Nachgefragt bei der mecklenburgischen Volleyball-Spielerin in Wiesbadener Diensten, Lia-Tabea Mertens

Der Ball rollt. Er wird geworfen, geschmettert, abgewehrt, im Netz „versenkt“ oder getreten.

Auch im Sportsommer 2017 „tanzte bzw. tanzt“ der Ball, ob bei der Basketball-EM der Frauen in Tschechien, bei der Wasserball-WM in Budapest, beim Konföderationen-Pokal im Herren-Fußball in Russland, bei der Frauen-Fußball-EM in den Niederlanden, bei den Beach-Volleyball-EM in Wien, bei den Feldhockey-EM der Damen bzw. Herren in Amstelveen, bei der Basketball-EM-Finalrunde in Istanbul oder bei den Volleyball-EM der Herren in Polen bzw. den Volleyball-EM der Frauen in Aserbaidschan/Georgien.

Gerade der Volleyball steht zurzeit im Fokus… Bei den Beach-Volleyball-WM in Wien setzten sich bei den Frauen Laura Ludwig/Kira Walkenhorst und bei den Herren Evandro Oliveira/Andre Stein durch.

Die deutschen Frauen und Herren stecken mitten in den Vorbereitungen zu den EM und auch die Vereine der Region beginnen ihr intensives Training für die Hallen-Saison 2017/18.

In der ersten Bundesliga der Frauen möchte der Schweriner SC seinen Deutschen Meistertitel 2017 natürlich verteidigen. Gute sportliche Akzente setzen, wollen in der zweiten Bundesliga der Frauen die Stralsunder Wildcats bzw. der VCO Schwerin. Die Herren des SV Warnemünde wollen hingegen nach ihren Aufstieg in die zweite Bundesliga erst einmal die Klasse halten und bestmögliche Ergebnisse erzielen. Ähnliches gilt in der dritten Liga der Frauen für den 1.VC Parchim und in der dritten Liga der Herren für den PSV Neustrelitz.

Eine gebürtige Parchimerin, Jahrgang 1994, die 2012/13 beim Schweriner SC bzw. 2013/14 bei den Stralsunder Wildcats spielte und seit 2016 beim VC Wiesbaden „schmettert“, ist hingegen Lia Tabea Mertens…

Wie blickt Lia zurzeit auf das Ballgeschehen? Wie sieht ihre Vorbereitung auf die kommende Saison aus? Was erwartet sie von sich, dem VC Wiesbaden und dem SSC?

MV-SPORT fragte nach

Lia über vergangene Ballsport-Events, kommende Volley-Herausforderungen und die Vorbereitung auf die Saison 2017/18

„Wieder mit vollem Einsatz und top-fit auf dem Spielfeld sein…“

Frage: Lia, der Sportsommer 2017 beinhaltet bzw. beinhaltet bislang auch viel Ballsport. Gerade endete die Frauen-Fußball-EM mit dem Erfolg der niederländischen Gastgeberinnen und deutschen bzw. brasilianischen Erfolgen bei den Beach-Volleyball-WM.

Hattest Du die Frauen-Fußball-EM auch ein wenig „im Blick“? Wie lautet Dein Resümee zu den Beach-Volleyball-WM?

Lia-Tabea Mertens: Die Frauen-Fußball-EM ist aufgrund meines Urlaubs in diesem Jahr leider fast vollständig an mir vorbeigegangen. Durch den Einzug in die Playoffs und den Einzug ins Halbfinale hat sich der Start in die Erholungsphase so weit nach hinten verschoben, dass die Frauen-EM genau in die Zeit gefallen ist.

Die Beach-Volleyball-WM in Wien konnte ich zum Glück in der letzten Woche aktiver verfolgen. Die Hinrunde war aus deutscher Sicht schon extrem spannend und auch erfolgreich, aber die K.O.-Runde war dieses Jahr wirklich herausragend. So schade es war, dass Julia (Julia Sude) und Chanti (Chantal Laboureur) im Viertelfinale ausgeschieden sind, so erstklassig waren die Spiele von Laura und Kira.

