-Sieger 2011, wurden erwartungsgemäß Gruppensieger. Die Stimmung in der deutschen Volleyball-Hochburg Schwerin war sehr gut, für die Organisation erhielten die Schwerinerinnen und Schweriner wieder viele positive Worte!

Blick nach vorn

Aber nun gilt es für das deutsche Team, erst einmal maximale Erfolge bei den EM 2017 zu erreichen. Am 22.September ist der Auftakt gegen Polen, dann folgen die Vorrunden-Begegnungen gegen Ungarn (24.September) und gegen Aserbaidschan (25.September).

Tja – und dann ruft am 1.Oktober das Finale in Baku…

Marko Michels

Fotos (Michels):

1.Foto: Der SSC konnte 2017 wieder über Meisterschaftsgold jubeln.

2., 3. und 4.Foto: Blick in die Palmberg-Arena in Schwerin.

5.Foto: Die frühere SSC-Spielerin Berit Kauffeldt.

6.Foto: Maren Fromm, 2016/17 mit dem SSC Deutsche Meisterin.

7.Foto: Saskia Hippe, auch eine ehemalige SSC-Akteurin.