Im Halbfinale erst die Mitfavoritinnen aus Brasilien in die Schranken zu weisen und am nächsten Tag ein überragendes Finale gegen die USA zu spielen war einfach unglaublich. Sich nach Olympia 2016 auch noch den Weltmeistertitel 2017 zu erkämpfen, war aus meiner Sicht eine außergewöhnliche Leistung.

Frage: Wie sieht Deine derzeitige Vorbereitung auf die neue Spielzeit 2017/18 mit dem VC Wiesbaden in der ersten Frauen-Bundesliga im Volleyball aus? Bist Du wieder – nach Deiner Verletzung – vollständig fit?

Lia-Tabea Mertens: Wie schon gesagt, habe ich nach der letzten Saison, insbesondere vor dem Hintergrund meiner langwierigen Verletzung, erst einmal einen Erholungsurlaub eingelegt.

Jetzt sind wir seit Mittwoch (2.August) mit dem VCW wieder voll in die Saison-Vorbereitung eingestiegen. Hier steht neben täglichem Kraft- und Balltraining natürlich auch eine physiotherapeutische Betreuung auf verschiedensten Ebenen auf dem Programm. Die Tage werden durch Training, Leistungsdiagnostik und andere Termine mit dem VCW auf jeden Fall vollkommen ausgefüllt.

Meine Bänderverletzung konnte ich im Urlaub durch gute physiotherapeutische Betreuung gut auskurieren. Ich würde zwar nicht behaupten, dass sich mein Fuß „wie neu“ anfühlt, aber ich bin, so empfinde ich es, auf dem richtigen Weg in der Saison auch 100 Prozent geben zu können.

Frage: Welche sportlichen Ziele hast Du für 2017/18? Wer sind für Dich die Meisterschaftsfavoritinnen 2018?

Lia-Tabea Mertens: Mein vorrangiges Ziel für die kommende Saison ist es, wieder mit vollem Einsatz auf dem Feld stehen zu können und für alle anstehenden Spiele fit zu sein.

Aufgrund der Krankheit und Verletzung der letzten Saison muss ich hier definitiv in der Vorbereitung noch einige Arbeit leisten, auf welche ich mich aber auf alle Fälle freue.

Aufgrund der großen Veränderungen in den Mannschaften in der ersten Liga, nicht nur im Bezug auf den VCW, sondern auch auf viele andere Teams, ist es schwer, schon jetzt einen Favoriten für die kommende Saison auszumachen.

Die Teams starten jetzt langsam alle in die Saison-Vorbereitung und man wird in den kommenden Wochen sehen können, welches Team sich in die Favoritenrolle versetzen lassen könnte. … Wobei Teams wie Dresden, Schwerin und Stuttgart natürlich das Ziel haben, am Ende wieder oben auf den Treppchen zu stehen.

Frage: Bald sind die Hallen-Volleyball-EM der Herren und der Frauen… Wie beurteilst Du die Chancen der deutschen Mannschaften?

Lia-Tabea Mertens: Also, meiner Meinung nach sind die Chancen der Männer grade in diesem Jahr schwer einzuschätzen. In der Auslosung der Vorrunde haben die Männern direkt „den Hammer“ gegen das extrem starke Team aus Italien „erwischt“.

Dennoch denke ich, dass sie nach dem Ausscheiden in der WM-Quali zeigen wollen, dass mehr in diesem neuen, jungen Team steckt.

Bei den Frauen stehen die Zeichen ja im Grunde nach dem dritten Platz beim Grand-Prix-Finalturnier vor knapp einer Woche gut. Ich glaube schon, dass sie den Schwung durch den Bronze-Rang gutmit in die bevorstehende EM nehmen können und dort beste Chancen auf eine Platzierung weit oben haben dürften.

Letzte Frage: Noch kurze Nachfrage zum Urlaub… War der wenigstens „trocken“ oder auch „regenreich“?

Lia-Tabea Mertens: Neben Besuchen in meiner Heimat blieb mir der deutsche Regen in Singapur und auf Bali glücklicherweise erspart und ich konnte in der Sonne etwas abschalten.

Vielen Dank, weiterhin eine optimale Saison-Vorbereitung und alles erdenklich Gute!

Marko Michels

Foto (Michels): Lia-Tabea Mertens.